Presentation (Pre-University), 2002, 13 Pages
Author: Schinninger, Bettina
Subject: Mathematics - Number Theory
Details
Year: 2002
Pages: 13
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-04496-2
File size: 208 KB
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Spezialgebiet Mathematik
1
Die Zahl
e
Die Zahl e
2,7182818284
2,7182818284
Spezialgebiet für
Mathematik
von Bettina Schinninger
Bettina Schinninger
2001/2002
Spezialgebiet Mathematik
2
Die Zahl
e
Inhalt:
1. Was für eine Zahl ist
e
2. Grenzwert
3. Funktionen mit
e
e
x
e
(
e
x +
e
- x)/2
e
i * x
e
x + i * y
4. Wachstums- und Zerfallsprozesse
5. Quellen
Bettina Schinninger
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Die Zahl
e
Was für eine Zahl ist e
Die Geschichte von
e
umfasst nur etwa vier Jahrhunderte. Die historischen Wurzeln von
e
sind nicht klar umrissen. Sie scheinen ins sechzehnte Jahrhundert zurückzugehen, als
man zum ersten Mal bemerkte, dass der in der Formeln für den Zinseszins auftretende
Ausdruck (1 + 1/n)n mit wachsendem n gegen einen gewissen Grenzwert strebt, der bei
ungefähr 2,7128 liegt. Damit ist
e
die erste Zahl, die durch einen Grenzwertprozess
definiert worden ist:
e
= lim (1+ 1/n)n für n . Einige Zeit hindurch wurde die neue
Zahl als eine Art Kuriosität angesehen. Dann aber brachte die Erfolgreiche Quadratur
der Hyperbel die Logarithmusfunktion und die Zahl
e
an die vorderste Front der
Mathematik. Der entscheidende Schritt kam mit der Erfindung der Infinitesimalrechung,
als sich herausstellt, dass die Umkehrfunktion der Logarithmusfunktion mit ihrer
eigenen Ableitung übereinstimmt. Um 1750 ließ Euler für die Variable x sogar
komplexe Werte zu und ebnete damit den Weg zur Theorie der Funktionen einer
komplexen Variable mit ihren bemerkenswerten Eigenschaften. Doch was für eine Zahl
ist e eigentlich? Eine irrationale, transzendente Zahl!
Ich möchte nun kurz beschreiben wie die Mathematiker nach und nach zu dieser
Erkenntnis kamen.
Die Griechen glaubten alles durch rationale Zahlen, also durch Brüche, ausdrücken zu
können. Eine Eigenschaft, durch die sich die rationalen Zahlen von den ganzen Zahlen
unterscheiden, ist, dass sie eine
dichte
Zahlenmenge bilden. Das bedeutet, dass sich
zwischen zwei beliebig nahe nebeneinander liegende Brüche stets ein weitere Bruch
schieben lässt. Eines der folgenschwersten Ereignisse in der Geschichte der Mathematik
war die Entdeckung, dass die rationalen Zahlen trotz ihrer Dichte ,,Löcher" auf der
Zahlengerade lassen - Punkte denen keine rationale Zahl zugeordnet ist. Die Entdeckung
der Löcher hat mit der Diagonale eines Einheitsquadrates zu tun. Bezeichnet man die
Länge der Diagonale mit x, dann gilt nach dem Satz von Pythagoreas x2 = 12+ 12, so dass
x = 2 ist. Man versuchte diese Zahl durch eine Bruch darzustellen, doch es gelang
nicht. Die irrationalen Zahlen waren entdeckt.
Vereinigt man die Menge der rationalen Zahlen mit derjenigen der irrationalen Zahlen,
dann erhält man die umfassendere Menge der reellen Zahlen. Eine reelle Zahl ist eine
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Die Zahl
e
Zahl, die sich als Dezimalbruch schreiben lässt. Er gibt drei Arten von Dezimalbrüchen:
abbrechende, wie 1,4; nichtabbrechende und periodische, wie 0,272727... (0,27) und
nichtabrechende nichtperiodische, wie 0,1010010001... Die ersten beiden Arten stellen
stets rationale Zahlen, die Dezimalbrüche der dritten Art immer irrationale Zahlen dar.
