zu finden, das so klein ist und mich so eng umschließt, dass es sich beim Verlassen selbst mitnimmt."
Die Hauptperson:
Die Hauptperson in diesem Buch ist Jonathan Noel. Er ist schon über 50 Jahre alt, und lebt seit mehr als 20 Jahren in Paris. Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen, verliert seine Eltern während des Krieges und wächst bei einem alten Onkel und dessen Frau auf. Auf Wunsch seines Onkels heiratet Jonathan, wurde aber von seiner Frau nach kurzer Zeit verlassen. Um nicht das Gespött im Dorf hören zu müssen, zieht Jonathan nach Paris. Seit dieser Zeit hat Jonathan keinen guten Eindruck von den Menschen. Er findet alle böse und egoistisch. Er hat Angst wieder Menschen zu verlieren, die er gerne hat. Aus diesem Grund versucht er in Paris auch gar nicht neue Freunde zu finden. Er ist glücklich mit seinem einsamen Leben und seiner Arbeit in der Pariser Bank.
Jonathan Noel hat es gerne ruhig und gewohnt, er mag es nicht, wenn sich seine Umwelt und damit sein Leben ändert. Dieses hat er sich so eingerichtet, dass es nur aus Monotonie und Routine besteht, an der er sich festhalten kann. Überhaupt nicht leiden kann er es, wenn ihm Beachtung geschenkt wird, wie zum Beispiel von der Hausmeisterin. Ihm macht es auch nichts aus, alleine zu leben und sein Ersatz für eine Familie ist seine Wohnung, die er über alles liebt und die er sich schön herrichtet.
Inhalt:
Jonathan Noel wurde vor dem 2. Weltkrieg in Frankreich geboren, seine Mutter wurde zu dieser Zeit "nach Osten" gebracht und er floh mit seiner Schwester zu seinem Onkel. Nach seinem Wehrdienst heiratet er und hofft, in der Ehe endlich die ersehnte Monotonie und Ruhe zu finden. Jedoch verlässt ihn seine Frau, und Jonathan nimmt sein ganzes Geld und zieht nach Paris. Dort findet er dann auch Arbeit als Wachmann in einer Bank und mietet sich ein kleines Zimmer in einem Wohnblock. Das Zimmer wird sein Zufluchtsort, den er sich im Laufe der Jahre immer weiter verschönert und ausbaut, wodurch es immer kleiner und gemütlicher wird. Er liebt es so sehr, dass er es kaufen will und nur noch eine Rate zu zahlen hat. Zwar lebt er sehr einsam, doch ist er glücklich, endlich seine Geborgenheit und Ruhe gefunden zu haben. Die Toilette ist auf dem Gang und wird von mehreren Bewohnern gleichzeitig benutzt, was zwar nicht schlimm ist, Jonathan will jedoch keinesfalls auf dem Weg dorthin oder gar vor ihr wartend einen Nachbarn treffen, da es ihm sehr intim schien. An einem Morgen im August '84 - er ist schon über 50 - horcht er wieder, ob jemand draußen
sei und tritt daraufhin in den Gang, wo er eine Taube sieht. An sich wäre eine Taube ja nichts Schlimmes, für ihn jedoch ist sie die Verkörperung von Anarchie und Chaos, seinen größten Feinden, die sein geordnetes Leben gefährden könnten. Er schlägt die Türe wieder zu und denkt sich, er stürbe gleich. Als aber nichts passiert, überlegt er sich, was nun zu tun sei. Sie töten? Nein, er kann nicht einmal einen Käfer erschlagen. Er kommt sich blöde vor, vor einer Taube Angst zu haben, aber er kann nichts daran ändern. Er nimmt sich vor, in ein Hotel zu ziehen und seine geliebte Wohnung zurückzulassen, nur um der Taube nicht mehr zu begegnen. Als er merkt, dass er mal pinkeln sollte, pinkelt er aus Angst und Verzweiflung in sein Waschbecken, was er eigentlich nie machen würde, aber die Angst vor der Taube ist stärker. Danach versucht er, die tägliche Routine zurückzuerlangen, was ihm aber nicht gelingt. Als es Zeit wird zur Arbeit zu gehen, rüstet er sich mit Winterklamotten und Schirm aus, um gefahrlos an der Taube vorbeizukommen. Dies tut er dann auch, mitsamt eines Koffers, in dem das Nötigste für das Leben im Hotel ist. Im Treppenhaus zieht er den Wintermantel aus, um nicht bei den Nachbarn aufzufallen und verlässt das Haus. Unten grüßt ihn die Hausmeisterin wie jeden Morgen, doch es nervt ihn immer wieder und er fühlt sich durch sie beobachtet. Überall ist er anonym, einer von vielen, in der Bank praktisch Inventar,... - aber sie beachtet ihn jedes Mal. Er will sich bei ihr darüber beschweren, spricht aber über die Taube und verlangt, dass diese wegkommt:
[...] "Madame! Ich habe Ihnen ein Wort zu sagen."(Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch immer nicht, was er eigentlich sagen wollte.) "Ja, Monsieur Noel?" sagte Madame Rocard und legte den Kopf mit einer kleinen, zuckenden Bewegung in den Nacken. [...] Und er wiederholte seine Anrede in schneidendem Ton: "Madame, ich habe Ihnen das Folgende zu sagen...", um dann zu seinem eigenen Erstaunen mitanzuhören, wie die ihn noch immer vorantreibende Empörung sich ohne sein Zutun zu dem Satz formte: "Vor meinem Zimmer befindet sich ein Vogel, Madame. Sie sitzt vor meinem Zimmer auf den Fliesen". Und erst an dieser Stelle gelang es ihm, seiner wie aus dem Unbewussten hervorsprudelnden Rede Zügel anzulegen und sie in eine gewissen Richtung zu lenken, indem er erklärend hinzufügte: "Diese Taube, Madame, hat bereits den ganzen Gang des sechsten Stockes mit Kot beschmutzt."
Madame Rocard trat ein paar Mal von einem Fuß auf den anderen, legte den Kopf noch ein wenig weiter in den Nacken und sagte: "Wo kommt die Taube her, Monsieur?"
"Ich weiß es nicht", sagte Jonathan. "Wahrscheinlich ist sie durch das Gangfenster eingedrungen. Das Fenster steht offen. Das Fenster soll immer geschlossen bleiben. So steht es in der Hausordnung." [...]
"Man muss die Taube eben wieder verjagen und das Fenster schließen", sagte Madame Rocard. Sie sagte es, als wäre das die einfachste Sache der Welt und als wäre sann wieder alles in Ordnung. Jonathan schwieg. Er hatte sich mit seinem Blick im braunen Grund ihrer Augen verfangen, er drohte darin zu versinken, wie in einem weichen, braunen Sumpf und musste die Augen eine Sekunde lang schließen, um wieder herauszukommen, und sich zu räuspern, um seine Stimme wiederzufinden. [...]
Die Hausmeisterin verspricht, sich darum zu kümmern, was Jonathan jedoch bezweifelt; er setzt aber seinen Weg zur Bank fort.
Pünktlich erreicht er die Bank nimmt seine Arbeit auf, die daraus besteht, erst die Angestellten herein zu lassen und dann vor der Bank Wache zu stehen. Aber anders als sonst kann er heute nicht still stehen und ist völlig unkonzentriert und nervös. Jeden Tag muss er dem Direktor das Tor öffnen, wenn dieser mit seiner Limousine angefahren kommt. Heute jedoch bemerkt er ihn erst, als dieser schon hupt. Jonathan denkt nach dieser Unachtsamkeit schon, er verlöre seinen Job. In der Mittagspause dann nimmt er sich ein kleines billiges Hotelzimmer und geht in den Park um zu essen.
Eine zeitlang beobachtet er einen Penner. Früher einmal hatte er diesen beneidet, da der Penner spät aufstehen und faulenzen kann. Als Jonathan jedoch sieht, wie der Penner auf die Straße machen muss und keine Türe bei diesem intimen und peinlichen Geschäft zumachen kann, merkt er, dass sein Leben doch viel besser ist. Fortan empfindet er nur noch Mitleid mit dem Penner. Jetzt jedoch hat er Angst, durch die Taube genau wie der Penner zu enden. Als er seinen Müll aufheben will, bemerkt er, dass seine Hose reißt. Zwar kein großer Riss, aber doch deutlich sichtbar. Er beschließt zu der Schneiderin im Supermarkt zu gehen, da er ja nicht nach Hause kann. Die Schneiderin jedoch hat keine Zeit, ihm die Hose sofort zu nähen und so kauft er sich Tixo, um den Riss zu überkleben. Danach geht er zurück zur Bank und hält wieder Wache. Er ist jetzt aber auf alle wütend, die er sehen kann - auf die Kellner des Cafés gegenüber, auf die Autofahrer mit ihren Abgasen - er möchte sie alle erschießen, aber er tut es nicht, da er ein Dulder und kein Täter ist, wie er sich eingesteht. Grimmig und innerlich gebrochen steht er da und verachtet sich selbst. Nach Dienstschluss dann läuft er durch die Stadt, durch diesen und jenen Park. Erst als er müde wird, geht er in sein Hotel.
