Referat / Schulaufsatz, 2001, 18 Seiten
Autor: Anna Reimann
Fach: Chemie
Details
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Volltext (computergeneriert)
Das Wasser- Zahlen, Fakten, Wissenswertes
Bau des Wassermoleküls
V: Ablenkung des Wasserstrahls
Wasser
Benzin
Plastikstab
Der Plastikstab wurde mit Wolle bzw. Seide abgerieben und an
den Wasser- bzw. Benzinstrahl gehalten.
B: Beim Wasser wurde der Strahl in die Richtung des
Plastikstabes abgelenkt. Beim Benzin ist keine Ablenkung zu
sehen.
Genauer Aufbau
Im H2O Molekül sind vier Elektronenpaare ungefähr
tetraedisch angeordnet. Wegen der noch stärkeren Abstoßung
der bindenden Elektronenpaare durch die beiden freien
Elektronenpaare weicht der Bindungswinkel weiter vom
Tetraederwinkel ab.
Der Bindungswinkel im H2O Molekül beträgt 105°.
Ein Sauerstoffatom besitzt zwei einfach besetzte Wolken; es
kann deshalb zwei Wasserstoffatome binden. Die drei Kerne
des H2O Moleküls liegen nicht auf einer Geraden, sondern
bilden einen Winkel, weil auch die einfach besetzten Wolken
des Sauerstoffatoms nicht auf einer Geraden mit dem Kern
liegen.
Im Wassermolekül zieht die höhere Ladung des
Sauerstoffkernes die gemeinsamen Elektronen näher zu sich
und stößt gleichzeitig die beiden Wasserstoffkerne (Protonen)
von sich weg. Diese liegen deshalb stark exzentrisch in der
gemeinsamen Wolke, und die Bindungselektronen halten sich
im zeitlichen Durchschnitt näher beim Sauerstoffkern auf.
Dadurch erhält das Sauerstoffatom einen Überschuss an
negativer Ladung, während das Wasserstoffatom im Vergleich
dazu positiv geladen erscheint. Die Bindung bekommt ein
positives und ein negatives Ende, d.h. sie wird
polar.
Obwohl
das Wassermolekül im Ganzen elektrisch neutral ist, ist die
Ladung in ihm nicht gleichmäßig verteilt: es besitzt ein positives
und ein negatives Ende, es ist ein ,,Dipol". Nur wenn zwei
gleiche Atome miteinander eine Atombindung eingehen, halten
sich die gemeinsamen Elektronen meistens genau in der Mitte
zwischen den Kernen auf, da beide Kerne dieselbe
Anziehungskraft auf die negative Ladung haben, Bindungen
zwischen verschiedenen Atomen sind also immer mehr oder
weniger polar, weil das kleinere Atom oder das mit der
größeren Kernladung die gemeinsamen Elektronen mehr
anzieht und der Schwerpunkt der bindenden Ladungswolke
näher zu diesem Atom hinrückt. Die Polarität einer Bindung wird
also um so größer, je mehr sich die Atome in der Fähigkeit,
Elektronen anzuziehen, in der Elektronegativität (EN),
unterscheiden. Die Elektronegativität ist um so größer, je größer
die Ladung und je kleiner der Durchmesser des Atomrumpfes
ist. Innerhalb einer Gruppe im Periodensystem nimmt die EN
nach unten ab, weil der Durchmesser des Atoms wächst.
Innerhalb einer Periode nimmt die EN nach rechts zu, da die
Ladung steigt.
Da sich die entgegengesetzt geladenen Enden polarer
Bindungen gegenseitig anziehen, sind polare Bindungen
stärker als unpolare, weil diese Anziehung zur bindenden
Wirkung der gemeinsamen Ladungswolke hinzukommt. Polare
Bindungen sind deshalb schwerer in Atome zu spalten als
unpolare. Es muss zur Trennung der Bindung mehr Energie
aufgewendet werden. Die Bindungsenergie ist also um so
höher, je polarer die Bindung ist. Aber auch der Abstand der
beiden Atomkerne, die Länge der Bindung, hat einen Einfluss
auf die Bindungsenergie: längere Bindungen sind schwächer,
haben also kleinere Bindungsenergien.
