I
Gl li ie ed de er ru un ng g
G
Abkürzungsverzeichnis
II
1 Einleitung
1
2 Überblick über die Entwicklung der Walt Disney Company 2
3 Die Geschäftsfelder der Walt Disney Company
5 3.1 Media Networks
6
3.2 Studio Entertainment
7
3.3 Theme Parks and Resorts
9
3.4 Consumer Products
12
3.5 Internet and Direct Marketing
14
4 Konzernstrategie und Erfolgsfaktoren der Walt Disney
15
Company
5 Ausblick
19 Anhangsverzeichnis
III Anhang
IV Literaturverzeichnis
V
II
Ab bk kü ür rz zu un ng gs sv ve er rz ze ei ic ch hn ni is s
A
a.a.O.
am angegebenen Ort
ABC
American Broadcasting Company
AOL
America Online
BVIG
Buena Vista Internet Group
bzw.
beziehungsweise
CBS
Central Broadcasting System
DVD
Digital Video Disc
ff.
folgende
GDP
Gross Domestic Product (Bruttoinlandsprodukt)
Int‘l
International
MGM
Metro Goldwyn Mayer
NBC
National Broadcasting Company
NFL
National Football League
o.V.
ohne Verfasser
S.
Seite
s. Abb.
siehe Abbildung
u.a.
unter anderem
vgl.
vergleiche
z.B.
zum Beispiel
1
1 Ei in n l le e i it t u un n g g
1 E
Auf dem internationalen Medienmarkt konnten in den letzten Jahren verschiedene
spektakuläre Übernahmen beobachtet werden. Einige der größten Medienkonzerne der Welt
fusionierten mit dem Ziel, die eigenen Unternehmensaktivitäten zu diversifizieren und durch
Vorwärts- bzw. Rückwärtsintegration strategisch komplette Wertketten zu konstruieren: 1 Die ursprünglich im Bereich der Printmedien operierende News Corporation des Australiers
Rupert Murdoch kaufte zunächst die 20 th Century- Fox- Filmstudios und erwarb kurz darauf diverse amerikanische Sender, um ein nationales Network aufzubauen. Die Filmproduzenten
Walt Disney und Time Warner übernahmen mit Capital Cities / ABC bzw. Turner
Broadcasting Rundfunkkonzerne, um garantierte Zugangs- und Distributionsmöglichkeiten
für ihre Programme zu erlangen, und der vorrangig als Fernsehanbieter tätige Viacom-
Konzern erweiterte seine Unternehmensaktivitäten mit dem Kauf von Paramount.
Kein Medienkonzern weist dabei heute eine derart effektive vertikale Integration 2 auf wie die
Walt Disney Company. 3 Das amerikanischen Unternehmen, das derzeit mit einem Jahresumsatz von über 23 Milliarden $ und einer Marktkapitalisierung von mehr als 70
Milliarden $ nach Time Warner der zweitgrößte Medienkonzern der Welt ist, hat ausgehend
von seinem unternehmerischen Grundgeschäft, der Film- und Fernsehproduktion, eine
Produktions- und Verwertungskette aufgebaut, die es „ wie Industriekombinate
kommunistischer Planwirtschaft von jeder äußeren Zulieferung unabhängig macht“. 4 Unter der Führung von Michael Eisner, der 1984 zum Chief Executive Officer der Walt Disney
Company ernannt wurde, ist Disney zum bedeutendsten Unterhaltungskonzern und das
Disney -Markenlabel zu einem der bekanntesten der Welt geworden. 5 In der vorliegenden Arbeit soll zunächst ein kurzer Überblick über die beeindruckende Entwicklung des
Unternehmens gegeben werden, in deren Verlauf sich Disney von einem winzigen
Filmstudio in Hollywood zu einem der 40 größten amerikanischen Konzerne mit über
110.000 Mitarbeitern gewandelt hat. Anschließend werden die wichtigsten Geschäftsfelder
der Walt Disney Company vorgestellt, wobei sowohl auf ihre historische Entwicklung als
auch auf ihre heutige Bedeutung für den Konzern und auf aktuelle Maßnahmen zur
Effektivitätssteigerung eingegangen wird. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit den
Grundzügen der Walt Disney- Konzernstrategie, die das unternehmerische Handeln Disneys
leitet und deren konsequente Umsetzung den überragenden Erfolg der Walt Disney
1 Vgl. Sjurts, Insa: Internationale Medienmärkte im Wandel, Hamburg: Diskussionsbeiträge des Instituts für
betriebliche Logistik und Organisationstheorie der Universität der Bundeswehr Hamburg. Hamburg, 1997, S. 18
2 Unter vertikaler Integration versteht man die Konzentration von vor- und nachgelagerten Produktionsstufen in
einem Unternehmen
3 Vgl. Johns, Dirk Max: Wirtschaftsmacht Fernsehen: Märkte und Mythen der Medienindustrie. Frankfurt am Main:
Fischer- Taschenbuch- Verlag, 1998, S. 185
4 Vgl. ebenda, S. 265
5 Vgl. Becher, Jörg: Mickey und die Mäuse. In: http://www.bilanz-online.de, 30.11.99
2
Company determiniert. In diesem Zusammenhang werden die Bedeutung der 1995 erfolgten
Akquisition von Capital Cities/ ABC und die damit verbundene Aufhebung der Trennung von
Programmherstellung und -übertragung behandelt.
Abschließend folgt ein Ausblick in dem, angeregt durch die Übernahme des führenden
Medienkonzerns Time Warner durch den weltgrößten Online- Dienst AOL, auch die Frage
nach der Wahrscheinlichkeit einer die Unabhängigkeit der Walt Disney Company
tangierenden Fusion erörtert wird.
2 Üb b e er rb b l li ic c k k ü ü b b e er r d d i ie e E En nt t w wi ic c k kl lu u n ng g d de er r W W a a l lt t D D i is s n n e ey y C Co o m mp p a an n y y
2 Ü
Walter Elias Disney wurde am 5. Dezember 1901 in Chicago geboren.
Bereits im Alter von vierzehn Jahren ging er an das Kansas City Art Institute, um Zeichner zu
werden, verließ die Kunstschule jedoch schon bald wieder und meldete sich 1917 freiwillig
als Rotkreuzfahrer. 6
Nachdem er im ersten Weltkrieg in Frankreich an der Front zum Einsatz gekommen war,
kehrte Disney nach Kansas City zurück und trat als Zeichner in eine Werbeagentur ein, in
der er den Künstler Ub Iwerks kennenlernte.
Gemeinsam mit Iwerks, mit dem er sein ganzes Leben zusammenarbeiten sollte, gründete
Walt Disney 1921 die Firma „ Laugh – o – Gram“, die kurze satirische Zeichentrickfilme
entwickelte, allerdings bereits nach kurzer Zeit an mangelndem kommerziellen Erfolg
scheiterte. Walt Disney entschloß sich daraufhin, nach Hollywood zu gehen, und eröffnete
dort 1923 mit seinem Bruder Roy die Disney- Studios, die sich auf die Produktion von kurzen
Zeichentrickfilmen für Kinder spezialisierten.
In Zusammenarbeit mit Ub Iwerks, der sich den Disneys angeschlossen hatte, entwickelte
Walt Disney in Hollywood die Figur der Micky Maus und erlebte 1928 mit dem dritten Micky-
Film „Steamboat Willie“, der bereits vertont war, einen ersten Kinoerfolg. In den folgenden
Jahren entstanden die bekannten Disney- Charaktere wie Donald Duck, Goofy und Pluto.
Die Produktionen des Studios wurden jetzt von United Artists vertrieben und damit einem
breiten Publikum zugänglich gemacht. Mit Filmen wie „Schneewittchen und die sieben
Zwerge“, „Pinocchio“ und „Bambi“ begeisterte Disney, der schon 1935 mehr als 100
Animationsgraphiker beschäftigte, die Kinobesucher, erzielte aber wegen der sehr hohen
Produktionskosten der Filme kaum Gewinne.
6 Vgl. zum folgenden Kotteder, Franz: Medienmoguln, Meinungsmacher, Marktbeherrscher. München: Heyne
Verlag, 1997, S. 114 ff.
3
Während des zweiten Weltkrieges drehten die Disney- Studios zahlreiche Propaganda- Filme für die amerikanische Regierung, in denen Micky Maus die Amerikaner vor den Gefahren des Nationalsozialismus warnen sollte.
Um sein Unternehmen von dem Vertrieb durch United Artists unabhängig zu machen, gründete Walt Disney 1953 die Distributionsfirma Buena Vista. Mit dieser ersten bedeutenden Erweiterung des Disney- Konzerns konnten in der Folge nicht nur die Vertriebskosten reduziert werden, auch wurde nun die Entscheidung, welche von Disney produzierten Filme in den Kinos zur Aufführung kamen, allein im Disney- Konzern getroffen. Neben den Zeichentrickfilmen und Cartoon- Serien drehten die Disney- Studios ab 1950 auch vermehrt Dokumentationen und Abenteuerspielfilme mit menschlichen Darstellern. Große Kinoerfolge konnten mit den Produktionen „Die Schatzinsel“ (1950), „20.000 Meilen unter dem Meer“ (1954) und „Mary Poppins“ (1964) erzielt werden.
