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Research Paper (Pre-University), 2001, 17 Pages
Author: Daniel Sprehe
Subject: Mathematics - Analysis
Details
Year: 2001
Pages: 17
Grade: 11P
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-00147-7
File size: 120 KB
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Facharbeit
Im Leistungskursfach Mathematik
Thema:
Die graphische Integration am Beispiel der Funktion:
f
(
x
) =
x
² + ;
1
x
]
3
;
1
[
Verfasser :
Daniel Sprehe
Fachlehrer :
Abgabetermin :
13. April 2000
Inhaltsverzeichnis
1.
Historie zur Intergralrechnung 1
2.
Vorgehensweise 2
3.
Das Integral als Summengrenzwert 3
3.1. Allgemeine Erklärung des Summengrenzwertes 3
3.2. Einfaches Beispiel anhand einer linearen Funktion 3
3.3. Unter- und Obersummen Bildung anhand der Funktion f
(
x
) =
x
² +1
4
3.4. Allgemeine Rechnung und Beschreibung des Vorgehens 5
4.
Bestimmen der Fläche mit Hilfe der zeichnerisch ermittelten
Stammfunktion 6
4.1. Einführung und Bedingungen 6
4.2. Konstruktionsschritte zur graphischen Ermittlung der Stammfunktion 7
5.
Beurteilung 9
6.
Nachwort 10
7.
Literaturverzeichnis 11
8.
Anhang 12
1
1.
Historie der Intergralrechnung1
Mit den Problemen der Flächen- und Körperberechnung beschäftigte man sich
schon vor Christi Geburt. So konnte bereits Archimedes (287 212 v. Chr.)
Beweise zur Parabelquadratur2 liefern. Zur Berechnung von Flächeninhalten
und Körpervolumen dachte man sich diese in sehr dünne Segmente zerschnit-
ten; d.h. man wandte bereits integrationsartige Verfahren an.
Erst mit Beginn des 16. Jahrhunderts lassen sich Weiterentwicklungen in der
Mathematik durch europäische Gelehrte erkennen. Die schwerfällig-
geometrische Darstellungsweise der griechischen Mathematik wurde abgelöst
durch eine analytische Form der Beschreibung. Die Probleme der Infinitesimal-
rechnung3 rücken in den Vordergrund.
Isaac Newton (1642 1727), der auf Erkenntnisse von Barrow
(1630 1677) aufbauen konnte, betrachtete die Mathematik vor
allem als Wissenschaft zur Lösung seiner physikalischen Probleme. So gelang-
te er dann auch durch physikalische Überlegungen zur Infinitesimalrechnung.
Seine ,,Fluxionsrechnung" diente der Beschreibung von Geschwindigkeitsprob-
lemen. Noch heute erinnert die Ableitung nach der Zeit, die durch einen Punkt
angedeutet wird, an die Forschungsergebnisse Newtons.
Leibniz (1646 1716) fand nach umfangreichen Studien auf anderen Gebieten
seine Anregungen zur Beschäftigung mit der Mathematik vor allem
in Schriften von Pascal. Im Gegensatz zu Newton gelangte er über
die Geometrie - genauer dem Tangentenproblem zur Infinitesi-
malrechnung. Das Integrationssymbol wurde von ihm eingeführt.
Im 18. Jahrhundert trieben so bekannte Mathematiker wie Taylor, Euler,
Lagrange und Laplace die Entwicklung der Infinitesimalrechnung voran, deren
Erkenntnisse allerdings im 19. Jahrhundert einer Überprüfung unterzogen wur-
den und teilweise Korrekturen erfuhren. Bernhard Riemann (1826 1866)
schließlich gab nach ausführlichen Studien dem Begriff des Integrals eine Neu-
fassung. Dieser Integralbegriff findet noch heute Anwendung.4
1 Integer: lat. ganz
2 Quadratur: Umwandlung einer beliebigen Fläche in ein flächengleiches Quadrat
3 Zusammenfassung von Differential- und Integralrechnung
4 vgl. hierzu: W.Gellert, Mathematik-Kleine Enzyklopädie, Leipzig, VEB, S. 482
2
2. Vorgehensweise
Da das Thema dieser Facharbeit ,,graphische Integration" lautet, möchte ich
mich zum Thema ,,Allgemeine Integration" kurzfassen.
