erhielt, möglicherweise um Heras Zorn zu besänftigen. Bis dahin war er einfach "Alkides" genannt worden, nach Amphitryons Vater Alkaios.
Die erste Aufgabe bestand darin, den Nemeischen Löwen zu häuten und das Fell seinem König zu bringen. Den ganzen Nachmittag durchstreifte der Halbgott den Hain, konnte ihn aber nicht finden. Gegen Abend trottete der Löwe daher. Aber alle Pfeilschüsse, die Herakles abfeuerte, konnten ihm nichts antun. Dann nahm er seine Keule und streckte ihn zu Boden. Hierauf stürzte er sich auf den Löwen und erwürgte ihn. Nun musste er den Löwen häuten, was ihm aber nur mit des Besiegten Krallen gelang. Daraus verfertigte er sich einen Schutzpanzer mit dem er Eurystheus erschreckte.
Die zweite Arbeit lautete, die neunköpfige Schlange, die Lernaiische Hydra, zu erledigen. Unerschrocken näherte er sich mit seinem Neffen Iolaos dieser, aber sobald er ein ekeliges Haupt abgeschlagen hatte, traten zwei neue hervor. Somit schlug er noch einmal auf die Bestie ein, rief Iolaos zu Hilfe und verbrannte mit einer von ihm vorbereiteten Fackel die Wundstelle. Auf diese Weise bestand er auch das zweite Abenteuer.
Der dritte Auftrag war es, die Kerynitische Hirschkuh lebendig nach Mykenai zu bringen. Über ein Jahr lang jagte er diese bis er sie mit einem Pfeischuss lähmte und nachdem er Artemis überreden konnte, dass er es nicht aus Mutwille tat, brachte er sie zu Eurystheus.
Die vierte Aufgabe, den Erymanthischen Eber zu bezwingen, erledigte er , indem er ihn mit Geschrei aus dem Wald heraustrieb und bis zur Erschöpfung verfolgte.
Die fünfte Arbeit, die Herakles verrichten sollte , war eines Helden und Halbgottes wenig würdig: Er sollte den Viehhof des Königs Augeias ausmisten. Er leitete mit Hilfe eines tiefen Grabens einen Fluss um, und erledigte damit seine Aufgabe blitzschnell. Weil er von Augeias Lohn verlangte, erkannte sein König die Aufgabe nicht an.
Die sechste Aufgabe bestand darin, die Stymphalischen Vögel zu verjagen. Am Anfang war der Halbgott ratlos, als ihm plötzlich Pallas Athene auf die Schultern klopfte und ihm zwei Klappern überreichte. Mit diesen gelang es ihm die Vögel zu verscheuchen.
Die siebte Aufgabe lautete, den Kretensischen Stier zu bändigen und ihn vor Eurystheus zu bringen. Einst wollte König Minos Poseidon ein Geschenk
machen. Als er aber einen andern Stier, weil der schönste ihm selber so gut gefiel, vorschickte, machte Poseidon den Stier wahnsinnig. Aufgrund dessen half Minos Herakles und schwamm mit dem schnell besiegten Tier Heim. Als achte Arbeit trug nun der Vetter dem Herakles auf die Stuten des Diomedes nach Mykenai zu bringen. Er zähmte die Pferde , indem er ihnen ihre Wächter vorwarf. Eurystheus weihte diese der Göttermutter Hera.
Um die neunte Aufgabe zu bestehen, musste er den Gürtel der Amazonenkönigin Hippolyta Euystheus bringen. Die Königin konnte er schnell überzeugen woraufhin Hera wütend wurde und die Amazoninen auf Herakles hetzte. Nachdem Melanippe, die Anführerin, besiegt war, stoben die anderen weg und er konnte glücklich zurückkehren.
Die zehnte Aufgabe lautete, die Rinder des dreileibigen Riesen Geryones zu rauben. Mit Hilfe von einer kleinen Schar Leute startete er das Unternehmen und als er dort ankam, stellte der Riese ihn und Herakles musste gegen ihn und Hera kämpfen. Aber ein von ihr abgefeuerte Pfeil traf Herakles und versehentlich auch den Riesen tödlich. Somit war auch die zehnte Aufgabe erfüllt.
Weil Eurystheus zwei Arbeiten nicht anerkannte, musste Herakles noch zwei andere Aufgaben verrichten (absolvieren), nämlich die Äpfel der Hesperiden aus dem Göttergarten und Kerberos aus der Unterwelt holen. Die erstere erledigte er mit Hilfe Atlas', Sohn des Iapetos. Zunächst war es Herakles unmöglich den Garten zu finden. Erfragte deshalb die Nymphen des Flusses Eridanos, und sie rieten ihm den Ort von Nereus zu erpressen, einen der Meeresgötter, der sich in phantastische Gestalten zu verwandeln pflegte, wenn man ihn angreifen wollte.