Das riesige Potential, das der Markenname „Walt Disney“ bereits zu dieser Zeit bot, und die Begeisterung, die Figuren wie Micky und Donald bei den Menschen hervorriefen, führten zu einer bedeutenden Erweiterung der Geschäftsfelder: Neben dem Kerngeschäft, der Produktion von Kino- und Fernsehfilmen und dem darauf aufbauenden Merchandising, diversifizierte Disney den Konzern 1955 mit der Schaffung eines ersten Vergnügungsparks: Mit finanzieller Unterstützung der Fernsehgesellschaft ABC, für die er im Gegenzug eine wöchentliche Fernsehsendung mit Cartoons und kurzen Trickfilmen produzierte, entstand auf einem 160 Hektar großen Gelände im kalifornischen Anaheim „Disneyland“. Zu diesem Zeitpunkt profitierte das Unternehmen erstmals von Synergieeffekten zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern, die später für den Erfolg der Walt Disney Company ausschlaggebend werden sollten: Die intensive direkte und indirekte Werbung, die in den Disney- Fernsehsendungen und im Umfeld der erfolgreichen Kinoaufführungen für den Park gemacht wurde, führte dazu, daß „Disneyland“ durch unerwartet hohe Besucherzahlen zu einem großen kommerziellen Erfolg wurde. Der Firmengründer Walter Elias Disney starb im Dezember 1966 an den Folgen einer Lungenkrebsoperation und erlebte daher nicht mehr die Eröffnung eines weiteren, wesentlich größeren Vergnügungsparks seines Unternehmens, der „Walt Disney World“ in Orlando / Florida 1971. Nachdem sein Bruder Roy Disney im Jahre 1971 ebenfalls verstarb, verlor das Unternehmen zunehmend seine große Stärke: die kreative Innovation, die es erfolgreich gemacht hatte.
Unter der Leitung von Ron Miller, Card Walker und schließlich von Walt Disneys Neffen Roy E. Disney wurde es in den kommenden Jahren versäumt, sich dem wandelnden Konsumentenverhalten anzupassen. Die Konzernführung war durch das übermächtige Vermächtnis des Firmengründers wie gelähmt und vor allem anderen darauf bedacht, nichts zu unternehmen, was das herausragende, makellose Firmenimage hätte verändern können. Während die anderen großen Hollywoodstudios in den siebziger Jahren schwungvolle
4
Komödien und Actionfilme produzierten, versuchte Disney erfolglos mit Filmen im
altbackenen Stil der fünfziger Jahre seine herausragende Stellung als Filmstudio zu
verteidigen. Roy E. Disney beschrieb das inoffizielle Credo der Disney- Filmproduktion in
diesen Jahren später mit den Worten „We may bore you, but we will never shock you“. 7 Lediglich der Betrieb der Vergnügungsparks war weiterhin sehr lukrativ. 1983 eröffnete mit
großem Erfolg der erste Disney- Vergnügungspark außerhalb der USA: Disneyland Tokio. Anfang der achtziger Jahre versuchten verschiedene Spekulanten, den angeschlagenen
Konzern mit dem Ziel zu übernehmen, Disneys weiterhin profitable Vermögenswerte einzeln
zu verkaufen. 8 Der Disney– Vorstand war deswegen darauf angewiesen, einen Kaufinteressenten zu finden, der die Unabhängigkeit des Konzerns bewahren sollte. Um für potentielle Investoren interessanter zu werden, entschloß man sich 1984, ein neues,
progressives Management einzusetzen: Michael D. Eisner, der als Vizepräsident bei der
Fernsehgesellschaft ABC und später als Präsident und Chief Operating Officer der Filmgesellschaft Paramount Pictures großen Erfolg gehabt hatte, wurde im September 1984
neuer Chief Executive Officer der Walt Disney Company. Die Position des Generaldirektors
wurde mit dem ehemaligen Warner Brothers- Manager Frank Wells besetzt, und zum Produktionschef der Filmabteilung ernannte das Unternehmen Jeffrey Katzenberg, der diese
Position zuvor schon bei Paramount eingenommen hatte. Mit dem texanischen Milliardär Sid
Bass gelang es der neuen Konzernführung kurz darauf, einen Käufer für insgesamt 25 % der
Unternehmensanteile zu finden. Bass verkaufte im Gegenzug sein Landerschließungs- unternehmen „Arvida“ an Disney. Eine feindliche Übernahme war damit abgewehrt.
Die zentrale Herausforderung für das neue Management war der Wiedereinstieg des
Konzerns in das Kino– und Fernsehgeschäft, die eigentliche unternehmerische Grundlage
der Walt Disney Company. 9 Weitere Ziele waren, die Vergnügungsparks zu modernisieren und durch Preiserhöhungen und massive Werbekampagnen rentabler zu machen, die
umfangreichen Rechtebestände vor allem an hochwertigem Filmmaterial aus der Vergangenheit effektiver zu nutzen sowie das Merchandising- Geschäft auszuweiten.
Über die Produktion und den Verkauf von TV- Filmen für die Hauptsendezeit und die
Wiederaufnahme einer sonntäglichen Disney- Sendung, die Michael Eisner ebenso wie
früher Walt Disney selbst anmoderierte, gewann der Name Disney erneut an Popularität. Gleichzeitig dienten die TV- Aktivitäten als wirkungsvolle Werbemaßnahmen für die
Vergnügungsparks und den Merchandising- Verkauf. Jeffrey Katzenberg, dem Chef der
Filmabteilung, gelang es, Disney mit modernen und qualitativ hochwertigen, aber gleichzeitig kostengünstigen Filmen erneut zum führenden Filmproduzenten zu machen.
7 Eisner, Michael: Work in Progress. New York: Random House, 1998, S. 172
8 Vgl. ebenda, S. 118 ff.
9 Vgl. ebenda, S. 147
5
Michael Eisner strukturierte auch das Merchandising- Geschäft der Walt Disney Company
um und baute hierfür einen Direktvertrieb auf :1987 eröffnete das erste Geschäft für Disney-
Merchandising in Glendale, Kalifornien; über 700 weitere Disneystores folgten in den kommenden Jahren. Zudem konnten verschiedene Weltfirmen wie McDonald´s, Coca- Cola,
Procter & Gamble und Kodak als Lizenznehmer gewonnen werden. Mitte der neunziger
Jahre wurden mehr als 20 % des Gesamtumsatzes im Merchandising- und Lizenzgeschäft
erwirtschaftet 10 .
Am 12. April 1992 eröffnete der erste europäische Disney- Vergnügungspark nahe der
Pariser Innenstadt. „Euro Disney“, das später in Disneyland Paris umbenannt wurde, brachte
dem Unternehmen anfänglich durch die enormen Errichtungskosten, sehr hohe Betriebskosten und unerwartet geringes Besucherinteresse starke finanzielle Verluste ein
und wurde erst Ende der neunziger Jahre profitabel. 11 Nachdem Frank Wells im März 1994 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen war, begann ein Machtkampf zwischen Michael Eisner und dem Produktionschef Jeffrey
Katzenberg, der Eisner dazu drängen wollte, ihn zum neuen Präsidenten zu ernennen. Im
August verließ Katzenberg schließlich den Konzern und gründete mit Steven Spielberg und David Geffen die Produktionsfirma „ Dream Works“, die mit dem Hauptgeschäftsfeld
Zeichentrickfilm zu einem direkten Konkurrenten von Walt Disney wurde. Im August 1995
wurde der Filmagent und Unternehmensberater Michael Ovitz zum neuen Präsident der
Walt Disney Company ernannt. Doch der in der Führung eines Konzerns unerfahrene Ovitz konnte sich bei Disney nicht durchsetzen und schied im Dezember 1996 mit einer Abfindung
von über 90 Millionen $ aus dem Unternehmen aus. 12 Im Juli 1995 übernahm die Walt Disney Company für 19 Milliarden Dollar den amerikanischen Rundfunkkonzern Capital Cities / ABC und wurde damit kurzfristig zum
größten Medienkonzern der Welt. Von 1985 bis 1995 vervielfachten sich die
Unternehmensumsätze von 2 Milliarden Dollar auf über 20 Milliarden Dollar. Im gleichen Zeitraum stieg der Aktienkurs um 3000 %.
Ab 1997 stagnieren jedoch die Umsatzzahlen. Der Gewinn ist in allen Geschäftsfeldern mit
Ausnahme der Vergnügungsparks rückläufig.