Das Problem, den Flächeninhalt eines von einer geschlossenen Kurve begrenz-
ten Flächenstücks oder das Volumen eines durch eine Funktionskurve begrenz-
ten Rotationskörpers zu erklären und zu berechnen, führt zur Definition der In-
tegralrechnung. Der Grenzprozess ergibt sich dabei durch beliebig genaue Ap-
proximation5 der Flächenstücken durch elementar bestimmbare Teilflächen.
Elementar deshalb, da sich diese Teilflächen mit ,,einfachen" mathematischen
Mitteln genau bestimmen lassen. Es kommt vor, dass der Graph einer Funktion
f
bekannt ist, die Funktionsgleichung
f(x)
aber nicht bekannt ist.
So eine Situation ist häufig in der Physik finden, z.B. bei der Streckenberech-
nung. Bei einem Geschwindigkeits-Zeit-Diagramm einer beschleunigten Be-
wegung ist die gefahrene Strecke nach einer bestimmten Zeit anzugeben. Die
hier grauunterlegte Fläche gibt die Maßzahl für
die Strecke
s
an. Wenn man also diese Fläche
ermittelt ist damit auch der Zahlenwert für die
Strecke
s
bekannt. Es gibt zwei solcher
graphischen Verfahren:
a) Das Integral als Summengrenzwert
b) Bestimmen der Fläche mit Hilfe der zeich-
nerisch ermittelten Stammfunktion
5 Annäherung
3
3.
Das Integral als Summengrenzwert
3.1.
Allgemeine Erklärung des Summengrenzwertes
Die Flächenermittlung mit Hilfe von Summengrenzwerten, ist in einem ganzen
einfachen Beispiel zu verdeutlichen. Es soll ange-
nommen werden, dass die Fläche eines Kreises zu
berechnen sei. Hierzu stelle man sich vor, dass mit
Hilfe eines Vieleckes um den Kreises die gesuchte
Fläche des Kreises annähernd zu berechnen sei
(nebenstehende Abbildung). Durch immer genauere
Näherungswerte d.h. einer höheren Anzahl von E-
cken (gestricheltes Vieleck), nähert man sich immer mehr dem genauen Flä-
chenwert des Kreises.
3.2.
Einfaches Beispiel anhand einer linearen Funktion
Das selbe Prinzip gilt und funktioniert auch bei der Flächenberechnung von
Funktionen. Hierbei unterteilt man die Fläche der Funktion in mehrere kleine
oder große Abschnitte (Teilintervalle). Als Beispiel:
Gegeben sei die Funktion:
f
(
x
) = 2
x
Die Fläche
A
im Intervall von [0;3] unter dem Funktions-
graphen ist auszurechnen. Nun nähert man die gegebene
Fläche an durch eine zu kleine ,,untere Treppenfläche" und
durch eine zu große ,,obere Treppenfläche", wie sie in ne-
ben stehender Abbildung eingezeichnet sind. Wir bezeich-
nen diese drei Teilintervalle als A1, A2 und A3, welche alle
die Längenmaßzahl
h=1
haben. Wir bezeichnen die Maß-
zahlen der beiden Treppenflächen als ,,Untersumme"
s3
bzw. als ,,Obersumme"
S3
. Da hier eine lineare Funktion
vorliegt, lässt sich einfach die Zahl der Rechtecke abzählen und dann mit der
Fläche eines einzelnen multiplizieren.
4
Also gilt:
s
=
f
)
1
( 1 +
f
( )
2 1 = 2 + 4 = 6
3
S
=
f
)
1
( 1 +
f
( )
2 1 +
f
)
3
(
1 = 2 + 4 + 6 = 12
3
Für die Fläche
A
gilt damit:
s
A
S
3
3
Die Maßzahlen
s3
und
S3
geben dabei je nach Aufwand mehr oder weniger den
genauen Wert der Fläche wieder.