LESEPROBE: S.88
In der Nacht entlädt sich dann ein gewaltiges Gewitter, zuerst mit einem lauten Donnerschlag, der Jonathan aufschrecken lässt. Er denkt als erstes an das Ende, an das absolute Ende und an den Weltuntergang, dann an den Krieg in seiner Kindheit und erst als der Regen einsetzt, erinnert er sich, wo er ist. Früh am Morgen nimmt er seinen Koffer, verlässt das Hotel und hüpft wie ein Kind durch sämtliche Pfützen nach Hause. Er ist richtig befreit und fühlt sich wohl. Erst im Treppenhaus erinnert er sich an die Ta ube und hält kurz inne um zu verschnaufen. Er hat auch kurz Angst vor ihr, doch sie verschwindet, als er die vertrauten Geräusche des erwachenden Hauses hört. Er steigt vollends hoch und sieht, dass der Gang sauber und das Fenster geschlossen ist. Die Taube ist weg.
Zum Buch und dessen zeitgeschichtliche Hintergrund:
Veröffentlicht wurde die Novelle "Die Taube" erstmals 1987. Die Ausdrucksweise und das Alter des Autors weisen darauf hin, dass dieses Buch ein modernes Werk ist. Es ist nicht in dichterischer Versform verfasst. Die Geschichte wird aus der Sicht eines Erzählers geschildert: auktorial.
Das Werk wird nur durch Absätze geteilt. Anfangs wird über Jonathans Kindheit berichtet. Dann wird der Vorfall mit der Taube und Jonathans Leben in den Tagen, wo er sich vor der Taube fürchtet. Den Schluss des Buches bildet die Rückkehr Jonathans in sein Zimmer. Süskind verwendet in diesem Buch hauptsächlich lange Sätze mit vielen Gliedsätzen. Das heißt, seine Sätze sind sehr verschachtelt und man muss beim Lesen manchmal sehr genau aufpassen um den Satz sinngemäß richtig zu verstehen. Süskinds Stil bleibt kühl, unaufgeregt, überschaubar und geregelt. Elegant umschreibt er die Unebenheiten und Widerstände der Realität
Epochencharakteristik:
Patrick Süskind zählt zur deutschen Literatur nach 1945.
Anfang der neunziger Jahre setzte sich auch die deutsche Literatur mit der Wiedervereinigung auseinander, eingeleitet durch Günter Grass' Ein Schnäppchen namens DDR (1990). Darüber hinaus setzten sich Schriftsteller wie Christa Wolf (Was bleibt, 1990) und Erich Loest kritisch mit ihrer DDR-Vergangenheit auseinander.
Interpretation:
Grundgedanke dieses Werkes ist es, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass sie zusammenhalten müssen und sollen. Denn ohne ein Zusammenhalten können wir Menschen nicht leben. Die Isolation eines Menschen führt oft zu Depressionen. Dieses Buch zeigt, dass ein Mensch, der lange Zeit alleine lebt, kaum etwas mit seinem Leben anzufangen weiß und dass ihn die kleinsten Veränderungen oder Vorkommnisse so erschüttern, dass er völlig aus seinem Lebenskonzept gebracht wird und dass sein Leben dadurch auch zerstört werden kann. Wenn ein Mensch in völliger Einsamkeit lebt, hat er keinen Ansprechpartner, niemanden mit dem er seine Freuden, aber auch Le iden und Sorgen teilen kann. Wenn Jonathan einen Freund gehabt hätte, hätte ihm das Erscheinen der Taube wahrscheinlich viel weniger ausgemacht.