3 Di ie e G G e e s sc c h hä ä f ft t s sf fe e l ld d e er r d d e er r W
3 D
Während der Geschäftsbericht 1998 noch die Geschäftsfelder „ Creative Content“,
„Broadcasting“ und „ Theme Parks and Resorts“ ausweist, werden die geschäftlichen
10 Vgl. Kunczik, Michael: Media giants. Bonn, 1997, S. 71
11 Vgl. Eisner, Michael, a.a.O., S. 262 ff.
12 Vgl. hierzu Kotteder, a.a.O., S. 110
6
Aktivitäten der Walt Disney Company seit dem Geschäftsjahr 1999 nunmehr mit dem Ziel in
fünf Segmenten zusammengefaßt, „to provide investors with a better understanding of the
dynamics of Disney`s business and the value of its assets.“ 13 (s. Abb. 1, 2 und 3 im Anhang)
3. .1 1 Me e d di ia a N Ne e t tw wo or rk ks s
3 M
Dieser Geschäftsbereich, der aus dem Segment „ Broadcasting“ hervorging, ist in zwei
Kategorien, nämlich Rundfunksender und Kabelstationen unterteilt. 14 Der Rundfunkbereich umfaßt die ABC – Fernsehgruppe, die über 225 angeschlossene, regionale TV- Stationen
mit Programmen versorgt, die zehn konzerneigenen Fernsehstationen und 21 Radiosender
sowie die ABC-, Radio Disney - und ESPN- Radiogruppe. Die Kategorie Kabelstationen
beinhaltet die ESPN- Kabelkanäle, die Spartenkanäle Lifetime, Art & Entertainment Network
und History Channel sowie die neun internationalen Disneykanäle und verschiedene, sich in
Entwicklung befindende Programme. Der Disneykanal, der Familien- und Kinderprogramme
offeriert und mit wenigen Ausnahmen als kostenpflichtiger, werbefreier Abonnementskanal
angeboten wird, ist in den USA einer der am schnellsten wachsenden Kabelkanäle. 15 Die herausragenden ABC- Programme waren im Geschäftsjahr1999 die Nachrichtensendung
„World News Tonight“ mit Peter Jennings und die Sportsendung „NFL Monday Night
Football“. In Deutschland hält Disney 50% der Anteile des erfolgreichen Fernsehsenders
Super RTL. Daneben ist der Konzern über ESPN an Eurosport beteiligt. Die Umsätze des
Geschäftsbereichs, in dem auch der konzerneigene Verlags „ Hyperion“ enthalten ist,
konnten 1999 gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 7,5 Milliarden Dollar gesteigert werden,
während der Gewinn in Folge höherer Programm- und Produktionskosten und verminderter
Werbeaufträge durch niedrigere Einschaltquoten in der Hauptsendezeit in den USA um 8%
auf 1,6 Milliarden Dollar fiel. 16 „ Media Networks“ ist mit einem Anteil von 32 % am Gesamtumsatzes der Walt Disney Company der umsatzstärkste Geschäftsbereich des
Unternehmens. Nach dem Eintritt Michael Eisners in die Walt Disney Company und dem sich
anschließenden Wiedereinstieg des Konzerns in das Film- und Fernsehgeschäft baute
Disney intensive geschäftliche Beziehungen zu ABC auf. 17 Es kam jedoch häufiger zu Konflikten zwischen den Vertragspartnern, insbesondere weil ABC mehr inhaltliche
Mitbestimmung bei den in Auftrag gegebenen Produktionen einforderte, als das Disney-
Management dem Network zugestehen wollte. Die Übernahme von Capital Cities/ABC
durch die Walt Disney Company wurde dann mit dem Wegfall der Financial Syndication Rule
13 Walt Disney Company (Hrsg.): The Walt Disney Company. Annual Report 1999. Burbank, 2000, S. 10
14 Vgl. zum folgenden ebenda, S. 46
15 Vgl. ebenda, S. 36
16 Vgl. ebenda, S. 65
17 Vgl. hierzu Grover, Ron: Die Disney- Story. Frankfurt am Main / Berlin: Verlag Ullstein, 1994, S. 222
7
möglich. Diese gesetzliche Bestimmung hatte die Networks zuvor dazu verpflichtet, den
Großteil ihrer Programme von unabhängigen Filmstudios herstellen zu lassen, an denen sie
keine Anteile halten durften. 18 Nachdem die Clinton- Administration diese Regelung mit dem Vorsatz gelockert hatte, die internationale Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer
Medienunternehmen zu erhöhen, setzte ein allmählicher Konzentrationsprozeß zwischen
den Networks und verschiedenen Filmstudios ein. 19 Da allgemein erwartet wurde, daß sich die großen Fernsehsender in Folge der gesetzlichen Neuregelung zukünftig bei der
Programmbeschaffung auf fest mit ihnen verbundene Produzenten konzentrieren bzw. daß
Medienkonzerne über ihre Beteiligung an den Sendern deren Einkaufspolitik bestimmen
würden, geriet das Disney- Management unter Zugzwang. Walt Disney entschloß sich daher
1995 zur Übernahme eines der großen Networks, um einen garantierten Zugang für die
Disney- Programme zu erlangen. Von der Akquisition von Capital Cities/ ABC, die Disney 19
Milliarden $ kostete, versprach sich die Walt Disney Company zudem weitreichende
Synergieeffekte. Es zeigte sich jedoch schon bald, daß das Zusammengehen mit Capital
Cities/ ABC mit unerwarteten Schwierigkeiten verbunden war. Schon kurze Zeit nach der
Übernahme büßte ABC seine führende Marktposition ein. Generell verlieren die großen
amerikanischen Networks ABC, CBS und NBC seit einigen Jahren in Folge der wachsenden
Konkurrenz durch die Kabelsender Marktanteile. 20 In den USA existieren derzeit über 200 Kabelprogramme, die sich überwiegend auf bestimmte Sparten konzentriert haben. Erst mit
einiger Verzögerung haben die Networks auf das Aufkommen der neuen Wettbewerber auf
dem Fernsehmarkt reagiert: ABC begann eigene Kabelkanäle wie ESPN und ESPN 2 zu
betreiben, die heute die weltweit populärsten Sportkanäle sind.
3. .2 2 St tu ud di io o E En nt te er rt ta ai in nm me e n nt t
3 S
Das Segment „Studio Entertainment“ umfaßt die Produktion und den Vertrieb sämtlicher
Kino- und Fernsehfilme, von Fernsehsendungen und – shows, sowie von Videos und
Musikproduktionen der verschiedenen Labels der Walt Disney Company. Die bekanntesten,
dem Disney- Konzern angeschlossenen Filmstudios sind Touchstone Pictures und Walt
Disney Pictures. Im Geschäftsjahr 1999 veröffentlichten die diversen Labels des
Unternehmens insgesamt 282 Kinofilme, darunter siebzehn Zeichentrickfilme und
produzierten beinahe 8000 Fernsehsendungen. 21 Die Umsätze in diesem Geschäftsbereich beliefen sich 1999 auf 6,5 Milliarden Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang
18 Vgl. Johns, a.a.O., S. 87
19 Vgl. ebenda
20 Vgl. ebenda, S. 89
21 Vgl. Walt Disney Company, a.a.O., S. 2
8
von 4% entspricht. 22 Walt Disney ist trotz dieser Umsatzeinbußen unangefochten der umsatzstärkste Filmproduzent der Welt. Der Gewinn fiel gegenüber 1998 um
bemerkenswerte 85 % auf 116 Millionen Dollar. Während das Kinogeschäft im Geschäftsjahr 1999 vor allem durch große Publikumserfolge wie „The Sixth Sense“ und „Tarzan“ sogar
verbessert werden konnte, wird das schlechte Ergebnis mit dem Einbruch des
Videokassettenverkaufs begründet. Der drastische Gewinnrückgang ist daneben auf die
gestiegenen Kosten für Fernsehproduktionen zurückzuführen. 23 Als Grundlage für die vertikale Verwertungskette des Unternehmens ist der Erfolg der Kinoproduktionen von
großer Bedeutung .An die Kinoaufführung schließt sich in der Regel eine Verwertung im
Videoverleih, Videoverkauf, Pay- TV und schließlich im Free- TV an.
Die Film- und Fernsehproduktion ist das eigentliche Kerngeschäft der Walt Disney Company
und stets eng mit dem Gesamterfolg des Unternehmens verbunden gewesen: In Zeiten, in
denen dieser Geschäftsbereich floriert, geht es auch dem Konzern gut. Die enorme Popularität des Markennamens Disney ist vor allem durch die jahrzehntelange Film- und
Fernsehpräsenz entstanden, die seit den dreißiger Jahren Bekanntheit und Sympathie u.a.