Weiters kann eine Einteilung der Zahlen in algebraisch und transzendent erfolgen. Eine
reelle Zahl, die Lösung einer Polynominalgleichung mit ganzzahleigen Koeffizienten ist
wird algebraisch genannt. Zum Beispiel sind die Zahlen -1, 2/3 und 2 Lösungen der
Polynominalgleichungen x + 1 = 0, 3x - 2 = 0 beziehungsweise x2 + 1 = 0.
Eine reelle Zahl, die nicht algebraisch ist, wird transzendent genannt (lateinisch
tranzscendere = überschreiten). Diese Art von Zahlen wurde 1850 entdeckt.
Grenzwert
Das sonderbare Verhalten des Ausdrucks (1+1/n)n für große Werte von n muss zunächst
wirklich rätselhaft erscheinen. Betrachten wir einmal nur den in den Klammern
stehenden Ausdruck 1+1/n. Mit wachsendem n nähert sich 1/n der 0 und damit nähert
sich 1+1/n der 1, bleibt dabei immer größer als 1. Man könnte also der Versuchung
erliegen und schlussfolgern, dass für ,,wirklich große" n (was auch immer ,,wirklich
groß" bedeutet) der Ausdruck (1+1/n) durch 1 ersetzt werden kann. Nun ist aber jede
Potenz von 1 immer gleich 1 und so hat es den Anschein, dass sich (1+1/n)n für große n
der Zahl 1 nähert. Wäre das wirklich der Fall, dann bräuchten wir hierüber keine
weiteren Worte mehr zu verlieren.
Geht man etwas anders an die Sache heran und bildet höhere Potenzen einer Zahl, die
größer als 1 ist, so erhält man bekanntlich immer größere Zahlen. Da aber 1+1/n stets
größer als 1 ist, könnte man den Schluss ziehen, dass (1+1/n)n mit wachsendem n
ebenfalls unbeschränkt wächst, dass heißt gegen unendlich strebt. Damit wäre man
wieder am Ende der Geschichte.
Das Bedenkliche dieser Schlussfolgerungen erkennt man bereits an der Tatsache, dass -
in Abhängigkeit von der Herangehensweise - zwei verschiedene Ergebnisse
herausgekommen sind: 1 im ersten Fall und Unendlich im zweiten. In der Mathematik
muss das Endergebnis einer gültigen numerischen Operation immer ein und dasselbe
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sein, unabhängig davon, wie man zu diesem Ergebnis gekommen ist. Warum also sind
dann für (1+1/n)n zwei verschiedene Ergebnisse herausgekommen?
Die Antwort auf diese Frage verbirgt sich hinter dem Wort gültig. Als Beispiel einer
ungültigen Operation: 9+16 = 3+4 = 7. Der Grund für diesen Fehler liegt darin, dass
das Ziehen der Quadratwurzel keine distributive Operation bezüglich der Addition ist.
Unser Umgang mit dem Ausdruck (1+1/n)n beruhte gleichfalls auf ungültigen
Operationen, da wir einen der grundlegendsten Begriffe der mathematischen Analysis,
den Begriff des Grenzwertes fehlerhaft behandelten.
Mit der Redeweise, dass eine Zahlenfolge a1, a2, a3, , an,...für n gegen unendlich gegen
einen Grenzwert L strebt, meint man, dass die Glieder der Folge mit wachsendem n der
Zahl L immer näher kommt. Mit anderen Worten: Der absolute Betrag der Differenz von
an und L kann beliebig klein gemacht werden, wenn wir nur in unserer Folge hinreichend
weit nach ,,draußen" gehen - dass heißt, wenn wir n hinreichend groß wählen. Man
betrachte zum Beispiel die Folge 1, 1/2, 1/3, 1/4,..., deren allgemeines Glied an = 1/n ist.
Mit wachsendem n geht dieser Ausdruck gegen 0. Das bedeutet, dass die Differenz
zwischen 1/n und dem Grenzwert 0 (diese Differenz beträgt gerade 1/n) beliebig klein
gemacht werden kann, wenn nur n groß genug gewählt wird. Wenn etwa 1/n kleiner als
1/1000 gemacht werden soll, dann muss einfach nur n größer als 1000 gewählt werden.
Man sagt, dass 1/n gegen 0 strebt, falls n über alle Schranken wächst und schreibt 1/n
0 für n . Hierfür wird auch die abgekürzte Schreibweise
lim 1/n = 0
n
verwendet.
Der Ausdruck limn 1/n = 0 besagt nur, dass der Grenzwert von 1/n für n gleich 0
ist. Das bedeutet nicht, dass 1/n selbst jemals gleich 0 ist. Genau hierin liegt das Wesen
der Grenzwertebegriffes: Eine Zahlenfolge kann einem Grenzwert beliebig nahe
kommen, ohne ihn jemals wirklich zu erreichen.
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Die Zahl
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n (1+1/n)n
n (1+1/n)n
1
2
10 2,59374246
2
2,25
100 2,70481383
3 2,37037037
1000 2,71692393
4 2,44140625
10000 2,71814593
5
2,48832
100000 2,71826824
50 2,69158803
1000000 2,71828047
In dieser Tabelle kann man sehen, dass sich der Ausdruck (1+1/n)n für sehr große Werte
von n dem Grenzwert 2,71828 zu nähern scheint. Um aber diesen Grenzwert exakt zu
bestimmen - oder erst einmal zu beweisen, dass er überhaupt existiert - müssen wir zu
anderen Methoden greifen, als lediglich individuelle Werte auszurechnen. Eine solche
Methode stützt sich auf die binomische Formel.
(a+b)0 =
1
(a+b)1 =
a+b
(a+b)2 =
a2+2ab+b2
(a+b)3 =
a3+3a2b+3ab2+b3
(a+b)4 = a4+4a3b+6a2b2+4ab3+b4
Die Koeffizienten der einzelnen Summanden heißen Binominalkoeffizienten. Man kann
sie in einem dreieckigen Schema anordnen.
Pascalsches Dreieck.
Die Verwendung des Pascalschen Dreiecks zum Auffinden der Binominalkoeffizienten
hat einen Nachteil: Um die uns interessierende Zeile zu erhalten, müssen wir alle darüber
liegenden Zeilen berechnen. Es gibt aber eine vom Pascalschen Dreieck unabhängige
Formel, mit deren Hilfe diese Koeffizienten ausgerechnet werden können. Bezeichnet
man den Koeffizienten des Summanden an-kbk Cnk , dann gilt
n!
Cnk = ---------------
k!(n
-
k)!
Das Symbol n! steht für das Produkt 1*2*3*...xn.
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Die Zahl
e
Wenn man nun die binomische Formel auf den Ausdruck (1+1/n)n anwendet und für a
=1 und b = 1/n annimmt erhält man so:
Hieraus ergibt sich nach leichter Umformung
Da wir den Grenzwert von (1+1/n)n für n suchen, müssen wir n über alle Schranken
wachsen lassen. Unsere Entwicklung umfasst dann immer mehr Summanden.
Gleichzeitig streben die Ausdrücke innerhalb eines jeden Paares von Klammern gegen 1,
dann die Grenzwerte von 1/n, 2/n, ... für n sind alle gleich 0. Somit ergibt sich
Bezeichnet man lim (1+1/n)n mit
e
, dann ergibt sich also
Funktionen mit e
e
x : Die Funktion die ihre eigene Ableitung ist
8
,,Die natürliche Exponentialfunktion ist mit ih
7
rer eigenen Ableitung identisch. Dies ist
die eigentliche Quelle aller Eigenschaften der Exponentialfunktion und die wahre
6
Ursache ihrer Bedeutung für die Anwendung." (Richard Courant und Herbert Robbins,
5
1962)
Wird die Zahl 4
e
als Basis gewählt, dann stimmt die Exponentialfunktion mit ihrer
eigenen Ableitung überein. Die Funktion
3
e
x stimmt aber nicht nur mit ihrer eigenen
Ableitung überein, sonder ist auch die einzige Funktion mit dieser Eigenschaft. Anders
2
6
ausgedrückt: Löst maen die Gleichung dy/dx = y
x
e-x
nach der Funktion y auf , dann ergibt
sich y= C
e
x mit einer beliebigen Konstanten C.
1
Diese Lösung stellt eine Familie von
4
Exponentialkurven dar, von de
0
nen jede einem anderen Wert von C entspricht.