3.3.
Ober- und Untersummen Bildung anhand der Funktion f
(
x
) =
x
² +1
Nach diesem einfachen Beispiel soll nunmehr das Ver-
fahren an der in der Aufgabenstellung gegebenen Funk-
tion erläutert werden:
Gegeben sei die Funktion:
f
(
x
) =
x
² +1 , die Fläche im
Intervall von [1;3] soll Berechnet werden.
Bei dieser Funktion ist zu beachten, das die Längen-
maßzahl der Teilintervalle nur halb so groß ist (
h=0,5
)
wie beim ersten Beispiel, wodurch sich ein genauerer
Näherungswert ergibt. Das gilt auch im allgemeinen so:
Umso kleiner das einzelne Teilintervall h gewählt wird,
umso genauer ist der Näherungswert.
Um die Fläche auszurechnen wird wie beim ersten Beispiel vorgegangen. Für
die Maßzahl der Flächen von ,,Untersumme" und ,,Obersumme" werden aber
diesmal die beiden Variablen
s4
bzw.
S4
vergeben, aufgrund der Anzahl der
Teilintervalle.
5
Rechnung:
s
=
f
)
1
( 5
,
0
+
f
)
5
,
1
(
5
,
0
+
f
( )
2 5
,
0
+
f
( )
5
,
2
5
,
0
4
= 5
,
0
²
1
[(
+ )
1 +
²
5
,
1
(
+ )
1 + ( ²
2 + )
1 + (
²
5
,
2
+ )]
1 = 5
,
0 17 5
, = ,
8 75
S
=
f
)
1
( 5
,
0
+
f
)
5
,
1
(
5
,
0
+
f
( )
2 5
,
0
+
f
( )
5
,
2
5
,
0
+
f
)
3
(
5
,
0
4
= 5
,
0
²
1
[(
+ )
1 +
²
5
,
1
(
+ )
1 + ( ²
2 + )
1 + (
²
5
,
2
+ )
1 + 3
( ² + )]
1 = 5
,
0 27 5
, =
,
13 75
An dieser Funktion lässt sich erkennen, dass die beiden Näherungswerte, bei
einer höheren Anzahl von Teilintervallen, nicht mehr so weit auseinanderlie-
gen, wie beim vorherigen Beispiel. Um noch bessere Näherungswerte zu erhal-
ten müsste das Intervall in eine noch größere Anzahl von Teilintervallen zer-
legt werden.
3.4.
Allgemeine Rechnung und Beschreibung des Vorgehens
Allgemein lässt sich eine Fläche wie folgt ermitteln:
,,Gegeben sei eine positive Normalfläche über einem Intervall [a;b] zu einer
über diesem Intervall stetigen und monotonen Funktion
f
. Wir zerlegen das In-
tervall in n gleichgroße Teilintervalle
Ak
mit dem Teilungspunkten:"6
x
= ;
a x
=
a
+ ;
h x
=
a
+ 2 ;
h
;
0
1
2
x
- =
a
+ (
n
- )
1 ;
h x
= .
b
n
1
n
Jedes Teilintervall hat dann die Längenmaßzahl:
b
-
a
h
=
n
Nun bildet man eine untere Treppenfläche
t
und eine obere Treppenfläche
T
;
deren Maßzahl erfasst man durch die Untersumme
sn
und die Obersumme
Sn.
Für die Berechnung setzt man zusätzlich voraus, dass die Funktion
f
über [a;b]
monoton steigt.
6 Mathematik Sekundarstufe II Analysis Grundkurse Neu, Düsseldorf: Pädagogischer Verlag
Schwann-Bagel GmbH 1982, S. 202
6
Dann gilt:
n
1
s
=
f
(
x
)
0
h
+
f
(
x
)
1
h
+
f
(
x
)
2
h
+ +
f
(
x
- )
1
h
=
f
(
x
-
)
h
n
n
k
k
=0
und
n
S
=
f
(
x
)
h
+
f
(
x
)
h
+ +
f
(
x
)
h
=
f
(
x
)
.
h
n
1
2
n
k
k
1
=
Bemerkungen:
-
,,n" steht für einen unendlichen positiven Wert
-
Das Summenzeichen bedeutet, dass im Term
f
(
x
)
h
nacheinander
k
k=0, k=1, k=2, ..., k=n-1 eingesetzt wird und die so entstehenden Pro-
dukte addiert werden. Die untere Summe addiert die Terme von k=1 bis
k=n auf.
