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Antihelden bei Jim Jarmusch

Titel: Antihelden bei Jim Jarmusch

Essay , 2007 , 12 Seiten

Autor:in: Gloria Höckner (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ich finde es ziemlich komisch, dass man versucht, Delphine zu erforschen und ihre Sprache zu verstehen. Man sieht da einen Typen mit Millionen von Dollars an Computer - Equipment, und sie versuchen zu entschlüsseln, was die Delphine sagen. In der Zwischenzeit taucht ein Delphin auf und sagt auf Englisch:’ Ich will Fische.’ Sie lernen mühelos unsere Sprache, deshalb finde ich das seltsam. Wir suchen an den falschen Stellen nach Antworten.“

In diesem Zitat von Jim Jarmusch spiegelt sich die etwas skurrile, humorvolle und irgendwie weltfremde Art seiner Filme wider. Er kam mit 17 nach New York um Literatur zu studieren, entdeckte seine Liebe zum Film in Paris und lebte diese nach seiner Rückkehr in den „Big Apple“ aus. Die Nähe zur literarischen Form und zur Musik sowie, dass er, als amerikanischer Regisseur, einen Gegenentwurf des typischen Hollywoodkinos darstellt und ein wichtiger Akteur des Independent – Kinos ist, sind Vorzüge, die ihn Auszeichnen.

Mit „Stranger than paradise“ (1984) und „Down by Law“ (1986) wurde die Bezeichnung „American Independent Cinema“ zu einem gebräuchlichen Terminus und Jim Jarmusch zu einem (bis heute unabhängigen) „Star-Regisseur“ stilisiert, dessen Filme Kultcharakter erlangten. Sein Ehrgeiz besteht darin, eine neue kinematographische Sprache zu schaffen, die von dem Weltkino zwischen Japan und Europa sowie dem klassischen Hollywood geprägt ist:
„Ich will eine Brücke zwischen diesen Polen finden, ohne eine Seite gegen die andere auszuspielen.“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Down by law (1986)

1.1 Eine Einführung

1.2 Zusammenfassung des Films

1.3 Beleuchtung der Figur Roberto (Roberto Benigni)

2 Dead Man (1995)

2.1 Handlung

2.2 William Blake (Johnny Depp)

3 Gegenüberstellung der Figuren Roberto und William Blake

4 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Entwicklung von Antihelden in den Filmen "Down by Law" und "Dead Man" des Regisseurs Jim Jarmusch. Im Zentrum steht die Analyse der Protagonisten Roberto und William Blake sowie deren Rolle als Außenseiter, die als Kontrast zum "american way of life" fungieren.

  • Charakterisierung von Antihelden im Independent-Kino
  • Die Bedeutung von Sprache und Kommunikation für die Identitätsfindung
  • Märchenhafte und komödiantische Erzählstrukturen bei Jarmusch
  • Vergleich der Schicksalsergebenheit und Weltwahrnehmung der Hauptfiguren
  • Die Funktion der Nebenfiguren als Katalysatoren für die Entwicklung des Protagonisten

Auszug aus dem Buch

1.3 Beleuchtung der Figur Roberto (Roberto Benigni)

Obwohl es in diesem Film keine Hauptfigur, keinen Helden gibt, fällt das Hauptaugenmerk auf Roberto. Nicht nur, dass er sich durch seine expressive Art von den andern beiden abhebt, er verzaubert die triste Welt, in der Jack und Zack leben, was ihn automatisch hervorhebt.

Er, dem eigentlich die Rolle des Außenseiters zufallen sollte, da er aus einem anderen Land kommt, die Sprache nicht richtig beherrscht und in eine feindselige Umwelt eintaucht, schafft es als Übermittler zu fungieren. Als Übermittler von all dem, was den beiden als hoffnungslose Fälle abgestempelten Zelleninsassen fehlt. Der gesamte Film wird durch die Figur des Roberto in eine komödiantische und märchenhafte Atmosphäre übergeleitet.

Dies gelingt, da er in seiner ganz eigenen Welt lebt, die durch Gefühle bestimmt ist. Die Gabe, aus jeder Situation das Beste zu machen und auch die schlimmsten Schicksalsschlägen mit Humor zu nehmen rettet die drei Hauptakteure. Sowohl der Ausbruch aus der Zelle als auch aus ihren beklemmenden Verhaltensmustern (was Jack und Zack betrifft) gelingt. In einem Interview mit Geoff Andrew zitiert Jim Jarmusch Oscar Wilde: „Das Leben ist viel zu wichtig, um ernst genommen zu werden.“ Der humorvolle Aspekt ist Jarmusch in seinen Filmen sehr wichtig und es wirkt, als wolle uns die Figur des Roberto in Down by Law zeigen, wie einfach das Leben sein kann, wenn man darüber lachen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Down by law (1986): Einführung in die Arbeitsweise von Jim Jarmusch und Darstellung der skurrilen Gefängniswelt, in der die ungleichen Charaktere aufeinandertreffen.

