Wirkliche Schwierigkeiten beim Anziehen, die angewiesene Hilfe beim Baden und die dabei eventuell entwickelte Angst, die verminderte Fähigkeit den Toilettengang korrekt zu vollziehen, die Blaseninkontinenz und die Stuhlinkontinenz treten im sechsten Stadium der Alzheimer-Krankheit auf. Dieses sind schwere kognitive Einbußen.
Das letzte Stadium, die siebte Stufe beinhaltet die Verminderung des aktiven Wortschatzes auf circa sechs Worte, der verständliche Wortschatz vermindert sich sogar bis auf ein Wort und einzelne Silben (Logoklonien). Wenn dem Patienten auch das nicht mehr möglich ist, kann ein anhaltendes, unartikuliertes Schreien auftreten. Neben dem geistlichen Zerfall tritt auch ein körperlicher Niedergang ein. Die Person verliert die Fähigkeit zu gehen, zu sitzen und lächeln, bis sie letztendlich bettlägerig ist und ins Koma fällt. Trotz ausreichender Ernährung kommt es zu starker Gewichtsabnahme bis hin zur Kachexie. Druckstellen und Geschwüre sind oft nicht vermeidbar.
Der Tod wird meistens durch eine Sekundärkrankheit verursacht. Eine Sekundärkrankheit kann in diesem Fall zum Beispiel eine Lungenentzündung oder eine Bronchitis sein.
Diese Einstufung lässt sich begründen durch den Hirnschwund, der bei der Alzheimer- Krankheit sehr ausgeprägt vorliegt. Durch den zunehmenden Gedächtnisverlust wird der Mensch seiner Zeit entzogen und lebt in der Vergangenheit.
Alzheimer ist nicht medikamentös behandelbar.
Die Ursachen für Alzheimer sind bisher unbekannt. Was man jedoch schon herausgefunden hat ist, dass es eventuell Folge einer Aluminiumvergiftung oder eines Gendefektes (auf dem
21. Chromosom, welches vererblich ist) ist.
Die Alzheimer-Krankheit ist eine Krankheit die noch 100%ig zum Tode führt und das schlimme daran ist, dass jeder Alzheimerpatient, der sich erst in den ersten Stadien befindet, seinen Krankheitsverlauf genau kennt und niemand ihm helfen kann- noch nicht mal er selbst. Auch für die Verwandten der Patienten ist der Umgang mit ihnen sehr schwierig. Sie müssen einsehen, das sich diese Person jetzt nicht mehr auf der selben Gedankenebene wie man selbst. Man muss sie nehmen wie sie sind. Sie können ihr Verhalten nicht ändern, noch viel weniger sich neuen Anforderungen, auch wenn diese gut gemeint sind, anpassen.
Die Angehörigen sollten den Lebensraum und die Lebensbedingungen unverändert lassen. Nichts umstellen, ihnen Gewohnheiten lassen, nichts Neues aufdrängen.
Falls die Verwandten den Patienten zu Hause betreuen, sollten sie einfache Strukturierungsprogramme entwickeln, den Tagesablauf gestalten und kleine Spaziergänge unternehmen. Ruhe und Bewegung sollten sich ausgleichen. Man sollte einfach der Unsicherheit infolge der zunehmenden Vergesslichkeit solange wie möglich entgegenwirken.
Diese aufgezählten Rehabilitationsmaßnahmen heißen in diesem Fall: Alles tun, um das gewohnte Leben solange wie möglich führen zu können.
Messbar sind immer nur die sichtbare Erfolge, das Heißt der erzielte sichtbare Fortschritt. Nicht messbar sind Engagement, Einfühlung und menschliche Wärme und Nähe, die vor allem dann zum Zuge kommen müssen, wenn der Zustand des Patienten keine sichtbaren Erfolge im Sinne einer Rehabilitation zulässt. Auch dann bleiben die konsequenten Bemühungen hinsichtlich einer Zielsetzung sinnvoll, denn auch das Erhalten kann ein erstrebenswertes Ziel sein, wenn Fortschritt unerreichbar ist. Es ist dann für den Pflegenden motivierend, dass auch das Erhalten behinderter Lebensaktivitäten bzw. das geduldige und ausdauernde Betreuen sowie das Begleiten zu einem friedlichen Tod ein bemerkenswertes Pflegeziel ist.
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Katrin Lauter, 2000, Alzheimer, Munich, GRIN Publishing GmbH
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