für die bekannten Disney- Charaktere wie Micky Maus, Donald Duck oder Pluto schuf. Walt Disney nutzte diese Popularität geschickt, um weitere Geschäftsfelder wie das
Merchandising oder die Vergnügungsparks aufzubauen, die durch die Fernsehpräsenz
Disneys intensiv beworben werden konnten. Nach dem Tod der Disney- Brüder verlor das
Unternehmen bald seine Stellung als führender Filmproduzent und konnte erst 1984 durch die Strategie von Jeffrey Katzenberg, der 1984 zum neuen Produktionschef der
Filmabteilung ernannt wurde, wieder an Bedeutung gewinnen. Katzenberg gelang es
kostengünstige, aber attraktive Produktionen mit Schauspielern zu erstellen, die sich gerade nicht auf dem Höhepunkt ihrer Popularität befanden und deswegen günstig zu verpflichten
waren. Der Schauspieler Robin Williams witzelte später einmal in Anspielung auf die Disney-
Strategie unter Jeffrey Katzenberg auch Darsteller zu rekrutieren, deren Karriere durch Alkohol- oder Drogenprobleme vorübergehend einen Knick erfahren hatte: „Disney cast its
movies by hanging out at the back door of the Betty Ford Clinic.“ 24 Filme wie „Pretty Woman“, „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ , „Drei Männer und ein Baby“ oder „Zoff in Beverly Hills“,
die teilweise unter dem 1983 gegründeten „Touchstone- Label“ veröffentlicht wurden, weil sie eine Altersbeschränkung aufwiesen und andere Zielgruppen als das traditionelle Familien -
und Kinderpublikum ansprechen sollten, machten die Walt Disney Company in den
folgenden Jahren erneut zum weltweit führenden Filmproduzenten. Besondere Aufmerksamkeit widmete das Management um Michael Eisner dem Zeichentrickfilm, einem
22 Vgl. zum folgenden Walt Disney Company, a.a.O., S. 47
23 Vgl. ebenda
24 Vgl. Eisner, a.a.O., S. 161
9
Bereich, in dem das Unternehmen seit seinem Bestehen eine Vormachtstellung einnimmt. 25 Insbesondere die Entwicklung von neuen Zeichentrickfiguren wie Roger Rabbit hat für Walt
Disney einen großen potentiellen Wert, weil diese Figuren als Grundlage für Merchandising-
Produkte und neue Attraktionen in den Vergnügungsparks dienen können. Die
Zeichentrickfilme „Die kleine Meerjungfrau“, „Die Schöne und das Biest“ und „König der
Löwen“ erzielten durch eine sich an die erfolgreiche Kinoaufführung anschließende vielfältige
Verwertung einen erheblichen Anteil der Gesamteinnahmen des Konzerns. 26 Vielfach übertrafen dabei die Einnahmen aus dem Verkauf der Videokassette zu einem Film die
Erlöse aus der Kinoaufführung. Der Zeichentrickfilm „Der König der Löwen“ zum Beispiel, der
mit Kinoeinnahmen von 350 Millionen Dollar einer der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten
wurde, erzielte durch die Videoauswertung weitere 700 Millionen Dollar. Als Reaktion auf die
große Nachfrage nach Kaufvideos begann Walt Disney, kostengünstige Fortsetzungen der
Kinoerfolge, die nur für den Videoverkauf bestimmt waren, zu produzieren. 27 Durch die erfolgreiche Wiederbelebung des Markennamens Disney wurden außerdem auch klassische
Zeichentrickfilme wie „Cinderella“ oder „Pinocchio“ aus dem Walt Disney- Archiv wieder
populär und von der Buena Vista Home Entertainment, einer hundertprozentigen Tochter der
Walt Disney Company, mit überragendem Erfolg als Video- Edition „ Disney- Classics“
veröffentlicht. Durch eine den Heimvideobereich betreffende technologische Veränderung
könnte das Kaufvideogeschäft, dessen u.a. in Folge einer Marktsättigung sinkende
Umsatzzahlen zu dem starken Gewinnrückgang im Geschäftsfeld „Studio Entertainment“
geführt haben, in absehbarer Zeit wieder gestärkt werden: Einhergehend mit der steigenden
Nachfrage nach DVD- Geräten steigt auch das Interesse an Filmen für dieses Medium. 28
3. .3 3 T h he e m me e P Pa ar rk ks s a an nd d R Re e s so or rt ts s
3 T
Die Vergnügungsparks und Freizeitanlagen des Konzerns, die aus einer ausgeklügelten
Mischung aus Erlebnisbahnen, Paraden, Shows und Geschäften bestehen, sowie die beiden
Disney- Kreuzfahrtschiffe und die konzerneigenen Sportteams „ Anaheim Angels“ und
„Mighty Ducks of Anaheim“, deren Umsätze ebenfalls in diesem Segment erfaßt werden,
erzielten 1999 einen Umsatz von 6,1 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 1,4 Milliarden
Dollar.
Der erste Disney– Vergnügungspark „Disneyland“ wurde am 17. Juli 1955 auf einem 160
Hektar großen Gelände im kalifornischen Anaheim eröffnet. 29
25 Vgl. Eisner, a.a.O., S. 172
26 Vgl. zum folgenden Becher, a.a.O.
27 Vgl. ebenda
28 Vgl. zum folgenden Walt Disney Company, a.a.O., S. 3
29 Vgl. zum folgenden Kotteder, a.a.O., S. 117
10
Der überragende Erfolg dieses Parks führte zur Errichtung einer weit größeren
Unterhaltungslandschaft in Orlando, Florida, der „Walt Disney World“, in die zahlreiche
Hotels und Restaurants integriert sind. Walt Disney World wurde im Oktober 1971, fünf Jahre
nach dem Tode Walt Disneys eröffnet.
Im Gegensatz zum Film- und Fernsehbereich, der schon kurz nach dem Tod der Disney-
Brüder nur noch geringe Bedeutung hatte und vom Eisner- Management ab 1984
weitgehend umstrukturiert und neu aufgebaut werden mußte, waren Disneyland und Walt
Disney World anhaltend erfolgreich. Die Popularität dieser Parks konnte allerdings durch
eine umfangreiche Modernisierung sowie neue Entwicklungen und Attraktionen ab 1984
noch zusätzlich erhöht werden. 30 Es konnte z.B. der Filmproduzent George Lucas dafür gewonnen werden für Disneyland neue Attraktionen, aufbauend auf seinen gigantischen
Kinoerfolgen wie „Star Wars“ zu entwickeln, und der Popstar Michael Jackson wurde für den
Dreh eines 17 minütigen Spezialeffekt- Films mit dem Titel „Captain EO“ engagiert. Die
Eröffnung des Themenparks „Disney- MGM- Studios“ innerhalb von Walt Disney World 1989
ließ die Besucherzahlen trotz erhöhter Eintrittspreise weiter steigen. Disney hatte den
legendären MGM- Studios zuvor gedroht, die fototechnische Abteilung für Kinofilme von
MGM/ United Artists zu Twentieth Century Fox zu verlegen, falls sie nicht zustimmen
würden, die Lizenzen für die umfangreiche Filmbibliothek und das Firmenemblem von MGM
an Disney zu vergeben. 31 Da MGM dringend auf die Geschäfte mit der Walt Disney Company angewiesen ist, kann Disney ab 1985 für sehr geringe Lizenzgebühren beides
nutzen. Das Eisner- Management führte zur Popularisierung der Vergnügungsparks auch
eine große, erfolgreich verlaufende Fernseh- Werbekampagne mit amerikanischen
Spitzensportlern durch.1983 startete Disneyland Tokyo, der erste Disney- Vergnügungspark
ausserhalb der USA, mit großem Erfolg. 32 Die Walt Disney Company hatte nur einen vergleichsweise sehr geringen Betrag von 2,5 Millionen Dollar in den Park investiert, behielt
jedoch die volle Kontrolle über die Gestaltung und den Betrieb der Anlage. Von den
Eintrittsgeldern erhält Disney 10%, von den Bruttoeinnahmen des Gastronomie- und
Merchandisinggeschäftes 5%. Im ersten Jahr besuchten bereits 10 Millionen Menschen den
japanischen Disney- Park, was für Disney einen Gewinn von 40 Millionen Dollar einbrachte.
Doch die Entscheidung für diese risikoarme Lizenzvergabe und gegen ein Joint- Venture
führte dazu, daß Disney am enorm profitablen Park kaum finanziell partizipieren kann. Vor
allem das Merchandising-Geschäft ist in Japan, einem Land indem üblicherweise aus dem
Urlaub Geschenke mitgebracht werden überaus erfolgreich. Allein ein Laden wie das 185 m 2 große Süßwarengeschäft auf der Hauptstraße in Disneyland Tokyo erzielt jährliche
Einnahmen von beinahe 100 Millionen Dollar. Aufgrund der Erfahrung mit dem japanischen
30 Vgl. Eisner, a.a.O., S. 207 ff.
31 Vgl. hierzu ebenda, S. 224 ff.
32 Vgl. zum folgenden ebenda, S. 262
11
Park war der Disney- Vorstand dazu entschlossen, bei einem geplanten Disney- Freizeitpark
in Europa auch Eigentümer zu werden. 33 Nach monatelanger Besichtigung von etwa 12000 potentiellen Standorten in Europa und intensiven Verhandlungen mit verschiedenen Regierungen entschied sich das Disney- Management für einen Standort, der nur 25 km von
der Innenstadt von Paris entfernt liegt. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die
zentrale Lage innerhalb Europas, die hohen Besucherzahlen in dieser Region und das besondere Entgegenkommen der französischen Regierung, die von dem Vergnügungspark
10000 neue Arbeitsplätze und Einnahmen in Milliardenhöhe durch die zusätzlichen Touristen
erwartete.
Zur Finanzierung von Euro Disney emittierte die Walt Disney Company am 5. Oktober 1989 Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar, die eine große Nachfrage auslösten.
Am 12. April 1992 wurde Euro Disney eröffnet. Da das Disney- Management den
Geschmack der Europäer als besonders anspruchsvoll einschätzte, hatte man sich zu einem besonders detailgetreuen, letzlich unerwartet kostenintensiven Bau des Parks entschlossen.
Obwohl zwischen April und Dezember 1992 über sieben Millionen Menschen den Park
besuchten und Euro Disney damit zur größten Touristenattraktion Europas machten, mußten die Gewinnprognosen für den Park nach kurzer Betriebszeit deutlich nach unten korrigiert
und die Preise für Hotelzimmer, Verpflegung und Merchandising- Produkte gesenkt werden,
um die schwache Nachfrage zu stimulieren. Besonders verärgert war die Walt Disney
Company über die anhaltend negative Berichterstattung der französischen Medien über den Vergnügungspark. Französische Intellektuelle assoziierten Euro Disney sogar öffentlich mit
einem „kulturellen Tschernobyl“, und viele scharfe Kritiker waren angesichts der finanziellen
Schwierigkeiten des Parks darüber erfreut, dass „billiger amerikanischer Kitsch“ in Europa
nicht erfolgreich sein kann. 34 Um dem Park aus seiner schweren finanziellen Krise zu helfen, mußten letzlich 1000 Belegschaftsmitglieder entlassen werden, außerdem mußte die Walt
Disney Company zustimmen, in den kommenden zehn Jahren auf Lizenzzahlungen durch
Euro Disney zu verzichten, bzw. diese einzuschränken. 35 Vor allem die in das Projekt involvierten Banken, die große Summen in Euro Disney investiert hatten, waren zu
erheblichen Umschuldungsmaßnahmen und der Beteiligung an kostenintensiven
Umstrukturierungen gezwungen, um nicht die Schließung des Parks und damit enorme Verluste zu riskieren. Für den Disney- Konzern hätte ein Scheitern von Euro Disney vor
allem die Glaubwürdigkeit des Namens Disney und den Ruf bei Aktionären und Banken
zerstört.