Wasserstoffbrücken
Wassermoleküle können sich, wegen ihrem gewinkelten und
den polaren Atombindungen, so anordnen, dass der relativ
positive Pol mit den Wasserstoffatomen und der relativ negative
Pol mit den freien Elektronenpaaren am Sauerstoffatom in
Wechselwirkung treten. Diese Wechselwirkung bezeichnet man
als Wasserstoffbrückenbindung. Das Vorhandensein von
Wasserstoffbrücken ist für die charakteristischen Eigenschaften
des Wassers verantwortlich. Diese
Wasserstoffbrückenbindungen sind im Eis am meisten
vorhanden, d.h. fast jedes Wassermolekül beteiligt sich an einer
riesigen Wasserstoffbrückenbindung. Das so entstandene
,,Riesenmolekül" (Makromolekül) ist mit dem bloßen Auge
sichtbar und hat sehr große Ausmaße. Beim schmelzen von Eis
zerfallen die Wasserstoffbrückenbindungen in einzelne kleinere
Varianten. Erhitzt man nun weiter passiert zunächst nichts. Erst
bei einer Temperatur von 100°C beginnt das Wasser zu sieden.
Im entstanden Wasserdampf sind immer noch
Wasserstoffbrücken vorhanden, wobei diese so wenige H2O
Moleküle umfassen, dass sich diese aus dem flüssigen Wasser
lösen können und in die Luft übergehen. Sie sind als Dampf
sichtbar. Um alle Wasserstoffbrücken zu zerstören muss man
den Wasserdampf ultrahoch erhitzen (über 1000°C).
Die Wasserstoffbrückenbindungen sind die Ursache dafür, dass
die Wassermoleküle im Molekülgitter nur sehr locker gepackt
werden können. Daher beträgt die Dichte des Eises nur
0,92g/cm3. Beim Schmelzen bricht die Gitterordnung
zusammen, die Moleküle können sich dichter aneinander legen
und Wasser hat eine höhere Dichte als Eis (1g/cm3). Die
Wasserstoffbrückenbindung ist verantwortlich für das
einzigartige Volumen- und Dichteverhalten des Wassers, der
Anomalie des Wassers. Im Festen Zustand hat Wasser das
größte Volumen, da hier fast alle Wassermoleküle in eine
Brücke integriert sind. Die Elektronenwolken sind eine Art
Platzhalter zwischen den Molekülen und halten diese auf
größtmöglichem Abstand. Die größte Dichte besitzt Wasser bei
4°C, da hier die Moleküle am nächsten zusammenrücken
können. Ist Wasser wärmer als 4°C vergrößert sich der Abstand
zwischen den Molekülen wieder, wegen der, durch höhere
Temperatur verursachten, erhöhten Teilchenbewegung. Seen
frieren durch diese Eigenschaft meist nur oberflächlich ein, da
die dichteste Schicht immer nach unten Absinkt. Wenn es nun
an der Oberfläche Minusgrade hat beginnt die oberste
Wasserschicht sich abzukühlen und somit erhöht sich die
Dichte. Diese abgekühlte Schicht sinkt ab und die, die sich nun
an der Oberfläche befindet, beginnt ebenfalls abzukühlen.
Wenn nun alle Schichten auf 4°C abgekühlt sind, nimmt die
Dichte zu und eine vier Grad warme Schicht bleibt am Boden
und kühlt sich erst dann weiter an, wenn sich die darüber
befindende Schicht mehr abkühlt. Diese Eigenschaft lässt viele
Tiere im Wasser auch im Winter überleben.
Siede- bzw. Schmelzpunkte von Wasserstoffverbindungen
Die Siedetemperatur von H2O (100°C) ist viel höher als die von
H2S (ca. -60°C). Dies liegt an der stärke der polaren Bindung, je
stärke diese ist, um so schwerer ist es die Moleküle
voneinander zu trennen. Die Bindung H2O ist wegen der großen
Differenz der EN-Werte von Wasserstoff und Sauerstoff stark
polar. Deswegen ergeben sich Wasserstoffbrücken.
Auch bei HF ist der Siedepunkt ziemlich hoch (ca.25°C), da
diese Bindung ebenfalls stark polar ist, hier bilden sich
ebenfalls Wasserstoffbrücken. Die Stärke der
Wasserstoffbrücken nimmt mit der Polarität der Bindung in der
Reihe N-H, O-H, F-H zu. Jedes Wassermolekül kann zu den
Nachbarmolekülen zwei Wasserstoffbrücken ausbilden. Sie
bewirken, dass die Siedetemperatur von Wasser noch höher ist
als die von Fluorwasserstoff, da beim Fluorwasserstoff jedes
Molekül zu den Nachbarmolekülen nur eine Wasserstoffbrücke
bilden kann.
