2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 4
1 Einleitende Worte 5
2 Zur Notwendigkeit der Erweiterung der präskriptiven Entscheidungstheorie 6
3 Der psychometrische Ansatz zur Untersuchung der Risikowahrnehmung 7
3.1 Untersuchungsansatz und -aufbau 7
3.2 Untersuchungsergebnisse 9
3.3 Kritische Würdigung 11
4 Der unrealistische Optimismus zur Erklärung der Risikowahrnehmung 12
4.1 Untersuchungsansatz 12
4.2 Untersuchungsaufbau Weinsteins 14
4.3 Erklärungsansätze und Untersuchungsergebnisse 15
4.4 Kritische Würdigung 17
5 Kulturtheoretische Aspekte der Risikowahrnehmung 18
5.1 Hintergrund des kulturtheoretischen Ansatzes 18
5.2 Soziale Organisationsformen der Cultural Theory 19
5.3 Ableitung der Kulturtypen 20
5.4 Risikowahrnehmung der unterschiedlichen Kulturtypen 22
5.5 Kritische Würdigung 22
6 Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen 24
Literaturverzeichnis 25
3
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Quantitative Beurteilung der Risikoquellen
Abb. 2: Beurteilung von Risikoquellen anhand von Risikomerkmalen
Abb. 3: Beziehung der übergeordneten Risikofaktoren
Abb. 4: Einschätzung der Wahrscheinlichkeit positiver und
negativer Ereignisse
Abb. 5: Korrelation zwischen Wahrscheinlichkeit der Ereignisse und ihrer
Merkmale
Abb. 6: Grid/Group-Schema der Cultural Theory
4
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung BBK Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise d.h. das heißt et al. et alii f. folgende (Seite) ff. fortfolgende (Seiten) Hrsg. Herausgeber i.d.R. in der Regel Jg. Jahrgang u.a. unter anderem USA United States of America vgl. vergleiche vglw. vergleichsweise z.B. zum Beispiel
5
1 Einleitende Worte
Der Begriff des Risikos begegnet uns alltäglich. Ein einheitliches Verständnis existiert hingegen nicht. So findet sich eine Vielzahl gängiger Definitionen, die je nach Erklärungsversuch unterschiedliche Schwerpunkte legen. Den klassischen Ansatz bildet dabei der aktuarwissenschaftlich geprägte Risikobegriff, der das Risiko als Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenausmaß begreift. Diese Definition nutzen insbesondere Experten. Im Gegensatz dazu beziehen Laien jedoch eine Vielzahl weiterer Faktoren in ihre Risikowahrnehmung ein. Risiko stellt in diesem Kontext vielmehr ein komplexes, mehrdimensionales Konstrukt dar. 1 In der folgenden Arbeit sollen drei kon-
krete Ansätze präsentiert werden, die diese multikontextuellen Aspekte bei der Erklärung und Messung der Risikowahrnehmung berücksichtigen.
Hierzu werden im folgenden zweiten Kapitel am Beispiel der präskriptiven Entschei-dungstheorie zunächst die Schwächen eines auf rein rationalem Kalkül abgestellten Erklärungsansatzes aufgezeigt. Im dritten Kapitel wird mit dem psychometrischen Paradigma ein Ansatz vorgestellt, der insbesondere die unterschiedliche Risikowahrnehmung zwischen Experten und Laien unter Berücksichtigung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse erklärt. Das anschließend vierte Kapitel untersucht die Risikowahrnehmung aus einer psychologisch geprägten Perspektive. Hier wird aufgezeigt, dass eine verzerrte Wahrnehmung hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeiten vorgegebener Ereignisse herrscht. Der kulturtheoretische Ansatz, der Thema des fünften Kapitels ist, unternimmt den Versuch, die Erkenntnisse der Risikowahrnehmung in einen theoretischen Gesamtkontext zu integrieren. Die Risikowahrnehmung hängt hier von der Zugehörigkeit zu einem der definierten idealtypischen sozialen Organisationsformen ab. Das abschließend sechste Kapitel fasst die wesentlichen Aussagen dieser Arbeit zusammen und bildet zugleich ihren Abschluss.
