DER BUDDHISMUS
1. Buddhas Leben
· geboren 563 v. Chr. als Sohn des Herrschers von Kapilavastu südlich des Himalaya Gebirges
· wurde Siddhartha(,,Der sein Ziel erreicht hat") Gautama genannt
· Weissagung nach der Geburt: Er würde ein König und Weltbeherrscher werden, wenn er im Hause verbliebe, wenn er es aber verließe, so würde er ein Erleuchteter werden.
· wuchs umgeben von Prunk und Luxus im Palast auf
· verließ mit 29 Jahren den Palast, seine Frau und den gerade geborenen Sohn, nachdem er vier Ausfahrten gemacht hatte, bei denen ihm das Leid in Gestalt eines Greises, eines Kranken und eines Leichnams begegneten; schließlich traf er jedoch einen Mönch, der über das Leid erhaben zu sein schien und den sich der Prinz nun zum Vorbild machte
· lebte in strenger Askese in Uruvela und geriet dabei an die Grenzen seines körperlichen Leidens, die ihm immer noch nicht zur Erleuchtung verhalfen
· verwarf nach sieben Jahren den Weg der Askese und ging den Mittelweg zwischen Maßlosigkeit und Selbstverleugnung
· erlange während der Meditation unter einem Feigenbaum die Erleuchtung
· erschloss die Vier edlen Wahrheiten:
1. Leben ist Leiden, das auch durch den Tod nicht beendet wird, da eine Wiedergeburt stattfindet.
2. Die Ursache alles Leidens liegt in der Unwissenheit, der Begierde und dem Neid.
3. Das Leiden kann beendet werden durch die Überwindung des Unverständnisses, der Begierde und des Gebundenseins.
4. Der Weg zur Überwindung des Leidens ist der edle achtfache Pfad : rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Denken und rechtes Sichversenken.
_ Moral, Weisheit und Samadhi oder: Meditation
· führte fortan ein Leben als wandernder Prediger, Lehrer und Helfer der Menschen
· starb 483 v. Chr. im Alter von 80 Jahren
2. Buddhas Lehre
Anatman
· Person als Einheit von fünf Aneignungsgrupppen oder ,,Bündeln" (Skandhas): der physische Körper, Empfindungen, Wahrnehmungen, Geistesregungen und Bewusstsein
· Person ist nur zeitweilige Kombination dieser, einem ständigen Wandel unterliegenden Gruppen
_ ständige Wandlung einer Person
· Einzelne Elemente oder Kombinationen sind nicht als eigenständig existierendes Selbst oder Seele anzusehen
=>keine ewige Einzelseele
· Dasein geprägt durch Anatman (keine Seele), Anitya (Unbeständigkeit) und Dukkha (Leiden)
· Glaube an Wiedergeburt ohne Seelenwanderung
Karma
· umfasst die Taten einer Person und deren ethische Folgen
· gute Taten werden belohnt, schlechte bestraft
· unterschiedliche Karmas können zur Wiedergeburt als Mensch, Tier, hungriger Geist, Bewohner der Hölle oder sogar als einer der Hindugötter führen
· Götter unterliegen wie alle Wesen dem Tod und der Wiedergeburt, womöglich in eine niedere Daseinsform, führen allerdings ein langes genussreiches Leben
· Sie haben keinerlei Macht über das menschliche Schicksal und sind nicht die Schöpfer des Universums
· Möglichkeit der Erleuchtung ist nur den Menschen gegeben
Nirvana
· Endziel des buddhistischen Weges: Befreiung aus dem Kreis der immer wiederkehrenden Welt der Erscheinungen und den damit verbundenen Leiden
· Zustand der Erleuchtung in dem Gier, Hass und Unwissenheit erlöschen
· Nicht zu definierender Bewusstseinszustand
· Wesen kann nach der Erleuchtung weiterleben und erreicht mit dem Tod den Endzustands des vollkommenen Nirvanas (Parinirvana)
· Wege zum Nirvana:
Paläste des Brahma:Güte, Mitleid, mitfühlende Freude und Gleichmut