Euro Disney wurde in „Disneyland Paris“ umbenannt und kann ab dem Geschäftsjahr 1997
Gewinne ausweisen.
33 Vgl. hierzu und zum folgenden Eisner, a.a.O., S. 263ff.
34 Vgl. Kunczik, a.a.O., S. 76
35 Vgl. hierzu und zum folgenden Eisner, a.a.O., S. 292
12
Im Jahr 2005 wird ein weiterer Disney- Vergnügungspark mit dem Namen „Hongkong
Disneyland“ auf der Insel Lantau eröffnen. Von dem mehr als drei Milliarden Dollar teuren
Urlaubsressort erhofft sich Disney auch einen verbesserten Zugang zum chinesischen Markt.
3. .4 4 Co on ns su um me e r r P Pr ro od du uc ct ts s
3 C
1929 vergab Walt Disney eine erste Lizenz: Ein Hersteller von Schultafeln zahlte 300$, um
Micky Maus auf seinen Produkten abbilden zu dürfen. 36 Zunächst forcierten die Disney- Brüder das Geschäft mit Merchandising- Artikeln vorrangig unter dem Aspekt, durch die Präsenz von Waren aus der Sekundärvermarktung z.B. im
Handel zusätzliche Werbung für ihre Filme zu erzielen. 37 1930 schlossen die Disneys dann einen Merchandising- Vertrag mit der New Yorker George Borgfeldt Corporation, die Disney- Artikel für Nordamerika herstellen und vertreiben sowie
weitere Sublizenzen vergeben durfte. 38 Die zunehmende Popularität der Figuren Micky und Minnie auch außerhalb der Vereinigten Staaten führte schon kurz darauf zu einer Rechte- Vergabe für Europa, wo Disney durch William Banks Levy vertreten wurde.
Nach dem Auslaufen der Verträge mit Borgfeldt und Levy 1933 wurde der amerikanische
Werbefachmann Kay Kamen zum alleinigen Repräsentanten für Disney- Lizenzen. Eines
seiner ersten Geschäfte war eine Lizenzvergabe zur Herstellung von zehn Millionen Micky-
Maus- Eistüten. 39 Zahlreiche Firmen konnten in den folgenden Jahren durch eine
Lizenznahme vom positiven Image der Disney- Charaktere profitieren: 40 Die amerikanische Uhrenfirma Ingersoll, die 1933 kurz vor dem Ruin stand, steigerte durch die Verwendung von Micky auf ihren Uhren die Nachfrage nach ihren Produkten derart, daß die Belegschaft des
Werkes in Waterbury, Connecticut, von dreihundert auf dreitausend aufgestockt werden
mußte. Walt Disney legte stets großen Wert auf die Qualität der von seiner Firma lizenzierten Produkte. Bereits 1934 wurden alle Artikel einer künstlerisch- ästhetischen Kontrolle durch
einen festen Stab von Künstlern unterworfen. Hinzu kam eine Art ethisch- moralische
Kontrolle, die Lizenzen für Tabakwaren oder Alkohol trotz vielfacher Anfragen
entsprechender Produzenten grundsätzlich ausschloß.
Mitte der dreißiger Jahre fertigen etwa 80 US- Konzerne, darunter General Foods und
International Silver, von Disney lizenzierte Produkte vom einfachsten Spielzeug bis zum
Cartier- Schmuck aus Gold und Platin. Die Zahl der Hersteller belief sich weltweit auf 230. Zu dieser Zeit mußte Disney bereits häufig gegen unbefugte Verwendung der Disney-
36 Vgl. Baumhauer, Joachim F.: Disneyana: Sammelbares aus der Welt der Micky Maus. Augsburg, 1993, S. 35
37 Vgl. ebenda, S. 36
38 Vgl. zum folgenden ebenda, S. 36ff.
39 Vgl. ebenda, S. 37
40 Vgl. zum folgenden ebenda, S. 38
13
Charaktere prozessieren. Als Kay Kamen 1949 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam,
wurde sein Unternehmen, das bis zu diesem Zeitpunkt die Merchandising- Geschäfte im
Auftrag Disneys abgewickelt hatte, in eine Abteilung der Walt Disney Productions
umgewandelt, die zunächst von Oliver B. Johnston, ab 1955 von Vince Jefferds geführt
wurde. Besondere kommerzielle Erfolge konnten in den kommenden Jahren durch
Merchandisingartikel wie Trapperausrüstungen, Zelte, Gitarren, Lunchboxen und
Taschenmesser zu einer herausragend erfolgreichen Fernsehtriologie um einen
amerikanischen Helden der Pionierzeit namens Davy Crockett und durch eine Donald –
Duck- Mütze, die quietscht und einen Schnabel als Schirm hat erzielt werden. Beim
Ausscheiden Jefferds aus dem Unternehmen 1983 erwirtschaftete seine Abteilung einen
jährlichen Gewinn von 50 Millionen Dollar. Michael Eisner änderte nach seinem Eintritt bei
Disney die Merchandising- Strategie des Unternehmens: 41 Disney erwarb die Childcraft Education Corporation, um selbst Merchandingartikel zu produzieren; bei der Lizenzvergabe
erfolgte eine Konzentration auf große internationale Produzenten wie die Spielzeugfirmen
Matell und Hasbro, mit denen Exclusivverträge geschlossen wurden. Außerdem wurde ein
Direktvertrieb von Disney- Merchandising aufgebaut: In über 700 Disneystores weltweit
werden alle denkbaren Fanartikel rund um die Disneyfilme und ihre Protagonisten
angeboten.
1997 wurde die bisher umfangreichste Lizenzvereinbarung der Firmengeschichte
geschlossen: 42 Der McDonald`s– Konzern erwarb das Recht, in den nächsten zehn Jahren aktuelle Disney- Themen und Motive zu Werbezwecken verwenden zu dürfen. Da beide
Firmen ähnliche Zielgruppenschwerpunkte haben, nämlich vor allem junge Familien mit
Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren, profitiert die Walt Disney Company neben den
Lizenzeinnahmen zusätzlich von der Aufmerksamkeit, die ihr von den McDonald`s – Kunden
entgegengebracht wird. Seit 1997 sind Umsatz und Gewinn in diesem Segment rückläufig.
Der Gewinn ist im Geschäftsjahr 1999 gegenüber dem Vorjahr um 24% gesunken. Viele
Disneystores weltweit, darunter auch die drei deutschen Geschäfte, stehen wegen
mangelnder Rentabilität vor der Schließung. Als Reaktion auf die Umsatzeinbußen im
Geschäftsfeld „Consumer Products“ hat der Disney- Vorstand personelle Konsequenzen
gezogen: Mit dem früheren Chief Marketing Officer des Sportartikelherstellers „Nike“ Andrew
Mooney wurde 1999 ein neuer Präsident für diese Abteilung ernannt. 43 Um das Merchandising- Geschäft zu stärken, sollen die Disney- Geschäfte zukünftig umgestaltet und
modernisiert 44 und auf neue Zielgruppen, vor allem junge Mädchen und Jungen und auf
Erwachsene, ausgerichtet werden. 45 Weiterhin werden die Marktforschungs- und
41 Vgl. zum folgenden Baumhauer, a.a.O., S. 43
42 Vgl. zum folgenden Becher, a.a.O., 30.11.99
43 Vgl. Walt Disney Company, a.a.O., S. 3
44 Vgl. ebenda, S. 4
45 Vgl. ebenda, S. 39
14
Marketingaktivitäten mit dem Ziel intensiviert, „to bring the right product to the right market at
the right time“. 46 Außerdem soll die Anzahl der vergebenen Lizenzen halbiert werden, um
eine Konzentration auf wenige, wichtige Kunden zu ermöglichen. 47
3. .5 5 In nt te e r rn ne e t t a an nd d D Di ir re e c ct t M M a ar rk ke e t ti in ng g
3 I
Um die weitreichenden Internetaktivitäten der Walt Disney Company, die u.a. Disney.com.,
Family.com. und die Seiten der Fernsehsender ESPN.com, ABCNEWS.com und ABC.com
umfassen, zentral und wirksamer zu organisieren wurde im September 1997 die Buena Vista
Internet Group (BVIG) gegründet. 48 Zum Chairman der neuen Organisation wurde Jake Winebaum ernannt, der 1995 Disney Online gegründet und fortan geleitet hatte. Mit
Disney.com, ABC.com, ABCNEWS.com und ESPN.com sind in der Buena Vista Internet Group gleich vier der mit über 2 Millionen täglichen Nutzern am häufigsten angewählten
Seiten im Netz vertreten. Durch die rasant zunehmende Bedeutung des Internets ist es für
einen Medien- und Unterhaltungskonzern wie Walt Disney heute unerläßlich, im Online- Bereich massiv vertreten zu sein, um die gesamte Wertschöpfungskette nutzen zu können.