1 Vgl. Slovic (1987), S. 285.
6
2 Zur Notwendigkeit der Erweiterung der präskriptiven
Entscheidungstheorie
Bevor mit einer tieferen Untersuchung der Risikowahrnehmung auf Basis sozialwissenschaftlicher und psychologischer Erklärungsansätze begonnen werden kann, bedarf es vorab, ihre Notwendigkeit zu erläutern. So stellt sich die berechtigte Frage, warum nicht auf die bereits vorhandenen Erkenntnisse der präskriptiven Entscheidungstheorie zur Untersuchung der Risikoeinstellung eines Individuums zurückgegriffen wird. 2 Eine Er-
klärung lässt sich durch einen Verweis auf ihre Annahmen geben. Die präskriptive Ent-scheidungstheorie unterstellt ein rein rationales Verhalten entsprechend einer individuellen Nutzenfunktion sowie symmetrisch verteilte Informationen zwischen den handelnden Akteuren. 3
Tatsächlich ist allerdings zu beobachten, dass diese Prämissen in vielen Fällen alltäglicher Entscheidungssituationen nicht gegeben sind. 4 In diesen Fällen behelfen sich die
Entscheidungsträger einer Vielzahl intuitiver Heuristiken. Die wesentlichen, für diese Arbeit relevanten seien hier kurz vorgestellt. 5
• Verfügbarkeitsheuristik
Einschätzung einer höheren Wahrscheinlichkeit für Ereignisse, die leichter ins Gedächtnis gerufen werden können, d.h. verfügbar sind.
• Verankerungsheuristik
Einschätzungen von unsicheren Ereignissen werden von einem Startpunkt (Anker) aus schrittweise angepasst. Hierbei spielen verfügbare Information und ihre wahrgenommene Bedeutung eine wesentliche Rolle.
• Repräsentativitätsheuristik
Orientierung an repräsentativen Charakteristika einer Teilmenge der Grundgesamt
2 Die präskriptive Entscheidungstheorie bietet z.B. mit dem Arrow-Pratt-Maß auf Basis der individuellen Nutzenfunktion die Möglichkeit zur Messung der Risikoeinstellung eines Individuums; vgl. Pratt (1964), S. 135 f. sowie zusammenfassend Laux (2005), S. 199.
3 Vgl. Eisenführ; Weber (2003), S. 4 f.
4 Vgl. u.a. Kahneman (2003).
5 Eine ausführliche Übersicht relevanter intuitiver Heuristiken geben Eisenführ; Weber (2003), S. 366-
372.
7
zur Schätzung der Wahrscheinlichkeit. Dabei kann ein Rückschluss von einer zu kleinen Teilmenge zu Verzerrungen führen („Gesetz der kleinen Zahlen“).
• Kontrollillusion
Glaube an eine stärkere Kontrollierbarkeit einer Situation als dies tatsächlich der Fall ist. Dieser Effekt ist insbesondere bei Situationen feststellbar, die dem Entscheidungsträger einen gewissen Bekanntheitsgrad suggerieren.
Die Existenz der beschriebenen Heuristiken in unsicheren Entscheidungssituationen erfordert Ansätze, die dieses Verhalten berücksichtigen und integrieren. Sie sind Inhalt der folgenden Kapitel.
3 Der psychometrische Ansatz zur Untersuchung der
Risikowahrnehmung
3.1 Untersuchungsansatz und -aufbau
Der psychometrische Ansatz zur Untersuchung der Risikowahrnehmung ist bedeutend durch die Untersuchungen Slovics geprägt. 6 Die anhaltende Diskussion um die Nutzung
der Kernenergie in den USA bildete dabei den Anlass und den Hintergrund der Untersuchung. Slovics Anliegen bestand insbesondere darin, die unterschiedliche Risikowahrnehmung zwischen Laien und Experten auf Basis sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse zu untersuchen und zu erklären. Sein Ziel lag in der Erstellung einer Risiko-Taxonomie (cognitive map), mit deren Hilfe die Aversion und Indifferenz 7 gegenüber
bestimmten Risiken sowie deren Einflussfaktoren erklärbar ist.
Slovic ging davon aus, dass neben Experten auch Laien sinnvolle Antworten auf schwierige und komplexe Fragestellungen geben können, d.h. das Risiko als ein komplexes, mehrdimensionales Konstrukt wahrnehmen. Folglich sollte es möglich sein, die darauf basierenden Risikourteile sowie deren Determinanten mit Hilfe geeigneter Methoden ermitteln und messen zu können. Und tatsächlich lieferten seine ersten Befragten, eine Gruppe von Psychologiestudenten sowie Mitglieder der feministischen „Lea- 6 Vgl. zum Folgenden Slovic (1987).
7 Ein Beispiel für die Indifferenz ist die bewusste Inkaufnahme des Risikos Rauchen, obwohl die ge- sundheitsgefährdende Wirkung hinlänglich bekannt ist.
Quote paper:
Sascha Kwasniok, 2008, Ansätze zur Messung der Risikowahrnemung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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