Adsorption

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Benjamin Bulheller
Fach: Chemie
Institution/Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Jahr: 2001
Seiten: 12
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 205 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-99568-9
Das Protokoll der Messung der Adsortion von Essigsäure an Aktivkohle, inklusive einer Zusammenfassung der Grundlagen der Adsorption. Mehr Infos zur Chemie unter www.chemielabor.com
Volltext (computergeneriert)
Adsorption
Grundlagen
Adsorption
Grundlagen
Grundbegriffe
Lagern sich Teilchen an einer Oberfläche an,
nennt man diesen Vorgang
Adsorption
. So
können sich zum Beispiel Gasteilchen und in
Flüssigkeiten gelöste Stoffe (Adsorptiv) an
Festkörperoberflächen (Adsorbens) anlagern.
Den angelagerten Stoff nennt man Adsorpt
oder Adsorbat. Die Umkehrung der Adsorption
ist die
Desorption
. Wird ein Stoff aus einer
Phase von einer anderen aufgenommen, so
spricht man von
Sorption
.
Man unterscheidet zwei Arten der Adsorption: die Physisorption und die
Chemisorption.
Bei der Physisorption wirken ausschließlich van-der-Waals Kräfte, wie Dispersions-
und Dipolwechselwirkungen zwischen Adsorpt und Adsorbens. Die
Adsorptionsenthalpie ADH beträgt meist weniger als 50 kJ/mol. Damit ist sie geringer
als die Bindungsenergien der angelagerten Moleküle, weshalb diese erhalten bleiben,
jedoch deformiert und polarisiert werden können. Die Ausbildung mehrmolekularer
Schichten ist möglich.
Liegt Chemisorption vor, so besteht zwischen Adsorpt und Adsorbens eine chemische
Bindung. Die Adsorptionsenthalpie ist hierbei viel größer als bei der Physisorption
(ADH > 100 kJ/mol). Infolgedessen können Bindungen in adsorbierten Molekülen
aufgebrochen werden, so ist beispielsweise Wasserstoff an Übergangsmetallen atomar
adsorbiert. Bei der Chemisorption kommt es ausschließlich zur Ausbildung
monomolekularer Schichten.
Ausmaß und Art der Adsorption hängen von folgenden Faktoren ab:
1.) von der chemischen Natur des Adsorptivs und des Adsorbens,
2.) von der Größe und Struktur der Oberfläche,
3.) von dem Druck (Gas) oder der Konzentration (Lösung) des Adsorptivs,
4.) von der Temperatur.
Für den Zusammenhang zwischen der Zahl der pro Oberflächeneinheit adsorbierten
Teilchen und dem Druck bzw. der Konzentration des Adsorptivs wurden mehrere
mathematische Beziehungen aufgestellt.
Download von www.chemielabor.com
- 1 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Grundlagen
Freundlich′sche Adsorptionsisotherme
Ist die Adsorptionsenthalpie abhängig vom Belegungsgrad, so gilt die empirisch
gefundene
Freundlich′sche Adsorptionsisotherme
für die Konzentration oder den
Druck (in allen folgenden Formeln kann c durch p ersetzt werden):
c2
n = c c
(c
a
1
1, c2 sind empirische Konstanten)
Hier ist die Umformung in eine Geradengleichung zur Bestimmung von c1 und c2
sinnvoll:
ln n = c ln c + ln c
a
2
1
Die von Freundlich gefundene Beziehung beschreibt meist nur den Anfangsverlauf der
Isotherme gut.
Langmuir′sche Adsorptionsisotherme
Die
Langmuir′sche Adsorptionsisotherme
gilt für die Ausbildung einer
monomolekularen Adsorptionsschicht. Vorausgesetzt wird, dass die
Adsorptionsenthalpie unabhängig von der Belegung ist und dass eine homogene
Adsorbensoberfläche vorliegt. Die Temperatur wird konstant gehalten.
Am einfachsten kann man diese Adsorptionsisotherme über eine Betrachtung der
Kinetik von Adsorption und Desorption herleiten. Hat sich ein Gleichgewicht zwischen
Adsorption und Desorption eingestellt, so sind die Geschwindigkeiten der
Stoffanlagerung und abgabe gleich:
r = r
A
D
Die Adsorptionsgeschwindigkeit ist proportional dem Produkt der Konzentrationen der
Reaktionspartner Adsorptiv und freier Oberfläche. Die Konzentration des Adsorptivs
wird durch die Konzentration
c
oder den Druck
p
dargestellt. Die freie Oberfläche lässt
n
n
sich durch
a
1-
mit a = Belegungsgrad, n
n
a = Zahl der adsorbierten Moleküle und
n
n = Zahl der Moleküle einer vollständig gepackten monomolekularen Schicht
definieren.
