1 Zielsetzung der Arbeit 3
2 Definition grundlegender Begriffe 4
2.1 Sprache 4
2.2 Mehrsprachigkeit 5
2.3 Migration 6
3 Sprache und Gesellschaft 6
4 Mehrsprachigkeit in der Schule 8
4.1 Umgang mit Mehrsprachigkeit bei Schülern mit
Migrationshintergrund 9
4.2 Erziehung zu Mehrsprachigkeit 11
5 Chancen durch Mehrsprachigkeit 13
6 Fazit 15
1 Zielsetzung der Arbeit
Unabhängig davon, ob man anerkennt, längst in einer Einwandererge- sellschaft zu leben, entspricht es der in Europa heute geltenden gesell- schaftliche Realität, Mehrsprachigkeit bei einem Großteil der Bevölke- rung voraus zu setzen (Helfrich/Riehl, 1994, S. 1ff.). Wie diese Mehr- sprachigkeit aussieht, differiert stark von Individuum zu Individuum. Dennoch kennt jeder Situationen, in denen er auf unterschiedliche „Sprachen“ zurückgreift. Im Beruf wird man andere sprachliche Aus- drucksweisen benutzen als privat in der Freizeit. Im Herkunftsort spricht man möglicherweise einen anderen Dialekt als in der Wahlheimat (Sie- bert-Ott, 2001, S. 25).
Darüber hinaus ist es verstärkt anzutreffen, dass Kinder bereits mit mehr als einer Muttersprache aufwachsen. Auf diese Entwicklung zu reagieren, ist eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft und vor allem der Schule als wichtigster Bildungsinstitution.
Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass jedes Kind dieselben sprachlichen Voraussetzungen mitbringt, um dem Unterricht folgen zu können, so dass sich hieraus Konsequenzen für die Unterrichtsgestal- tung für die gesamte Lerngruppe ergeben. Darüber hinaus stellt die Möglichkeit, in mehr als nur einer Sprache kommunizieren zu können, eine wichtige Voraussetzung dafür dar, an einer globalisierten Gesell- schaft erfolgreich partizipieren zu können, d.h. Mehrsprachigkeit wird mittlerweile auch als Erziehungsziel für alle Schüler entdeckt.
Diese beiden Aspekte der Mehrsprachigkeit werden im Rahmen dieser Arbeit untersucht. Hierzu wird zunächst ein Gerüst grundlegender Beg- riffe vorgestellt, die im weiteren Verlauf der Arbeit vorausgesetzt wer- den. Daran anschließend werden die Zusammenhänge von Sprache und Gesellschaft kurz dargelegt. Im darauf folgenden vierten Kapitel wird der Umgang mit Mehrsprachigkeit in der Schule erläutert, wobei zwei Blickrichtungen behandelt werden: zum einen wird „mitgebrachte“ Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund betrachtet,
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zum anderen wird die Erziehung zur „erwünschten“ Mehrsprachigkeit erörtert. Das anschließende Kapitel hat die Chancen, die sich durch Mehrsprachigkeit ergeben, zum Thema. Ein Fazit schließt die Arbeit ab. Im Folgenden werden häufig männliche Formen beispielsweise für Be- rufsbezeichnungen verwendet, um den Lesefluss nicht zu hemmen. Gemeint sind in diesen Fällen natürlich stets beide Geschlechter.
2 Definition grundlegender Begriffe
Im Rahmen dieser Arbeit werden einige Begriffe als bekannt vorausge- setzt. Die zentralen Ausdrücke sind im Folgenden definiert.
2.1 Sprache
Die genaue Abgrenzung einer Sprache ist relativ schwierig und wissen- schaftlich kaum eindeutig zu lösen. Die Grenze zwischen Dialekt und Sprache verläuft zum Teil fließend. Hier werden unter Sprachen natürli- che Sprachen des Menschen, die als Mittel zur Kommunikation einge- setzt werden.
Darüber hinaus wird der Begriff in dieser Arbeit in unterschiedlichen Zu- sammenhängen benutzt.
Als Nationalsprache wird im Folgenden die offizielle Sprache eines Staates bezeichnet, bei der davon ausgegangen wird, dass sie von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochen und überwiegend genutzt wird. Ein Staat kann – wie beispielsweise die Schweiz – auch mehrere Nati- onalsprachen haben, was jedoch nichts an der Sonderstellung dieser Sprache(n) im Vergleich zu allen anderen im Land gesprochenen Spra- chen ändert. Andere Sprachen können von Einwanderern mitgebrachte oder schon lange im Land vorhandene Minderheitensprachen wie bei- spielsweise das Sorbische sein. Diese Sprachen unterscheiden sich vor allem im fehlenden offiziellen Status von den Nationalsprachen, zum Teil auch in der Verbreitung.
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Der Begriff der Sprache wird weiterhin zur Unterscheidung der unter- schiedlichen Sprachkompetenzen Mehrsprachiger genutzt. Als Erst- oder Muttersprache wird die zuerst gelernte, in der Familie gesproche- ne Sprache bezeichnet. Dies deckt sich bei Migranten häufig, jedoch nicht immer, mit der Herkunftssprache, da letzterer Begriff in zwei un- terschiedlichen Bedeutungen verwendet wird: zum einen synonym mit dem Begriff der Muttersprache, zum anderen zur Bezeichnung der Na- tionalsprache des Herkunftslandes der Migranten. Diese muss jedoch nicht mit der Erstsprache identisch sein, da auch im Herkunftsland Mehrsprachigkeit existieren kann. Um die Begriffe sauber zu trennen, wird daher im Folgenden wo möglich auf den Begriff der Herkunftsspra- che verzichtet.
Als Zweitsprache wird in dieser Arbeit die Sprache bezeichnet, die die Mehrsprachigkeit einer Person begründet, jedoch nicht die Mutterspra- che ist. Dies kann die Nationalsprache eines Landes sein oder auch ei- ne in der Schule erlernte Sprache (Gogolin, 2007, S. 15ff., Graf, 1987, S. 21 ff.).
2.2 Mehrsprachigkeit
Der Begriff der Mehrsprachigkeit besitzt zwei unterschiedliche Dimensi- onen: zum einen wird damit eine individuelle Fähigkeit bezeichnet, sich in mehr als einer Sprache zu verständigen. Das Ausmaß der sprachli- chen Kompetenz ist dabei nicht festgelegt: sowohl Menschen, die meh- rere Sprachen durch Kontakt parallel erlernt haben und in (annähernd) fließend beherrschen (erworbene Mehrsprachigkeit), als auch Schüler, die gerade am Anfang des Erlernens einer Fremdsprache stehen und nur einige grundlegende Begriffe kennen (erlernte Mehrsprachigkeit), gelten in der Literatur als mehrsprachig (Graf, 1987, S. 18ff.). Beide Ausprägungen werden in dieser Arbeit eine Rolle spielen: zum einen im Hinblick auf den Umgang mit „mitgebrachter“ Mehrsprachigkeit, zum anderen hinsichtlich einer gewünschten Mehrsprachigkeit, auf die die Schule vorbereiten soll.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Kffr. Yvonne Hofmann, 2008, Schule und Mehrsprachigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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