Die Problematik des Werkes ist, dass ein älterer Mann vom Alltag eingeholt wird. Er hat nicht einmal mit Arbeitskollegen oder Nachbarn Kontakt. Er muss sich um niemanden sorgen und es gibt auch keinen Menschen um den er sich kümmern kann. Heutzutage gibt es ebenfalls Menschen, die sehr zurückgezogen leben. Einsamkeit ist ein großes Problem, von dem heute vor allem alte Menschen betroffen sind. Das kann auch schwere Folgen mit sich bringen. Sie sind von anderen Menschen völlig abgekapselt und haben mit niemandem Kontakt. Man denkt über zu viele Dinge nach und das kann auch zu Depressionen führen. So beschreibt dieses Buch das Leben des Jonathan Noel. Er lebt viele Jahre alleine in seinem kleinen Zimmer. Er bekommt nie Besuch und fährt auch nie zu Freunden oder Verwandten. So geschieht es auch, dass nur durch das Erscheinen der Taube sein Leben durcheinander gebracht wird.
Querverbindung:
Süskinds Sonderlinge empfinden ihre Umwelt als bedrohlich und leben zurückgezogen in engen Räumlichkeiten. In "Der Kontrabass" lebt der Kontrabass-Spieler in einem schallisolierten Raum, in "Die Taube" lebt der Wachmann Noel in einer kleinen Dachkammer. In "Das Parfum" verbringt Grenouille sieben Jahre seines Lebens in einer Höhle und der Ich-Erzähler aus der "Geschichte von Herrn Sommer" lebt einen großen Teil seines Lebens auf Bäumen.
Süskinds Hauptdarsteller haben alle Schwierigkeiten, sich in der Welt und im Umgang mit ihren Mitmenschen zurechtzufinden.
Meinung:
Meine Meinung über dieses Buch ist sehr gut. Ich finde, es war leicht zu verstehen und finde auch, dass in dieser Novelle das Problem der Einsamkeit von Menschen sehr realistisch darstellt. Gut zum Ausdruck kommt, dass besonders die Menschen in den Großstädten, und hauptsächlich ältere Menschen, von der Einsamkeit eingeholt werden und so in völliger Isolation leben. Sie haben keinen Menschen, mit dem sie sich abgeben können. Es gibt sehr viele Menschen, die ein einsames, trostloses Leben führen oder führen müssen. Jüngere Menschen sind mit ihrem Beruf und ihrem eigenen Leben so beschäftigt, dass sie vergessen, sich mehr um ältere Menschen zu kümmern. Keiner wird es je schaffen, die Einsamkeit aus der Welt zu schaffen. Ich würde jedem empfehlen dieses Buch zu lesen, weil es realistisch geschrieben ist und in unsere Zeit passt. Es zeigt genau das Problem, das es überall gibt: die Einsamkeit.
Quellen: A.: Süskind, Patrick: "Die Taube", Diogenes Verlag, 1990
Arbeit zitieren:
Desi P., 2001, Süskind, Patrick - Die Taube, München, GRIN Verlag GmbH
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Gut ,....aber doch -.
Diese Bearbeitung is klararweise weiter zu empfehlen.
Allerdings ist die Inhaltsangabe viel zu lang. Sowas fällt bei Lehrern generell schlecht auf da wenn man ein Buch kennt Belanglosigkeiten nur langweilen.
Der Interpretationsversuch ist generell nich schlecht gelungen , obgleich die Bedeutung seines Zimmers als Geliebte nicht außer acht gelassen werden sollte!
Dennoch nicht schlecht!
Ciao Ciao *g*
am Sunday, May 13, 2001-
miccos
Sehr schön,sehr,schön,sehr schön.....
wirklich, alle informationen, die man über "Die Taube" wünscht kommen
ans licht, sehr konzentriert gearbeitet und verständlich...
nur eine sache ist garnicht notwendig gewesen...
unter "meiner meinung", hast du in prinzip, nur das gefallen der "lehrer" befriedigt, deine meinung kommt ja eigentlich schon im ganzen Aufsatz in bedeutung, in "meine meinung", wiederholst Du das Prinzip des "Aufsatzschreibens", und stehst der Form oder des Systems nicht ganz drüber...
ich würde da behaupten, das man da mehr mut haben könnte, sich keinem Stil oder Aufsatzform gefangen fühlt, sondern seine eigene Aufsatzform findet...
FAZIT
sich keinem lehrer oder System unterortnen....
am Sunday, August 12, 2001-
Desi P.
Alles da!!.
Also da is wirklich alles da, was man von DER TAUBE erwarten kann!! Respekt!!!!
am Monday, September 17, 2001-
Fee
Toll!.
Also endlich mal gescheites... und auch noch laaang, das ist toll
am Thursday, October 11, 2001-