Damit gilt:
n
a
r = a c 1-
A
n
Download von www.chemielabor.com
- 2 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Grundlagen
und, weil die Desorptionsgeschwindigkeit dem Belegungsgrad proportional ist:
n
a
r = a
D
n
Gleichsetzen und Auflösen nach na ergibt:
n c
a
n
=
mit k =
a
k + c
a
Das Diagramm zeigt Langmuir′sche
Adsorptionsisotherme für zwei
Temperaturen (T1 < T2):
Um die Konstanten n und k bestimmen zu
können, ist es sinnvoll, die obige Gleichung
zu einer Geradengleichung umzuformen:
1
k
1
=
+
n
n c n
a
k und n lassen sich nun über Steigung und Achsenabschnitt der Geraden bestimmen.
Die BET-Adsorptionsisotherme
Zur Beschreibung der mehrmolekularen Adsorption, wie sie bei der Physisorption
häufig eintritt, leiteten Brunauer, Emmet und Teller die nach ihnen benannte BET-
Isotherme ab:
p
1
b -1 p
=
+
n ( *
p - p
n b
n b p
a
)
*
Mit
p = Gleichgewichtsdruck bei der Belegung na
p* = Sättigungsdampfdruck des reinen Adsorptivs bei T
n = monomolekulare Belegung
-(EA -EK )
b
=
RT
e
Es handelt sich um eine Geradengleichung, aus deren Steigung und Ordinatenabschnitt
n und bei Kenntnis von b die Adsorptionsenthalpie bestimmbar sind. Große Bedeutung
hat diese Formel bei der Berechnung von Oberflächen, wenn man den Molekülradius
des Adsorpts kennt.
Download von www.chemielabor.com
- 3 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Grundlagen
Die Clausius-Clapeyronsche Gleichung
Koexistieren zwei Phasen und in einem System, so stellt sich nach einiger Zeit ein
Gleichgewicht ein. In einem Phasendiagramm ist der Existenzbereich dieses Zustandes
durch die Phasengrenzlinie dargestellt. Im Gleichgewicht sind die chemischen
Potentiale der beiden Phasen gleich:
µ = µ
Das chemische Potential ist eine Funktion des Druckes p und der Temperatur T. Die
Gleichung der Phasengrenzlinie errechnet sich aus dieser Beziehung in Form der
dp
Funktion p(T). Das wichtige Merkmal dieser Funktion ist allerdings die Steigung
,
dT
weshalb dieser Zusammenhang hergeleitet werden soll.
Um das System im Gleichgewicht zu halten werden p und T theoretisch in
infinitesimalen Schritten geändert. Dadurch kann man die Änderungen des chemischen
Potentials in beiden Phasen gleichsetzen:
dµ = dµ
Für die Ableitung des chemischen Potentials gilt dµ = S
- dT + V dp , für das
m
m
Gleichgewicht gilt also
S
-
dT + V dp = S
-
dT + V dp
S
,m
,m
,m
,m
m : molare Entropie
Vm : molares Volumen
Umgeformt folgt aus dieser Gleichung
(V
- V )dp = (S -S )dT
,m
,m
,m
,m
dp
(S
-S )
,m
,m
=
dT
(V
- V )
,m
,m
dp
Darin ist
die Steigung der Phasengrenzlinie. Fasst man die Änderungen der
dT
molaren Entropien und Volumina der Phasen zusammen, erhält man die allgemeine
Form der
Clausius-Clapeyronschen
Gleichung:
dp
S
m
=
dT
V
m
Download von www.chemielabor.com
- 4 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Sicherheit
Sicherheit
Natronlauge NaOH
R 35
Verursacht
schwere
Verätzungen
S 26
Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich
mit Wasser abspülen und den Arzt konsultieren
S 37/39
Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und
Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen
S 45
Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt
hinzuziehen (wenn möglich dieses Etikett
vorzeigen)
C
Ätzend
Essigsäure CH3COOH
R 10
Entzündlich
R
35
Verursacht schwere Verätzungen
S 23
Dampf nicht einatmen
S 26
Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich
mit Wasser abspülen und den Arzt konsultieren
S 45
Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt
hinzuziehen (wenn möglich dieses Etikett
vorzeigen)
C
Ätzend
Versuchsdurchführung
Um das Adsorptionsverhalten von Essigsäure an
Aktivkohle zu untersuchen, wird zunächst mittels
mehrmaliger Titration mit Natronlauge der Faktor
der ausstehenden Essigsäure bestimmt. Letztere wird
anschließend mit Wasser auf 5 weitere
Konzentrationen verdünnt.