1.1 Eine Einführung: Einordnung von Jarmusch als bedeutenden Akteur des American Independent Cinema und dessen Anspruch, eine Brücke zwischen internationalem Weltkino und Hollywood zu schlagen.

1.2 Zusammenfassung des Films: Analyse der minimalistischen Erzählweise und Einführung der zentralen Protagonisten Jack, Zack und des lebensfrohen Roberto in der Gefängniszelle.

1.3 Beleuchtung der Figur Roberto (Roberto Benigni): Untersuchung der Rolle Robertos als komödiantischer Übermittler, der durch seinen Humor und eine märchenhafte Weltsicht die anderen Charaktere beeinflusst.

2 Dead Man (1995): Einordnung des Films als schwarz-weißer Western, der mit Genrekonventionen bricht und den Übergang zur klassischen Road-Movie-Struktur markiert.

2.1 Handlung: Nachzeichnung der Reise von William Blake in den Westen, dessen Wandlung vom Buchhalter zum Outlaw und seine Begegnung mit dem Indianer Nobody.

2.2 William Blake (Johnny Depp): Betrachtung der schicksalhaften Entwicklung des Protagonisten, der zunehmend an die Rolle eines "Wanted"-Helden gebunden wird, während er seine Identität verliert.

3 Gegenüberstellung der Figuren Roberto und William Blake: Vergleich der beiden Protagonisten hinsichtlich ihres Outlaw-Status, ihrer poetischen Natur und ihrer Stellung als fremde Außenseiter.

4 Schlusswort: Synthese der Erkenntnisse über die Stilmittel Jim Jarmuschs und die Bedeutung der dargestellten Antihelden als kritischer Kontrast zum American Dream.

Schlüsselwörter

Jim Jarmusch, Antihelden, Independent Cinema, Roberto Benigni, Johnny Depp, Down by Law, Dead Man, Außenseiter, Road Movie, Identität, American Way of Life, Charakteranalyse, Filmanalyse, Humor, Märchenmotivik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die filmische Darstellung und Bedeutung von Antihelden in den Werken von Jim Jarmusch, exemplarisch dargestellt an "Down by Law" und "Dead Man".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen das Fremdsein, die Destruktion klassischer Heldenmythen, das Motiv der Flucht und die Rolle der Sprache sowie des Humors.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zwischen den Charakteren Roberto und William Blake aufzuzeigen und deren Rolle als Gegenentwurf zur amerikanischen Gesellschaft zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen komparativen Ansatz, bei dem sie filmwissenschaftliche Analysen mit einer detaillierten Charakterbeschreibung der Hauptfiguren verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Zusammenfassung und Charakteranalyse von "Down by Law" und "Dead Man" sowie eine anschließende vergleichende Gegenüberstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Independent Cinema, Antihelden, Outlaw-Status und die spezifische Ästhetik von Jim Jarmusch bestimmt.

Warum fungiert Roberto als Übermittler in seinem Film?

Roberto agiert als Übermittler, da er trotz seiner sprachlichen Barrieren und seines Status als Außenseiter eine lebensbejahende Energie und Humor in eine ansonsten triste, festgefahrene Situation bringt.

Inwiefern beeinflusst der Name William Blake das Schicksal des Filmhelden?

Der Name verknüpft den Protagonisten ironisch mit dem Dichter William Blake; während der Charakter selbst nichts mit Poesie zu tun hat, nutzt der Indianer Nobody diese Identität, um den Weg des Protagonisten ins "Jenseits" zu bestimmen.

Warum endet die Reise von William Blake im Kanu?

Die Reise endet auf dem Meer, da der Indianer Nobody die Aufgabe des Sterbebegleiters übernimmt und den nun dem Tode geweihten Blake in den Tod bzw. in das Reich der Toten entlässt.

Was unterscheidet Jarmuschs Western von klassischen Vertretern?

Sein Western fungiert eher als Persiflage, die Schablonen vermeidet, Authentizität mit schwarzem Humor verbindet und den klassischen Heldenmythos dekonstruiert.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antihelden bei Jim Jarmusch
Hochschule
Universität Wien
Autor
Gloria Höckner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V94433
ISBN (eBook)
9783640128501
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antihelden Jarmusch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gloria Höckner (Autor:in), 2007, Antihelden bei Jim Jarmusch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94433
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Leseprobe aus  12  Seiten
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