-
Es sind auch Zerlegungen des Intervalls [a;b] zugelassen, bei denen die
einzelnen Teilintervalle
h
nicht gleich groß sind.
-
Wenn die Grenzwerte von s
h
n
n und Sn für
0 bzw. für
über
einstimmen ist dieser gemeinsame Grenzwert der Funktion f im Inter-
vall [a;b] die Maßzahl der Fläche.
-
Diesen gemeinsamen Grenzwert nennt man das ,,bestimmte Intgral der
Funktion
f
über [a;b]" und schreibt:
b
f
(
x
)
dx
.
a
-
Dieses so definierte Integral nennt man nach dem deutschen Mathema-
tiker Bernhard Riemann (1828-1866) ,,Riemann-Integral", das in der
geschriebenen Form wie ein langgezogene S wirkende Integralzei-
chen wird vom griechischen S für Summe () abgeleitet.7
4.
Bestimmen der Fläche mit Hilfe der zeichnerisch ermittelten
Stammfunktion
4.1.
Einführung und Bedingungen
Die Maßzahl einer Fläche lässt sich auch, mit Hilfe eines Verfahrens lösen,
welches aus dem vorrangegangenen hervorgeht.
7 in Anlenung an: Dr. Josef Lauter (u.a.) ,Schwann-Bagel 1982, S.199-203
7
Um ein Integral auf graphischen Wege ermitteln zu können, muss die zu integ-
rierende Funktion
f
als Kurve vorliegen. Die Funktionsgleichung braucht nicht
bekannt zu sein. Falls der Integrand als eine Gleichung vorliegt, muss erst die
zugehörige Kurve gezeichnet werden. Man stelle sich vor, dass man die Fläche
zwischen der Kurve und der X-Achse ersetzen kann, durch eine inhaltsgleiche
Fläche zwischen einer geeigneten Treppenkurve und der x-Achse (wie schon
bei dem vorherigem Verfahren besprochen). Man braucht nur darauf zu achten,
dass die Flächenstücke zwischen der gegebenen Kurve und der Treppenkurve
paarweise vom Inhalt gleich sind.
4.2.
Konstruktionsschritte zur graphischen Ermittlung der Stammfunktion
1. Es sind auf der Kurve beliebige Punkte (
P′1,P′2,P′3,...,P′n
) auszuwäh-
len. Hierbei sollten vorhandene Extrempunkte, Wendepunkte und Null-
stellen berücksichtigt werden.
2. Durch jeden dieser Punkte konstruiert man Parallelen zu beiden
Koordinatenachsen. So ergibt sich auf der y-Achse jeweils ein
Schnittpunkt
Bn
.
Anmerkung:
Der Achsenmaß-
stab wurde unter-
schiedlich ge-
wählt, da sonst
die Veranschauli-
chung anhand
dieses Beispiels
nicht deutlich
wäre.
8
3. Die gegebene Kurve
f
(
x
) =
x
² + ;
1
x
]
3
;
1
[
ist durch eine Treppenkurve
zu ersetzen. Nach Augenmaß werden nun geeignete Zwischenpunkte
(
S′1,S′2,S′3,...S′n-1
) gewählt, sodass die grau unterlegten Flächen beider-
seits der gegebenen Kurve paarweise inhaltsgleich sind.
4. Durch die Zwischenpunkte konstruiert man Parallelen zur y-Achse.
5. Auf der x-Achse legt man nun an der Stelle
x
= 1
- (oder an anderer
Stelle) einen so genannten Polpunkt
A
fest. Der Polabstand
p
zum Ko-
ordinatenursprung hat dann den Wert 1 (oder einen anderen konstanten
Wert)
6. Die Punkte
Bn
verbindet man mit dem Polpunkt durch Geraden. Diese
Geraden geben die Tangentenrichtung für die gesuchte Kurve der
Stammfunktion mit der Gleichung
y
=
F
(
x
) +
C
an.
