Autor: Marco Spiller
Fach: Informatik - Technische Inf.
Details
Jahr: 2001
Seiten: 12
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 97 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-02220-5
Aufbau, Arten und Funktionen der internen Speicher
Volltext (computergeneriert)
Autor: Marco Spiller
Interne Speicher
1.
Interne Speicher nach Funktionen gegliedert S. 1
1.1
Das
Bios
S.
1-2
1.2
Der
Arbeitsspeicher
S.
2
1.3
Der Pufferspeicher (Cache)
S. 3
1.4
Die
Registerspeicher
S.
3
1.5
Notwendigkeit der Speicherhierarchie S. 4
2.
Speicheraufbau/-zugriff
S. 5-6
2.1
Speicheraufbau (am Beispiel Hauptspeicher) S. 5
2.2
Speicherzugriff
S.
6
3.
Speicherarten
S.
7
3.1
Die ROM Speichertypen
S. 7
3.2
D-RAM
S.
8
3.3
S-RAM
S.
8
4.
Glossar
S.
9
5.
Quellenangaben
S.
10
1
Interne Speicher nach Funktionen
1 Interne Speicher nach Funktionen gegliedert
Interne Speicher lassen sich unterscheiden in Hauptspeicher, Cache und Registerspeicher.
Häufige Synonyme für Hauptspeicher sind auch Arbeitsspeicher oder RAM.
Der in Abb. 1 genannte virtuelle Speicher gehört nicht direkt zu den internen Speicher,
sondern simuliert ihn nur. Das heißt, er speichert Daten des Arbeitsspeichers zwischen,
wenn dieser zu klein ist. Dies geht natürlich zu lasten der Performance, da der Zugriff auf die
Festplatte im Gegensatz zu den internen Speicher sehr langsam ist.
Interne Speicher
Zentraleinheit
Cache
Haupt-
Register-
speicher
Speicher
Arbeits-
Festwert-
Speicher
Speicher
Platten-
"Virtueller
Speicher
Speicher"
Abb. 1 Interne Speicher nach Funktionen
1.1 Das BIOS (Basic Input Output System)
Dieser Speicher enthält alle Programmteile die für die Organisation und Inbetriebnahme des
Rechners nötig sind. Es umfasst folgende Funktionen:
· Hardware Diagnose / Initialisierung
· Lesen und Schreiben von Sektoren der Festplatte
· Setzen der Systemuhr und des Systemdatums
Um den PC möglichst flexibel zu halten wird versucht, den festprogrammierten Teil des
Betriebssystems so gering wie möglich zu halten. Dadurch können besonders bei Einsatz
von neueren Betriebssystemen Probleme vermieden werden.
Interne Speicher nach Funktionen
2
Der früher eigentlich eingesetzte ROM Speicher war fest beschrieben und konnte nicht
wiederbeschrieben werden. Heute gibt es andere Festwertspeicher die sich durch
verschiedene Verfahren wiederbeschreiben lassen (siehe ROM-Typen).
Dafür bleibt sein Inhalt auch nach dem ausschalten des Rechners bestehen. Ältere Rechner
kamen noch mit 16 KByte aus, während heutige Rechner schon mal bis zu 2Mbyte große
ROM Speicher besitzen.
1.2 Der Arbeitsspeicher
Häufig wird der Arbeitsspeicher auch als Haupt- oder Zentralspeicher bezeichnet, da nur er
einen relevanten Einfluss auf die Geschwindigkeit der Arbeitsabläufe im Computer hat.
Der Arbeitsspeicher steht dem PC als Daten- und Programmspeicher zur Verfügung.
Somit zählen zu den Aufgaben des Arbeitsspeicher:
· Speicherung des jeweils benötigten Programms und Abgabe der aktuell
benötigten Befehle
· Übernahme von Daten aus einer Eingabeeinheit zur Weiterleitung an den
externen Speicher oder zum Verbleib im Arbeitsspeicher
· Datenaufnahme von einem externen Speicher zur Verarbeitung
· Abgabe von Daten oder Verarbeitungsergebnissen in eine Ausgabeeinheit
Im Gegensatz zum ROM-Speicher kann RAM frei beschrieben, gelesen und gelöscht
werden. Dafür bleiben die Daten nur so lange im Arbeitsspeicher, wie Spannung anliegt.
Wird der PC ausgeschaltet oder kommt es zum Stromausfall, so werden alle Daten, die noch
nicht auf externe Speicher übertragen wurden unwiederbringlich gelöscht.