Daraufhin wird in sechs 100 ml Schliffflaschen eine
genau abgewogene Menge an Aktivkohle gegeben
(jeweils etwa ein Gramm) und die Flaschen nach
Zugabe von je 75
ml Essigsäure der
unterschiedlichen Konzentrationen eine Stunde lang
in eine Schüttelmaschine eingespannt, um
bestmögliche Durchmischung zu gewährleisten.
Danach wird die Aktivkohle abfiltriert und durch zweimalige Rücktitration mit
Natronlauge die verbleibende Konzentration an Essigsäure bestimmt.
Download von www.chemielabor.com
- 5 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Messergebnisse
Messergebnisse
Bestimmung des Faktors der Essigsäure
Die ausstehende Essigsäure wurde mit der 0.1 molaren Natronlauge Maßlösung titriert.
c(CH3COOH) 0.4 mol
l
V(CH3COOH) = 5 ml
c(NaOH) = 0.1 mol
l
Titration 1: V1(NaOH) = 21.2 ml
Titration 2:
V2(NaOH) = 21.3 ml
Titration 3:
V3(NaOH) = 21.2 ml
Titration 4:
V4(NaOH) = 21.2 ml
Mittelwert:
V(NaOH) = 21.23 ml
Theoretischer Verbrauch:
mol
-3
c(CH COOH) V(CH COOH) 0.4
510 l
3
3
l
V(NaOH) =
=
= 20 ml
mol
c(NaOH)
0.1 l
Faktor
21.23 ml
F =
=1.062
20 ml
Mit diesem Faktor wird die Konzentration der Essigsäure multipliziert. Die tatsächliche
Konzentration der angeblich 0.4 molaren Säure ist also 0.42 M.
Die Essigsäure wird nun mit destilliertem Wasser auf 5 weitere Konzentrationen
verdünnt, wobei natürlich der Faktor mit berücksichtigt werden muss.
Download von www.chemielabor.com
- 6 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Messergebnisse
Bestimmung der Restkonzentration
Nach dem die Lösungen eine Stunde geschüttelt wurden, wurde die Aktivkohle
abfiltriert und die verbliebene Konzentration der Essigsäure im Filtrat untersucht.
Konzentration
Volumen
Verbrauch 1
Verbrauch 2
Mittelwert
Essigsäure
Essigsäure
Natronlauge
Natronlauge
Natronlauge
cA(HAc) in mol/l
V(HAc) in ml
V1(NaOH) in ml V2(NaOH) in ml V(NaOH) in ml
0.425
10
38.20 38.30 38.25
0.212
10
17.80
17.80
17.80
0.106
30
23.50 23.60 23.55
0.053
30
10.50
10.50
10.50
0.042
30
9.10
9.00 9.05
0.027
30
4.70 4.70 4.70
Über den Verbrauch an Natronlauge kann nun die Endkonzentration der Essigsäure
bestimmt werden. Die adsorbierte Stoffmenge an Essigsäure errechnet sich dann nach
(c (HAc) - c (HAc)) V(HAc)
A
E
n (HAc) =
a
m(C)
Im Versuch wurden jeweils 75 ml Essigsäure mit 1 g Kohle vermischt.
Für die linearisierten Kurven werden außerdem die natürlichen Logarithmen der
adsorbierten Stoffmenge und der Endkonzentration berechnet.
Anfangs-
End-
Adsorbierte
ln n
Konzentration
Konzentration
Stoffmenge
a
ln cE(HAc)
cA(HAc) in mol/l cE(HAc) in mol/l
na(HAc) in mol
in mol
in mol/l
0.425
0.383
3.171003
5.753
0.961
0.212
0.178
2.581003
5.960
1.726
0.106
0.079
2.081003
6.177
2.545
0.053
0.035
1.361003
6.602
3.352
0.042
0.030
9.241004
6.987
3.501
0.027
0.016
8.161004
7.111
4.156
Download von www.chemielabor.com
- 7 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Auswertung
Auswertung
Freundlich′sche Adsorptionsisotherme
Es wird zunächst ln cE gegen ln na aufgetragen und die Regressionsgerade durch die
Punkte berechnet. Aus der linearisierten Gleichung
ln n = c ln c + ln c
a
2
E
1
ist ersichtlich, dass ln c1 dem Achsenabschnitt und c2 der Steigung der
Regressionsgeraden entsprechen.