Zwischen H2S-Molekülen wirken wesentlich geringere Kräfte,
da die Polarität der H-S Bindung nur gering ist. Genauso ist es
auch bei den PH3-Molekülen, der Siedepunkt liegt hier bei -
88°C. Da diese Bindung nur sehr gering polar ist, ist auch der
Siedepunkt viel niedriger als der von H2O oder PH3.
Man kann also sagen, je stärker die polare Bindung zwischen
den Molekülen ist, desto höher ist der Schmelz- bzw.
Siedepunkt.
Eis und Schneekristalle
Aufbau:
Im Eis ist ein Sauerstoffatom tetraedrisch von vier
Wasserstoffatomen umgeben, wobei zwei Wasserstoffatome
durch Atombindung und die anderen zwei durch
Wasserstoffbrücken gebunden werden. Diese Anordnung gibt
ein sehr voluminöses, lockeres Gitter mit durchgängigen
Holräumen von sechseckigem Querschnitt. Diese hexagonale
Struktur zeigen auch Schneekristalle (s. Abb.).
Vorgänge beim Schmelzen
Beim Schmelzen bricht die Gitterordnung zusammen, so dass
Wasser bei 0°C eine höhere Dichte besitzt als Eis. Beim
weiteren Erwärmen werden die Bruchstücke immer kleiner,
dadurch steigt die Dichte des Wassers bis 4°C an. Bei
steigender Temperaturerhöhungen dehnt sich Wasser wie jede
andere Flüssigkeit aus, du Dichte nimmt also wieder ab.
Wegen dieser Struktur besitzt Eis eine geringere Dichte als
flüssiges Wasser und schwimmt so auf diesem.
Kristallwasser
V: Erhitzen von blauem Kupfersulfat (CuSO4)
Durchführung:
Man erhitzt blaues Kupfersulfat (CuSO4) in einem
schräggestellten Reagenzglas. Man muss dabei beachten,
dass das kondensierte Wasser nicht zurückläuft, da sonst das
Glas platzen kann.
Ergebnis:
Beim Erhitzen von blauem Kupfersulfat (CuSO4) ist das Sulfat
nicht mehr blau sondern weiß und es kommt zu einer
Dampfbildung.
Bei Zugabe von Wasser (H2O) erfolgt unter exothermer
Reaktion eine erneute Blaufärbung, deshalb ist Kupfersulfat ein
Nachweißmittel für Wasser.
Was ist Kristallwasser?
Kristalle mancher Verbindungen enthalten Wasser, das beim
Erhitzen entweicht (Versuch). Dabei verändert sich die
Struktur des Kristalls. Dieses Wasser nennt man
Kristallwasser
.
,,Kristallwasser" ist also durch eine chemische Reaktion in
Kristallen gebundenes Wasser.
Die Wassermoleküle befinden sich im Kristallgitter an
geometrisch genau definierten Stellen, sie sind also
Gitterbausteine.
Aufbau des Ionengitters
Salze, die Hydrate bilden können, haben meist ein
hygroskopisches
Ionengitter, d.h. sie nehmen Wasser aus der
Luft auf und binden dies, wodurch Wassermoleküle in das
Ionengitter eingebaut werden.
Manche dieser Salze (z.B. Kaliumchlorid) werden deshalb oft
als Trockenmittel verwendet.
Lösungsmittel
V: Warum löst Wasser nur bestimmte Stoffe?
Durchführung/Beobachtung:
Füllt man Wasser in ein Reagenzglas in dem sich Kaliumchlorid
(KCl) befindet, so löst sich KCl auf.
Nimmt man anstatt Wasser Benzin, löst sich das KCl nicht auf.
Die Eigenschaft von Wasser, Salze zu lösen, lässt sich damit
erklären, dass Salze aus Ionen aufgebaut sind. An diese lagern
sich die Wassermoleküle entsprechend ihrer Polung, wobei
Energie frei wird, die die Ionen in die Lage versetzt die
Gitterenergie zu überwinden.
Wasser kann nur Moleküle lösen, die polar sind, wie
Verbindungen mit --OH-, -COO- oder NH +
3 -Resten. Diese
Reste gehen mit Wasser Wasserstoffbrücken ein.