Im April 1998 hatte die Walt Disney Company zunächst das von Microsoft– Mitbegründer
Paul G. Allen geführte Unternehmen Starwave komplett übernommen. Starwave hatte zuvor
bereits die offizielle ESPN Website und später zusammen mit Disney auch ABCNEWS.com entwickelt. Im Juni 1998 kaufte Walt Disney 43% des weltweit viertgrößten Internetproviders
Infoseek. Starwave und Infoseek fusionierten in der Folge und bilden seit Januar 1999
zusammen mit der Buena Vista Internet Group einen separaten Internet- Geschäftsbereich mit dem Namen GO Network (www.go.com). Das GO Network ist als Konkurrent von
Suchmaschinen wie Yahoo! einzuordnen. Es bietet einen Suchdienst für Unterhaltungs-,
Sport- und Nachrichtenseiten im Internet an, kombiniert mit zahlreichen Unterhaltungsangeboten und weiteren Inhalten der Walt Disney Company. Durch den
Zusammenschluß sämtlicher Internet- Aktivitäten der Walt Disney Company im GO- Network
soll eine bessere Zusammenarbeit der Führungskräfte in diesem Bereich, eine festere
Marktposition gegenüber den neuen Anbietern und durch die neue Größe eine Erleichterung bei Firmenübernahmen erzielt werden. Schon einen Monat nach dem Start war GO.com die
am vierthäufigsten angewählte Seite im World Wide Web.
Im November 1999 stimmten die Aktionäre der Walt Disney Company der vollständigen Übernahme von Infoseek zu, womit auch in diesem Bereich, analog zur Firmenstrategie, die
uneingeschränkte Verfügungsgewalt und Kontrolle bei Disney liegt. Ende Januar 2000 teilte
46 Walt Disney Company, a.a.O., S. 39
47 Vgl. ebenda
48 Vgl. zum folgenden http://disney.go.co.pressinfo/bvig/bvig_backgrounder.html, 30.11.99
15
das Unternehmen mit, daß GO.com seine Internetstrategie ändern wird 49 : Zukünftig soll eine
weitgehende Konzentration auf die im Internet stark nachgefragten Unterhaltungs- und
Freizeitangebote erfolgen, nachdem weitere Online- Bereiche in Folge der starken
Konkurrenz durch Yahoo! und Lycos nicht den gewünschten Erfolg erzielt hatten. Das
Internet- Geschäft, das für die zukünftige Entwicklung der Walt Disney Company,
insbesondere in Bezug auf den Direktvertrieb von Merchandising- Produkten von großer
Bedeutung sein wird, ist bei der Walt Disney Company bislang defizitär.
4 Ko o n nz ze er rn n s st tr ra at t e eg g i ie e u u n nd d E Er rf fo o l lg g s s f fa a k kt to or r e en n d de er r W W a a l lt t D D i is s n n e ey y C C o o m mp p a an n y y
4 K
Die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der Walt Disney Company hat der
Unternehmensgründer Walter Elias Disney zum einen durch seine große kreative Leistung,
zum anderen durch die Etablierung einer Unternehmenskultur, die in ihren Grundzügen bis
zum heutigen Tag Bestand hat, geschaffen. Walter Disney kreierte mit fiktiven Figuren wie
Micky Maus und Donald Duck Ikonen der amerikanischen Kultur und hinterließ ein Filmarchiv
mit zahlreichen Klassikern der Filmliteratur, das heute als das wertvollste weltweit gilt. 50
Michael Eisner hat das enorme Potential dieser Schöpfungen erkannt und es ab 1984 als
neuer Chief Executive Officer der Walt Disney Company wirkungsvoll zu nutzen gewußt:
Dem Eisner- Management ist es zunächst gelungen, über den Wiedereinstieg des Konzerns
in das Fernsehgeschäft, vor allem über die Produktion und den Verkauf von TV- Filmen für
die Hauptsendezeit und die Wiederaufnahme einer sonntäglichen Disney- Sendung, den
Markennamen Disney erneut populär zu machen. Dabei legte Eisner besonderen Wert
darauf, die traditionelle Unternehmenskultur der Walt Disney Company wieder aufleben zu
lassen. „Our job wasn`t to create something new, but to bring back the magic […] to remind
people why they loved the company in the first place.“ 51 Das wichtigste strategische Ziel bei
der Unternehmenssanierung war der Aufbau einer leistungsfähigen und qualitativ
hochwertigen Kinoproduktion. 52 Dem Kinogeschäft kommt seit der Unternehmensgründung
eine überragende Bedeutung zu, weil es Grundlage für weitere Geschäftsfelder der Walt
Disney Company ist. Kinoerfolge der Filmabteilung verhelfen dem Konzern in der Regel zu
erheblichen Mehreinnahmen, die durch eine sich an die Kinoaufführung anschließende
optimale Auswertung erzielt werden können. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Strategie
des Konzerns, die Popularität von Filmerfolgen in verschiedenen Geschäftsfeldern zu
nutzen, liefert eine Studie von Nat West Securities zu der Verwertung des Disney-
49 Vgl. o.V.: http://www.internetwerte.de, 30.01.2000
50 Vgl. Becher, a.a.O.
51 Eisner, a.a.O., S. 235
52 Vgl. Eisner, a.a.O., S. 147
16
Zeichentrickfilms „Aladdin“: 53 Der Film spielte zunächst im Kino weltweit 440 Millionen $ ein. „Aladdin“ wurde anschließend mit über 24 Millionen verkauften Exemplaren zum bis dato
kommerziell erfolgreichsten Videofilm aller Zeiten, der Soundtrack zum Film war viele Wochen auf den vorderen Plätzen der internationalen Musikcharts. Es folgten „Aladdin-
Bühnenshows“ in den Disneyparks, ein „ Aladdin- Restaurant“ in Disneyland, eine sehr
erfolgreiche Eisrevue und zwei halbstündige TV- Sendungen zum Thema. Darüber hinaus wurde ein „Aladdin- Sega- Videospiel“ entwickelt und zahlreiche Merchandisingartikel wie
Poster, Bettwäsche, Puzzles, Schulranzen und Armbanduhren in die Disneystores
eingeführt. Die Analysten von Nat West Securities schätzen, daß Disney 1993 mit der
Verwertung „Aladdins“ 27 % seines Umsatzes erzielt hat. Aus der Abhängigkeit vom Publikumserfolg der Disney- Kinoproduktionen, die als Grundlage für eine sich
anschließende Sekundärvermarktung fungieren, resultiert für den Konzern die Gefahr, dass
weniger beliebte Filme zu sehr beschränkten Vermarktungsmöglichkeiten bzw. auch zu erheblichen Einbußen weiterer Geschäftsfelder führen. Der Gewinnrückgang in den letzten
beiden Jahren kann daher u.a. mit dem Ausbleiben eines überragenden Kinoerfolgs wie z.B.
„König der Löwen“ begründet werden, der als Grundlage für ein „company-wide marketing
event“ 54 und eine weitere erfolgreiche Auswertung dient.
Die Filmproduktion der Walt Disney Company ist durch eine umfangreiche horizontale
Konzentration (s. Abb. 4 im Anhang) mit derzeit acht unternehmenseigenen Film- und
Fernsehstudios gekennzeichnet. Durch die verschiedenen Filmlabels können auch Filme hergestellt werden, die andere Zielgruppen als das klassische Familienpublikum ansprechen.
