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Ablauf der Geschäftprozessmodellierung im Vergleich von ARIS und PACE hinsichtlich deren Unterstützung

Autor: Jochen Meyer
Fach: Informatik - Wirtschaftsinformatik

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Details

Veranstaltung: Wirtschaftsinformatik
Institution/Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 27
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 24  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 294 KB
Archivnummer: V50214
ISBN (E-Book): 978-3-638-46478-9

Textauszug (computergeneriert)

Ablauf der Geschäftprozessmodellierung im Vergleich von
ARIS und PACE hinsichtlich deren Unterstützung

von: Jochen Meyer

 


Inhaltsverzeichnis

1 David gegen Goliath 1

1.1 Geschäftsprozesse  2

1.1.1 Geschäftsprozessmodellierung 2
1.1.2 Modellierungssprachen  3
1.1.3 Objektorientierte Modellierung 3

1.2 Workflow-Management  4

2 ARIS 4

2.1 Modellierungsprinzipien in ARIS  5

2.1.1 Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung 5
2.1.2 Modellierungsebenen  6

2.2 Sichtenmodell 6

2.2.1 Funktionssicht  7
2.2.2 Organisationssicht  7
2.2.3 Datensicht 7
2.2.4 Leistungssicht 8
2.2.5 Steuerungssicht 8

2.3 Phasenmodell  8
2.4 Das ARIS-Toolset  9
2.5 EPK  10

3 PACE 12

3.1 Petri-Netze 12

3.1.1 Klassische Petri-Netze 13
3.1.2 Modifiziertes Petri-Netz in PACE 14

3.2 MSL - Smalltalk-80 15
3.3 Dynamische Simulation  15
3.4 Beispiel zur Modellierung in PACE 16

4 Gegenüberstellung der beiden Ansätze  21

4.1 Umfang und Möglichkeiten  22
4.2 Simulationsfähigkeit 23

Quellenverzeichnis  24




 

1 David gegen Goliath

Der Wettkampf zwischen David und Goliath ist eine der bekanntesten Geschichten der Menschheit. Schon bei dem biblischen Original unterlagen viele dem Vorurteil, dass Größe und Stärke auch gleichzeitig zu einem Vorteil gegenüber dem kleineren und vermeintlich schwächeren Kontrahenten verhelfen. Der Schein kann jedoch manchmal trügen. In dieser Arbeit werden zwei Unternehmen und deren Softwarelösungen zur Geschäftsprozessmodellierung gegenüber gestellt, bei denen man abermals auf eine Abwandlung dieses historischen Konflikts stößt. Auf der einen Seite steht der Marktführer, die Prof. Scheer AG und ihr ARIS-Toolset. Vom heutigen Aufsichtsratchef Professor A.-W. Scheer in Saarbrücken wurde sie gegründet und ist mit ca. 2400 Mitarbeitern zu einem überaus ansehnlichen Unternehmen herangereift und wird im TEC-DAX an der deutschen Börse gehandelt. Im Jahr 2004 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von über 280 Millionen Euro, zählt derzeit in Deutschland zu den TOP 10 IT-Dienstleistungsunternehmen und betreibt auch im Ausland zahlreiche Tochtergesellschaften [o.V.05a]. Das ARIS-Konzept wird an Universitäten und Fachhochschulen gelehrt und gehört zum Standardrepertoire eines guten Wirtschaftsinformatikers. Als Kernaufgabe sieht die IDS Scheer AG die Optimierung und die Gestaltung von Geschäftsprozessen sowie den Vertrieb des damit in direkter Verbindung stehenden Softwarewerkzeugs, dem ARIS-Toolset, welches in über 90% aller DAX-Unternehmen und auch in zahlreichen anderen Großbetrieben eingesetzt wird [BULL01, S. 140–149]. Auf der anderen Seite steht PACE, ein Produkt der IBE Simulation Engineering GmbH, unter der Leitung von Dr. Bernd Eichenauer. Dabei handelt es sich um ein wesentlich kleineres Unternehmen, deren Softwarelösung nicht so weit verbreitet ist wie das ARIS-Toolset, auch wenn sie in einigen größeren Firmen und renommierten Hochschulen weltweit zum Einsatz kommt. Aber muss dies auch gleichzeitig heißen, dass PACE dem größeren Konkurrenzprodukt unterlegen ist? Mit dieser Frage wird sich diese Arbeit beschäftigen. Bevor jedoch auf die Softwaretools im Detail eingegangen wird, werden einige allgemeine Betrachtungsgegenstände untersucht und definiert. Ablauf der Geschäftsprozessmodellierung im Vergleich von ARIS und PACE hinsichtlich deren Unterstützung Hauptseminar Wirtschaftsinformatik