Wasserlösliche Stoffe sind z.B. Salze und Saccharide (Zucker).
Apolare Stoffe, wie z.B. Lipide (Fette), bilden mit Wasser keine
Wasserstoffbrücken und sind demnach nicht wasserlöslich.
Wasserlösliche Stoffe bezeichnet man als
hydrophil
,
wasserunlöslich als
hydrophop
.
Temperaturveränderung beim Lösen
Um das Ionengitter vollständig zu sprengen muss Gitterenergie
angewendet werden. Durch den Energieüberschuss erwärmt
sich die Lösung. Die Differenz von Hydrationsenergie und
Gitterenergie ist die Energie, die beim Lösen eines Salzes
umgesetzt wird, man nennt sie
Lösungswärme
. Es ist jedoch
beim Lösen eines Salzes in Wasser häufig zu erkennen, dass
sich das Wasser abkühlt. Dies ist der Fall, wenn die
Gitterenergie nicht ganz von der Hydrationsenergie
aufgebraucht wird. Den fehlenden Energiebetrag liefert die
Wärmeenergie des Wassers, das sich dadurch abkühlt.
Erklärung des Auflösevorgangs
Eine weitere Eigenschaft des Wassers ist also das Lösen von
Stoffen, auch
Hydration
genannt. Beim Lösen von Salzen (z.B.
NaCl) in Wasser (H2O) lagern sich die Dipole des Wassers an
der Oberfläche des Gitters an, da sie von den Ionen des Salzes
angezogen werden. An den Ecken und Kanten des Ionengitters
werden mehrere Wassermoleküle von einem Ion angezogen..
Da die Ionen, die sich am Rand des Gitters befinden geringere
Gitterkräfte als die übrigen Ionen des Gitters besitzen können
diese sehr leicht von Wassermolekülen abgetrennt werden. Die
Ionen des Salzes werden also von einem ,,Wassermantel"
vollständig umhüllt.. Bei der Umhüllung von Ionen durch
Wassermoleküle wird Energie frei, die sogenannte
Hydrationsenergie
. Die dadurch entstehende größere
Bewegung lockert das Gitter. Dieser Vorgang kann bis zum
völligen Abbau des Gitters wiederholt werden.
Die Hydrationsernergie bildet damit den Hauptteil der zum
Lösen einen Ionengitters notwendigen Energie. Sie ist umso
großer, je stärker die Wassermoleküle gebunden werden, d.h.
je kleiner und höher geladen die Ionen sind.
Wasser als Abgas: Brennstoffzelle
Betrieb einer Brennstoffzelle
Eine Brennstoffzelle besteht aus zwei Elektroden (Anode und
Kathode) in einem Elektrolyten Zu ihrem Betrieb sind Sauerstoff
und Wasserstoff erforderlich. Der Wasserstoff wird der Anode
zugeführt, wo er unter Einfluss eines Katalysators in
Wasserstoff-Ionen und Elektronen aufgespalten wird. Die Ionen
wandern durch den Elektrolyten zur Kathode, der Sauerstoff
wird aus der Luft zugeführt. Die Elektronen fließen über einen
externen Stromkreis ebenfalls zur Kathode und verrichten dabei
elektrische Arbeit. An der Kathode bildet sich Wasser durch die
Reaktion von Wasserstoff-Ionen mit Sauerstoff und Elektronen.
Bei dieser Umwandlung entstehen direkt Elektrizität und
Wärme, jedoch keinerlei unerwünschte Abgase, sondern
Wasser als ,,Abfallprodukt".
Funktion einer Brennstoffzelle
In Brennstoffzellen kann der Wasserstoff auf elektronischem
Wege mit deutlich höherem Wirkungsgrad als in herkömmlichen
Verbrennungs-prozessen in elektrischen Strom umgewandelt
werden. Bei dieser ,,kalten Verbrennung", ohne Umweg über die
übliche thermische Verbrennung mit Dampferzeugung,
Turbinen und Generatoren, wird die elektrische Energie, die bei
der Elektrolyse in chemischer Energie umgewandelt wurde,
abzüglich der Umwandlungsverluste wieder zurückgewonnen.
Brennstoffzellen spielen eine zentrale Rolle, da sie unabhängig
von einer künftigen Wasserstoffnutzung- mit Erdgas oder
Menthanol relativ kurzfristig einsetzbar sein könnten und sowohl
Strom als auch Nutzwärme mit hohem Wirkungsgrad und
geringen Emissionen erzeugen.