Fünf Gebote:Verbot zu töten, zu stehlen, Vermeidung von Lüge, Enthaltung von unkeuschem Wandel sowie vom Genuss von Rauschmitteln
=>die drei Hauptwurzeln des Bösen - Gier, Hass und
Verblendung - werden überwunden
3. Spaltung des Buddhismus
· Theravada-Buddhismus,die Lehre der Alten; (Hinaya-Buddhismus) auch ,,kleines Fahrzeug" genannt
-Orthodoxe Richtung, die besonders auf Ceylon und in
Hinterindien verbreitet ist
· Mahayana-Buddhismus, das ,,große Fahrzeug"
- Spätform, die besonders in den Himalayaländern und in China verbreitet ist
- Anhänger glauben an die dreifache Körperlichkeit (Trikaya):Körperlichkeit der Essenz, Körperlichkeit der gemeinschaftlichen Glückseligkeit und die Körperlichkeit der Umwandlung
_ Abspaltung: Zen-Buddhismus, strenge Meditationsschule, entstanden im 6.Jhdt., breitete sich im 13. Jhdt. in Japan aus
Weitere neue Glaubensrichtungen:
-Nitschiren-Buddhismus
-Amidismus oder Sekte ,,Reines Land"
· Tantrismus, auch Vajrajana ,,diamantenes Fahrzeug" genannt;Entstanden im 7. Jhdt. Als Ableitung des Mahayana; stützt sich auf Zeremonien mit Meditation und Mandalas; vorherrschend im Tibet
4. Buddhistische Literatur
· Buddha selbst hinterließ keine Schriften
· Mündliche Überlieferung über mehrere Jahrhunderte hinweg
· Erste schriftliche Fixierung im 1. Jhdt.
· Kein vollständiger Kanon in Sanskrit erhalten
· Therevadischer Kanon in Pali vollständig erhalten: Tripitaka oder ,,Dreikorb":
- Sutra Pitaka (Sammlung von Gesprächen)
- Vinaya Pitaka (Kodex, der die Ordensregeln festlegt)
- Abhidharma Pitaka (philosophische und Lehrgespräche sowie Klassifizierungen)
- Nichtkanonische Texte mit beträchtlichem Einfluss sind Milindaphana (Fragen des Königs Milinda) und Visuddhimagga (Weg der Säuberung)
· Wichtige Mahayana Schriften:
- Saddharmapundarika Sutra (Lotos des guten Gesetzes Sutra, bekannt als Lotos Sutra)
- Vimarlakirti Sutra
- Avartamsaka Sutra (Garland Sutra)
- Lankavatara Sutra (ein Buddhas Abstieg nach Sri Lanka beschreibendes Sutra)
- Prajnaparamita (Perfektion der Weisheit)
5. Institutionen und Praktiken
Klosterleben
· frömmste Anhänger Buddhas sind seit den Anfängen in der Ordensgemeinschaft der Sangha organisiert
· erkennbar an den geschorenen Köpfen und der Robe aus ungenähtem, orangefarbenem Tuch
· traditionelle Aufgaben: Veranstaltung von Begräbnissen und Gedenkfeiern zu Ehren der Toten (Rezitieren von Schriften, sowie Übertragung der Dienste zugunsten des Verstorbenen)
Laienbekenner
· Laienbewegung ist individueller Natur und nicht so sehr ab eine Gemeinde gebunden
· Gleiches Glaubensbekenntnis, wie die Sangha: ,,Ich suche Zuflucht in Buddha. Ich suche Zuflucht im Dharma. Ich suche Zuflucht im Sangha ."
6. Buddhismus heute
· Weltweit ca.300 Mio. Buddhisten
· Vorherrschend im asiatischen Raum
· In Deutschland ca.40 000 praktizierende Buddhisten

Bildnis Buddhas in Nepal Dalai Lama

Junge Mönche
Anhang/ Erläuterungen:
- Sanskrit:Sprache der klassischen Literarur der arischen (edlen) Inder
- Pali: mittelindische Sprache; eine Art volkstümlicher Dialekt, der sich aus dem Sanskrit entwickelt hat
- Sutra (=Leitfaden): kurze Lehrsätze und Sprüche der altindischen Literatur
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Christina Köhler, 2000, Buddhismus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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katja
hm...nicht schllecht!.
Dein Referat finde ich äußerst interessant und umfangreich.
Jedoch habe ic nicht das gefunden , nach dem ich suche.
