Baustellenmörtel
Der Baustellenmörtel wird aus Bindemittel, Sand und Zusatzmitteln direkt auf der Baustelle hergestellt.
Mörtelherstellung
Zusammensetzung des Mörtels:
Bindemittel: Zement (nach SIA 215.001)
Zuschläge: Sand, gewachsener Rund- und/oder Brechsand (nach SIA 162) Wasser: (nach SIA 162) Zusatzstoffe: Je nach Bedarf: Steinmehl, Flugasche, Puzzolane Zusatzmittel: Luftporenbildner, Verzögerer, Methylcellulosen, Hydrophobierungsmittel (nach SIA 162)
Herstellung von Werkfrischmörtel, Werktrockenmörtel
In allen modernen Mischwerken (für Trocken- und Frischmörtelherstellung), sorgt eine Mikroprozessorsteuerung für die genaue Einhaltung der Rezeptvorgaben und für eine intensive Durchmischung der Einzelkomponenten.
Der Werktrockenmörtel wird in Säcke oder Silos abgefüllt. Das Silomaterial wird mit einem angeflanschten Durchlaufmischer zu Frischmörtel auf der Baustelle gemischt. Das Wasser wird ebenfalls im Durchlaufmischer zugegeben. Sackmaterial ist ebenfalls mit einem Durchlaufmischer oder, falls dieser nicht zur Verfügung steht, im Zwangsmischer zu mischen (ca. 1 Minute). Der Werkfrischmörtel wird direkt mit Fahrmischern auf die Baustelle transportiert und dort in Mörtelkübel abgefüllt.
Herstellung von Baustellenmörtel
Die Einzelkomponenten werden von Hand abgemessen. Der Mörtel wird anschliessend mit einem Zwangsmischer oder auch von Hand gemischt.
Allgemein gilt:
Baustoffe sind auf der Baustelle vor Witterungseinflüssen zu schützen und fachgerecht zu lagern!
Verarbeitung
Die Verarbeitung des Mörtels muss nach den Weisungen des Lieferanten erfolgen. Die erforderlichen Mischzeiten sind beim Werk-Trockenmörtel und beim Baustellenmörtel unbedingt einzuhalten!
Beim Baustellenmörtel muss darauf geachtet werden, dass die Dosiergenauigkeit und -regelmässigkeit ausreichend ist.
Ist der Mörtel während dem Abbinden durch extreme Temperatur- oder Windverhältnisse gefährdet, sind geeignete Schutzmassnahmen zu treffen (z.B. Abdecken, Besprühen).
Bei Aussentemperaturen unter 5°C darf ohne spezielle Massnahmen nicht gemauert werden. Es muss sichergestellt sein, dass das Abbindewasser des Mörtels während dem Abbinden nicht gefriert. Frostschutzmittel dürfen dem Mörtel nur zugesetzt werden, wenn ihre Eignung nachgewiesen wird. (Übliche Frostschutzmittel sind Beschleuniger und setzten den Gefrierpunkt vom Wasser nur unwesentlich herunter.) Das Mauerwerk ist vor Witterungseinflüssen und sonstigen schädigenden Einwirkungen zu schützen.
Ebenso ist der Frischmörtel auf der Baustelle vor extremen Witterungseinflüssen, wie Austrocknen oder Durchnässen, zu schützen.
Werktrocken- und Baustellenmörtel sind möglichst frisch zu verarbeiten. Wird der Mörtel ``stumpf``, hat die Hydratation bereits eingesetzt. Ein Aufmischen mit Wasser kann diesem Mörtel wohl zu einer verarbeitungsgerechten Konsistenz verhelfen, jedoch sinkt die Festigkeit dieses Mörtels sehr stark ab.
mineralisch gebundene Mörtel
Zu den mineralischen Mörtel gehören Kalkzementmörtel, Zementmörtel und Gipsmörtel. Sie enthalten mineralische Bestandteile. Sie werden vor allem zur Instandsetzung von Mauerwerk verwendet (Restauration).
Kalkzementmörtel nennt man nicht nur diejenigen Mörtelmoertel.htm, die Kalk und Zement enthalten, sondern auch die in der Praxis viel häufiger verwendeten Mischungen mit hochhydraulischen Kalken oder Putz und Mauerbindern, weil diese ähnliche Eigenschaften besitzen. Kalkzementmörtel sind deutlich druckfester und für fast alle Einsatzgebiete geeignet z.B. für herkömmliches Mauerwerk und für Außenputze. Sie sind auch für Innenputze noch genügend wasserdampfausgleichend. Diese Mörtel gelten
daher als Universalmörtel. Auch die meisten Reparaturmörtel sind Kalk-Zement- Mischungen.
