3.INSTRUMENTE UND MUSIZIERPRAXIS
Das wichtigste Instrument der arabischen Musik ist die Knickhalslaute. Sie spielt in Haus-, Schul, und Konzertmusik eine überragende Rolle. Das Instrument wird deshalb liebevoll „Amir al-alat“ genannt (d.h. Prinz oder Fürst). In der höfischen Kunstmusik ist die arabische Grosslaute „ud“, die heute noch als vornehmes Virtuoseninstrument gilt, das Hauptinstrument. Der
Korpus der „ud“ ist aus Spänen zusammengesetzt und besitzt eine Decke mit drei Schalllöchern. In der Kunstmusik sorgt das Tamburin für den Rhythmus. Als Rhythmusinstrument der Volksmusik dient eine größere Rahmentrommel. In der klassischen arabischen Musik gibt es keine Orchester, sondern nur kammermusikalische Ensemblemusik. Die Solovorführung und das Zusammenspiel zwischen dem improvisierenden Künstler und dem Publikum, stellt für den Instrumentalisten einen Höhepunkt seines musikalischen Schaffens dar. Die musikalische Leistung liegt hierbei in der technischen Virtuosität, der Kreativität und der Fähigkeit des Künstlers, die Melodie auf einfühlsame Weise in andere Modelle, andere Kompositionen oder sogar die Musik anderer Künstler hinübergleiten zu lassen.
4.ARABISCHE MUSIK IM WANDEL
Wenn auch die Grundprinzipien der arabischen Musik bis heute erhalten geblieben sind, so hat sich die Tradition dieser Kunst im Lauf der Jahrhunderte doch beständig gewandelt. Unterschiedliche Formen und Techniken entwickelten sich in d en einzelnen Regionen des arabischen Kulturkreises, die nur für die kulturelle Identität dieser Regionen eine wichtige Rolle spielen. Ein und dasselbe Melodiemodell kann in Syrien, Ägypten, im Irak und in den Ländern Nordafrikas völlig unterschiedlich klingen. Ebenso haben die Rhythmusmodelle eine unterschiedliche Artikulation, und jede Region hat ihren eigenen Melodie- und Vortragsstil. Auch die gesungenen Gedichte, besonders die umgangssprachlichen Verse, sind lokal gefärbt.
Aufgrund des Fehlens von Aufzeichnungen oder Notationen bis zum 20. Jahrhundert kann das tatsächliche Alter der Melodien schwer bestimmt werden. Einige Melodien sind möglicherweise einige Jahrtausende alt, sie wurden aber mit Sicherheit im Lauf der Zeit stark verändert. Beliebte Musikstücke aus den Anfängen der Tradition wurden wahrscheinlich in verschiedenen Regionen neu interpretiert.
Hörbeispiele:
Bibliografie:
Bertelsmannlexikon
Microsoft Encarta 2000
Quote paper:
Corinne Auer, 2000, Arabische Musik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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