Wäre schön gewesen , wenn dabei gestanden hätte, wie die Buddhisten Zu Jesus stehen, wer Jesus für sie ist...ob nur ein Prophet oder Gott selbst.....
on Friday, January 12, 2001-
Upasaka
Manches unklar, aber dennoch....
Als Buddhist habe ich die Arbeit mit besonderem Interesse gelesen. Auch wenn einige Unklarheiten und Ungenauigkeiten enthalten sind (die aber u.U. nur für Buddhisten interessant sind), ist es eine gute Grundlage für weitere Informationen und Gespräche.
MfG
Upasaka
on Thursday, March 08, 2001-
h
h.
was ist mit der Tranzendenz?
on Thursday, April 05, 2001-
Silka
Thanx.
echt gut, danke! Hat mir echt geholfen.
on Thursday, June 07, 2001-
Katvar Tsewang Gyang
Einfach FALSCH !.
Die 4 edlen Wahrheiten sind falsch erläutert.
Die 4 edlen Wahrheiten besagen vielmehr: Das Leben ist leidvoll, und Schuld daran ist unser anhaften (Sabbe dhamma nalam abhinivesaya). Wir haften den Dingen an, indem wir sie begehren (Gier), sie hassen (Ablehnung, Widerstand) und ihre wahre Natur nicht erkennen (Verblendung). Das Beenden dieses Kreislaufes ist möglich durch Nicht-anhaften. Die Praxis dazu ist der achtfache Pfad, der sich auf die Prinzipen des Gutes-Tun und Schlechtes-nicht-tun gründet (sabbe papassa akaranam, kusalassupasam pada).
Buddhas Lehre befasst sich nicht mit Wiedergeburt: "Mit dem höchsten Verständnis weiss man, dass, weil niemand geboren wurde, es auch niemanden gibt, der stirbt und wiedergeboren wird. Deshalb ist die ganze frage nach der Wiedergeburt ziemlich dumm und hat mit Buddhismus überhaupt nichts zu tun." (Zitat aus "Kernholz des Bodhibaums", Autor Ajhan Buddhadasa. Das Buch wurde von der UNESCO als herausragendes Buch anerkannt. Es kann kostenlos downgeloaded werden!). Karma bezieht sich auf die Wiedergeburt, und hat damit ebenfalls Nichts mit Buddhismus zu tun.
Begriffsdefinition zu Dukkha ist falsch. Dukkha beinhaltet die Herzenstrübungen (Kilesa) ebenso wie Freude und Glück. Dukkha ist jedes bedingte Gefühl, das durch Anhaften (durch ein "Ich" oder "Mein") entsteht.
Begriffsdefinition zu Nirvana ist falsch. Der ursrpüngliche Begriff lautete Nibànà: Leerheit (im Sinne von Leer von "Ich" oder "Mein".)
= Leider sehr oberflächlich :-(
on Tuesday, February 26, 2002-
Elena
Bdddhismus.
naja, zu aufzählend!!!
on Sunday, April 28, 2002-
Francesco Ficicchia
Buddhismus (Autorin: Christina Köhler).
Im Rahmen der gegebenen Kürze gute Darstellung der Lehre Buddhas.
Unzureichend ist die Karma-Interpreation: Karma ist weder Belohung noch Strafe für die im Leben gewirkten Taten. Karma vergilt nicht, sondern misst zu. Karma ist keine Sanktion, sondern das Resultat unseres eigenen Tun und Lassens. Nicht mehr und nicht weniger.
Irreführend ist es, von einer "Spaltung" des Buddhismus in die zwei Hauptströme Hinayana und Mahayana zu sprechen. Das Mahayana ist das Ergebnis einer philosophischen Ausformulierung und Fortentwicklung der Lehre und nicht aus einem Streit hervorgegangen.
Die Verbreitung des Buddhismus ist mit etwa 500-600 Mio. Anhängern zu veranschlagen; die Zahl von 300 Mio. beruft sich auf Schätzungen, die schon vor 50 Jahren im Umlauf waren.
Sarva mangalam
Francesco Ficicchia
http://www.navayana.ch
on Saturday, July 20, 2002-
oliver
buddhismus.
absolout super
on Saturday, September 21, 2002-
olga
buddhismus.
schön
on Tuesday, July 15, 2003-