Filme mit Altersbeschränkung werden grundsätzlich nicht unter dem Disney- Label
veröffentlicht, um den Markennamen Walt Disney, der für „saubere Familienunterhaltung“ steht, nicht zu gefährden. Die Auswertung der Kinoerfolge der verschiedenen Filmlabels der
Walt Disney Company erfolgt durch die umfangreiche vertikale und diagonale
Unternehmens-konzentration (s. Abb. 4 im Anhang) weitgehend unternehmensintern, wodurch Disney vor allem ein Höchstmaß an Unabhängigkeit erreicht. Unabhängigkeit hatte Walter
Disney bereits Ende der fünfziger Jahre angestrebt, als er die Distributionsfirma Buena Vista
gründete, um nicht weiter auf den Vertrieb der Disney- Produktionen durch United Artists
angewiesen zu sein. Neben der Unabhängigkeit von den Leistungen fremder Unternehmen können durch die vertikale Konzentration in jeder Verwertungsstufe die strengen
Qualitätsnormen des Unternehmens optimal überwacht und das Markenimage gestärkt
werden. Außerdem ergeben sich durch diese Konzentration finanzielle Vorteile, weil keine fremden Unternehmen beauftragt und bezahlt werden müssen. Nur in wenigen Fällen, die
vor allem das Ausland betreffen, kooperiert Walt Disney mit externen Partnern 55 , in der Regel
53 Vgl. zum folgenden Making It Sing and Dance, S. 163
54 Walt Disney Company, a.a.O., S. 3
55 Kooperationen wurden z.B. bei den Disneyparks in Tokyo und Paris oder der Beteiligung an ausländischen
17
um gesetzlichen Bestimmungen zu entsprechen oder um unternehmerische Risiken zu
reduzieren. 56 Walter Elias Disney hat zu Lebzeiten den Erfolg seines Unternehmens häufig
mit 4 C`s begründet: curiosity, confidence, courage und constancy. 57 Dieser Aufzählung müßte heute ein weiteres C für control hinzugefügt werden: Die Walt Disney Company strebt
eine uneingeschränkte Kontrolle über ihre Unternehmensaktivitäten an. Der Hauptgrund
hierfür ist der besondere Stellenwert des Markennamens Disney für den
Unternehmenserfolg. Generell gewinnen starke Markennamen durch das rasant wachsende
Informationsangebot und die damit einhergehenden erweiterten Wahlmöglichkeiten der
Rezipienten an Bedeutung, weil sie eine gewisse Orientierung liefern können. Das Disney-
Label steht weltweit für qualitativ hochwertige und jugendfreie Familienunterhaltung. 58 Alle Unternehmensbereiche der Walt Disney Company sind diesem Ruf verpflichtet und tragen
zu seiner Aufrechterhaltung und damit zur Stärkung des Markennamens bei. Durch
umfangreiche Vorschriften und Kontrollen versucht der Konzern jede potentielle Schädigung
des makellosen Markenimages auszuschließen: Das Disney- Label wird von der
Lizenzabteilung des Konzerns grundsätzlich nur für hochwertige Produkte vergeben. 59 Fernsehsender, die Disney- Programme ausstrahlen dürfen im Programmumfeld dieser
Produktionen keine Werbespots senden , die als anstößig empfunden werden könnten, und
in den akribisch sauber gehaltenen Vergnügungsparks des Unternehmens werden
grundsätzlich keine Bartträger beschäftigt. 60 Durch die strengen Vorschriften wurde in dem 110.000 Mitarbeiter umfassenden Walt Disney- Konzern eine weitgehend einheitliche
Unternehmenskultur etabliert, die ein Zusammenspiel der verschiedenen
Unternehmensbereiche erleichtert. Diese können gegenseitig füreinander werben und
wirkungsvoll die Bekanntheit des Markennamens stärken. Vor allem die massive Präsenz
der Walt Disney Company im Fernsehen wirkt sich positiv auf die Besucherzahlen in den
Vergnügungsparks und das Merchandising- Geschäft aus. Zudem erleichtert die enorme
Popularität des Disney- Markennamens den Einstieg in neue Geschäftsfelder wie z.B. die
Tourismusbranche, in der sich der Konzern u.a. mit dem Betrieb zweier Kreuzfahrtschiffe
engagiert. Zusätzliche Werbeeffekte entstehen durch umfangreiche, langfristige
Kooperationsverträge mit Weltfirmen wie Coca- Cola, Procter & Gamble oder Mc Donald`s,
die mit Disney- Themen werben. Derart enge Geschäftsbeziehungen zwischen
Medienunternehmen und Industriekonzernen sind jedoch unter dem Aspekt einer
unabhängigen Berichterstattung durch die Medien nicht unproblematisch. Es ist zweifelhaft,
ob Medienunternehmen über Firmen, mit denen sie wichtige wirtschaftliche Beziehungen
Fernsehsendern eingegangen, wobei der Gebrauch des Markennamens Disney in diesen Fällen streng
überwacht wird (Vgl. Eisner, a.a.O., S. 347)
56 Vgl. Sjurts, a.a.O., S. 10
57 Vgl. Schickel, Richard: Disneys Welt. Berlin: Kadmos- Verlag, 1997, S. 281
58 Vgl. Becher, a.a.O.
59 Vgl. Schertz, Christian: Merchandising. Rechtsgrundlagen und Rechtspraxis. München: Beck, 1997, S. 16
60 Vgl. Hachmeister, Lutz / Rager, Günther: Wer beherrscht die Medien? München: Beck, 1997, S. 38
18
unterhalten, weiter objektiv berichten werden. Kritische Beiträge dürften hier
unwahrscheinlich sein. Dagegen existieren gleich mehrere Walt Disney- Filme, in denen der
Disney- Kooperationspartner Mc Donald`s aktiv in die Handlung integriert ist. 61 Ein besonders auffälliges Product- Placement von Mc Donald‘s- Erzeugnissen kann dabei im
Disney- Kinoerfolg „The Santa Clause“ beobachtet werden. Dieser Film liefert zugleich ein
eindrucksvolles Beispiel für die Synergieeffekte, die im Medienkonzern Walt Disney
entstehen können: 62 Der Hauptdarsteller in „The Santa Clause“ Tim Allen hatte bereits große Popularität durch die von der Disney- Filmproduktionsfirma Hollywood Pictures produzierte
und von ABC ausgestrahlte Fernsehshow“ Home Improvement“ erlangt. Der im Umfeld
dieser Fernsehendung intensiv beworbene Kinofilm „The Santa Clause“ wurde in den USA
herausragend erfolgreich. Zeitgleich mit dem Kinostart erschien im konzerneigenen
Buchverlag „ Hyperion“ Tim Allens Autobiographie „Don`t Stand Too Close to a Naked Man“
und belegte unmittelbar nach der Veröffentlichung in Folge der enormen Aufmerksamkeit,
die der Spielfilm und die Fernsehshow erhielten, den ersten Platz der Bestsellerliste der New
York Times für Sachbücher. Um die Möglichkeiten einer solch effektiven „cross-promotion“
zwischen den Geschäftsfeldern systematisch zu nutzen, institutionalisierte die Walt Disney
Company sogar eigens einen „ Vice President of Corporate Synergy“. 63 Besondere Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft des Konzerns hat die 1995 erfolgte Übernahme
des amerikanischen Medienkonzerns Capital Cities/ ABC, die erst mit einer Änderung der
gesetzlichen Rahmenbedingungen möglich wurde. 64 Durch die Fusion hat es Disney geschafft, die Trennung zwischen der Programmherstellung und der Programmübertragung
aufzuheben und die vertikale Konzentration des Konzerns wesentlich zu erweitern. Mit Walt
Disney und ABC sind der weltweit wichtigste Filmproduzent und eines der größten
amerikanischen Networks zusammengegangen. Für die Fernsehstation ABC bedeutet dies,
daß sie zukünftig keine Wahlmöglichkeiten mehr zwischen den Produktionen verschiedener
unabhängiger Studios hat, der Programmproduzent Disney verliert dagegen eine
unabhängige Kontrollinstanz für die Qualität seiner Filme. Das zentrale strategische Ziel
dieser Akquisition war es, garantierte Zugangs- und Distributionsmöglichkeiten für Disney-
Programme und damit eine bessere Konkurrenzfähigkeit auf einem zunehmend globalen
Markt zu erlangen. Zudem erhofft sich die Konzernführung durch die internationalen
Fernseh- und Rundfunkbeteiligungen des übernommenen Unternehmens einen erleichterten
Zugang zu den Märkten in Asien und Europa. 65 Durch die Übernahme von ABC verfügt Disney heute mit ABC selbst und ESPN über zwei weitere sehr bekannte Markennamen.
Allerdings verhinderten die differenten Unternehmenskulturen von Disney und ABC in der
61 Vgl. Auer, Manfred: Werbung- below the line. Landsberg / Lech: Verlag Moderne Industrie, 1993
62 Vgl. zum folgenden Eisner, a.a.O., S. 341
63 Vgl. Sjurts, a.a.O., S.10
64 Vgl. hierzu Abschnitt 3.1. dieser Arbeit
65 Vgl. Eisner, a.a.O., S. 382
19
ersten Zeit nach der Fusion das Erzielen von Synergieeffekten und wechselseitigen
Werbewirkungen, wie sie zwischen den weiteren Geschäftsbereichen der Walt Disney
Company erreicht werden. 66 Während Medienkonzerne wie Time Warner, Bertelsmann, Viacom oder News Corporation
in ihrer unternehmensstrategischen Orientierung auf den Zukauf von bereits etablierten
Unternehmen ausgerichtet sind, hatte Walt Disney bis zur Übernahme von Capital Cities/
ABC auf unternehmensinternes Wachstum gesetzt und war mit wenigen Ausnahmen, z.B.
den Akquisitionen im Internetbereich und dem Kauf der Filmfirma Miramax 1993, organisch
gewachsen. Die Fusion mit dem größten amerikanischen Network stellt daher eine Zäsur in
der Unternehmensstrategie dar, die gleichzeitig einen Wendepunkt markieren könnte: Durch
den sehr hohen Programmbedarf des übernommenen Unternehmens könnten weitere
Zukäufe von Filmproduktionsfirmen erforderlich werden. 67 Im Ausland ist die Walt Disney Company vor allem durch den Export ihrer Programme, den
Disney- Channel, verschiedene Beteiligungen an Fernsehsendern, die Freizeitparks und die
Disneystores präsent. Die Expansion auf internationalen Märkten ist in den nächsten Jahren
das wichtigste strategische Unternehmensziel.
