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Die erzählerische Vermittlung im Comic

Am Beispiel der Comicumsetzung von Kafkas "Verwandlung"

Titel: Die erzählerische Vermittlung im Comic

Seminararbeit , 2007 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Johannes Steinmeyer (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Comic ist eine „Gattung visuell-verbalen Erzählens“. Wie in narrativen Texten wird also auch in diesem Medium Geschehen in einer bestimmten Form erzählerisch vermittelt. Doch wie sieht diese erzählerische Vermittlung genau aus?

Dies wird die vorliegende Hausarbeit klären, denn sie untersucht die Art der erzählerischen Vermittlung im Comic Metamorphosis von Robert Crumb und David Zane Mairowitz.

Dazu ist die Arbeit in zwei Teile gegliedert: Im ersten Abschnitt untersuche ich zunächst mit welchen narrativen Mitteln es der Comic schafft, die Erzählung Die Verwandlung von Franz Kafka zu vermitteln. Zu diesem Zweck wird das spezielle Zeicheninventar des Comics hinsichtlich der Informationsvergabe durch das Bild, den Text und andere Codes analysiert.
Diesem Bereich der Untersuchung liegt das von Marianne Krichel entworfene Analyseraster der Gattungsmerkmale des Comics aus ihrem Buch Erzählerische Vermittlung im Comic am Beispiel des amerikanischen Zeitungscomics 'Calvin and Hobbes' zugrunde.

Im zweiten Teil der Arbeit vergleiche ich schließlich die Struktur der erzählerischen Vermittlung zwischen dem Erzähltext der Verwandlung und seiner Comicadaption hinsichtlich der Erzählsituation, Fokalisierung und Zeit.
Dabei wird zugleich auf die Frage eingegangen, welche erzähltheoretischen Probleme sich in der Comicumsetzung des narrativen Textes zeigen. „Comics sind [...] ein eigenständiges Kommunikationsmittel und verfügen über ein eigenes Zeichensystem.“ Deshalb wird in diesem Kapitel zunächst das Zeicheninventar des Metamorphosis-Comics dargestellt, um seine medialen Eigenschaften der erzählerischen Vermittlung zu veranschaulichen. Der wohl auffälligste Unterschied des Comics zum Erzähltext ist die Informationsvergabe durch das Bild.
„Die Informationsvergabe durch das Bild eines Comics erfolgt über die grafischen (visuellen) Elemente Bildanordnung, Bildkomposition, Zeichenstil, Darstellung der Situation und der Figuren.“ Im Falle der Comicversion der Metamorphosis stellt sich die graphische Gestaltung nach diesen Kriterien folgendermaßen dar:

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Zeicheninventar des Comics

2.1 Informationsvergabe durch das Bild

2.1.1 Bildanordnung

2.1.2 Bildkomposition

2.1.3 Zeichenstil

2.1.4 Darstellung der Figuren

2.2 Informationsvergabe durch den Text

2.3 Informationsvergabe durch andere Codes

3 Die Struktur der erzählerischen Vermittlung in Erzähltext und Comic

3.1 Erzählsituation

3.2 Fokalisierung

3.3 Zeit

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzählerische Vermittlung in der Comicadaption von Franz Kafkas "Die Verwandlung" durch Robert Crumb und David Zane Mairowitz, wobei sie ein comicspezifisches Zeichensystem analysiert und dieses mit der narrativen Struktur der literarischen Vorlage vergleicht.

  • Analyse des comicspezifischen Zeicheninventars (Bild, Text und weitere Codes).
  • Vergleich der Erzählsituation zwischen Erzähltext und Comic.
  • Untersuchung der Fokalisierung und ihrer Wirkung bei der bildlichen Darstellung.
  • Problematisierung erzähltheoretischer Zeitbegriffe im Medium Comic.

Auszug aus dem Buch

3.3 Zeit

Doch es gibt noch eine weitere Schwierigkeit beim Bestimmen des Erzähltempos im Comic mit den Begriffen Erzählzeit und erzählte Zeit. Betrachten wir dazu einen Textauszug aus dem Erzähltext der Verwandlung:

[Gregors Mutter] erblickte den riesigen braunen Fleck auf der geblümten Tapete [...] und fiel mit ausgebreiteten Armen, als gebe sie alles auf, über das Kanapee hin und rührte sich nicht. 'Du Gregor!' rief die Schwester mit erhobener Faust und eindringlichen Blicken. [...] Sie lief ins Nebenzimmer, um irgendeine Essenz zu holen, mit der sie die Mutter aus ihrer Ohnmacht wecken könnte; Gregor wollte auch helfen [...]; er lief dann auch ins Nebenzimmer, als könne er der Schwester irgendeinen Rat geben, wie in früherer Zeit; mußte dann aber untätig hinter ihr stehen; während sie in verschiedenen Fläschchen kramte, erschreckte sie noch, als sie sich umdrehte; eine Flasche fiel auf den Boden und zerbrach; ein Splitter verletzte Gregor im Gesicht, irgendeine ätzende Medizin umfloß ihn; Grete nahm nun, ohne sich länger aufzuhalten, so viele Fläschchen, als sie nur halten konnte, und rannte mit ihnen zur Mutter hinein; die Tür schlug sie mit dem Fuße zu.50

Auf relativ wenigen Zeilen wird hier eine längere Zeitdauer wiedergegeben. Der Textauszug hat also ein ziemlich hohes Erzähltempo.

