In den letzten Jahren wurde die Stadt Berlin in den Medien häufig als ´Musikhauptstadt´ Deutschlands bezeichnet. Die Stadt nimmt dies gern auf und fördert dieses Image im Zeichen einer Erfolg versprechenden Marketingstrategie. In der vorliegenden Arbeit soll zunächst der für diese Ausarbeitung zentrale Begriff ´Musikwirtschaft´ definiert werden und ihre Position innerhalb der Kulturwirtschaft dargestellt werden. Anschließend wird die Bedeutung der Musikwirtschaft für Berlin und ihre Struktur aufgezeigt. Nachfolgend wird die Entwicklung ab den siebziger Jahren zusammengefasst. Es wird sich zeigen, dass besonders seit dem Jahr 2000 mehrere, für die Branche, bedeutende Unternehmen und Verbände nach Berlin gezogen sind und zudem viele gegründet wurden. Die Frage ist anschließend wie es zu dieser Entwicklung kam und welche Aspekte dabei eine Rolle spielten und worin sich die Attraktivität Berlins für diese Branche begründet. Von Relevanz werden dabei der Begriff ´Creative Class´, ...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Begriff ´Musikwirtschaft´
2.1 Die Musikwirtschaft innerhalb der ´Kulturwirtschaft´
3 Die Bedeutung der Musikwirtschaft für Berlin
3.1 Die Struktur der Berliner Musikwirtschaft
3.2 Die „Grundsteinlegung“ der Berliner Musikwirtschaft und ihre Entwicklung bis heute
3.3 Gründe für die Entwicklung der Berliner Musikwirtschaft
3.3.1 Der Begriff ´Creative Class´
3.3.1.1 Berlin als ´Creative Center´
3.3.2 Die Aus- und Weiterbildungssituation
3.3.3 Die Rolle der Politik
4 Zusammenfassung
5 Abstract
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Aufstieg Berlins zur bedeutendsten deutschen Musikhauptstadt. Dabei wird analysiert, welche wirtschaftlichen Faktoren, politischen Fördermaßnahmen und Standortvorteile zu dieser Entwicklung geführt haben und wie kritisch die Rolle staatlicher Subventionen in diesem Prozess zu bewerten ist.
- Definition der Musikwirtschaft und deren Einordnung in die Kulturwirtschaft
- Strukturelle Analyse der Berliner Musikbranche seit den 1990er Jahren
- Der Einfluss des Konzepts der "Creative Class" auf die Berliner Stadtentwicklung
- Die Rolle politischer Akteure und finanzieller Förderprogramme (Subventionen)
- Vergleichende Betrachtung von Standortfaktoren und dem "Hype" um Berlin
Auszug aus dem Buch
3.3.1.1 Berlin als ´Creative Center´
Es ist vor allem das kulturelle Angebot Berlins, welches sich zum Beispiel in alljährlichen Festivals und musikalischen Events, wie der ´Fête de la Musique´ mit Darbietungen aus der ´Klassik´, dem ´Chanson´, der ´Worldmusic´ bis hin zu ´Hip Hop´ und ´Techno´, dem Karneval der Kulturen, dem ´Christopher Street Day´ (CSD), dem ´JazzFest´ oder den ´Berliner Tage für Alte Musik´ aus den letzten Jahrhunderten, widerspiegelt. Hinzu kommen Veranstaltungen wie die ´Musik - Biennale Berlin´ für zeitgenössische Musik. Darüber hinaus finden eine Vielzahl an Konzerten und sonstigen Musikveranstaltungen in einer der 250 Hallen und Clubs der Stadt statt, sowie Veranstaltungsreihen, „Club Transmediale“ und „popdeurope“, bei denen elektronische Musik und Videoinstallationen eine Symbiose eingehen.
Für Konzerte mit einer Publikumsgrößenordnung ab 12.000 Personen stehen fünf Orte zur Verfügung: Velodrom, Max-Schmeling-Halle, Wuhlheide und Waldbühne, sowie die Multifunktionshalle der Anschütz-Gruppe. Darüber hinaus finden sich in Berlin zehn Orchester, zwei große Konzerthäuser, vier Opern, 150 Theater, circa 1.000 Orchestermusiker, 100 klassische Ensembles und 880 Chöre im E-Musik-Bereich sowie 1.000 Gruppen im Rock-Pop-Bereich, circa 1.000 Jazzmusikern und 1.200 DJs. Die 170 Museen, 300 Kinos, 4 Planetarien und Sternwarten bieten zudem ein abwechslungsreiches Programm.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Wahrnehmung Berlins als Musikhauptstadt ein und skizziert den theoretischen Rahmen sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Der Begriff ´Musikwirtschaft´: In diesem Kapitel wird die Musikwirtschaft definiert und in den Kontext der übergeordneten Kulturwirtschaft gestellt.
2.1 Die Musikwirtschaft innerhalb der ´Kulturwirtschaft´: Hier wird die wirtschaftliche Bedeutung der Kulturwirtschaft in Deutschland beleuchtet und die relative Position der Musikwirtschaft innerhalb dieses Sektors bestimmt.
3 Die Bedeutung der Musikwirtschaft für Berlin: Das Kapitel beschreibt den wirtschaftlichen Strukturwandel Berlins weg von der klassischen Industrie hin zu einer wachsenden Kultur- und Kreativwirtschaft.
3.1 Die Struktur der Berliner Musikwirtschaft: Dieser Abschnitt analysiert die vorherrschenden Musikgenres sowie die Unternehmensgrößen und Mitarbeiterstrukturen in Berlin.
3.2 Die „Grundsteinlegung“ der Berliner Musikwirtschaft und ihre Entwicklung bis heute: Hier wird der historische Entstehungsprozess der Berliner Musikszene seit den 70er Jahren bis zu den großen Firmenansiedlungen ab dem Jahr 2000 dargestellt.
3.3 Gründe für die Entwicklung der Berliner Musikwirtschaft: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Treiber für den Ansiedlungsboom von Unternehmen in der Berliner Musikwirtschaft.
3.3.1 Der Begriff ´Creative Class´: Es wird das Konzept der "Creative Class" nach Richard Florida und dessen Bedeutung für die Ansiedlung kreativer Menschen und Unternehmen erklärt.
3.3.1.1 Berlin als ´Creative Center´: Dieses Kapitel stellt das vielfältige kulturelle Angebot Berlins und das Netzwerk aus Institutionen und Plattformen dar, das Berlin als Standort attraktiv macht.
3.3.2 Die Aus- und Weiterbildungssituation: Hier wird das Berliner Bildungsangebot im Medien- und Kommunikationsbereich sowie die Bedeutung für den Nachwuchs der Branche untersucht.
3.3.3 Die Rolle der Politik: Das Kapitel beleuchtet die politischen Förderstrategien, insbesondere das „Projekt Zukunft“, und die Rolle direkter finanzieller Subventionen.
4 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die Rolle staatlicher Subventionen bei der Ansiedlung von Musikunternehmen.
5 Abstract: Eine englischsprachige Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit.
Schlüsselwörter
Musikwirtschaft, Berlin, Kulturwirtschaft, Creative Class, Standortfaktoren, Musikunternehmen, Subventionen, Strukturwandel, Kreativwirtschaft, Musiklabels, Wirtschaftsförderung, Standortentwicklung, Clubkultur, Beschäftigungszahlen, Branchentrend.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung Berlins zu einem der bedeutendsten Standorte der deutschen Musikindustrie seit den 1990er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die strukturelle Entwicklung der Branche, die Bedeutung von Subkultur und "Creative Class" sowie die Rolle gezielter wirtschaftspolitischer Fördermaßnahmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Die Arbeit möchte aufzeigen, wie Berlin zur "Musikhauptstadt" wurde und ob dieser Status primär auf organischem Wachstum oder auf politisch forcierten Subventionen basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine wirtschaftsgeographische Perspektive, stützt sich auf vorhandene Studien, statistische Daten zur Branchenentwicklung und analysiert die Standortfaktoren sowie politische Initiativen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Branche, die Analyse der Berliner Standortvorteile (wie Ausbildung und Kulturangebot), die Bedeutung des Konzepts der "Creative Class" und eine kritische Betrachtung politischer Förderinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Begriffe sind Musikwirtschaft, Berlin, Standortfaktoren, Creative Class, Subventionen und Strukturwandel.
Welche Rolle spielten die Berliner Subkultur der 70er Jahre für die heutige Musikwirtschaft?
Die Subkultur, insbesondere im Umfeld von SO 36, schuf die kreativen Freiräume und Netzwerke, die später als Nährboden für die professionelle Musikindustrie dienten.
Wie bewertet die Autorin den Einfluss des "Projekt Zukunft"?
Das Projekt wird als zentrales politisches Instrument dargestellt, das durch Vernetzung und gezielte Förderung maßgeblich zur Ansiedlung großer Musikunternehmen beitrug.
Warum wird die Bezeichnung "Musikhauptstadt" kritisch hinterfragt?
Die Autorin weist darauf hin, dass der Aufstieg Berlins teilweise durch massive finanzielle Subventionen erkauft wurde, was den Prozess als "künstlich erzeugt" erscheinen lässt.
- Arbeit zitieren
- Sarah Klotz (Autor:in), 2008, Berlins Weg zur Musikhauptstadt Deutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93607