-6
-5
-4
-3
-2
-1
0
1
2
3
4
5
6
2
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0
-6
-5
-4
-3
-2
-1
0
1
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Die Zahl
e
Es gib noch einen weiteren Aspekt der Exponentialfunktion. Die meisten Funktionen
y = f(x) besitzen, falls sie in einem geeigneten Bereich definiert werden, eine inverse
Funktion. Es lässt sich also nicht nur jedem Wert von x im Definitionsbereich ein
eindeutiger Wert von y zuordnen, sondern man kann auch zu jedem zulässigen y ein
eindeutig bestimmtes y finden. Die Vorschrift definiert die zu f(x) inverse Funktion, die
mit f -1 (x) bezeichnet wird. Zum Beispiel ordnet die Funktion y = f(x) = x2 jeder reellen
Zahl y ein eindeutiges y > 0 zu: das Quadrat von x. Schränkt man den Definitionsbereich
von f(x) auf positive Zahlen ein, dann lässt sich dieser Prozess umkehren und man kann
jedem y > 0 ein eindeutige bestimmtes x zuordnen, nämlich die Quadratwurzel x = y
von y. Die Bilder der Kurven f(x) und f-1(x) liegen in Bezug auf die Gerade y = x
spiegelbildlich zueinander.
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Die Zahl
e
Auch die Gleichungen y = ex und y = ln y stellen zueinander inverse Funktionen dar.
(
e
x +
e
-x)/2: Die hängende Kette
Des wegen bin ich das angegangen, was ich bislang noch nicht versucht hatte [das
Problem der Kettenlinie] und mit meinem Schlüssel [der Differentialrechnung] habe ich
ihr Geheimnis glücklich geöffnet. (Gottfried Wilhelm Leibniz, 1690)
Bereits Galilei interessierte die Funktion einer Kurve, die von einer an zwei festen
Punkten frei hängenden Kette angenommen wird. Er dachte, dass die gesuchte Kurve
eine Parabel sei. Eine Kettenlinie sieht auf den ersten Blick tatsächlich wie eine Parabel
aus. Christiaan Huygens (1629-1695), der überaus produktive holländische
Wissenschaftler hatte jedoch bewiesen, dass sie keine Parabel sein kann.
Im Juni 1691 wurden die drei richtigen Lösungen veröffentlicht. Sie stammten von
Huygens, Leibniz und Johann Bernoulli. Jeder hatte das Problem auf seine Weise
attackiert, aber alle drei kamen zu demselben Ergebnis.
Die Kettenlinie erwies sich als eine Kurve, deren Gleichung sich in moderner
Schreibweise durch y = (eax + e-ax)/2a
wiedergeben lässt, wobei a eine Konstante
ist, deren Wert von den physikalischen
Parametern der Kette abhängt.
In unserem Jahrhundert ist die Kettenline in
einem der großartigsten architektonischen
Monumente, dem Gateway Arch in St. Louis,
Missouri, verewigt worden.
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Die Zahl
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Fasst man die Gleichungen y = (ex + e-x)/2 und y = (ex - e-x)/2 als Funktionen von x auf,
dann stellt sich heraus, dass sie den von der Trigonometrie her bekannten
Kreisfunktionen cos x und sin x verblüffend ähnlich sind. Der italienische Jesuit
Vincenzo Riccati (1757-1775) war der Erste, dem diese Ähnlichkeit auffiel.
Spira Miralis
Wachstums- und Zerfallsprozesse
Die Eulersche Zahl, liegt vielen Wachstumsprozessen in der Natur zugrunde, deshalb
wird sie auch »Basis des natürlichen Logarithmus« genannt. Wenn eine
Bakterienkolonie sich vermehrt, wächst sie gemäß e, und auch die Geschwindigkeit, mit
der Bäume Biomasse zulegen, lässt sich auf der Basis von e berechnen. Wo immer etwas
lebt, ist e im Spiel.
Sogar der radioaktive Zerfall folgt der Logik dieser Zahl. ,,Wer hat, dem wird gegeben",
so könnte die Botschaft der Zahl e heißen, denn sie bedeutet, dass ein um das Doppelte
gewachsener Organismus auch doppelt so schnell weiterwuchert. Und dreifache Größe
bedeutet dreifaches Wachstum und so weiter. So wie Computer mit der Leibnizschen
Basis von Zwei laufen, so läuft die Zellteilung gemäß der Eulerschen Basis von 2,718...
