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Renaissance

Referat / Schulaufsatz, 2000, 5 Seiten
Autor: Toni Klemm
Fach: Musikwissenschaft

Details

Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2000
Seiten: 5
Note: 2+ (12 Pun
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V104410
ISBN (E-Book): 978-3-640-02750-7

Dateigröße: 50 KB


Volltext (computergeneriert)

Renaissance in der Musik

· frz: ,,Wiedergeburt"

· ,,...größte progressive Umwälzung, die die Menschheit bis heute erlebt hat"

· ,,...eine Zeit, die Riesen brauchte und Riesen zeugte, Riesen an Denkkraft und

Leidenschaft und Charakter, an Vielseitigkeit und Gelehrsamkeit" (beide Zitate

von Friedrich Engels)

· erstmals 1855 von Jules Michelet verwendet

· Bestimmung als Epochenname erst 1860 in

Die Cultur der Renaissance in

Italien

von Jacob Burckhardt (als Begriff für die Epoche vom Mittelalter zur

Neuzeit verwendet)

· 1668 vom Wilhelm August Ambros in der Musikgeschichtsschreibung als

Bezeichnung des 15. und 16. Jh. verwendet

· eigentlich kein Begriff in der Musikgeschichte, sondern eine

kulturgeschichtliche Epoche

· in der Musik unter den Begriffen

Ars Nova, Burgundische, Franko-

flämische bzw. Niederländische Schule

dargestellt

· bürgerlich-städtische Gesellschaft löste sich von Feudalismus und

hierarchischem Denken und suchte in der griechischen und römischen

Geisteswelt nach neuen Vorbildern

· ging von Italien aus, das zu der Zeit das wirtschaftlich am meisten entwickelte

Land war und enge Bindungen zu den Humanisten aus Konstantinopel

(Istanbul) hatte, die dann teilweise nach Italien emigrierten

· durch das Wirken dieser Gelehrten wurde das Interesse für die antiken

Schriften und die griech.- röm. Geisteswelt in der Bevölkerung geweckt

(erstmals Ende des 14. Jh. in Florenz)

Zeitraum:

1300 bis 1600

Geschichtliche

1419: 1. Prager Festersturz, Beginn der Hussitenkriege (bis

Daten

1436)

1438: Übernahme der dt. Krone nach Aussterben der

Luxemburger durch den Habsburger Albrecht II.

1455: Erscheinung der Gutenberg-Bibel

1452: letzte Kaiserkrönung eines dt. Herrschers in Rom

1483: Guburt Martin Luthers in Eisleben

1488: Bartolomäus Diaz entdeckt Seeweg über das Nadelkap

nach Indien

1492: Christoph Kolumbus ,,entdeckt" Amerika

1517: Thesenanschlag Luthers an der Schlosskirche zu

Wittenberg

1522: Luther übersetzt auf der Wartburg die Bibel vom

Lateinischen ins Deutsche


1525: Bauernkrieg

1581: Unabhängigkeitserklärung der nördlichen Niederlande

Gesellschaftliche

·

Adel (Fürsten) und Kirche hatten die Macht

Verhältnisse/

·

Bürgertum wollte Macht gewinnen, wurde aber

von Adel und Kirche zurückgedrängt

Machtverhältnisse

Kunstträger

? Adlige, Fürsten, Herzöge, alle, die Musik/Malerei an ihren

Höfen zur Unterhaltung haben wollen

? sie engagieren Künster/Komponisten, um Gemälde/Werke

nach ihren Wünschen zu erschaffen

Kunstausübende

? meist einfache Bürger, die sich mit Malerei/Komponieren

ihren Lebensunterhalt verdienten

? waren lange nicht so berühmt bzw. reich wie Künstler

heutzutage

? Ideologie der Renaissance war immer entgegenegesetzt

zur gerade vorherrschenden Weltanschauung gerichtet

? wandten sich gegen die feudal-katholische Ideologie, die

die Entwicklung der europäischen Wissenschaft und Kultur

hemmte

? repräsentierten die kulturellen Bestrebungen der

neuentstandenen Bourgeoisie sowie der Händler- und

Handwerkerschichten der Städte

Genres/Formen,

?

Madrigal

(mehrstimmig durchkomponiert, meist solistisch

aufgeführtes lyrisches weltliches Lied)

musikalische

?

Kanzonette

(ital.: ,,Liedchen"; im 16./17. Jh. in Italien

Entwicklungen

volkstümliches, tanzliedartiges Chorlied)

?

Maskerade

(im 16./17. Jh. in England gepflegte höfische

Bühnengattung, um 1650 von der Oper abgelöst)

?