Brennstoffzellen haben einen modularen Aufbau und sind daher
in allen Größen denkbar. In Demonstrationsobjekten haben sie
Laptop-Computern und Handys den Akku ersetzt, Autos
angetrieben und Häuser und Wohngebiete mit Strom und
Wärme versorgt.
Für ein Brennstoffzellen- Kraftwerk werden mehrere 100
einzelne Brennstoffzellen zu einem Zellenstapel
zusammengefasst.
Zusatzthema
Wasserstoff- Warum ist er ein Energieträger?
Wasserstoff ist eigentlich keine Energie im eigentlichen Sinne,
sondern ein Energieträger, ähnlich wie elektrischer Strom. Weil
sich Wasserstoff gut speichern lässt, ist er ein Energieträger mit
einem sehr großen Anwendungsbereich. Wasserstoff eignet
sich als Treibstoff führ Fahrzeuge genauso gut wie zum Heizen
oder zur Stromerzeugung. Er ist der ideale Energieträger für
regenerative Energiequellen.
Wasserstoff- Energie der Zukunft?
Es war Sir William Grove, der 1839 erstmals Strom durch eine
elektrochemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff
erzeugte. So genial diese Idee auch war und ist- durchsetzten
konnte sie sich damals gegen das generatorische Prinzip der
Stromerzeugung nicht. Zu schnell vollzog sich die Entwicklung
hin zu immer größeren Kraftwerken und damit auch
kostengünstigerer Stromerzeugung. Beleg für die
Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit lieferte die
Brennstoffzelle stets in Spezialanwendungen und unter
extremen Bedingungen- in der Stromerzeugung für
Raumkapseln und als U-Boot-Antrieb. Ihre Renaissance vor
etwa zehn Jahren verdankt sie der Suche nach alternativen
Antriebssystemen für Kraftfahrzeuge und nach besonders
umweltschonenden Kraftwerken.
Wasserstoff wird also bereits seit langer Zeit, für industrielle
Zwecke in großem Maßstab, überwiegend aus Erdgas oder
Erdöl gewonnen. Er dient als chemischer Rohstoff, als
Laborgas und wird auch in der Raumfahrt als Treibstoff genutzt.
In Zukunft sollte sein Hauptverwendungszweck aber in
Energiespeicherung liegen, beispielsweise für den Transport
von Personen und Gütern.
Die größten Automobilkonzerne arbeiten fieberhaft an der
Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Serienwagen.
Nach dem heutigen Stand werden wir wohl in wenigen Jahren
mit wasserstoffbetriebene Fahrzeuge erstatten können. Dies
hängt jedoch unter anderem davon ab, wie viel Zeit und Geld in
die Entwicklung gesteckt wird.
Wasserstoffautos
Die neue Generation Autos soll nur noch Wasserdampf als
Abgas produzieren. Die Wasserstoffautos fahren mit einer
Brennstoffzelle, die durch Wasserstoff angetrieben wird. Sie
haben unglaublich hohe Reichweiten. Der Wasserstoffvorrat auf
der Erde wird nicht verbraucht, sondern erscheint nur in anderer
Form, dem Wasser.
Zusatzthema
Wasser- Zahlen, Fakten, Wissenswertes
In unserer Gesellschaft wird zu gedankenlos mit Wasser
umgegangen:
Aufgrund unsere Lebensweise verbrauchen wir täglich im
Durchschnitt ca. 132 Liter Wasser. Die Industrie hat jedoch
einen weitaus höheren Wasserbedarf, nämlich 90% des
gesamten Wasserverbrauchs. Um 1 Liter Benzin herzustellen
werden 20 Liter Wasser benötigt, für die Herstellung eines
PKW′s braucht man sogar 380 000 Liter Wasser.
Vorkommen
Die Oberfläche der Erde besteht zu 77% aus Wasser, allerdings
sind davon wiederum 97% Meerwasser und dadurch als
Nutzwasser unbrauchbar. Und nur 0,5% des Wassers auf der
Erde sind als Trinkwasser nutzbar. Der andere Teil ist
Salzwasser (siehe oben), verschmutzt oder in Gletschern
eingefroren.
Je nach Temperatur und Druck erscheint das Wasser auch als
Nebel, in Wolken, als Regen, Reif, Schnee oder Hagel.