Das lässt sich auch auf den Geldmarkt übertragen: Mit e können wir berechnen, wie ein
Vermögen wächst, wenn die Zinsen der Zinseszinsen verzinst werden. Hat sich das
Vermögen verdoppelt, wächst es bei gleicher Verzinsung auch doppelt so schnell weiter.
Dazu möchte ich nun einige Beispiele anführen:
Zinseszinsen:
Im Mittelpunkt aller Finanzangelegenheiten steht der Begriff des Zinses. Im
Bankgewerbe findet man alle möglichen Arten von Zinseszinsformen - jährliche,
halbjährliche, vierteljährliche, wöchentliche und sogar tägliche. Angenommen, der
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Die Zahl
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Zinseszins wird n mal pro Jahr berechnet. Für jeden Konvertierungszeitraum verwendet
die Bank die durch n geteilte jährliche Zinsrate, das heißt r/n. Da es in t Jahren n*t
Konvertierungszeiträume gibt, erzielt das Kapital P nach t Jahren den Betrag
S = P(1+r/n)n*t
Nimmt man etwa als Beispiel P = 100 Euro und r = 5 Prozent = 0,05 kann man die
Beträge für die verschiedenen Konvertierungszeiträume vergleichen.
Konvertierungszeitraum n
r/n
Jährlich
1
0,05 105
Halbjährlich
2
0,025 105,06
Vierteljährlich
4
0,0125 105,09
Monatlich
12
0,004166667
105,12
Wöchentlich
52
0,000961538
105,12
Täglich
365
0,000136986
105,13
Ein Spezialfall dieser Gleichung tritt dann auf wenn r = 1 ist. Die Gleichung wird dann
zu
S
=
P(1+1/n)n
Ihr Grenzwert ist wiederum 2,71828... Man weiß nicht genau, wer das seltsame
Verhalten des Ausdrucks (1+1/n)n für n gegen Unendlich als Erster bemerkt hat.
Radioaktivenzerfall:
Die Atomkerne einiger Elemente wie Uran, Radium, Plutonium usw. Sind instabil, dass
heißt, sie zerfallen spontan. Die Zeit , in der von einer vorhandenen Stoffmenge die
Hälfte zerfällt, heißt Halbwertszeit. Sie liegt zwischen Bruchteilen einer Sekunde (z.B.
3x10-7 sec beim Poloniumisotop 212) und etlichen Milliarden Jahren (z.B. 4,5x109 Jahre
beim Uran 238). Obwohl für keinen einzigen instabilen Atomkern der Zeitpunkt seines
Zerfalls vorausgesagt werden kann, gilt für eine genügend große Anzahl solcher Kerne
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Die Zahl
e
ein exponentielles Zerfallsgesetz, das sich von den Wachstumsgesetzen durch das
Vorzeichen des Exponenten unterscheiden (,,Minuswachstum"):
Nt die Anzahl der zum Zeitpunkt t noch vorhandenen Kerne des Elements,
N0 die Anzahl der ursprünglich vorhandenen Kerne und
die Zerfallskonstante
Nt = N0
e
- t
a) Drücke die Halbwertszeit durch aus
N = N0
e
-
e
- = 0,5
| ln
N = N0 x
0,5
-
*ln e = ln 0,5 | (ln e = 1)
- = -0,693..
= 0,693/
b) Berechne für das Poloniumisotop 212
= 0,693/ = 0,693/(3*10-7) = 2*106, dass heißt pro Sekunde finden durchschnittlich
2*106 Zerfälle statt.
c) Berechne nach welcher Zeit t nur noch 10% der ursprünglichen Masse vorhanden ist.
Nt = 10% * N0 = 0,1 * N0
Nt = N0*
e
- t = N0 * 0,1
- t = ln 0,1
-ln 0,1
t
=
----------
Antwort: Nach 1,5 * 1010 Jahre.
Quellen
,,Die Zahl e - Geschichte und Geschichten" von Eli Maor
Internet
Lehrbuch der Mathematik 6
Bettina Schinninger
2001/2002
Comments
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11.06.2003 16:04:13
da fehlt was auf seite 7
09.10.2003 18:29:33
woe kann man ein Aufsatz ohne eine Exponentialkurve in Bezug auf das Zerfallgesetz schreiben!!!!!!!!!!!!!!!! Hätte mehr erwartet