7. Da die Tangentensteigung für die gesuchte Kurve bereits bekannt ist,
braucht man nur noch einen Anfangspunkt. Deshalb wählt man auf der
durch
P′1
parallel zur y-Achse verlaufenden Graden an einer beliebigen
Stelle einen Punkt
P1
. Durch die Wahl dieses Punktes wird die Kon-
stante der Stammfunktion
C
festgelegt.
8. Jetzt muss man die durch
AB
gegebene Tangentenrichtung parallel
n
verschieben. Bis sie durch den Punkt
P1
verläuft. Die Parallele
AB
1
lässt man solange weiterlaufen, bis sie auf die Senkrechte zum Punkt
S′1
trifft (
S1
). In diesem Punkt setzt man die Parallele zu
AB
an, wo-
2
durch sich die Schnittpunkte
P2
und
S2
ergeben.
P2
ist der nächste Kur-
venpunkt der gesuchten Stammfunktion,
S2
ist der Ansatzpunkt für die
nächste Tangente parallel zu
AB
. Genauso wie gerade beschrieben,
3
verfährt man bei den übrigen Tangenten. Es ergibt sich ein Tangenten-
zug.
9. Durch die Punkte
P1,P2,P3,...,Pn
zeichnet man die Kurve der gesuchten
Stammfunktion. Wobei der Tangentenzug die Konstruktion der Kurve
erleichtert. Ist der Polabstand ungleich 1, so ergeben sich für
F
und
f
unterschiedliche Maßstäbe auf der y-Achse.
Um in der Praxis das Papierformat nicht zu überschreiten, wählt man häu-
fig den Polabstand
p
1 . Je größer dabei
p
ist, desto flacher verläuft die
Lösungskurve.
9
Bei der zeichnerischen Ermittlung der Stammfunktion kommt es nicht, dar-
auf an (ganz im Gegensatz zum vorher besprochenen Verfahren), die An-
zahl der Teilintervalle möglichst groß zu wählen. Denn das führt zu einer
höheren Ungenauigkeit und damit auch zur Verschlechterung des Ergebnis-
ses.
Aus der gegebenen y-Skala geht dann die bestimmte Maßzahl durch Multi-
plikation mit
p
hervor, was auch zu dimensionsmäßig richtigen Werten
führt. Man überzeugt sich nachträglich, ob die Maßzahl von
F(x)
dem zu-
gehörigen Flächeninhalt der f(x)-Funktion ungefähr entspricht. Dies kann
man zum Beispiel durch ,,Kästchenzählen" tun.
Konkret am Beispiel der Funktion
f
(
x
) =
x
² +1 heißt das:
Man liest ein Flächenmaßzahl von ungefähr 11,6 FE (tatsächliche Flächen-
größe 11,65 FE) ab. Jetzt vergleicht man diese Zahl zum Beispiel mit der
Maßzahl, die durch das Verfahren ,,Ingegral als Summengrenzwert" ermit-
telt wurde. Die Maßzahl der Untersumme beträgt 8,75, die der Obersumme
13,75. Sieht man sich diese Zahlen genauer an, kann man feststellen, dass
die hier ermittelte Maßzahl einen sehr viel genaueren Wert der Fläche wie-
dergibt.
5. Beurteilung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das zuletzt angesprochene Verfahren
zwar sehr genau, aber dafür auch recht umständlich ist. Dieses Verfahren ist
jedoch unerlässlich bei der Ermittlung von Flächen, wenn nur der Graph einer
Funktion gegeben und gleichzeitig die Funktionsgleichung unbekannt ist. Falls
man dieses Verfahren, trotz bekannter Funktionsgleichung anwenden möchte,
muss die Funktion zuerst gezeichnet werden.