Betrachten wir nun dasselbe Geschehen auf den Seiten 46 und 47 des Metamorphosis-Comics, so fällt auf, dass sich hier dieselbe Zeitspanne über vier Panels erstreckt. Nach der Methode Genettes wäre das Erzähltempo in diesem Abschnitt also als langsam zu bezeichnen. Ein solches Urteil ist allerdings nicht die angemessene Beschreibung der Passage, denn sie hat, lässt man die Blocktexte außer Acht, doch irgendwie ein hohes Tempo.51 Günter Damann beschreibt diesen Sachverhalt folgendermaßen:

Es ist langsames Erzählen, insofern ein kurzes Stück fiktionaler Zeit in einer größeren Quantität von sukzedierenden Panels dargeboten wird. Die Inhalte der einzelnen Panels und die Abstände zwischen ihnen indessen sind jeweils kurz und geben daher der abstrakten Zeit des Erzählvorgangs eine hohe Geschwindigkeit.52

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung und den Aufbau der Untersuchung zur erzählerischen Vermittlung in der Comicadaption von Kafkas "Die Verwandlung".

2 Das Zeicheninventar des Comics: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Gestaltungsmittel des Comics, insbesondere durch Bildanordnung, Komposition, Textformen und weitere ikonische Codes.

3 Die Struktur der erzählerischen Vermittlung in Erzähltext und Comic: Hier findet ein direkter Vergleich zwischen dem Erzähltext und der Comicadaption hinsichtlich Erzählsituation, Fokalisierung und Zeitkonzeption statt.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Übertragbarkeit erzähltheoretischer Konzepte auf das Medium Comic.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Erzähltheorie, Franz Kafka, Die Verwandlung, Comicadaption, Robert Crumb, David Zane Mairowitz, Erzählsituation, Fokalisierung, Erzählzeit, erzählte Zeit, Bildgrammatik, visuelle Kommunikation, narrative Struktur, Metamorphosis, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Handlung von Franz Kafkas "Die Verwandlung" in der Comicversion von Robert Crumb und David Zane Mairowitz erzählerisch vermittelt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Analyse des comicspezifischen Zeichensystems sowie der Vergleich der Erzählstruktur zwischen dem literarischen Originaltext und der grafischen Umsetzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die narrativen Mittel der Comicadaption herauszuarbeiten und zu prüfen, welche erzähltheoretischen Probleme bei der Umsetzung eines literarischen Textes in ein visuelles Medium auftreten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein methodischer Vergleich auf Basis erzähltheoretischer Begriffe (wie Erzählsituation, Fokalisierung, Erzählzeit) durchgeführt, ergänzt durch eine Analyse der "Bildgrammatik" des Comics.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Zeicheninventar des Comics (Bild, Text, Sonderzeichen) und vergleicht anschließend die narrativen Strukturen (Erzähler, Blickwinkel, Zeitverlauf) mit dem Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erzähltheorie, Comicadaption, Fokalisierung, Erzählzeit und der Vergleich zwischen bildlicher und textueller Erzählung.

Warum ist die bildliche Darstellung des Käfers problematisch?

Die Arbeit führt aus, dass die explizite Darstellung Gregors als Käfer den Interpretationsspielraum der literarischen Vorlage einschränkt, da Kafka die Unbestimmtheit der Verwandlung bewusst durch eine verbale Beschreibung offenließ.

Wie unterscheidet sich die Zeitwahrnehmung im Comic vom Text?

Im Gegensatz zum Text, der durch die Lesegeschwindigkeit linear strukturiert ist, hängt das Tempo im Comic stark von der Komplexität der einzelnen Panels ab, was eine direkte Anwendung der Begriffe "Erzählzeit" und "erzählte Zeit" erschwert.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die erzählerische Vermittlung im Comic
Untertitel
Am Beispiel der Comicumsetzung von Kafkas "Verwandlung"
Hochschule
Universität Mannheim  (Institut für deutsche Philologie)
Veranstaltung
Einführung in die Erzähltheorie
Note
1,7
Autor
Johannes Steinmeyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V90775
ISBN (eBook)
9783638051415
ISBN (Buch)
9783638944311
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vermittlung Comic Einführung Erzähltheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Steinmeyer (Autor:in), 2007, Die erzählerische Vermittlung im Comic, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90775
Blick ins Buch
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