Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Burg 3
2 Funktionen und Bestandteile einer Burg 7
3 Wohnverhältnisse auf der Burg 9
4 Quellenangaben 11
2
1 Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Burg
Die Entstehungsgeschichte der Burg setzt, vage formuliert, bereits in der jüngeren Steinzeit ein. Die Menschheit begann Wälle und Gräben anzulegen, um sich vor Angreifern zu schützen. 1 Beispielhaft für diese Zeit ist die Fliehburg, umgeben von einem großen Wall und vielen Toren, die im Angriffsfall mit Holz verrammelt wurden. 2 Die Steinbautechnik hat man nördlich der Alpen allerdings erst viel später von den Römern gelernt, welche diese bereits seit der Frühzeit entwickelt und vervollkommnet hatten. Vorher baute man so genannte „Trockenmauern“, Mauern aus Steinen mit Erde und eingefügten Holzgerüsten. Jedoch nutzte man vorerst hauptsächlich die natürlichen Gegebenheiten, um eine Schutzstätte zu bauen. Die Wallringe wurden zum Beispiel entlang der gegebenen Hanglinie gezogen. Die Burgtypischen Steinwehrtürme wurden in Deutschland erstmalig durch die Römer errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch die weit verbreitete Grenzmauer, auch „Limes“ genannt.
Als sich die Gesellschaft der Germanen zu einer mit ständischer Ordnung entwickelte, wurden die Volksburgen abgelöst von Burgen, die dem jeweiligen Monarchen als Herrschaftssitz dienten. Diese „Herrenburgen“ boten immer noch zusätzlich dem umwohnenden Volke Schutz, falls es zu Kämpfen kommen sollte, jedoch hatte der Burgherr die alleinige Herrschaft über die Anlage. Zu dieser Zeit, im 8. und 9. Jahrhundert entwickelte man den Wohnturm, auch genannt „Motte“, ein wesentliches Element der Burgen. 3 Dieser Turm stand meist auf einem künstlich aufgeschütteten Erdhügel, in welchem der Turmfuß „eingemottet“ wurde: Der Turm wurde bis zu einer bestimmten Höhe mit Erde aufgefüllt, so dass er besseren Halt hatte und man ihn höher bauen konnte. Durch dieses Bauverfahren, hauptsächlich von niederem und mittlerem Adel verwendet, kam man auf die Bezeichnung „Motte“. Die Wirtschaftsbauten befanden sich bei diesen frühen „Turmhügelburgen“ in den Vorburgen, da die Anlage direkt um den Turm zu kleinflächig war. Als die „Turmburg“ noch vor der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Turmhügelburg
1 Meyer: „Deutsche Burgen“, 1977: S. 12
2 Ebd.: S. 22
3 Ebd.: S. 12-16
3
ablöste, wählte man Standorte aus Felsgründen, die ein besser geeignetes Fundament boten. Auch die Turmburg umfasste eine relativ kleine Grundfläche und war ebenfalls von einem Ringwall umfasst, jedoch bestand sie fast ausschließlich aus massiven Steinbauten. 4
Wie schon während der Steinzeit, machte man sich die natürlichen Gegebenheiten zu Nutze. So kann man in unterschiedliche Burgentypen einteilen. Die „Zungenburg“ wurde auf einer Landzunge angelegt, wobei hier neben Bergformationen ebenso Flussschlingen oder Landzungen im Flachland gewählt wurden. Diese Burgen waren nur an einer Seite angreifbar, welche man durch Befestigungskonstruktionen sicherte. 5 Die „Gipfelburg“ war eine sehr verbreitete Burgart. Man legte die Burg auf einem hohen Gipfel an, der die Bewohner aufgrund seiner Höhe vor Angreifern schützte. Jedoch hatte die hohe Lage gleichzeitig Nachteile für die Bewohner selbst. Sie konnten nur auf mühevollem Weg hinab- und hinaufsteigen, außerdem war man gezwungen, immer darauf zu achten, ausreichend Trinkwasservorräte zu sammeln, da es nicht möglich war, einen Brunnen bis auf den Grund zu graben. Die Gebäude innerhalb der Gipfelburgmauern standen dicht gedrängt an der Außenmauer aufgereiht, bei ihrem Bau musste man stets Platz sparen, da die Grundfläche nicht erweiterbar war. 6 Ähnlich, wie die Gipfelburg, wurde auch die „Felsenburg“ durch die natürliche Höhe vor Angreifern geschützt. Die Felsenburg lässt sich in unterschiedlichen Formen finden. Burgen, die an einen Felsen gebaut wurden, Höhlenburgen oder aus dem Felsen ausgehauene Burgen. Diese Burgen boten keine angenehme Behausung, der Schwerpunkt bei ihrem Bau lag einzig und allein bei Sicherheit und Verteidigung. 7 Auch Flüsse und Seen boten den Burgbewohnern Schutz. So baute man Burgen auf natürlichen Inseln, mit stabilen, fast fensterlosen Außenmauern. Dieser Bauort wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt, jedoch wählte man solche Standorte später nicht mehr ausschließlich aus Schutzgründen. Solche Burgen dienten der Flussbewachung oder als Mautstelle. Ähnlich wie bei den „Inselburgen“ machte man sich bei den „Wasserburgen“ Wasserläufe zu Nutze.
4 Schlunk, Giersch: „Die Ritter“, 2003: S. 90-91
5 Meyer: „Deutsche Burgen“, 1977: S. 68
6 Ebd.: S. 71-72
7 Ebd.: S. 74-76
4
Arbeit zitieren:
2004, Das Leben auf der Burg, München, GRIN Verlag GmbH
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