Wichtige Aufgaben von Wasser in unserem Körper
Unser Körper besteht bis zu ca. 70% aus Wasser. Der tägliche
Bedarf an Wasser beträgt beim Menschen 2-3 Liter, ohne die
der Körper austrocknen würde.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Wassers ist das Binden von
Schadstoffen und der Abtransport dieser Schadstoffe zur
notwendigen Reinigung des Körpers von innen. Weiter versorgt
das Wasser in unserem Körper als Hauptbestandteil des Blutes
jede Zelle mit Nährstoffen und transportiert die Abwehrkörper:
Wasser
· spült die Gifte im Körper zu Leber und Nieren
· wirkt bei der Regulierung des Energiehaushaltes mit
· lässt alle Teile des Körpers miteinander
,,kommunizieren"
· reguliert den Säure Basen Haushalt
· ist Lösungsmittel bei vielerlei wasserlöslichen Stoffen
· wirkt beim Stoffwechsel mit
· regelt die Temperatur
· wirkt als Puffersystem
Jeder Mensch scheidet täglich ca. 5% Flüssigkeit aus. Dies
geschieht nicht, wie oft angenommen über den
Verdauungsweg, sondern vielmehr über unsere
Ausscheidungsorgane: Haut und Lunge.
Wir scheiden alle 20 Tage unsere gesamte Flüssigkeit einmal
aus.
Um das Gleichgewicht im Körper einzuhalten, müssen wir
täglich 2-3 Liter reine Flüssigkeit trinken. Wir nehmen pro Jahr
also ca. 1000 Liter Flüssigkeit zu uns.
Verunreinigung des Trinkwassers
Unser wichtigstes Lebensmittel Trinkwasser wird heute von
immer mehr Seiten gefährdet.Kaum eine Woche vergeht, ohne
das Presse, Rundfunk oder Fernsehen über verschmutztes
Trinkwasser berichten.
Die häufigsten Verschmutzungen sind:
· die biologische Verschmutzung durch Bakterien, Viren,
Pilze und Parasiten
· die anorganische Verschmutzung durch Chloride, Nitrat
und Schwermetalle
· die organische Verschmutzung durch Insektizide,
Pestizide und Herbizide.
Möglichkeiten der Wasseraufbereitung
Zur Wasseraufbereitung haben sich mehrere Systeme
herausgebildet, wie z.B.
· die einfache Destillation aqua destillata (für chemische
und pharmazeutische Zwecke)
· die doppelte Destillation aqua bidestillata (vielfach für
medizinische Zwecke)
· mehrfache Destillation in speziellen Apparaturen aus
Quarz, Edelmetall o.ä. (für Leitfähigkeitsmessungen, da
ultrareines Wasser)
Auch zur Wasserverbesserung an der ,,Zapfstelle", also dort wo
das Wasser gebraucht wird, wie z.B. in der Küche, haben sich
mehrere Systeme entwickelt.
Es gibt z.B.
· Ionentauscher (das harte kalkhaltige Wasser durchfließt
ein Austauschmaterial, das mit Natriumionen angereichert
wird)
· Diverse Filterarten
· Die Dampfdestillation
Wie das Wasser auf die Erde kam
Der Vorrat an flüssigem Wasser auf der Erde beträgt 1,36
Milliarden Kubikkilometer. Wie kamen diese gewaltigen
Wassermengen auf die Erde? Die moderne Wissenschaft
verbindet diese Frage mit dem Rätsel der Entstehung der Erde
überhaupt. Man ist heutzutage der Meinung, dass sich die
Sonne aus einer unermesslich großen Gaswolke entwickelt hat,
die aus Wasserstoff und Helium bestand. In dieser Gaswolke
waren als feiner Staub alle Elemente schon enthalten, aus
denen sich später die Planeten zusammensetzten. Einer dieser
Bestandteile war Wasser in Form von Dampf, Kristallen und
winzigen Tröpfchen.
Während die kosmische Wolke im Weltall herumwirbelte,
bildete die Schwerkraft eine Kernzone, die sich fest
zusammenballte. Mit zunehmender Dicht des Kerns stieg seine
Temperatur, bis sich schließlich das unvorstellbare Ausmaß von
etwa 12,8 Millionen Grad Celsius erreichte. Bei dieser
Temperatur wandeln sich Wasserkerne in Helium um und
setzten Energie frei. Damit begann die thermonukleare
Reaktion, die sich selbst speisende Quelle für Sonnenwärme
und Sonnenlicht.