Um so größer der Hauptspeicher ist, umso mehr Programme und Dateien kann er
Zwischenspeichern. Bei Kleinstrechnern (PDAs) liegt dieser Speicher in der heutigen Zeit
zwischen 2 und 16 MB. Mittlere (PCs) und große Zentraleinheiten (Mainframe) fassen
Hauptspeicher zwischen 16 MB und 4 GB. Manche Großrechnerfamilien haben darüber
hinaus die Möglichkeit durch den Einsatz von Erweiterungsspeicher, über die
architekturbedingte 4 GB Speichergrenze hinausgehenden Adressbereich von bis zu 16 TB
Zentralspeicher zu adressieren.
Dies hat den Vorteil das Programme nicht über den langsameren externen Speicher
eingelesen werden müssen. Sollte der Arbeitsspeicher aber nicht groß genug sein, so muss
er die Daten die er nicht mehr aufnehmen kann auf der Festplatte auslagern. Diese
Auslagerungsdatei wird auch virtueller Arbeitsspeicher genannt.
Unter den Microsoft Betriebssystemen heißt diese Datei ,,Win386.swp" und befindet sich bei
festen Vorgaben im Hauptverzeichnis c:\.
Interne Speicher nach Funktionen
1.3 Pufferspeicher (Cache)
3
Diese Speicherarten werden überall dort eingesetzt, wo Funktionseinheiten mit
verschiedenen Geschwindigkeiten aufeinandertreffen. Beim internen Speicher betrachtet
stellt sich heraus das der Hauptspeicher die Daten nicht so schnell preis gibt, wie die CPU
sie gerne hätte. Deshalb muss der träge D-RAM ständig Wartezyklen (=Waitstates) einlegen
was die Performance des gesamten Rechnersystems verschlechtert. Um gerade diese
Wartezeiten zu verkürzen wird zwischen CPU und Arbeitsspeicher ein Cache Speicher aus
schnelleren S-RAM Chips geschaltet. Im Cache werden jeweils die aktuellen Befehle und
Daten rechtzeitig bereitgestellt.
Im CPU Kern selber befindet sich der L1-Cache, welcher eine Größe von 8-64 KByte besitzt
und 3-9 ms schnell ist. Daneben befindet sich noch ein L2-Cache auf dem Motherboard.
Dieser hat meist eine Größe zwischen 32-1024 KByte und ist 10-25 ms schnell. Bei neueren
Rechnern befindet sich dieser auch direkt auf dem Prozessor.
Damit es zu einer Geschwindigkeitssteigerung kommt, muss ein Zugriff auf den Cache selbst
ohne Rückgriff auf den Arbeitsspeicher erfolgen. Um dies zu erreichen werden
zusammengehörige Daten in den Cache geladen. Damit wird eine Trefferwahrscheinlichkeit
(Hit-Fall) von 95 % erreicht. Andernfalls kommt es zu einem Miss-Fall. Dann versucht das
Leitwerk die Daten aus dem L2-Cache zu laden. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit bei 98 %.
Erst wenn es auch hierbei zu einem Miss-Fall kommt, wird auf den langsameren
Hauptspeicher zurückgegriffen.
1.4 Der Registerspeicher
Diese Speicher sind Bestandteile des Prozessors oder anderer elektronischer Baueinheiten.
Sie speichern kurzfristig Angaben die während der Befehlsverarbeitung sofort wieder zur
Verfügung stehen müssen. Sie sind meistens nur wenige Byte groß und unterscheiden sich
in Einzweck- und Mehrzweckregister.
Einzweckregister wie z.B. das Befehlszählregester sind einer bestimmten Aufgabe fest
zugeordnet während Mehrzweckregister (auch allgemeine Register genannt) für
verschiedene Operationen vorgesehen sind. Hierzu zählen zum Beispiel Register für
Ergebnisse.
Register erlauben einen wesentlich schnelleren Zugriff als der Arbeitsspeicher und haben
eine Zykluszeit von 2-15 Nanosekunden je nach Rechner.
Interne Speicher nach Funktionen
4
1.5 Notwendigkeit der Speicherhierarchie
Speicherhierarchien werden in heutigen Rechner realisiert, weil die Kosten schnellerer
Speicher viel höher sind als die der langsameren (siehe Abb.2). Vom Zentralprozessor aber
aus gesehen entsteht durch diese Speicherhierarchie ein Speicher, der fast so schnell ist wie
der Cache und gleichzeitig so groß wie der Hauptspeicher.
Re-
gister
Zu
A
n
b
e
n
L1 - Cache
h
e
m
hm
en
e
d
n
e
L2 - Cache
d
e
K
a
K
p
os
a
t
z
e
i
Hauptspeicher
t
n
ä
ende Zugrif szeit
p
t
ro Bit
Abnehm
Erweiterungsspeicher
Magnetplattenspeicher
Optischer Plattenspeicher
Abb.2 Speicherhierarchie
5
Speicheraufbau
2 Speicheraufbau/-zugriff
2.1 Speicheraufbau (am Beispiel Hauptspeicher)
Technisch besteht der Hauptspeicher aus elektronischen Bauelementen (Kondensatoren
und Transistoren) die zwei Zustände, elektrischer Impuls vorhanden bzw. kein elektrischer
Impuls vorhanden unterscheiden und damit ein Bit speichern. Jeweils 8 Bit bilden eine
Speicherzelle.
è ein Byte ist die kleinste adressierbare Einheit
Die Speicherstellen sind im Dualcode nummeriert. Ihre Nummern bezeichnet man als
physikalische Adresse mit deren Hilfe jede gewünschte Adresse (Speicherstelle) direkt vom
Leitwerk angesteuert werden kann (siehe Abb. 3).
Adresse
(Im Dualcode)
Inhalt
0
0
1
0
0
0
1
0
0
1
2
3
4
5
N-1
Aufbau des Arbeitsspeic hers
0 1 0 0 0 1 0 0 Zeichen im ASCI Code = D
0 0 0 0 im Dualcode
Abb. 3 Adresszuordnung im Hauptspeicher
6
Speicherzugriff
2.2 Speicherzugriff
Praktisch gesehen gibt die CPU Befehlsadressen an den Arbeitsspeicher, welche dann in
das Befehlsregister geladen werden. Nach deren Decodierung steht die Ausführung der
Befehle an. Nach erfolgter Befehlsinterpretation wird der Befehlszähler um die Länge der
decodierten Befehle erhöht. Dadurch ergeben sich die Adressen der Folgebefehle, welche
nun wieder aus dem Hauptspeicher angefordert werden. Sollte der Normalfall bei dem die
Befehle eines Programms in aufeinanderfolgenden Arbeitsspeicherstellen stehen nicht
gegeben sein, so muss eine Modifizierung des Befehlszählers erfolgen. Dies ist bei Schleifen
der Fall, bei denen zu bereits vorher verarbeiteten Befehlen zurückgesprungen wird. Hierbei
wird statt des nächsten Befehls die Zieladresse des Sprungbefehls geladen.
Natürlich handelt es sich bei diesem Beispiel nur um eine theoretische Ansicht, da in den
meisten Fällen die Befehle schon im Cache vorliegen und von dort aus in das Befehlsregister
geladen werden.
Aufbau des Zentralprozessors
Info
Relevante Wege des
Speicherzugriff
Befehlsadressen
Befehle vom Arbeitsspeicher
An den
Daten vom oder zum
Arbeitsspeicher
Arbeitsspeicher
Befehls-
Befehls-
Prozessor-
Register
Zähler
Register
Interne
(für Operanden
Adressen
Und Ergebnisse)
Befehls-
Operationen-
Akku-
Decodierer
Steuerung
Mulator
Prozessor-
Interne
Steuersignale
Taktgeber
Status-
A
L
U
Register
Leitwerk
Rechenwerk
Steuersignale zu und von
Prozessorexternen Einheiten
Abb. 4 Speicherzugriffs-Wege im Zentralprozessor
7
Speicherarten
3. Speicherarten
Zwei Arten von internen Speicher sind zu unterscheiden, der festprogrammierte und nicht
veränderbare Teil ROM (= read only memory) und der frei beschreibbare RAM (= random
access memory)
3.1 Die ROM Speichertypen
1. Das PROM (= programmable ROM)
Dieser Speichertyp kann nur einmal mit einem Spezialgerät beschrieben werden.
Auch bei abgeschaltetem Computer gehen die Daten nicht verloren.
2. Das EPROM (= eraseable programmable ROM)
Dieser Baustein kann mehrmals neu beschrieben werden. Mit Hilfe von UV-Licht oder
elektrische Signale kann der alte Inhalt gelöscht werden.
3. Das EEPROM (= electrically eraseable programmable ROM)
Lässt sich durch ein spezielles Programm elektrisch löschen und wiederholt
beschreiben
Flash Memorys
Sind Speicherchips die wie ein ROM programmiert sind aber zusätzlich elektronisch gelöscht
werden können. Vergleichen kann man sie am ehesten mit EEPROMs. Die Speicherdichte
ist höher als bei normalen DRAM-Chips und benötigen auch keine Batterie, da sie nicht
flüchtig sind. Eingesetzt werden diese Speicher häufig als Bios in PC-Systemen, aber auch
als Massenspeicher in Form einer Steckkarte.
8
Speicherarten
3.2 D-RAM (dynamic RAM)
Diese Speicherart ist kostengünstig herzustellen, da sie pro Speichezelle nur jeweils einen
Transistor mit einem Kondensator benötigt. Die Kondensatoren entladen sich beim Auslesen
sowie durch kleine Leckströme, weshalb sie nach relativ kurzer Zeit aufgefrischt werden
müssen. Durch ihren geringen Preis werden sie hauptsächlich als Arbeitsspeicher
verwendet.
Der Haupttyp der in heutigen Rechnern verwendet wird ist der SD-RAM, welcher eine
Zugriffszeit von 7-9 ns aufweist und auf 100 MHz Bustakt ausgelegt ist. Er hat den Vorteil
dass er gegenüber von älteren Speicherarten synchron mit dem Prozessor arbeitet. Das
heißt er muss nicht so viele geschwindigkeitsbremsende Waitstates einlegen.
Der in 486er verwendete EDO bzw. PS/2 RAM spielt heute keine Rolle mehr.
Bereits auf dem Markt sind schon S-DRAM Module welche einen Bustakt von 133 MHz
vertragen. Brandneue RAMBUS Module für Pentium 4 Prozessoren werden sogar mit 800
MHz angesprochen. Diese sind aber im Gegensatz zu normalen SD-RAM´s noch bis zu vier
mal so teuer.
3.3 S-RAM (static RAM)
S-RAM Speicherchips müssen nicht aufgefrischt werden weshalb sie um ein vielfaches
schneller sind als D-RAMs. Dafür benötigt er aber auch 4-6 Transistoren pro Speicherzelle,
womit diese auch entsprechend größer und teurer sind als D-RAM Chips. Deshalb werden
sie auch nur für Caches verwendet.
3.4 Beispiele Speichermodule
Siemens 128 MB SD-RAM DIMM (Dual Inline Memory Module)
Siemens 16 MB PS/2 Baustein
Siemens 1 MB SIM - Baustein
9
Glossar
4 Glossar
§
Dualcode
Im Gegensatz zum Dezimalsystem (zehn Stellen 0-9) besitzt das
Dualsystem nur 2 Ziffern (Nullen und Einsen). Dennoch kann jede beliebige Zahl
dargestellt werden, wobei jedoch mehr Stellen benötigt werden.
§
Kondensator
ein Bauteil, das eine Kapazität hat und zum Speichern elektrischer
Ladungen dient. Es besteht aus zwei elektrisch leitenden Belägen, zwischen denen
sich ein Dielektrikum (Nichtleiter) befindet. Beim Anlegen einer Spannung an die
Beläge sammelt sich auf dem einen Belag eine elektrische Ladung
§
Mainframe
Oberbegriff für Computer mit großer Rechenleistung und großer
Speicherkapazität. Während der Begriff heute den gesamten Rechner bezeichnet,
verstand man in der Anfangszeit darunter zunächst nur das Hauptgestell und die
Zentraleinheit (CPU) des Computers.
§
PDA
- kleines elektronisches Adress-, Termin- und Notizbuch, neuerdings auch in
Kombination mit Handys, Anbindung an PC, z. T. mit Internetanschluss [engl.
,,persönlicher digitaler Assistent"]
§
Programmschleife
- bei der Programmierung eine Anweisungsfolge, die gebunden
an eine innerhalb der Anweisung manipulierte Bedingung wiederholt wird [englisch
loop]
§
Transistor
aus drei verschiedenen Halbleiterschichten bestehendes Bauelement
der Elektronik zum Verstärken von Spannungen u. Strömen [engl. transfer
,,umwandeln" + resistor ,,elektr. Widerstand"]
10
Quellenangaben
5 Quellenangaben
Literatur
-
(Hansen, Wirtschaftsinformatik I, 7. Auflage)
-
(W. Wamper, EDV mit Programmierübungen in Turbo-Pascal 2. Auflage)
-
(PC intern 4, Data Becker)
Internet
-
www.wissen.de (Lexikon)
-
http://www.ub.fu-berlin.de/~naumann/nau_ib.html (Unterlagen zum Fernstudium,
Freie Universität Berlin)
-
http://sites.dorf.wh.uni-dortmund.de/vanphuc/hardware/ram.htm (Hardware-
Informationen)
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