Zementmörtel sind sehr hart und spröde und nehmen nur wenig Feuchtigkeit auf. Sie eignen sich vor allem für Putze an erdberührenden Mauern und im Sockelbereich. Da sie jedoch auch wenig Feuchtigkeit entweichen lassen, sollte man sie auf keinen Fall dort einsetzen, wo eine Austrocknung von Mauerwerk erwünscht ist. Gipsmörtel sind wenig druckfest und feuchtigkeitsempfindlich. Sie eignen sich deshalb nur für Innenputze. Erstarrungsverzögerer ermöglichen eine ausreichende Verarbeitungszeit.
kunststoffgebundene Mörtel
Kunststoffe können heute die genannten klassischen Bindemittel teilweise oder sogar ganz ersetzen. Es gibt Mörtel mit hohem Kunststoffanteil (organische Mörtel). Fast alle Fertigmörtel enthalten Kunststoffzusätze um Eigenschaften und Verarbeitbarkeit zu verbessern.
organische Zusatzmittel und Zusatzstoffe zur Mörtelvergütung: Metallseifen als Hydrophobiermittel, synthetische Tenside als Luftporenbildner, Cellulosen als Plastifizierer und Wasserrückhaltemittel, Polymerdispersionen Beeinflussung der Mörteleigenschaften durch organische Zusätze
Frischmörtel
Verarbeitbarkeit (Erhöhung der Plastizität bzw. Geschmeidigkeit, Verringerung der Entmischungsneigung, Verlängerung der Verarbeitbarkeitsdauer, Verbesserung der Frischmörtelhaftung und Standfestigkeit).
Wasserrückhaltevermögen (besonders wichtig bei dünnen Mörtellagen). Wasseranspruch nimmt ab Festmörtel
Luftporengehalt (Erhöhung oder Verringerung möglich) Haftfestigkeit nimmt zu.
Biegezugfestigkeit nimmt zu.
Druckfestigkeit nimmt nicht zu.
Elastizitätsmodul nimmt ab. Ein niedriger Elastizitätsmodul bedeutet erhöhte elastische
Verformungsfähigkeit eines Mörtels bei auftretenden Spannungen. Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse und aggressive Medien nimmt zu. Nachteile organischer Zusätze:
- erhöhte Wärmedehnung
- z.T. erhöhte hygrische Dehnung (Quellen)
- Farbveränderungen an den Oberflächen infolge von Alterung
- verstärkter Befall durch Pilze, Algen, Bakterien Zementüberzüge
Fugenlose Bodenbeläge im Verbund mit der Unterlage haben sich besonders für Industrieböden mit mittlerer bis schwerer Belastung, aber auch für Böden ohne spezielle Ansprüche bewährt (Kellerböden etc.).
Die Norm schreibt heute für Zementüberzüge eine Mindeststärke von 20 mm vor. Wird eine Bodenheizung eingelegt, so verlangt sie eine Überdeckung der Heizelemente von mindestens 40 mm.
Materialien
Je nach Anforderungen werden dem Belagsmaterial noch Hartstoffe wie z.B. Stahlspäne, Quarz, Korund etc. beigemischt.
Hartbetonbeläge und zementgebundene Ausgleichsbeläge müssen eine minimale Rohdichte von 2100 kg/m 3 aufweisen.
Zementüberzüge zur Aufnahme von Bodenbelägen müssen eine minimale Rohdichte von 2000 kg/ m 3 aufweisen.
Ausführung
Von entscheidender Bedeutung ist der Verbund zwischen Belag und Unterlage. Um diesen optimal zu gewährleisten, sind verschiedene Vorkehrungen zu treffen:
- Der tragende Beton muss aufgerauht werden.
- Er muss frei von Zementschlämme und Verunreinigung sein.
- Er ist vor dem Einbringen des Belages gut vorzunässen, wobei beim Einbringen kein stehendes Wasser sein darf.
- Im Allgemeinen wird zur Verbesserung der Haftung eine sogenannte Haftbrücke in Form von Zementschlämme oder Haftemulsion verwendet. Normalerweise muss der
Belag nass in nass auf die Haftbrücke aufgebracht werden, da diese sonst als Trennschicht wirken kann.
- Der Belag muss gut verdichtet werden.
- Die Oberfläche ist entsprechend dem Verwendungszweck zu bearbeiten.
- Der Einbau muss bei Temperaturen 5°C erfolgen, bei Verwendung von Kunstharzhaftbrücken in der Regel bei 10°C.
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Thomas Hablützel, 2000, Mörtel, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Tilman
Viele Fragen offen.
Es mangelt erheblich an Hintergrungwissen.
Warum werden denn spezielle Zustzmittel und Stoffe benötigt?
Kann man denn jeden Mörtel ohne weiteres auf der Baustelle für jede Konstruktion verwenden?
Worin werden denn die Mörtelarten unterschieden, abgesehen von ihrer Lieferung und Zusammensetzung?
Dabei meine ich mit meinen fragen die Differenzierung nach den Mörtelgruppen sowie Nach der Einteilung nach der Zusammensetzung und der darausfolgenden Dichte. (Bsp. Dünnbettmörtel, Normalmörtel).
Falsch ist ebenso, dass das Größtkorn 8mm groß ist. Zulässig ist nur ein Größtkorn von 4mm.
Ansonsten ist diese Arbeit für den Baupraktiker relativ informativ, das dieser lediglich Anweisungen erhält und nur ausführendes organ ist.
on Tuesday, September 03, 2002-
Thomas Hablützel
Anmerkung zu "viele Fragen offen".
Als ich diesen Text verfasst habe, war ich im 2. Lehrjahr (von 4). Diese Arbeit diente lediglich zur eigenen Vertiefung. Dass das Grösstkorn einen Durchmesser von 8 mm hat, ist auf die damaligen Verhältnisse bezogen durchaus korrekt, da dies auf die Schweiz bezogen ist resp. war.
on Monday, August 30, 2004-