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Romantik

Presentation (Pre-University), 2000, 7 Pages
Author: Toni Klemm
Subject: Musicology

Details

Category: Presentation (Pre-University)
Year: 2000
Pages: 7
Grade: 1 (14 Punk
Language: German
Archive No.: V104409
ISBN (E-book): 978-3-640-02749-1

File size: 64 KB


Fulltext (computer-generated)

Romantik

Y entfaltete sich zwischen Spätklassik und den Anfängen der Neuen Musik

Y ist nur annähernd in vier Stilphasen zu unterteilen: Früh-, Hoch-, Spät-,

Nachromantik

Y der Begriff

romantisch

drang um 1800 von der literarischen in die musikalische

Fachsprache ein und wird hier auf verschiedenen gedanklichen Ebenen verwendet

Y was Arno Forchert schon für den Begriff

klassisch

feststellte, daß er im Gebrauch der

Zeit "sowohl poetologisch1, als auch ästhetisch, als auch historisch verstanden

werden" kann, trifft vom Prinzip her durchaus auch auf das Verständnis von

romantisch

zu

Y wandte sich gegen die Aufklärung, Wirklichkeit, Realität, Gegenwart >>> für die

Phantasie, Unwirklichkeit

Y wegen der Enttäuschung über den Verlauf der Französische Revolution spiegelte

man nur die eigene Geschichte wider (die eigene Phantasie)

Y von der Romantik gingen viele Strömungen aus (meistens in der Kunst bemerkbar):

Y Klassizismus

Y Historismus

Y Biedermeier (z.B. komische Oper: Albert Lortzing: "Zar und Zimmermann", "Der

Wildschütz", "Der Waffenschmied", Otto Nicolai: "Die lustigen Weiber von

Windsor")

Y Realismus

Y Naturalismus (z.B. Betrich Smetana: "Moldau", Robert Schumann: "Waldszenen",

"Papillions")

Zeitraum

1800 -

1800-1830 Frühromantik

1910

1830-1850 Hochromantik

1850-1890 Spätromantik

1890-1910 Nachromantik

Um 1900 Impressionismus (nur in Frankreich)

Geschichtliche

Daten

Y1814/15: Wiener Kongreß

Y20.9.1819: Karlsbader Beschlüsse

Y1815-1848: Vormärz (auch Biedermeierzeit genannt)

Y1848/49: Revolution von 1848/49

Y23.9.1862: Otto von Bismarck wird preußischer

Ministerpräsident

Y18.1.1871: Kaiserproklamation Wilhelms I. In Versailles >>>

Deutsches Kaiserreich

Y1888: Dreikaiserjahr

Y20.3.1890: Entlassung Bismarcks von Kaiser Wilhelm II.

Y1./3.8.1914: Deutsche Kriegserklärung an Rußland und

Frankreich >>> Erster Weltkrieg

Gesellschaftliche

Verhältnisse /

1Poetologie = Poetik der Wissenschaft

1 Poetik = Lehre von der Dichtkunst


Verhältnisse /

YReformen in Preußen, um einer Situation wie in Frankreich aus

Machtverhältnisse

dem Weg zu gehen >>> Bgtm.2 erhält mehr Freiheiten, kommt

aber nicht an die Macht

YZeit des Vormärz (Zeit zwischen 1815 und 1848) >>> Bgtm. löst

Rebellion aus

YRevolution von 1848/49 (bgl. Rev.) scheitert mehr oder weniger

>>> Bgtm. bekommt wirtschaftliche Freiheiten, muß aber

Bündnis mit dem Adel eingehen

Ynach der Gründung des dt. Kaiserreiches bekommt das Bgtm.

mehr pol. Einfluß (demokratische Wahlen,

Mitbestimmungsrecht im Parlament) und mehr Rechte

(Altersversicherung, Unfall-, Krankenversicherung)

Kunstträger

YBürgertum (löst den Adel ab), Kirche

Kunstausübende

Yselten freischaffend

Yviele arbeiten auch als Dirigent oder Solist

Genres / Formen,

musikalische

Yübernimmt alle Gattungen der Klassik (Messe, Motette, Vesper,

Entwicklungen

Singspiel, Rezitat / Arie), verwandelt und erweitert sie

Vokalmusik:

YLied: (große Bedeutung)

- Kunstgattung, in der Sprache und Musik gleichermaßen und

in enger Durchdringung Anteil haben

- ist ein "gesungenes Gedicht", zeigt das in der Einfachheit,

Geschlossenheit und gleichmäßiger - oft periodischer -

Gliederung der musikalischen Gestalt

YKunstlied:

- im dt. Sprachgebrauch dasjenige Lied, das, im Gegensatz

zum Volkslied und Gesellschaftslied, den individuellen

Kunstwillen seines Komponisten zum Ausdruck bringt und sich

durch stilistische Komplexität und hohe Ansprüche an die

Wiedergabe auszeichnet

- um 1800 gab es vielfältige Formen: Szene und Arie, Ariette,

Hymne, Cavatine, Ode

- ist besonders durch Schubert geprägt

Yromantische Oper:

- Oper kommt von lat.

opus

= "Werk"

- musikalische Bühnengattung, bei der die Musik ihre vokalen

und instrumentalen Ausdrucksmittel zur Mitgestaltung der

dramatischen Aktion, der Charaktere und der Dialoge nutzt und

sich nicht auf das einlagenartige Auflockern oder das

Untermalen eines Sprechstücks beschränkt (allgemeine

Definition)

- speziell die dt. Oper im 19. und frühen 20. Jh. leidete an

einem Übergewicht des Lyrischen und einem Mangel an

2= Bürgertum


schlagkräftiger Dramatik

YGrand opéra (frz.):

= "große Oper"

- im 19. Jh. der vorherrschende Typ der ernsten französischen

Oper

- bevorzugte historischen Stoff, aufwendige

Bühnenausstattung, große Massen- und Ballettauftritten,

vielfältigsten musikalischen Formen und effektvoller

Instrumentation

Yrussische Oper:

- nationale Opernbewegung, die sich in den slawischen

Ländern im 19. Jh. herausbildete

- verarbeitete vor allem das volkstümliche Melodiegut

- wichtige Vertreter sind Modest Mussorgski ("Boris Godunow"),

Peter Tschaikowski ("Eugen Onegin", "Pique Dame") und

Alexandr Porfirjewitsch Borodin

YDrame lyrique (frz.):

- nach 1850 aus der Verschmelzung von Grand opéra und

Opéra comique entstandener Typ der frz. Oper der Chor, Ballett

und gesprochenen Dialog mit einschließt und starke

sentimentale Züge trägt

YMusikdrama:

- Wagner erstrebte die völlige Einheit von Wort und Ton (der

Gesang sollte nicht mehr im Vordergrund stehen)

- charakteristisch für das Musikdrama sind die Auflösung der

Trennung von Rezitativ und geschlossener Gesangsform, die

Leitmotivtechnik und der Einbezug der Gesangsstimme in den

harmonisch höchst differenzierten orchestralen Satz

Instrumentalmusik:

YSinfonie:

von griech.

symphÜnía

= "Übereinstimmung, Zusammenklang"

- meist viersätziges Orchesterwerk im Aufbau einer Sonate

- vor allem in den Opern Mendelsohn Bartoldys und Schuberts

überwiegt ein poetischer Grundzug die thematisch-formale

Auseinandersetzung, ohne diese Grundlage dennoch zu

verlassen

- der Variationsreichtum und die Dichte des Instrumentalsatzes

der vier Sinfonien von Brahms haben bis ins 20. Jh. (z.B. Arnold

Schöneberg) ausgestrahlt

- parallel dazu verläuft die von Hector Berlioz ausgehende

Entwicklung einer programmatisch ausgelegten Sinfonie und

sinfonischen Dichtung, die über Liszt und Richard Strauß führt

und literarisch-philosophischen Ideengehalt mit Neuartigkeit der

Form und Instrumentation verbindet und verwirklicht

3von lat.

virga

= Stab, Kleinform der Kielinstrumente

4von lat.

clavis

= Schlüssel, später Taste und lat.

chorda

= Saite, aus dem Monochord entwickelt, quer zur Tastatur

verlaufende Saiten werden von einem Metallstift angeschlagen


YSinfonische Dichtung:

- um 1850 entstandene Gattung der orchestralen

Program(m)musik

- besteht aus einem (in mehrere Teile gegliederter) Satz oder

mehreren selbstständigen, aber aufeinander bezogenen Sätzen

- ihre musikalischen Mittel werden zu verschiedenartigster

Darstellung eingesetzt, von konkreter Tonmalerei bis hin zu

tiefer psychologischer und ideeller Gestaltung

Y - ging aus der Konzertouvertüre und der mehrsätzigen

Programmsinfonie hervor, für die (Prog.sinf.) zum Beispiel

Beethoven 6. Sinfonie, aber vor allem Berlioz′ "Symphonie

fantastique", von der aus auch die Entwicklung der oben

genannten progr. ausgelegten Sinfonie ausging, prägende

Beispiele bilden

- Schöpfer der s. D. waren Franz Liszt, der die Bezeichnung für

seine Ouvertüre "Tasso" (1849) verwendete, aber auch Robert

Strauß, der zehn sinfonische Dichtungen (von ihm aber meist

Tondichtungen genannt) schrieb

YKlaviermusik: (besonders Charakterstücke)

- Musik für Tasteninstrumente, nicht nur für Klavier, sondern

auch für Cembalo, Virginal3, Klavichord4 und bis Ende des 17.

Jh. auch für Orgel

- im 19. Jh. wurden lyrische und bildhaft charakterisierende

Kleinformen von Schubert ("Impromptus", "Moment museaux"),

Mendelsohn Bartoldy ("Lieder ohne Worte"), Schumann und

Brahms gepflegt

- Chopin und Liszt bevorzugten die virtuosen Genres, wie

Konzertetüde, Prélude, Nocturne, Fantasie, Tänze, Mazurka und

Polonaise

- Entwicklung der modernen Klaviermusik ist gekennzeichnet

durch die starke Betonung des Rhythmischen, der Erweiterung

der Klangfarben mittels neuer Techniken und die Neigung zum

Ausgehen des Klavierklangs im Orchesterklang

Entstandene

Satztechniken

Ya cappella:

ital. "nach der Art der Sängerkapelle"

- Musik für einen Vokalchor, bei dem Instrumente nicht

ausgeschlossen sind, wenn sie ohne eigene Gestaltung nur die

Singstimmen verstärken

- im 19. Jh. fälschlicherweise als Forderung nach einem reinen

Vokalchor verstanden und bei Neukompositionen v.a. im

kirchenmusikalischen Bereich verwendet

YHomophonie:

- alle Stimmen folgen in gleichrhythmischen Akkorden einer

Melodiestimme, meist die Oberstimme

- wurde zwar schon früher entwickelt, kam jedoch besonders in

der R. zum Ausdruck

YKlangmasse:


- die Universalität, aber auch der Materialismus im 19. Jh.

bringen in der Musik mächtige Klangmassen mit sich

- Aufstockung des Orchesters / Chores, Vergrößerung des

Klangvolumens, mehr Instrumente pro Stimme bzw. mehr

Stimmen im Chor

YKlangfarben:

- eine Dimension, in der sich zwei Töne gleicher Tonhöhe,

Dauer und Lautstärke von der Empfindung her unterscheiden

- bestimmt wesentlich den Klangcharakter von Instrumenten

oder der menschlichen Stimme

- in der R. kam dieses Merkmal besonders im Naturalismus

("Moldau" u.a.) vor, um die Natur so genau wie möglich zu

imitieren

> Bevorzugten naturnahe Instrumente wie Waldhorn (Jagd,

Burg, Rittertum), Flöte (Pan, Arkadien, Hirtenidylle) und

Klarinette (Schalmei)

YAusweitung der Harmonik:

YChromatik:

- von griech.

chrõma

= Farbe

- die "Verfärbung" der Tonstufen des diatonischen Tonsystems

durch Versetzung um einen Halbton, z.B. a wird zu as oder ais

- Erfindung der gleichschwebenden Temperatur5 zu Beginn des

18. Jh. wurde Voraussetzung für die Entwicklung der neueren

Harmonik, die am Ende des 19. Jh. zur chromatischen

Alterationsharmonik führte

- in der atonalen Musik verliert der Begriff Ch. seinen Sinn, da

hier der qualitative Unterschied von diatonischen und

chromatischen Tonstufen aufgehoben ist

(- Chromatische Tonleiter bedeutet die aus 12 Halbtonschritten

innerhalb der Oktave gebildete Tonleiter)

- siehe auch Notenbeispiel

YAlteration:

- von lat.

alteratio

= Änderung

- bezeichnet die chromatische Veränderung eines oder

mehrerer Töne innerhalb einer Tonleiter (z.B. c-e-g wird zu c-e-

gis)

- A. bewirkt stärkere Leitton- und Dissonanzspannungen

- zentrales Element romantischer Harmonik, dessen extreme

Häufung gegen Ende des 19. Jh. unmittelbar an die Grenzen der

Atonalität geführt hat

Vertreter

YFrühromantik:

Carl Maria von Weber (1786-1826)

Franz Schubert (1797-1828)

YHochromantik:

Felix Mendelsohn Bartoldy (1809-1847)

5von lat.

temperatura

= "gehörige Mischung", >>> temperierte Stimmung


Y Frederic Chopin (1810-1849)

Robert Schumann (1810-1856)

Y Franz Liszt (1811-1886) (auch Spätromantik)

Y Richard Wagner (1813-1883) (auch Spätromantik)

Y Guiseppe Verdi (1813-1901) (auch Spätromantik)

YSpätromantik:

Anton Bruckner (1824-1896)

Johann Strauß (Sohn) (1825-1899)

Johannes Brahms (1833-1897)

YNachromantik:

Gustav Mahler (1860-1911)

Richard Strauß (1864-1949)

Max Reger (1873-1916)

YImpressionismus:

Claude Debussy (1862-1918)

Maurice Ravel (1875-1937)

YNationale Schulen6:

Modest Mussorgski (1839-1881)

Peter Tschaikowski (1840-1893)

Bedrich Smetana (1824-1884)

Antonin Dvorak (1841-1904)

Edvard Grieg (1843-1907)

6Schulen, die die jeweilige Nationalmusik in die klassischen Strukturen eingearbeitet haben, z.B. hat Edvard Grieg bei

seinem Lied "Die schöne Müllerin" typische norwegische Charakterzüge mit eingearbeitet



Comments

Robbie
13.10.2001 15:07:45
Gut!
Endlich mal einer, der solche Ausarbeitungen ernst nimmt :) Gute Substanz und Gliederung! Schade, daß es sich auf Musik bezieht. Eine Arbeit über die Romantik als literarische Strömug dieser Qualität fehlt hier. 14 Punkte sind verdient!
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