ln cend
-4,5
-4,0
-3,5
-3,0
-2,5
-2,0
-1,5
-1,0
-0,5
0,0
-5,0
-5,5
-6,0
ln na
-6,5
-7,0
-7,5
Achsenabschnitt der Regressionsgeraden:
ln c = - 6.2157
1
=>
ln 1
c
- 6.2157
-3
c = e
= e
= 210
1
Steigung der Regressionsgeraden:
c = 0.2764
2
Anhand der nun bekannten Konstanten c1 und c2 kann nun über die Gleichung
c2
n = c p
a
1
die Freundlich′sche Adsorptionsisotherme errechnet werden.
Download von www.chemielabor.com
- 8 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Auswertung
4,0 E-3
3,0 E-3
n
2,0 E-3
a
1,0 E-3
0,0 E+0
5,0 E-4
8,0 E-4
1,1 E-3
1,4 E-3
1,7 E-3
cend
Der Korrelationskoeffizient der Regressionskurve beträgt 97.5 %.
Langmuir′sche Adsorptionsisotherme
Die Geradengleichung der Langmuir′schen lautet
1
k
1
1
=
+
,
n
n
c
n
a
E
es muss also der Reziprokwert der adsorbierten Stoffmenge gegen die reziproke
Endkonzentration aufgetragen werden. Aus dem Achsenabschnitt der
Regressionsgeraden kann dann auf n geschlossen werden, aus der Steigung erhält man
den Wert für k.
1400
1200
1000
800
1/na
600
400
200
0
0
10
20
30
40
50
60
70
1/cend
Download von www.chemielabor.com
- 9 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Auswertung
1
Achsenabschnitt der Regressionsgeraden:
= 814.86
n
1
=>
-3
n =
= 1.2310
814.86
k
Steigung der Regressionsgeraden:
=12.386
n
=>
-3
-2
k = 12.386 1.2310 = 1.5210
Die Langmuir′sche Adsorptionsisotherme kann jetzt nach
n c
E
n =
a
k + cE
berechnet werden.
3,5 E-3
3,0 E-3
2,5 E-3
2,0 E-3
na
1,5 E-3
1,0 E-3
5,0 E-4
0,0 E+0
6,0 E-4
8,0 E-4
1,0 E-3
1,2 E-3
cend
Der Korrelationskoeffizient der Regressionsgeraden beträgt 85.7 %.
Download von www.chemielabor.com
- 10 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Adsorption
Fehlerbetrachtung
Fehlerbetrachtung
Geringfügige Messfehler können beim Wiegen der Kohle und Abmessen der Volumina
aufgetreten sein. Insgesamt konnten die Messwerte jedoch überzeugen.
Anhand der Korrelationskoeffizienten ist ersichtlich, dass die Regressionskurve der
Freundlich′schen Isotherme das Verhalten der Adsorption um 11.8 % besser beschreibt.
Gesamtdiskussion
Vergleich der beiden Adsorptionsisothermen
Die Abweichungen der Messpunkte von der Regressionsgeraden zeigen eindeutig, dass
die Freundlich′sche Kurve den Verlauf der Adsorption weitaus besser beschreibt, als die
Langmuir′sche.
Dies erklärt sich dadurch, dass die Langmuir′sche Herleitung von einer explizit
monomolekularen Schicht ausgeht, wovon die Adsorption an der Aktivkohle stark
abweicht. Aufgrund der Physisorption der Essigsäure an der Aktivkohle bilden sich
mehrmolekulare Schichten aus. Die Adsorptionsenthalpie ist wahrscheinlich nicht
unabhängig vom Belegungsgrad. Außerdem ist die Adsorbensoberfläche nicht ideal
homogen.
Die Freundlich′sche Isotherme wurde empirisch entwickelt und beschreibt die Realität
daher besser, weil sie nicht auf idealen Voraussetzungen beruht.
Dieses Protokoll wurde selbstständig erstellt.
______________________ ______________________
Frank Bock
Benjamin Bulheller
Download von www.chemielabor.com
- 11 -
© by Benjamin Bulheller & Frank Bock
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: