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Interkulturelles Management in Norwegen

Termpaper, 2002, 31 Pages
Author: Simone Weinert
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 31
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V108527
ISBN (E-book): 978-3-640-06724-4

File size: 221 KB


Fulltext (computer-generated)

Hausarbeit im Fach Interkulturelles Management

Thema: Interkulturelles Management in Norwegen

Name: Simone Weinert

Inhaltsangabe

Einleitung 4

1 Politisch-ökonomische Rahmenbedingungen 5
1.1 Basisindikatoren im Vergleich 5
1.2 Politisch-ökonomische Struktur Norwegens 6

2 Sozio-kulturelle Rahmenbedingungen 7
2.1 Religionen 7
2.2 Monarchie und Nationalstolz 7
2.3 Family and women 8
2.4 Norwegische und deutsche Kulturelemente im Vergleich 10
2.4.1 Machtdistanz 11
2.4.2 Individualismus versus Kollektivismus 12
2.4.3 Maskulinität versus Feminität 13
2.4.4 Unsicherheitsvermeidung 14

3 Verbale und non-verbale Kommunikation 15
3.1 Begrüßung 15
3.2 Negotiation process 16
3.3 Smalltalk 17
3.4 Gastgeschenke 18
3.5 Geschäftsessen 18
3.6 Zeitfaktor 19
3.7 Kleidung 20
3.8 Paraverbale Kommunikation 20
3.9 Non-verbale Kommunikation 21

4 Führungs- und Entscheidungsverhalten 22

5 Summary 24

6 Literaturverzeichnis 27

 

Einleitung

Andere Länder andere Sitten, so besagt es ein altes Sprichwort. Man hat es schon oft gehört und darüber geschmunzelt, aber die wenigsten haben sich wohl je wirklich Gedanken darüber gemacht. Schon oft sind Deutsche, mit ihrem auch so guten Benehmen, unbewusst ins Fettnäpfchen getreten. Im Urlaub und privaten Bereich mag das verkraftbar sein, nicht aber im Berufsleben. Hier kann Unwissen und falsches Verhalten die mühsam aufgebauten Geschäftsbeziehungen leicht zunichte machen.
Jede Kultur hat ihre Eigenarten, die manchmal merkwürdig und konfus auf Fremde wirken. Wir leben in einer Gesellschaft, die durch globale Märkte und zunehmende Internationalisierung geprägt ist und werden durch diese zunehmend und fast ständig beeinflusst und geprägt.
Sowohl die Welt, als auch die Menschen kommen einander ständig näher. Aber dennoch behalten die Menschen und Kulturen ihre speziellen Charakteristika bei. Wenn nun also Geschäftspartner verschiedener Kulturen aufeinander treffen kann es durchaus zu Missverständnissen oder sogar Problemen kommen. Hat man jedoch solides Wissen und Grundkenntnisse über das Land und dessen Bewohner, gestaltet es sich einfacher. Denn Kenntnisse über regionale und kulturelle Begebenheiten helfen gravierende Missverständnisse zu vermeiden und gleichzeitig gute Beziehungen zum Geschäftspartner auszubauen. Manager, die im Ausland tätig sind müssen sich bewusst darauf vorbereiten und ein interkulturelles Training absolvieren. Dabei sollten Fremdsprachenkenntnisse, als auch fachliche Qualifikation und Landes- und Kulturkenntnisse trainiert und näher gebracht werden. Wie intensiv interkulturelles Management betrieben werden muss, hängt dabei immer von der Geschäftsverbindung und dem zu vertreibendem Produkt ab.
Am Beispiel Norwegens soll die enorme Bedeutung des interkulturellen Managements dargestellt werden, den obwohl Norwegen und Deutschland sich an und für sich politisch und kulturell ziemlich ähnlich sind, so gibt es doch einige kleine, aber feine Unterschiede.

1 Politisch-ökonomische Rahmenbedingungen


,,Nicht nur der Preis und das Produkt entscheiden über den Erfolg mit ausländischen Partnern. Auch die Rücksicht auf nationale Eigenarten hilft, eine harmonische Atmosphäre zu schaffen, in der nicht nur Geschäfte blühen. Interkulturelles Management ist ein Zauberwort, das nicht weniger entscheidend ist als die Qualität, der Preis und das Produkt." (BMWI, 1999, S. 56)

Angesichts der ständig zunehmenden Internationalisierung des Weltmarktes sind Kenntnisse über die Zustände und Strukturen in anderen Ländern äußerst wichtig, denn Handeln und Geschäfte machen bedarf in jedem fremden Land einer gewissen Kenntnis der (politisch-ökonomischen) Rahmenbedingungen.

1.1 Basisindikatoren im Vergleich

 
Norway

Germany

GDP growth

0.8 % (1999 est.)

1.5 % (1999 est.)

Per capita GDP (PPP)

$ 25,100 (1999 est.)

$ 22,700 (1999 est.)

Population

4,481,162 (July 2000 est.)

82,797,408 (July 2000 est.)

Population growth

0.5 % (2000 est.)

0.29 % (2000 est.)

Inflation

2.8 % (1999 est.)

0.8 % (1999 est.)

Exports 12 months

$ 47.3 billion (f.o.b., 1999 est.)

§ 610 billion (f.o.b., 1999 est.)

People per Telefone

1,9

1,8

Life expectancy

78.65 years

77.44 years

Literacy rate

100 %

99 % (1977 est.)

Labour force

2.7 million (1999 est.)

40.5 million (1999 est.)

Unemployment rate

2.9 % (1999 est.)

10.5 % (1999 est.)

Tab.1: Ausgewählte Basisindikatoren im Vergleich Norwegen-Deutschland in den Jahren 1999/2000
Quellen: http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/gm.html und
http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/no.html
These figures are the latest available from national and multinational sources. These statistics will appear only occasionally: GDP (PPP), literacy rate. Gross Domestic Product (GDP) is the value of all goods and services produced within one year. Purchasing-Power Parity (PPP) is based on World Bank ratios and takes into account price differences between countries for a more accurate measure of national wealth. Literacy rate refers to population over 15 years.

1.2 Politisch-ökonomische Struktur Norwegens

,,Nei til EU!" (Nein zur EU) - so lautet die norwegische Antwort auf die Frage zum EU-Beitritt. Bei den Volksabstimmungen im September 1972 und November 1994 stimmten jeweils knapp über die Hälfte der Bevölkerung gegen die Mitgliedschaft und trotzen so den Wünschen der eigenen Regierung und Wirtschaft. Von anderen europäischen Staaten als unfassbar bezeichnet bleibt diese Nation ihren Idealen treu und behauptet sich selbst. Ob die oftmals vermuteten finanziellen Aspekte bei dem ,,Nein" im Vordergrund stehen, ist nicht eindeutig klar. Es mag die Angst vor einer Bevormundung und ein gewisser Stolz sein. Lange Unionsphasen unter dänischer und schwedischer Herrschaft und die 1905 erlangte Unabhängigkeit, gefolgt von einer Monarchie spiegeln Norwegens neuere Geschichte in Kürze wieder. Angesichts dieser Tatsachen haben die Norweger einen enormen Patriotismus entwickelt, den sie mit allen Kräften verteidigen wollen. Eine erneute ,,Fremdherrschaft" wäre für sie ein enormer Schlag und soll somit mit allen Kräften verhindert werden. Auch die Angst, die enormen versteckten Schätze - Erdgas und Öl - zu teilen machen den Norwegen zu schaffen. Angesichts dieser Tatsachen meinen die Norweger sie würden mehr verlieren als gewinnen, sollten sie sich der EU anschließen. (Möbius, 2001, S. 43)
Die Zusammenarbeit mit der EU klappt jedoch wunderbar und steht eindeutig im Vordergrund der praktischen Europapolitik, die in Norwegen betrieben wird. Zentrales Instrument dieser Politik ist das am 01.01.1994 in Kraft getretene Abkommen über den europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen). Es ermöglicht die norwegische Teilnahme am gemeinsamen europäischen Binnenmarkt mit Ausnahme der politisch sensiblen Bereiche Landwirtschaft und Fischerei. Hier fürchten Bauern um ihre Lebensgrundlage, falls sie mit den südeuropäischen Produzenten konkurrieren müssen und die Fischer haben Angst ihre immensen Meeresressourcen zu verlieren. (www.auswaertigesamt.de)
Norwegen ist wahrscheinlich auch eines der demokratischsten und klassenlosesten Länder der Welt. Demokratie ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine tief verwurzelte Philosophie. Ihre Autonomie ist zu neu-erkämpft und wertvoll, als das man sie einfach gegen die Träume einer europäischen Union eintauschen würde.

2 Sozio-kulturelle Rahmenbedingungen

Jede Kultur hat ihre Eigenarten, Tabus und Gebräuche, die einem Fremden manchmal komisch erscheinen mögen. Wer in einem fremden Land Geschäfte machen will, sollte sich also nicht nur über die politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen allein informieren. Auch die sozio-kulturellen Verhältnisse sind wichtig und sollten keinesfalls außer Acht gelassen werden. In bezug darauf gibt es auch in Norwegen so einige Eigenarten, die man kennen und vor allem beachten sollte.

2.1 Religionen

Die Religion spielt in Norwegen keine besonders große Rolle. Zwar gehören 94 % der Bevölkerung der Evangelisch Lutherischen Kirche (offizielle Religion in Norwegen) an, aber das heißt nicht viel. Nur wenige von ihnen gehen regelmäßig in die Kirche und verfolgen ihren Glauben, wie es beispielsweise in der arabischen Welt der Fall ist. Zu Weihnachten, Ostern und Anlässen wie Taufen und Hochzeiten zieht es viele Norweger in die Kirche, aber ansonsten bleiben die Bänke eher leer. Der Glaube an sich spielt also keine so große Rolle im Leben der meisten Norweger. (Möbius, 2001, S. 259)

2.2 Monarchie und Nationalstolz

Norwegen hat ein altes Königshaus, auf das die Nation zu Recht stolz ist. Gern sehen sie ihre königliche Familie und freuen sich wenn es ihr gut geht. So war es auch kein Wunder, dass die ganze Nation auf den Beinen war, als Kronprinz Håkon diesen Sommer (2001) die bürgerliche Mette Marit heiratete. Festlich gekleidet begleiteten sie das Paar zur Kirche und erwiesen ihnen ihre Ehre.
Allgemein ist die königliche Familie beliebt und an Geburtstagen der königlichen Familie wird beispielsweise die Flagge vor dem Haus - jeder Haushalt besitzt einen
eigenen Fahnenmast - (Taylor-Wilkie, 1996, S. 25) gehisst und der jeweiligen Person gedacht.
Stolz feiern die Norweger auch alljährlich, am 17. Mai, ihren Nationalfeiertag. In Gedenken an die Niederschreibung des Grundgesetzes wird dieser Tag mit Paraden im ganzen Land begangen. Während viele Staaten an Nationalfeiertagen militärische Macht demonstrieren, gehört dieser Tag in Norwegen den Kindern. Mit Flaggen und Fahnen ziehen die festlich gekleideten Kleinen durch die Straßen. Überall erklingen die Nationalhymne und andere patriotische Lieder. Paraden mit Frauen in ,,bunader" (Trachten) und Musikkorps ziehen auf abgesperrten Straßen durch die Städte. Am 17. Mai demonstrieren Norweger ihre Vaterlandsliebe, egal, wie alt sie sind, oder wo sie sich gerade befinden. Im Inland, in norwegischen Konsulaten, Botschaften, Seemannskirchen und Studentengruppen im Ausland wird die alte Tradition aufrecht erhalten. (Taylor-Wilkie, 1996, S. 75)

2.3 Family and women

Within the Norwegian society the family and especially living together with relatives is considered as quite important. People are pleased over helping each other and everybody enjoys spending time together. Old and young ones are living in the same house for a long time and due to that close relations are normal.
However Norway is also one of the countries in which most of the couples live together without a marriage certificate, as so called ,,samboer". This kind of partnership is respected throughout the nation and the partners are having the same rights as married couples. Forty per cent of the children are born extramarital. (Marco Polo, 1993, S. 13)
In Norwegian families husband and wife share authority. However, more and more women are retaining their own surname after marriage. (Axtell et al, 1997, p. 70)
Norwegian women seem to be more emancipated then others. That is nothing special for them, it is more an implicitness. Norway has an equal law, a female prime minister, a government in which eight out of 17 ministers are women, and an Equal Status ombudsman who tries to ensure that men and women are treated the same way in the employment market. Moreover, the president of the Storting (government), commissioner of the Oslo Police, the president of Oslo′s University and governor of Svalbard in Norway′s arctic Far North are all women. (Mørkhagen, 1998)
Women are engaged quite a lot in politics (as politicians as well as voters) and are influencing politics a lot. This ,,trend" started quite early. Already in 1913 (only 15 years after men) Norwegian women have got the opportunity to vote and to get elected. And they are using this right. It does not happen by accident that Norway has one of the highest female proportion in politics. Persistent and systematic efforts by women in the women′s movement, in the political parties, and in public administration have been rewarded by enhanced female participation in all fields of Norwegian life and society. (Su-Dale, 1995, S. 219/220)
Although Norwegian women are very emancipated and are said to be equitable, this fact is not always true. If we have a closer look at the everyday life of Norwegian women and their situation at work, the reality is less glamorous. Even though 70 per cent of the women in Norway are having paid employment outside home, most of them work part-time. There are as well only a handful of women in leading positions in Norwegian business and industry. Even so women make up nearly half the work face, only 3.5 per cent of the top executives of Norwegian corporations are women. - The average in the middle management level is 7.5 per cent. (Mørkhagen, 1998)
Theoretically, there are no sex barriers in Norwegian society. Due to equal rights legislation employers are even forced to recruit more women further up the managerial ladder. The law also states that sexes, that are underrepresented in an organisation have to be preferred when new appointments are made. Concerning that it is supposed that the applicants have equal qualifications. (Su-Dale, 1995, S. 221)
But there are of course exceptions in equality. There are still distinctions between typical women′s and men′s occupations. Differentiated one can say that the education chosen by women leads to low-paying jobs, whereas the jobs taken by men yield higher wages and more prestige. Of course, there have been several successful wage settlements, but more are needed in order to completely erase all gender differences. There are some kinds of visible and invisible barriers in the sector of working conditions. Researchers tried to find out why such a big number of Norwegian women are having positions in politics and ministry posts while remaining conspicuously few have achieved positions of power in working life. Men like to explain that fact by saying that there are to few women with the right qualifications, and that those who could get the job are reluctant to assume positions of power. It is said that women are having different priorities, the home is considered to be more important. Now courses have been arranged to bolster the self-confidence of women and to qualify them for managerial positions. This courses are held by corporations and agencies as well as by trade unions and trade organizations. However, it is difficult to document the effect of such courses. (Mørkhagen, 1998)

2.4 Norwegische und deutsche Kulturelemente im Vergleich

Im Zusammenhang mit sozio-kulturellen Vergleichen eignet sich als Vergleichs-kriterium verschiedener Länder besonders das 5-D-Modell von Hofstede. In seiner Studie zu diesem Thema hat der Holländer über 116.000 Fragebögen in 50 Ländern und drei Regionen analysiert und daraufhin fünf Kulturdimensionen - Machtdistanz, Individualismus versus Kollektivismus, Maskulinität versus Feminität, Unsicherheitsvermeidung herausgearbeitet. (Mead, 2001, S. 145) Auffällig war bei der Auswertung der Ergebnisse, dass Mitarbeiter aus gleichen Kulturkreisen die Fragen ähnlich beantwortet hatten, während die Antworten von Personen aus anderen Kulturräumen sich stark unterschieden. Man könnte also sagen: ,,Andere Länder, andere Antworten." Basierend aus statistische Verfahren erstellte Hofstede daraufhin seine Dimensionen. Nun folgend sollen die Unterschiede zwischen Norwegen und Deutschland dargestellt werden.
Angemerkt soll an dieser Stelle jedoch auch sein, dass die nun nachstehenden Vergleichspunkte nicht unbedingt als absolut anzusehen sind. Den bekanntlich kann man keine Verallgemeinerungen über Länder äußern. Seine Untersuchungen beziehen sich nämlich ausschließlich auf die leitenden Angestellten von IBM. Ausgehend von dieser Tatsache ist also eine Verallgemeinerung nicht unbedingt angebracht. Untersuchungen in andere Branchen und kleiner Unternehmen würden eventuell zu anderen Resultaten führen.
Des weiteren sei noch erwähnt, das einige Bücher von fünf Dimensionen sprechen und dabei noch die Kurzzeit- versus Langzeitorientierung anführen. Da aber in dieser ,,Kategorie" für Norwegen keine Werte zu finden sind, sei dieser Gesichtspunkt hier außer Acht gelassen.

2.4.1 Machtdistanz

Machtdistanz wird von Hofstede (1980, S. 419) wie folgt beschrieben: ,,The extent to which powerful members of institutions and organizations accept that power is distributed unequally". Ausgehend von dieser Aussage unterscheidet Hofstede Länder mit hoher und niedriger Machtdistanz.
In Bezug auf diesen Vergleichspunkt liegen Norwegen (Rang 47-48)1 und Deutsch-land (Rang 42-44)2 dicht bei einander und ziemlich am Ende von Hofstedes Tabelle.
Sie beide gehören zu Kulturen, in denen Machtdistanz recht niedrig ist und Dezentralisation beliebt ist. (Mead, S.147)
Innerhalb dieser Dimension liegt das Prinzip der Gleichheit vor, wobei jedoch zwischen mächtigen und weniger mächtigen Gesellschaftsmitgliedern eine gewisse Distanz vorherrscht. Zufolge diesem Gleichheitsideal wird es befürwortet, wenn Macht, Wohlstand und Status nicht in ein und derselben Person wiederzufinden sind. Hierarchien werden dabei als notwendiges Mittel betrachtet, wobei Untergebene dennoch gleichgestellt sind. Unabhängig vom Machtzugang hat jeder die gleichen Rechte. Es ist aber auch eine bestimmte Harmonie nicht verkennbar, die zu einem Klima gegenseitigen Vertrauens führt. Jegliche Macht bedarf aber einer Legitimation. Mächtige Personen sind dabei bestrebt, weniger mächtig aufzutreten als sie an und für sich sind. Fehler werden dem System und nicht den Menschen zugeschrieben. (Bühlmann/Spiess, S. 3/4)
Eine dezentralistische Organisation geht dabei einher mit wenigen Überwachungs-personen und hochqualifizierten Angestellten, die auch in den Prozess der Entscheidungsfindung eingebracht werden. (Rothlauf, 1999, S. 21)

2.4.2 Individualismus versus Kollektivismus

Individualismus ist laut Hofstede (1980, S. 419) ,,the tendency of people to look after themselves and their immediate family only." In dieser Dimension wird die Beziehung von Individuum und Gruppe zueinander dargestellt. Je höher die Punktzahl dabei ist, desto individualistischer ist eine Gesellschaft, je niedriger der Index jedoch ist, desto kollektivistischer ist Organisation. (Rothlauf, 1999, S. 23)
Auch in jener Kategorie liegen Norwegen (Rang 13)3 und Deutschland (Rang 15)4 dicht beieinander. Beruhend auf Hofstedes Studie ist feststellbar, das einhergehend mit dem großen Individualismus auch ein hohes BIP zu erkennen ist. (Hodgetts/Luthans, 1996, S. 103).
Ausgehend von ihrer relativ hohen Individualität sind Norwegen und Deutschland gekennzeichnet durch die folgenden gemeinsamen Kriterien: Gleichbehandlung aller Mitarbeiter, Personen werden gemäß ihren Fähigkeiten beurteilt, Aufgaben sind wichtiger als zwischenmenschliche Beziehungen, Chancengleichheit, Leistungsbezug, Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung ist zweckbezogen und vertraglich fundiert, Management bedeutet Führung von Individuen und Karriereplanung dominiert die Personalentwicklung. (Weidmann, 1996, S. 46)
Individualistisch geprägte Kulturen zeichnen sich durch Mitglieder aus, denen es wichtig ist, sich von anderen zu unterscheiden. Werbung und Medien suggerieren ihnen, sie sollen sie selbst sein und sich verwirklichen. Es wird auch erwartet, dass jede Person für sich und die eigene Familie selbst sorgt und entscheidet. Das Privatleben spielt eine enorme Rolle im Leben und oftmals wird versucht, sich darin selbst zu finden. (Bühlmann/Spiess, S. 7)

2.4.3 Maskulinität versus Feminität

Maskulinität wird von Hofstede (1980, S. 420ff) folgendermaßen definiert: "a situation in which the dominant values in society are success, money and things" wohingegen Feminität als "a situation in which the dominant values in society are caring for others and the quality of life" beschrieben wird.
Länder mit einem niedrigen Maskulinitätsindex (Hofstedes Feminitäts Dimension), so wie Norwegen (Rang 52)5, legen großen Wert auf Kooperation, eine freundliche Atmosphäre und Anstellungssicherheit. Einzelpersonen werden zumeist ermutigt, Entscheidungen als Gruppe zu fällen und Ergebnisse werden als Ausdruck von menschlichen Kontakten und dem Leben in der Umwelt definiert. Die Arbeitsumgebung ist durch wenig Stress gekennzeichnet und Arbeiter erhalten von ihren Vorgesetzten viel Freiraum und dürfen Entscheidungen allein fällen.
Länder mit einem hohen Maskulinitätsindex, wie beispielsweise Deutschland (Rang 9/10)6, setzen ihre Werte vor allem auf die Bereiche Verdienst, Anerkennung und Herausforderung. Dabei werden die Individuen entmutigt, eigenständige Entscheidungen zu fällen, und Ergebnisse werden in Form von Anerkennung und Wohlstand gemessen. (Hodgetts/Luthans, 1996, S. 104/105)
Von Männern dieses maskulinen Kulturkreises wird Bestimmtheit, Ehrgeiz und Härte erwartet, wohingegen Frauen gefühlvoll und familiär ausgerichtet sein sollten. Das Leistungsideal ist allgegenwärtig und es gilt als normal, besser sein zu wollen als die anderen Gesellschaftsmitglieder. Man sympathisiert mit den stärkeren Mitgliedern des Kulturkreises. In feminin geprägten Kulturen ist dies anders. Wie schon erwähnt ist der zwischenmenschliche Bereich hier wichtiger und eine hohe Lebensqualität ist zentral. Feminine Kulturen arbeiten um (gut) leben zu können und nicht anders herum. Konkurrenz und das Bedürfnis besser sein zu wollen als andere Personen wird als unfein bezeichnet und es besteht eine Sympathie zu schwächeren Gesellschaftsmitgliedern. (Bühlmann/Spiess, S. 11)

2.4.4 Unsicherheitsvermeidung

Hofstedes vierte Dimension wird von ihm wie folgt definiert: ,,the extent to which people feel threatened by ambiguous situations." (1980, S. 418)
Diese Größe Unsicherheitsvermeidung spiegelt den Umgang einer Gesellschaft mit Unsicherheit und Ungewissheit wieder. Sie ist eine Maßeinheit für die Toleranz gegenüber Mehrdeutigkeit und Unvorhersehbarkeit von Situationen. (Bühlmann/Spiess, S. 14)
Deutschland (Rang 29)7 liegt dabei klar im Mittelfeld und Norwegen (Rang 38)8 im letzen Drittel. Beruhend auf diese Tatsache gehört Norwegen zu den Kulturen, in denen Mitarbeiter zu mehr Toleranz gegenüber anderen Meinungen erzogen werden. Gesetze und Kontrolle spielen eine geringere Rolle, die Risikobereitschaft und Motivationsbereitschaft sind stärker ausgeprägt. (Rothlauf, 1999, S. 24/25)
Kulturen mit schwacher Unsicherheitsvermeidung leben nach der Norm: bloß keinen Stress, den Unsicherheit und uneindeutige Situationen gehören zum Leben. Zeit wird lediglich als ungefährer Rahmen angesehen, Müßiggang wird toleriert und hartes Arbeiten wird nicht unbedingt als Tugend verstanden. Zwar gibt es einen breiten Spielraum für Abweichungen von gesellschaftlichen Normen, aber Emotionen werden beispielsweise weniger offen gezeigt als in anderen Kulturen. (Bühlmann/Spiess, S. 15)

3 Verbale und non-verbale Kommunikation


,,Nach einschlägigen Untersuchungen verwenden Manager durchschnittlich 70 % ihrer täglichen Arbeitszeit auf Kommunikation." (Wahren, 1987, S. 56)

Wie auch in vielen anderen Ländern spielt die Kommunikation in Norwegen eine wichtige Rolle. Je besser man über die vorherrschenden Begebenheiten im hohen Norden Bescheid weiß, desto besser werden die geschäftlichen Kontakten verlaufen. Die Unterschiede zwischen Norwegen und Deutschland sind zwar nicht so gravierend wie beispielsweise zwischen Japan und Deutschland, aber auch Kleinigkeiten können ja bekanntlich Geschäfte zum scheitern bringen. Oftmals werden scheinbar unbedeutende Signale übersehen und führen zu großen Missverständnissen, die sich erst später aufklären lassen.
Beruhend auf dieser Tatsache ist es also durchaus erforderlich, sich näher mit der speziellen Mentalität und Kommunikationsweise der Norweger zu beschäftigen.

3.1 Begrüßung

Obwohl die Norweger an sich als reserviert und distanziert gelten, kann man doch einen warmen und herzlichen Empfang erwarten.
Wie in den meisten skandinavischen Ländern üblich, so ist auch in Norwegen das ,,Du" weitverbreitet. Auch im Geschäftsleben ist es durchaus als Anrede erlaubt, doch sollte man stets darauf warten, bis der jeweilige Geschäftspartner das ,,Du" anbietet. Titel wie Doktor oder Professor sind in Norwegen, wie auch im weiteren skandinavischen Raum, zwar durchaus bekannt, erfahren aber nicht so viel Bedeutung wie es beispielsweise in Deutschland üblich ist. Als Fremder sollte man aber immer darauf achten, wie es die anderen um einen herum handhaben und dann ähnlich verfahren. Das europäische Händeschütteln ist die Standardform der Begrüßung, verbunden mit dem Ausspruch ,,Morn", was soviel heißt wie Guten Morgen, Guten Tag und andere Begrüßungen in einem. Der Handschlag sollte kurz und fest sein und mit stetigem Augenkontakt einhergehen. Zu beachten ist ferner, das man jeder im Raum anwesenden Person die Hand geben sollte (auch Frauen). Bis auf den Handschlag ist kein weiterer Körperkontakt üblich. Die nordische Reserviertheit sollte dabei keinesfalls als Kälte oder Arroganz aufgefasst werden. (Morrison et. al., 1994, S. 262)
Wie bereits erwähnt, ist der Norweger zu Beginn eines Gespräches im allgemeinen ziemlich reserviert und zurückhaltend. Ihm ist es lieber, erst einmal mit seinem Gesprächspartner besser bekannt zu werden. Ist dies geschehen, so ist der Norweger durchaus offen und gastfreundlich. Er braucht eben nur eine gewisse Aufwärmphase, die sich jedoch nicht nur auf den sprachlichen Bereich beschränkt.

3.2 Negotiation process


,,Norwegians believe in the distinct separation of work and play. When you do business, you talk business. You do not indulge in personal queries about family or other matters. The usual negotiating structure that begins with exploration, leading up to bidding and bargaining, and culminating in settling and ratifying is usually not followed by Norwegians in business." (Su-Dale, 1995, S.191)

The Norwegian business environment reflects the character of its citizens - reserved and relaxed. Although most nations are used to use references and introductions to make the first foreign contact, you can also contact Norwegian companies directly to make an appointment. There is no need of intermediaries. If you decide to write a letter of self-introduction to start a new business, be aware to provide plenty of background information regarding your firm, and clearly state your purpose and intentions. (Wadén, 2001, p. 60)
Norwegians are quite trustworthy, but they hardly trust others (especially strangers).
They expect that the counterpart wants to come straight to business too. On the other hand, Norwegians are vulnerable to see things only from one perspective. They are not used to look for certain possibilities in hedging or sidestepping. The Norwegians are also said to be pretty direct and their directness while doing business is said to be a trait of their ancestry. There are also people that claim that Norwegians are still traders, rather than marketers. If you do business with Norwegian partners and come straight to the point you will receive the sympathy of your counterpart. (Su-Dale, 1995, p. 191)
If you have to make a presentation you should make this straightforward as well and use essential points, supporting data and pertinent substance regarding your proposition. Do not use the negotiating tactic of starting off with a highly inflated offer and then go on offering price reductions, as this is not common in Norway. (Wadén, 2001, p. 61)
Negotiations with Norwegians can be quite frustrating. Due to their manners Norwegians are not that flexible and uncommonly (or better said never) make concessions. Their so-called rigidity leads to the fact the are not very sophisticated in the art of contact-gaining for future references. (Su-Dale, 1995, p. 191)

3.3 Smalltalk

Smalltalk as it is known in Germany is not common in Norway. Personal topics like occupation and wages are taboo. Generally it is not common to talk about money in Norway, and especially avoid complaining about the high prices in Norwegian society. Hobbies, sports and travelling are good topics for conversations. If you (as a foreigner) bring the subject to themes like the Olympic winter games in Lillehammer, skiing or hiking, the Norwegians are in their element and will be all for it. You may also lead the conservation into the direction of culture (especially the Norwegian one - like Peer Gynt by Henrik Ibsen) the Norwegians are proud and will think positive of you. (Morrison, et. al., 1994, p. 261)
It is also possible to talk about Norway′s beautiful landscape and the clean environment. Discussions about whale hunting and Norway′s attitude towards the EU are not that good for small talk and Norwegians wont talk about it. Criticism about people or culture are also things you should avoid, because Norwegians value tolerance and charity. (Vgl. ebd., p. 261)

3.4 Gastgeschenke

Gastgeschenke unter Geschäftspartnern sind in Norwegen nicht weit verbreitet wie anderenorts. Wenn Norweger Geschäftsgeschenke bekommen, haben sie zumeist den Eindruck, das Ihr Gegenüber sie damit beeindrucken will. Misstrauen und Gefühle des Unbehagens stellen sich dann ein und der skandinavische Partner wird an der Intention des Geschäftes zweifeln. Nach mehreren Geschäftsterminen kann man allerdings ein Geschenk machen. Jedoch sollte man dabei darauf achten, Papier von guter Qualität zu verwenden und das Geschenk weder zu extravagant noch zu armselig ausfallen zu lassen. (Wadén, 2001, S. 58)
Im privaten Bereich sind Geschenke normal und gern gesehen. Blumen, Likör, Wein und Schokolade sind angemessen, wenn man zu jemandem nach Hause eingeladen wird. Bei Blumen sollte jedoch auf Lilien, Nelken und andere weiße Blumen verzichtet werden, da diese ausschließlich für Beerdigungen gedacht sind. (Morrison et al, 1994, S. 263)

3.5 Geschäftsessen

Als freundliche und großzügige Gastgeber laden Norweger ihre Gäste oft und gern zum Essen ein. Dies kann sowohl im Restaurant, als auch im eigenen Heim stattfinden. Üblicherweise finden solche Essen zumeist zum ,,lunsj" (Mittag) oder ,,middag" (Abendessen) statt. (Wadén, 2001, S. 58)
Wenn man von seinem Geschäftspartner nach Hause eingeladen wird, sollte man möglichst pünktlich sein und der Dame des Hauses eine Kleinigkeit mitbringen. Die Sitzordnung wird nicht unbedingt festgelegt, jedoch gibt es eine gewisse Regel:


,,The guest of honour will usually be seated to the right of the host and to the left of the hostess. It is considered polite to remain standing until the hostess has seated. At the beginning of every dinner, the host wishes everybody welcome and introduces everybody to each other." (Wadén, 2001, S. 58)

Der erste Toast wird vom Gastgeber ausgesprochen und Augenkontakt sowie der Ausspruch ,,skål" (Prost) verbunden mit einem leichten Kopfnicken sind üblich. Bevor man sein Glas wieder zurück auf den Tisch stellt, schaut man einander erneut in die Augen und nickt ein weiteres mal.
Am Ende eines jeden Essen im Hause eines Norwegers wird man zum Schluss die Worte ,,Takk for maten" vernehmen, welche den Dank der Speisenden für die Mahlzeit zum Ausdruck bringen. Nähert sich der Abend dann dem Ende sagt man an der Tür ,,Takk for laget", was so viel bedeutet wie, ,,Danke das ihr da wart." Oder ,,Danke für den netten Abend." (Wadén, 2001, S. 59)
Kommt es dann nach einiger Zeit zu einem erneuten Treffen, so äußert man die Worte ,,Takk for sist.", was so viel heißt wie ,,Danke fürs letzte mal."
Kennt und beachtet man diese kleinen Formulierungen, ist der norwegische Gastgeber erfreut und fühlt sich geschätzt.

3.6 Zeitfaktor

Norweger sind im allgemeinen pünktliche Leute. Wenn eine bestimmte Uhrzeit für einen Termin vereinbart wird, so wird dieser auch eingehalten. Wenn man also Geschäfte mit Norwegern macht, sollte man unbedingt darauf achten, das man zur abgemachten Zeit erscheint. Norweger kennen jedoch das akademische Viertel. Wenn man aber nach den 15 Minuten nicht vor Ort ist, kann man das Geschäft so gut wie vergessen. (Wadén, 2001, S. 61)

Will man in Norwegen Geschäftskontakte mit eventuellen neuen Kunden beginnen, muss man auch dabei den Faktor Zeit in seine Planung mit einbeziehen. Mögliche Partner müssen oft über eine längere Zeit hinweg beeinflusst werden. Eine geschäftliche Etablierung ist zumeist erst nach mehreren Jahren wirklich erreicht. Ausgehend von diesen Gesichtspunkten ist eine kontinuierliche Verfolgung der geschäftlichen Beziehung von wichtiger Bedeutung, hängt davon doch der weitere Gang des Geschäftes ab.

3.7 Kleidung


,,Korrekt gekleidet, mit Anzug und Krawatte, so sehen skandinavische Unternehmer ihre deutschen Kollegen." (Ostseezeitung)

und so erwarten sie ihn auch. Deshalb sollte man sie auch besser nicht enttäuschen und dementsprechend auch so zu Geschäftsterminen erscheinen. Eine angemessene formelle Kleidung wird erwartet. Männer sollten zu beruflichen Terminen immer eine Krawatte tragen. Andererseits wird es durchaus akzeptiert, wenn man anstatt eines Anzuges ein Jackett trägt. Frauen können wählen ob sie Hosen oder Kleider bevorzugen. (Wadén, 2001, S. 61)
Im Freizeitbereich wird getragen was gefällt. Jeans und Sweatshirts sind im privaten Bereich die bevorzugte Kleidung. (Morrison et al, 1994, S. 263)

3.8 Paraverbale Kommunikation

Kommunikation besteht nicht nur aus dem Erlernen und Anwenden einer neuen Sprache. Um wirklich kommunizieren zu können, muss man sich auch über zahlreiche andere Sprachsegmente, wie zum Beispiel Intonation, Sprachlage und Sprachrhythmik bewusst werden. Zwar sind sich Norwegisch und Deutsch, aufgrund verwandter Wortschätze, Wortbildung, Syntax und Morphologie ähnlich, doch es gibt auch grundlegende Unterschiede.
Als erstes ist hier der allgemein als skandinavische Singsang bekannte Stimmfall zu nennen. Leicht musikalisch angehaucht erscheint die norwegische Sprache für deutsche Ohren ungewohnt, und oftmals werden Gesprächspartner als unsicher empfunden. Norweger dagegen nehmen den harten deutschen Ton, als Ausdruck der allgemeinen deutschen Art; als hart und bürokratisch wahr. Dies führt nicht selten zu Fehlern. Die norwegische musikalische, fragende Satzmelodie lässt aber auch eigentliche Fragen und Vorschläge nahezu untergehen, so dass Deutsche sie nicht als solche erkennen. Auffällig in Bezug auf die norwegische Sprache ist auch die allgemeine Wortkargheit. Norweger können lange Zeit miteinander verbringen ohne überhaupt oder wenn nur wenig miteinander zu sprechen und keinen der Beteiligten wird es auch nur im geringsten stören. (Laue, 1997, S. 101-104)

3.9 Non-verbale Kommunikation

Nicht nur die offensichtliche Art der Kommunikation spielt im interkulturellen Umgang miteinander eine Rolle. Auch die kleinen versteckten, oftmals kaum bemerkten, Gesten, Handbewegungen und Körperhaltungen spielen eine tragende Rolle. Diese feinen kleinen Unterschiede wahrzunehmen erfordert eventuell ein gewisses Fingerspitzengefühl, ist aber möglich.
Norweger sind es nicht gewohnt, ständig Augenkontakt zueinander zu halten. Am Verhandlungstisch haben sie zumeist einen gemäßigt starren Blick, d.h. sie schauen ihrem Gegenüber kurz in die Augen und dann wieder weg. Handelspartner aus ausdrucksstarken Kulturen empfinden dieses Starren oftmals als unhöflich und feindlich.
In Norwegen wird es nicht gern gesehen, wenn man andere mitten in ihrem Redefluss unterbricht oder mit den Händen in der Tasche redet. Auch die Geste des ,,OK-Daumens" wird als beleidigend aufgefasst und sollte möglichst vermieden werden. Ein Nicken mit dem Kopf bedeutet ,,Komm her". Norweger erheben sich nicht immer wenn eine neue Person den Raum betritt, trotzdem sollte man dies als Fremder stets tun. (Morrison et al, S. 262)
Im Allgemeinen sind Norweger ziemlich entspannt und weniger formell als andere Kulturen, was Gesten anbetrifft.

4 Führungs- und Entscheidungsverhalten

Das norwegische Führungs- und Entscheidungsverhalten ist geprägt von bestimmten Rahmenbedingungen. Sowohl Hierarchien als auch Denk- und Verhaltensmuster sind geformt durch gewissen Eigenarten.
Größe und Organisationsstruktur von norwegischen und deutschen Unternehmen weisen beträchtliche Unterschiede auf. Firmen, die aus norwegischer Sicht groß oder mittelgroß sind, werden in Deutschland oftmals als klein bezeichnet. Die norwegische Unternehmensstruktur ist flach und es wird meist ohne besondere Formalitäten agiert. Projektarbeit und praktische Lösungen sind demzufolge in Norwegen üblich. Ohne der Hierarchie große Beachtung zu schenken, werden hier Angelegenheiten geklärt und Beschlüsse gefasst. Beruhend auf praktische Aspekte wird Teamarbeit betrieben und gemeinsam nach Lösungen gesucht. In Deutschland ist dies anders. Hierarchie und Rollendenken machen den Chef zum Träger jeglicher Macht und Autorität. Treffen nun diese beiden unterschiedlichen Vorstellungen aufeinander kommt es unweigerlich zum Konflikt. Das flexible und auf Gleichberechtigung ausgelegte norwegische System wird vom deutschen Partner als wirr und wenig durchschaubar eingeschätzt. Deutsche Geschäftsleute verunsichert es, wenn sie mit Norwegern zusammen arbeiten müssen, deren Status sie als geringer einschätzen, der jedoch Entscheidungen auf einer ganz anderen Ebene treffen darf als sie. (Vahsen, 1997, S.47)
Norwegische und skandinavische Chefs an sich sind als solche kaum von anderen Kolleginnen und Kollegen zu unterscheiden. Die Kleidung lässt nicht auf höhere Positionen schließen, die Türen stehen in den meisten Büros sowieso die meiste Zeit offen und auch die Türschilder sind wenig aussagekräftig. Fraglich ist angesichts dieser Tatsachen, wie also skandinavische Hierarchien funktionieren? Um eine Antwort darauf zu finden muss man sich vor allem der Relationen von Fläche und Einwohnerzahl bewusst werden. Resultierend aus der dünnen Besiedlung findet man in Norwegen, wie auch im Rest Skandinaviens, eine der höchstentwickelten Telekommunikationsstrukturen der Welt. Unkompliziert und effizient wird hier sowohl der praktische telekommunikative Umgang miteinander, als auch im Wirtschafts- und Verwaltungsleben praktiziert. Voraussetzung das dies funktioniert, ist vor allem auch der individuelle Umgang der mittleren und höheren Instanzen eines Unternehmens auf einfachster Ebene. Unterlagen müssen nicht, wie in Deutschland üblich, mehrfach schriftlich abgesichert werden. Dadurch das man sich meist persönlich und individuell kennt sind auch keine formalen Erkennungszeichen nötig. (Opitz, 1997, S. 18)
Norweger zeichnen sich im allgemeinen durch einen femininen und weniger autoritären Führungsstil aus. Mitarbeiter sollen inspiriert und gefördert werden, wobei Konflikte meist in Form von Andeutungen ausgetragen werden. Für die deutschen Partner, bei denen Missfallen offen geäußert wird, erscheint diese Vorgehensweise als fremd, wird doch in Deutschland die Konfrontation gesucht. Diese Eigenart wiederum empfinden Norweger als aggressiv und Angriff auf die eigene Persönlichkeit. Norweger sind nämlich viel stärker auf Harmonie bedacht und die deutschen Eigenarten wie direktes Vorgehen und Demonstration von Meinungen, sind in Norwegen mit negativen Werten behaftet. (Vahsen, 1997, S.48)
Auch die Art und Weise Verhandlungen zu führen unterscheidet sich in beiden Ländern. Arbeiten bei denen Kooperation erforderlich ist, werden in Norwegen grundsätzlich begrüßt und dann ruhig angegangen. Diskussionen und scheinbar endloses Überlegen geben dem deutschen Partner oft den Eindruck, die Norweger seien unzureichend vorbereitet oder nicht interessiert. In Deutschland dahingegen nutzt man eher autoritäre Strategien und demonstriert Stärke, in dem Ziele rigoros durchgesetzt werden. In Deutschland werden die Anweisungen des Vorgesetzen strikt und ohne jegliches Nachfragen ausgeführt, während der norwegische Angestellte mehr Eigenverantwortung besitzt und sich dessen auch bewusst ist. (Vahsen, 1997, S. 48)
Norweger betrachten einander im allgemeinen als gleichwertig. Demzufolge kann jede Angelegenheit auch von der Person entschieden werden, in deren Verantwortungsbereich sie fällt. Von norwegischen Chefs wird erwartet, dass sie ihre Mitarbeiter unterstützen und positiv zu deren Entwicklung beitragen. (Vahsen, 1997, S. 41)
Eine weitere deutsche Eigenart ist dem Norweger an sich fremd: das lange Abwägen und Verhandeln. Systematisches und effektives Vorgehen sowie Entscheidungs-findung auf höheren Ebenen sind dem Norweger schlichtweg nicht vertraut und sind in seinen Augen unflexible, konservativ und bürokratisch. Ihm liegt es mehr, Entscheidungen zu fällen, wenn es wirklich nötig ist und keinen Augenblick vorher. (Vahsen, 1997, S. 49)

5 Summary

Norwegians are living in a beautiful country and have achieved one of the highest standards of living in the world. Of course, the people know that, but the country is still looking for the best way to improve the quality of life.
Although Norway is not a member of the European Union, the nation is engaged quite a lot in world actions (esp. UNO, questions of European integration, NATO etc.) And anyway Norway is very European-centred in trade. The country is doing business with Britain, Sweden, Denmark, Germany, and furthermore with Japan and the United States of America.
Most of the people in Norway are evangelic, but do not practice their religion that much. Norwegians are proud of their country, their monarchy and their nation as a whole - they have a certain "national pride", something they clearly express towards others.
The women in Norway are said to be quite equal, due to the fact that within Norway′s changing governments almost 50 per cent of the members have been women. They are engaged in politics and cultural fields, but the country is far from being a gender equality pioneer in all areas. Looking at the everyday life and the situation at work Norwegian women are on the poor side. They are making up nearly half the work face, but only few of them are holding leading positions.
According to Hofstedes dimensions Norway can be described as a society in which the following characteristics can be found: low power distance walking along with decentralization; an individualistic society stressing individual rights, achievements and responsibility; a feminine culture that approves the social ideal of welfare and measures achievements in terms of human contacts; as well as low uncertainty avoidance due to which the members of society show tolerance of greater degrees of ambiguity.
Language reflects the diverging values of a society. Concerning the Norwegian language there are several special features. Norwegians are known as reserved and distant. The standard greeting form is a brief, solid handshake while saying "Morn" at any time of the day. It is common to call each other by first names, but as a foreigner you should wait until you are told to do so. While doing business with partners in Norway one should know that Norwegians prefer to come right to the point and follow a more linear pattern of transaction than other people. They are trustworthy people but it takes some time until they trust others. Smalltalk is not that widespread in Norway. Personal topics and criticism should be avoided. It is better to talk about things like culture, sports and politics. Furthermore bringing gifts is not that usual in Norway′s society. It is common to bring with you a little gift, if you are invited to someone′s home but not at the first meeting. Invited to lunch or dinner one should know some Norwegian phrases like "Takk for maten" ("thanks for the meal") or "Takk for laget" ("thanks for the evening") as well as "Skål" ("cheers"). Another thing one should know while staying in Norway is that punctuality is expected in all fields of Norwegian society, and tardiness is considered as a lack of respect. Generally Norwegians dress more informally than other business people, but nonetheless it is considered as courteous to wear a business suit. The Norwegian language is characterized through a musical sentence melody which mostly sounds strange to foreigners. Together with a stare view that character trait is quite unusual.
Concerning the style of management and decision making one has to mention that Norway believes in equality of all company members. The boss is a part of the business and wants to be treated like every other person. The structures of enterprises is flat and formalities are not that important. Their way of doing business is quite feminine and decisions shall be made when it is necessary and not before it.
Generally Norway and Germany are not that different from each other. Both are sharing a common history and are culturally, economically and politically related. But nonetheless it is important to know the several differences concerning the two countries.

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1 Hofstede, 1997, S. 26

2 Hofstede, 1997, S. 26

3 Hofstede, 1997, S. 53

4 Hofstede, 1997, S. 53

5 Hofstede, 1997, S. 84

6 Hofstede, 1997, S. 84

7 Hofstede, 1997, S. 113

8 Hofstede, 1997, S. 113


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