1.1 Geschäftsprozesse

Ein Prozess ist eine Aneinanderreihung von Vorgängen, welche einen Input in einen Output transformieren. Dies kann auch über mehrere Stufen geschehen. Ein wichtiger Aspekt bei der Betrachtung von Prozessen ist der Wiederholungsgrad. Wird ein Prozess nur einmal durchlaufen, so spricht man häufig auch von einem Projekt. Betrachtet man Prozesse nun unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, so handelt es sich um Geschäftsprozesse. Diese zeichnen sich ferner dadurch aus, dass sie auch zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen [SCHM02, S. 1-11]. Man kann den Begriff jedoch auch in Anlehnung an das Business Process Reengineering betrachten. In diesem Fall sind Geschäftsprozesse als Kernprozesse anzusehen, die das Leistungsspektrum eines Unternehmens darstellen und für den Kunden einen Wert generieren [HAMM95, S. 47-53]. Egal welche der angebotenen Definitionen zur Erklärung des Begriffes Geschäftsprozess herangezogen wird, es handelt sich dabei stets um wichtige innerbetriebliche oder unternehmensübergreifende Abläufe, deren Betrachtung und Analyse von großer Bedeutung sein können.

1.1.1 Geschäftsprozessmodellierung

Die Modellierung von Geschäftsprozessen hat seinen Ursprung in den späten achtziger Jahren, als durch die zunehmende Öffnung der Märkte und der damit verbundenen Globalisierung eine Änderung der Organisationsstrukturen innerhalb vieler Unternehmen unerlässlich wurde [DAVE01, S. 1]. Hierdurch wurde es, im Zuge des Business Process Reengineering, immer wichtiger die etablierten Geschäftsprozesse zu verstehen und sie zu diesem Zweck im Vorfeld der geplanten Reorganisation zu modellieren, um letztendlich die wichtigsten Aspekte und Verbesserungspotentiale durch Soll-Geschäftsprozessmodelle herauszufiltern. Darüber hinaus veränderte sich die Funktion der Geschäftsprozessmodellierung von diesem Zeitpunkt an gravierend. Ursprünglich stellte diese ausschließlich eine Verbindung zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informationstechnik dar, wobei man die Bedeutung dieser Schnittstelle nicht verkennen darf. Nun verwendet man die Geschäftsprozessmodellierung allerdings auch für rein betriebs-wirtschaftliche Aufgabenfelder, wie Prozesskostenrechnung oder Qualitätsmanagement [SCHE98a, S. 1]. Daneben ermöglicht die Geschäftsprozessmodellierung eine frühzeitige Aufdeckung von Schwachstellen und redundanten Abläufen. Dazu müssen dem Anwender sämtliche Vorgänge des Prozessmanagements graphisch und verbal verständlich gemacht werden. Da Ablauf der Geschäftsprozessmodellierung im Vergleich von ARIS und PACE hinsichtlich deren Unterstützung man mit der natürlichen Sprache schnell auf das Problem einer gewissen Unschärfe stößt und rein mathematische Formeln zwar sehr eindeutig definieren, aber nicht immer ausreichen, um jegliche Problemstellungen zu modellieren, setzten sich semiformale graphische Darstellungsformen durch. Um diese abzubilden benötigt man Beschreibungssprachen.

1.1.2 Modellierungssprachen

Bei der Entwicklung der Modellierungssprachen ergaben sich eine Menge verschiedener Ansätze. Dazu gehören unter anderem Flussdiagramme in Form von Struktogrammen oder Datenflussplänen, Netzpläne, das Vorgangskettendiagramm, die auf mathematischen Modellen basierenden Petri-Netze, die ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) sowie objektorientierte Modellierungsmethoden [SCHE05]. Auf Petri- Netze und die ereignisgesteuerte Prozesskette wird im Verlauf dieser Arbeit noch näher eingegangen werden. Das Herzstück dieser beiden Ansätze bilden gerichtete Graphen, welche sich dadurch auszeichnen, dass sie immer aus einer bestimmten Menge von Knoten und Pfeilen bestehen, die im Gegensatz zu nicht gerichteten Graphen auch die Richtung der Einflussnahme anzeigen. Die Pfeile verbinden die Knoten miteinander und bilden somit Pfade. Mittels der Knoten und Pfeile werden Transformationen und ihre Synchronisation dargestellt. Hierbei gibt es allerdings keine klare Zuweisung. Bei der knotenorientierten Darstellung werden Knoten dazu benutzt Transformationen zu symbolisieren und die Pfeile repräsentieren Synchronisationen. Im Falle der pfeilorientierten Repräsentation ist dies genau umgekehrt. Eine generelle Aussage darüber, welcher Ansatz der sinnvollere ist, lässt sich nicht treffen, sondern muss von Fall zu Fall individuell überprüft werden [SCHN02 S. 22].

1.1.3 Objektorientierte Modellierung

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