Ballett

(selbständige szenische Tanzdarbietung [als Schau-

oder Bühnentanz])

?

Pastorale

(vokale oder instrumentale Komposition, die in

Text, Takt, Melodie und Instrumentenwahl einen

weihnachtlichen oder ländlichen Charakter aufweist)

?

Frottola

(mehrstimmiges weltliches italienisches

Strophenlied)

?

Motette

(seit dem 12. Jh. in mehrfach abgewandelter Form

aufgeführte geistliche Vokalmusik auf Psalmen und Bibeltexte)

?

Pavane

(langsamer, vorwiegend geradtaktiger Schreittanz

(Hoftanz) span.-ital. Herkunft

?

Imitation

(lat.: ,,Nachahmung"; satztechnisches Stilmittel in

der mehrstimmigen Musik (Polyphonie), das ein Motiv, Thema

oder auch einen größeren melodischen Abschnitt der einen

Stimme nacheinander in einer oder mehreren anderen

Stimmen wiederholt)

?

Chanson

(mehrstimmige frz. Liedsatz im Anschluß an den

Kantilenensatz)

?

Chorlied

(unbegleitetes Lied für mehrere chorisch besetzte

Stimmen, seit dem 18. Jh. auch mit Instrumentalbegleitung)

?

Andere

: Messe, Villanella, Tenorlied, Canzona, Toccata,

Ricercar


Entstandene

? Fuge:

Satztechniken

- lat. fuga = ,,Flucht"

- seit dem 17. Jh. die höchstentwickelste Form der

Polyphonie

- Dux (z.B. L.H.) spielt die Melodie, während R.H.

Pause hat

- nach drei bis vier Takten setzt der Comes (R.H.) ein

(Kontrapunkt) und spielt das Thema im Quint- oder

Quartabstand immer wieder

- derweil spielt die L.H. eine andere Melodie, die sich

aus dem Thema ableiten läßt (z.B. halber Notenwert,

entgegengesetzt zum Thema) und trotzdem

angemessen klingt

- dieses Wechselspiel kann sich endlos lange fortsetzen

lassen

- siehe ,,Anwendungen"

? Kontrapunkt

- lat. punctus contra punctum = ,,Note gegen Note"

- tritt ein, wenn das Thema zu Ende ist, der Dux-Spieler

eine andere Melodie weiterspielt und der Comes zur

Imitation ansetzt

- linearer Kontrapunkt: selbständige

Stimmfortschreitung, ohne auf melodische

Übereinstimmung zu achten

- harmonischer Kontrapunkt: selbständige

Stimmfortschreitung mit Achtung auf Zusammenklang

- siehe ,,Anwendungen" (Fuge)

? Polyphonie:

- griech. polyphonía = Vielstimmigkeit

- Kompositionsweise, bei der alle Stimmen eines

Mehrstimmigen Satzes melodisch und rhythmisch

selbständig nach den Regeln des Kontrapunktes geführt

werden

- Gegenteil: Homophonie (Einstimmigkeit, davor üblich)

? Monodie:

- griech.: ,,Einzelgesang"

- gegen Ende der Renaissance, in Italien ausgebildeter,

instrumental begleiteter Sologesang

- von der

Camerata Fiorentina

als Rückbesinnung auf

die altgriechische Gesangspraxis herausgebildet

- Sologesang, der von einem Generalbaß akkordisch

begleitet wurde

- beeinflußte neben Rezitatv und Arie fast alle

Gattungen, auch der Instrumentalmusik

? Variation:

- lat. variatio = Veränderung

- musikalisches Gestaltungsmittel, das auf der

melodischen, harmonischen, rhythmischen, metrischen,

satztechnischen, formalen und instrumentatorischen

Veränderung von gegebenen, mehr oder weniger in

sich geschlossenen musikalischen Abschnitten sowie


deren Umgestaltung durch Hinzufügen neuer

Gestaltungselemente beruht

- siehe ,,Anwendungen"

? Andere: Kantate, Oratorium, Sologesang, Oper

(Anfänge)

Vertreter

? Clément Janequin (um 1485-1558)

? Orlando di Lasso (um 1532-1594)

? Claudio Monteverdi (1567-1643)

? John Dunstable (um 1380-1453)

? Vincenzo Galilei (um 1520-1591)

? Giozeffo Zarlino (1517-1590)

? Giovanni Pierluigi da Palestrina (um 1525-1594)

? Heinrich Glarean (1488-1563)

? Leonardo da Vinci (Maler, 1452-1519)

·



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