Die Sonne verdichtete sich zu einem selbstständigen Körper,
noch bevor sie die sie umgebende kosmische Wolke in sich
hineingezogen hatte. Was übriggeblieben war, raste in Form
riesiger, wirbelnder Scheiben aus kollidierenden Partikeln weiter
umher. Die Scheiben wurden zu immer größeren Anhäufungen
von Materie aus denen nach mehreren Millionen Jahren die
neun Mitglieder der Planetenfamilie entstanden.
Das Wasser, das ein Bestandteil der ursprünglichen,
kosmischen Wolke war, verteilte sich auf die Planeten. Menge
und Beschaffenheit des Wassers waren dabei abhängig von
der Masse des Planeten (die seine Schwerkraft bestimmt) und
von seiner Entfernung zur Sonne (welche die
Oberflächentemperatur des Planeten bestimmt).
Menge und Art des Wasserhaushaltes der Erde haben sich aus
der Größe und der Position unseres Planeten im Sonnensystem
ergeben. Die Schwerkraft der Erdmasse reicht aus, um eine
Atmosphäre aus Wasserdampf und anderen Gasen zu halten.
Bei einer durchschnittlichen Entfernung von 149,5 Millionen
Kilometern von der Sonne hält sich die Erde nahe an dem Kern
einer schmalen Zone auf, in der die Temperaturen so sind, dass
Wasser als Flüssigkeit, in fester Form und als Dampf existieren
kann. Gemessen an kosmischen Größenordnungen ist diese
Zone recht klein: Ein Gürtel von 120 Millionen Kilometern Breite
das sind etwa zwei Prozent vom Radius des Sonnensystems.
Der kosmische Staub, aus dessen Zusammenballung die Erde
hervorging enthielt also auch Bestandteile des Wassers. Wie
aus diesen Molekülen ganze Ozeane von Wasser, riesige
Berge aus Eis und feuchte Atmosphäre entstehen konnten ist
umstritten. Die heute überwiegend anerkannte Theorie besagt,
dass sich die Erde durch den Aufprall von weiterer
meteorähnlicher Materie aus dem All, durch Radioaktivität, die
damals etwa fünfzehnmal höher war als heute und durch den
Druck, der mit der Verdichtung der Urmaterie weiter zunahm, in
ihren Anfängen sehr stark erwärmte.
Nach dieser Theorie wurde die Erde schließlich so heiß, dass
sie zu schmelzen begann. Zuerst im Kern und im Laufe von
etwa hundert Millionen Jahren durch und durch. Das Wasser
verdampfte und da sich Wassermoleküle bei großer Hitze in
ihre Bestandteile auflösen, verschwand es schließlich ganz.
Zwar hatte Wasser aufgehört auf der Erde zu existieren, aber
als Möglichkeit blieb es vorhanden, da Wasserstoff und
Sauerstoff zu den Gasen gehörten, die innerhalb und oberhalb
der turbulenten Oberfläche de geschmolzenen Planeten
umherwirbelten.
Als die Radioaktivität nachließ und die Zusammenballung des
Erdkörpers sich verlangsamte, kehrte sich der
Temperaturkreislauf um: Die Erde kühlte jetzt allmählich ab.
Ehe die Erdkruste hart geworden war, verflüchtigte sich der
größte Teil der Atmosphäre heißer Gase in den Weltraum. Die
Erde schaffte sich selbst Ersatz, indem sie Gase, einschließlich
Wasserdampf, aus ihrem Inneren blies. Aus Spalten, Kratern
und platzenden Blasen zähflüssigen Gesteins schoss der
Dampf empor und kondensierte in der Kälte der höheren
Atmosphäre, sodass sich allmählich eine dichte Wolke von
Wassertröpfchen und Schnee um die Erde legte.
Je weiter die Abkühlung fortschritt, desto mehr senkte sich das
Wasser aus der Luft auf die Erdkruste nieder, bis diese
schließlich so weit abgekühlt war, dass das Wasser auf sie
auftreffen konnte, ohne gleich zu verdampfen. Und nun setzte
eine Sintflut ein, die Jahrhunderte lang andauerte. Der
Wolkenmantel verdünnte sich dadurch so weit, dass sie Sonne
durchdrang und das Wasser der Urmeere erwärmte.
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