Die Bestimmung der Fläche mit Hilfe von Summengrenzwerten, ist zwar sehr
schnell, aber dafür auch sehr ungenau. Möchte man hier eine höhere Genauig-
keit erzielen, ist dies nur möglich durch die Erhöhung der Teilintervalle. Doch
das führt dazu, dass dieses Verfahren im Endeffekt aufwendiger ist als das ein-
fache Ablesen an der graphisch konstruierten Stammfunktion.
10
6. Nachwort
Nachträglich möchte ich noch darauf hinweisen, dass es auch maschinelle
Hilfsmittel zur graphischen Integration gibt, so zum Beispiel das Polarplanime-
ter. Die Abbildung und Funktionsweise dieses Gerätes ist im Anhang zu fin-
den.
11
7. Literaturverzeichnis
Dipl.-Math. Gerhard Große: Integrationsverfahren (1972).
In: H. Birnbaum (u.a.)(Hrsg): Analysis für
Ingenieure (9. Aufl.) VEB Fachbuchverlag,
Leipzig
1973
Dr. Josef Lauter,
In: Oberstudiendirektor Wilhelm Kuypers (u.a.):
Gabriele Bölts,
Mathematik Sekundarstufe II Analysis
Wilhelm Kuypers und
Grundkurse (8. Aufl.) Pädagogischer Verlag
Hans Wuttke
Schwann-Bagel GmbH, Düsseldorf 1982
W. Gellert (u.a.):
Kleine Enzyklopädie Mathematik.
(10. Aufl.) VEB Verlag Enzyklopädie, Leipzig
1977
12
8. Anhang
Polarplanimeter:
aus F.A. Willers, Mathematische Maschinen und Instrumente, Akademie-Verlag, Ber-
lin 1951
,,Das Polarplanimeter [...], wurde 1854 von dem Schweizer Amsler entwickelt.
[...] Es besteht im wesentlichen aus drei teilen, dem Polarm mit dem Pol, dem
Fahrarm und dem Zählwerk, das am Fahrarm verstellbar befestigt ist. Am Ende
des Fahrarmes befindet sich ein Stift, mit dem die Beradungskurve einer Fläche
umfahren wird. Die Bewegung des Fahrarmes wird durch eine Gleitrolle des
Zählwerkes in eine Drehbewegung umgesetzt, die mit verschiedener Ge-
schwindigkeit teils vorwärts, teils rückwärts abläuft. Das Gelenk zwischen
Fahrarm und Polarm bewegt sich dabei auf einem Kreis, dessen Mittelpunkt de
Pol ist. Dadurch wird der Stillstand der Gleitrolle verhindert, wenn sich der
Fahrstift entlang einer Geraden bewegt. Die auf der Gleitrolle befindliche und
mit einem Nonius versehene Skale ermöglicht in Verbindung mit der Zähl-
scheibe die Ablesung des Resultats. Der abgelesene Wert kann mit 4 Dezimal-
stellen angegeben werden. Bei einem Grundplanimeter erhält man entweder
unmittelbar den Inhalt der umfahrenen Fläche oder einen Wert, der diesem Flä-
cheninhalt proportional ist. Durch Verschiebung des Zählwerks auf dem Fahr-
arm ändert sich der Proportionalitätsfaktor. Sind
n1
der in der Anfangsstellung
und
n2
der in der Endstellung der Messrolle abgelesene Wert, so ist der Inhalt
der umfahrenen Fläche
A= k(n2 n1).
13
Die sog. Planimeterkonstante
k
kann entweder aus einer dem Planimeter
beigegebenen Tabelle oder durch mehrmaliges Umfahren einer bekannten Flä-
che (für eine bestimmte Fahrarmlänge) ermittelt werden."8
8 Dipl.-Math. Gerhard Große: Integrationsverfahren. H. Birnbaum (u.a.)(Hrsg): Analysis für
Ingenieure (9. Aufl.) VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1973
14
Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Facharbeit selbstständig angefer-
tigt, keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt und die Stellen der
Facharbeit, die im Wortlaut oder im wesentlichen Inhalt aus anderen Werken
entnommen wurden, mit genauer Quellenangabe kenntlich gemacht habe.
________________________
Daniel Sprehe
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