Gliederung:
1. Einleitung
2. Die Wurzeln der Sprachentwicklung
3. Phasen des kindlichen Spracherwerbs
3.1 Schrei/ Krächzphase
3.2 Lall / Babbelphase
3.3 Ein-Wortsätze
3.3.1 Motivierte sprachliche Zeichen
3.3.2 Reihenfolge des Wortschatzerwerbs
3.3.3 Wie lernt das Kind erste Wörter?
3.3.4 Stufen der Entwicklung des begrifflichen Denkens
3.4 Zwei-Wortsätze
3.5 Drei- und Mehrwortsätze
4. Einfluss von genetischen Anlagen und sprachlichem Umfeld
5. Schluss
6. Literatur
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1. Einleitung
Jeder Mensch ist von Natur aus mit Anlagen zum Spracherwerb aller Sprachen dieser Welt ausgestattet. Bei den menschlichen Sprachen erfolgt die Informationsvermittlung mittels Schallereignisse. Jede Sprache besitzt ein Repertoire an Phonemen. Das sind nach Gross die kleinsten Einheiten des Sprachsystems mit bedeutungsunterscheidender Funktion. Tauschen wir z.B. bei dem Wort Rand das /r/ gegen ein /b/, entsteht ein neues Wort, nämlich Band. Rand und Band bilden ein Minimalpaar. Phoneme sind unterteilt in Vokale und Konsonanten. Die konkrete Realisierung beim Sprechen heißt Phon. Je nach lautlicher Umgebung wird dieses anders ausgesprochen. Von den ca. 40 Phonemen des Deutschen ließe sich eine unvorstellbare Menge von Kombinationen bilden.
Tatsächlich bilden wir daraus aber nur wenige bedeutungstragende Einheiten, Morpheme genannt. Wir unterscheiden, freie Morpheme, wie rot, die selbstständig auftreten können und gebundene Morpheme, wie -er, die nur in Verbindung mit einem freien Morphem auftreten können. Mittels Kombination von Morphemen können wir neue Wörter bilden. Aus dem Verb essen kann z.B. durch das Wortbildungsmorphem -bar das Adjektiv essbar entstehen. In diesem Zusammenhang kommt es vor, dass Kinder Wörter zwar systemgerecht, aber nicht normgerecht bilden, wie z.B. bei dem Satz Mir ist schwitzig. Das Wort schwitzig wurde von dem Kind analog zum Adjektiv durstig gebildet, indem es an das freie lexikalische Morphem schwitz das gebundene grammatische Morphem -ig angehängt hat. Darüber hinaus haben Morpheme die Eigenschaft die Beziehung zwischen Ausdruckseite (Lautfolge) und Inhaltsseite (Bedeutung) herzustellen.
Die aus Morphemen zusammengesetzten Wörter werden in der Kommunikation zu Sätzen zusammengesetzt. Laut Dittmann ist die Syntax das Herz der menschlichen Sprache. Die Syntax (Satzlehre) beschäftigt sich mit den Satzgliedern und Sätzen sowie ihrer Struktur und ihren Bildungsregeln. Da eine mögliche Aussage auf viele verschiedene Weisen realisiert werden kann, muss ein Kind die syntaktischen Regeln lernen, um seine Sprache beherrschen zu können.
Eine Verbindung zwischen der gesprochenen Sprache und dem Denken stellt die Pragmatik her. Bei der Lehre vom sprachlichen Handeln geht es i. e. L. um das
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Verstehen von Aussagen. Bspw. kann die Aussage Dies ist ein bissiger Hund sowohl als Fakt als auch als Warnung gemeint sein/ aufgefasst werden. Mitentscheidend für das Verstehen eines sprachlichen Zeichens kann der Kontext sein, in dem es auftritt.
Die oben gemachten Ausführungen sollen verdeutlichen, dass der Spracherwerb die komplexeste Aufgabe ist, die Kinder im Laufe ihrer Entwicklung erlernen müssen. Dieser Lernprozess ist gekennzeichnet von einer aktiven Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Umwelt. Im Folgenden wird der kindliche Spracherwerbsprozess von 0 - ca. 3 Jahren näher erläutert.
2. Die Wurzeln der Sprachentwicklung
Der Grundstein für den kindlichen Spracherwerb wird schon im embryonalen Zustand gelegt. Bereits im Mutterleib nimmt das Ungeborene Geräusche wahr. Neben der Stimme der Mutter dringen auch Geräusche von außerhalb an das Embryoohr und werden, so Dittmann, im Gedächtnis für Sprachschalleindrücke abgespeichert. So lernt das werdende Kind den Klang seiner Muttersprache/ Erstsprache kennen. Es wird angenommen, dass die Kleinen bei der Geburt über eine universelle Fähigkeit verfügen, wesentlich mehr Phoneme (ca. 70) unterscheiden zu können, als die eigene Muttersprache aufweist.
3. Phasen des kindlichen Spracherwerbs:
Die Phasen des Spracherwerbs sind fließend und überlappen teilweise sogar über Monate.
3.1. Schrei- /Krächzphase:
Zunächst kann sich der Säugling nur über das Schreien artikulieren. Dabei sind schon etwa ab der 6. Woche Unterschiede zu bemerken. Z.B. können die Bezugspersonen feststellen, ob das Baby Hunger bzw. Durst hat, ob es Schmerzen hat oder ob es müde ist. Außerdem äußert es Lautsignale, wie z.B. Kontaktlaute, Unmutslaute oder ab 6-8 Wochen auch Gurrlaute. Es dominieren Glottisverschlusslaute und [h] -artige
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Vera Pohlmann, 2007, Aspekte kindlichen Spracherwerbs, Munich, GRIN Publishing GmbH
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