Bei der zwölften Aufgabe durchbohrte Herakles' Pfeil Pluton. Daraufhin weigerte er sich nicht den Höllenhund freizugeben, wenn Herakles ihn waffenlos bezwänge. So kam es auch.
Damit hätte er, wenn er sein irdisches Leben beenden würde, die Unsterblichkeit erreicht.
Aus dem Dienst bei Eurystheus entlassen, kam Herakles wieder nach Theben und trat seine Frau Megara, deren Kinder er getötet hatte, an seinen Freund Iolaos ab. Er selbst warb um Iole, die Tochter des Königs von Oichalia. Er bekam sie nicht zur Frau, denn, so erklärte man ihm, es sei nicht auszuschließen, daß er wieder seine Kinder umbrächte.
Tatsächlich stürzte er nach einem neuen Anfall von Wahnsinn, einen Bruder der Iole, welcher ihm geraubte Rinder suchen half, von den Mauern der Burg Tiryns herab.
Wiederum ging er nach Delphi um das Orakel zu befragen welche Buße er auf sich zu nehmen habe. Doch die Priesterin wies ihn ab. Daraufhin raubte er den heiligen Dreifuß in der Absicht, ein eigenes Orakel zu gründen. Apollon wollte solche Gewalttat nicht dulden und kämpfte mit Herakles um dessen Beute, bis Zeus mit einem Blitzstrahl die beiden trennte und den Streit schlichtete. Der Götterspruch, den Herakles nun erhielt, war hart: Er sollte für drei Jahre in die Sklaverei verbannt werden.
Er wurde von Omphale, Lydiens Königin, gekauft. In ihrem Dienst bezwang Herakles die Kerkopen, nahm an der Jagd auf den Klydonischen Eber und am Zug der Argonauten teil.
Als er wieder frei war, begann Herakles mit allen Menschen abzurechnen, die ihm Unrecht getan hatten.
Herakles kam auf die Insel Kos. Die Griechen wurden von den Meropern überfallen, deren König Eurypylos von Herakles getötet wurde. Nachdem Zeus die Titanen in den Tartaros, die finstere Unterwelt, hinabgestoßen hatte, griffen ihn die Giganten an. Nur mit der Hilfe eines Sterblichen hätte er die Schlacht gewinnen können. Gaia (Urmutter) versuchte Herakles' Teilnahme zu verhindern aber Pallas Athene konnte ihn dennoch zum Kampfe rufen. Mit seiner Hilfe waren die Götter des Olymps siegreich und zum Danke durfte er sich, wie nur Dionysos zuvor Olympier nennen. Die Giganten wurden unter einem Stück des Eilandes, ein vom Poseidon abgerissener Teil der Insel Kos, begraben. Er kämpfte gegen Augias und besiegte ihn. Er opferte seinem Vater Zeus in Olympia und soll die Olympischen Spiele gestiftet haben. Er beglich eine alte Rechnung mit König Neleus und besiegte seine Feinde in Sparta.
Zwischendurch warb er um Deianeira, die ihm der Flußgott Acheloos vergebens streitig machte. Deren Eifersucht und die List des Kentauren Nessos brachten ihm schließlich den Tod, denn als er die noch offene alte Rechnung mit dem König von Oichalia beglich und die schöne Iole als Gefangene
wegführte, fürchtete Deianeira, er werde ihr untreu werden, und tränkte , wie einst der sterbene Nessos (welcher von Herakles Pfeil getötet wurde) ihr geraten hatte, ein Kleidungsstück mit dessen Blut, das sie für ein starkes Liebesmittel hielt. Kaum hatte Herakles das Gewand,das seine Frau ihm sandte, angelegt , da klebte es an seinem Leib , in den sein Gift sich hineinfraß, und als er es wegreißen wollte, da riß er sich zugleich das Fleisch in Fetzen ab.
Von schrecklichen Qualen gemartert, ließ er sich auf den Berg von Oita bringen und dort einen Scheiterhaufen schichten. Den bestieg er und befahl, ihn anzuzünden, doch keiner seiner Freunde war dazu bereit. Zufällig kam Poias, ein Hirt, auf der Suche nach verlaufenen Schafen des wegs und tat, wie Herakles verlangte. Während der Holzstoß brannte, wurde der Held unter Donner und Blitz auf den Olymp entrückt, wo ihn Zeus mit Hera versöhnte und mit ihrer Tochter Hebe verheiratete
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Grünberger Dagmar, 2000, Herakles, Munich, GRIN Publishing GmbH
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