5 Au u s sb b l li ic ck k
5 A
Michael Eisner witzelt in seinem „Letter to Shareholders“ im aktuellen Jahresbericht der Walt
Disney Company darüber, daß der Weltkonzern Disney gegenwärtig nur 20 % seines
Umsatzes außerhalb der USA erzielt (s. Abb. 5 im Anhang): 68 „Disney is in the ironic position of being one of the best- known brands on the planet, but with too little of its income being
generated outside of the United States.“ 69 Um auf den Märkten Europas und Asiens zukünftig erfolgreicher agieren zu können wurde daher 1999 die Abteilung Walt Disney International
gegründet, die effektive Auslandsstrategien entwickeln soll. 70 Hier wird der Konzern wie zuvor in den USA vor allem das Ziel verfolgen, durch massive Film- und Fernsehpräsenz
Bekanntheit und Sympathie für das Disney- Markenlabel zu erzeugen und damit wirkungsvoll
für die weiteren Geschäftsfelder wie die Vergnügungsparks und den Merchandising- Verkauf
zu werben. Die unpolitischen und jugendfreien Inhalte des Unternehmens, vor allem die
Unterhaltungs- und Sportprogramme sollten dabei problemlos in größerem Umfang weltweit
exportierbar sein. Als Reaktion auf sinkende Umsatzzahlen hatte Walt Disney im
vergangenen Jahr mit umfangreichen Umstrukturierungsmaßnahmen und
66 Vgl. Eisner, a.a.O., S. 383
67 Vgl. hierzu Sjurts, a.a.O., S. 17
68 Vgl. Walt Disney Company, a.a.O., S. 12
69 Ebenda, S. 6
70 Vgl. ebenda
20
Kosteneinsparungen begonnen, wobei zunächst vor allem unprofitable Geschäftszweige wie
z.B. der Fairchild- Verlag abgestoßen und Fernsehsendungen mit unzureichenden
Einschaltquoten eingestellt wurden. Diese Maßnahmen scheinen sich bereits auszuzahlen:
Die am 24.01 2000 vorgelegten Quartalszahlen wiesen einen gegenüber dem Vorjahr um
fünf Prozent auf 6,8 Milliarden $ gestiegenen Umsatz und sogar einen um sieben Prozent
höheren Gewinn aus. 71 Vor allem der Umsatz der konzerneigenen Fernsehstationen ABC und ESPN konnte in Folge höherer Werbeeinnahmen mit 19 % im Vergleich zum
vorangegangenen Jahr erheblich gesteigert werden. Durch überragende Programmerfolge,
vor allem die Show “Who wants to be a Millionaire ?“, ist ABC nun erneut das erfolgreichste
Network in den USA. 72 Lediglich das Internet- Geschäft des Unternehmens ist weiter stark verlustbringend und auf
diesem konstanten Mißerfolg von GO.com bauen Fusionsgerüchte auf, die eine Übernahme
der Walt Disney Company durch die führende Internet- Suchmaschine YAHOO! oder ein
anderes in den Medienmarkt diversifizierendes Unternehmen voraussagen. 73 Vor allem die großen Internetanbieter, zukünftig wohl aber auch Telefonkonzerne suchen intensiv nach
redaktionellen Inhalten. Hintergrund dieser Entwicklung ist die zunehmende Konvergenz in
den bisher getrennten Bereichen der Computertechnologie, der Telekommunikation und der
Informations- und Unterhaltungsbranche, die sich durch medientechnologische
Veränderungen, insbesondere die Digitalisierung, entwickelt. Der weltgrößte Onlinedienst
AOL übernahm aus diesem Grund im Januar 2000 Time Warner, und auch die strategische
Allianz zwischen Vodafone Air Touch und dem französischen Mischkonzern Vivendi, die
gemeinsam ein europäisches Internet- Portal anbieten wollen, zeigt die dynamische
Entwicklung in diesem Bereich.
In absehbarer Zeit werden hier neuartige Multimediaunternehmen entstehen, die in
zahlreichen Geschäftsbereichen aktiv sind. Walt Disney, mit seinem einzigartigen Potential
an kreativen Inhalten, wäre für Unternehmen, die in den Medienmarkt diversifizieren wollen,
ein idealer Partner. Langfristig wird die Walt Disney Company nicht ohne eine erfolgreiche
Internet- Präsenz bestehen können. Daher hängt die Unabhängigkeit des Unternehmens
entscheidend von dem Erfolg der Neuausrichtung des Go- Networks ab.
71 Vgl. o. V.: YAHOO! Schlagzeilen, Wirtschaft. In: http://www.yahoo.de, 27. 01. 2000
72 Vgl. o. V.: Die Firma mit der Maus steuert ein Comeback an. In: YAHOO ! Schlagzeilen, Wirtschaft. In:
http://www.yahoo.de, 08.02.2000
73 Vgl. hierzu Korte, Jens: Die Signale stehen für Disney auf Go. In: Die Tele Börse, 03.02.2000, S. 57
III
An nh ha an ng gs sv ve er rz ze ei ic ch hn ni is s
A
Ab bb b. . T T i it te e l l A
1 Walt Disney Company (Hrsg.): IV-1
Neusegmentierung der Geschäftsbereiche der Walt Disney
Company
2 Walt Disney Company (Hrsg.): IV-2
Anteile der Geschäftsbereiche am Gesamtumsatz der Walt
Disney Company 1999
3 Walt Disney Company (Hrsg.): IV-3
Umsätze und Gewinne der Walt Disney Company im
Geschäftsjahr 1999
4 Welp, Christian: IV-4
Horizontale und vertikale Unternehmenskonzentration der
Walt Disney Company
5 Walt Disney Company (Hrsg.): IV-5
Umsatzverhältnis USA / International 1999
IV - 1
An nh ha an ng g
A
Ab b b b i il ld d u un n g g 1 1: :
A
Walt Disney Company (Hrsg.):
Neusegmentierung der Geschäftsbereiche der Walt Disney Company
Quelle:
Walt Disney Company (Hrsg.): The Walt Disney Company. Annual Report 1999. Burbank,
2000, S. 10.
IV - 2
Ab b b b i il ld d u un n g g 2 2: :
A
Walt Disney Company (Hrsg.):
Anteile der Geschäftsbereiche am Gesamtumsatz der Walt Disney Company
1999
Quelle:
Walt Disney Company (Hrsg.): The Walt Disney Company. Annual Report 1999. Burbank,
2000, S. 11.
IV - 3
Ab b b b i il ld d u un n g g 3 3: :
A
Walt Disney Company (Hrsg.):
Umsätze und Gewinne der Walt Disney Company im Geschäftsjahr 1999
Quelle:
Walt Disney Company (Hrsg.): The Walt Disney Company. Annual Report 1999. Burbank,
2000, S. 44.
IV - 4
Ab b b b i il ld d u un n g g 4 4: :
A
Welp, Christian:
Horizontale und vertikale Unternehmenskonzentration der Walt Disney
Company
IV - 5
Ab b b b i il ld d u un n g g 5 5: :
A
Walt Disney Company (Hrsg.):
Umsatzverhältnis USA / International 1999
Quelle:
Walt Disney Company (Hrsg.): The Walt Disney Company. Annual Report 1999. Burbank,
2000, S. 13.
Li it te er ra at tu ur rv ve er rz ze ei ic ch hn ni is s
L
Auer, Manfred:
Werbung- below the line Landsberg / Lech: Verlag Moderne Industrie, 1993
Baumhauer, Joachim F.:
Disneyana: Sammelbares aus der Welt der Micky Maus Augsburg, 1993
Becher, Jörg:
Mickey und die Mäuse In: http://www.bilanz-online.de, 30.11.99
Eisner, Michael:
Work in Progress New York: Random House, 1998
Grover, Ron:
Die Disney- Story Frankfurt am Main / Berlin: Verlag Ullstein, 1994
Hachmeister, Lutz / Rager, Günther:
Wer beherrscht die Medien? München: Beck, 1997
Johns, Dirk Max:
Wirtschaftsmacht Fernsehen: Märkte und Mythen der Medienindustrie Frankfurt am Main: Fischer- Taschenbuch- Verlag, 1998
Korte, Jens:
Die Signale stehen für Disney auf Go In: Die Tele Börse, 03.02.2000
Kotteder, Franz:
Medienmoguln, Meinungsmacher, Marktbeherrscher München: Heyne Verlag, 1997
Kunczik, Michael:
Media giants Bonn, 1997
o.V.:
Die Firma mit der Maus steuert ein Comeback an, 08.02.2000 In: YAHOO ! Schlagzeilen, Wirtschaft. In: http://www.yahoo.de
o.V.:
http://disney.go.co.pressinfo/bvig/bvig_backgrounder.html, 30.11.99
o.V.:
http://www.internetwerte.de, 30.01.2000
o.V.:
YAHOO ! Schlagzeilen, Wirtschaft, 27. 01.2000
In: http://www.yahoo.de
Schertz, Christian:
Merchandising. Rechtsgrundlagen und Rechtspraxis München: Beck, 1997
Schickel, Richard:
Disneys Welt Berlin: Kadmos- Verlag, 1997
Sjurts, Insa:
Internationale Medienmärkte im Wandel Hamburg: Diskussionsbeiträge des Instituts für betriebliche Logistik und Organisationstheorie der Universität der Bundeswehr Hamburg. Hamburg, 1997
Walt Disney Company (Hrsg.):
The Walt Disney Company. Annual Report 1999 Burbank, 2000
Arbeit zitieren:
Christian Welp, 2000, Die Walt Disney Company, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Filmpiraterie und ihre Auswirkungen auf die Kino- und Filmbranche
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Hier kommt die Maus....
Eine rundum gelungene Arbeit, die Herr Welp uns liefert. Mit Hilfe seiner weit über Durchschnitt liegenden Arbeit, werden Strategien, Strukturen und Zukunftsaussichten auf dem Schlachtfeld der großen Spieler im globalen Medienmarkt möglich.
am Tuesday, May 23, 2000-
Nick Weichsler
Where the magic lives.
Die Arbeit von Christian Welp erschließt dem Leser durch profunde und umfangreiche Informationen die Walt Disney Company als einen der größten und erfolgreichsten Medienkonzerne der Welt.
Zudem ist der Text alleine schon wegen der hervorragenden Formulierung lesenswert - eine Lektüre ist nicht nur dem Interessierten sondern jedem zu empfehlen!
am Monday, June 19, 2000-