Anwendungsgebiete von Ad-Hoc-Netzen und Sensornetzwerke in der Automobilindustrie

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Details
Autor: Daniel Dreher
Fach: Nachrichtentechnik / Kommunikationstechnik
Veranstaltung: Signalverarbeitung
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen
Jahr: 2004
Seiten: 15
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 380 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-07141-8
ISBN (Buch): 978-3-640-11924-0
Anwendungsgebiete und einsatzmöglichkeiten von Ad Hoc-vernetzung
Zusammenfassung / Abstract
In diesem Buch wird der Einsatz von Ad-Hoc Netzwerken in der mobilen Kommunikation beschrieben. Da das Verlangen nach mobiler Kommunikation immer mehr Einzug in die heutige Gesellschaft hält, fordern verschiedenste aktuelle Trends eine Zunahme der Vernetzung unterschiedlichster mobiler Geräte, diese dann drahtlos miteinander kommunizieren können. Die Vielzahl der Geräte spricht auch für unterschiedlichste Einsatzgebiete solcher mobiler Kommunikation. Es ist also im Zeitalter der Mobilität notwendig, solche Technologien zu entwickeln und deren Nutzung möglich zu machen, um die aktive Sicherheit, zum Beispiel im Verkehr, zu gewährleisten und die Informationsbeschaffung zu realisieren. In diesem Buch werden grundlegende Technologien der Mobilen Kommunikation kurz vorgestellt und einige Praxisbeispiele gegeben. Der Hauptfokus liegt jedoch auf der Sensordatenfusion in der Car 2 Car Communication (C2CC).
Volltext (computergeneriert)
Universität - Duisburg - Essen
Fachbereich 5 Systems Engineering
Seminararbeit im Fach
Signalverarbeitung
Rahmenthema:
Ad-Hoc Netze
Anwendungsgebiete von Ad-Hoc Netzen
&
Sensornetzwerke in der Automobil Industrie
Eingereicht von:
Daniel Dreher
Abgabetermin: 07. Juli 2004
- 1 -
Inhaltsverzeichnis
1
EINFÜHRUNG
- 3 -
2
AD-HOC KOMMUNIKATION
- 4 -
3
TOPOLOGIEN
- 5 -
3.1
WirelessLan -
5
-
3.2
Bluetooth -
6
-
3.3
UMTS und UTRA-TDD
- 6 -
4
SENSORNETZE
- 7 -
5
FAHRASSISTENZ
- 8 -
5.1
Fleetnet -
11
-
6
ANWENDUNGSGEBIETE
- 12 -
6.1
Katastrophenschutz -
12
-
6.2
Militäreinsätze und Krisengebiete
- 12 -
7
ZUKUNFT
- 13 -
8
FAZIT
- 13 -
9
LITERATUR
- 14 -
- 2 -
1 Einführung
Diese Seminararbeit beschreibt den Einsatz von Ad-Hoc Netzwerken in der
mobilen Kommunikation. Da das Verlangen nach Kommunikation im mobilen
Sinne immer mehr Einzug in die heutige Gesellschaft hält, fordern verschiedenste
aktuelle Trends eine Zunahme der Vernetzung unterschiedlichster mobiler Geräte,
diese dann drahtlos miteinander kommunizieren können.
Die Vielzahl der Geräte spricht auch für unterschiedlichste Einsatzgebiete solcher
mobiler Kommunikation. Es ist also im Zeitalter der Mobilität notwendig, solche
Technologien zu entwickeln und deren Nutzung möglich zu machen, um die
aktive Sicherheit, zum Beispiel im Verkehr, zu gewährleisten und
Informationsbeschaffung zu realisieren.
Um einen Einblick zu verschaffen, wird im zweiten Kapitel dieser Seminararbeit
der Ad-Hoc Ansatz vorgestellt, der für einen Einsatz im mobilen Sinne geeignet
ist. Es soll gezeigt werden, welche Anforderungen dieser mit sich bringt und was
dieser Ansatz für Vorteile gegenüber herkömmlichen Netzen mit sich bringt.
Im dritten Kapitel werden die Topologien vorgestellt, mit denen man eine solche
Ad-Hoc Kommunikation realisieren kann und die in diesem Bereich einen
weitverbreiteten Einsatz finden werden.
Um einen Einblick in ein Anwendungsgebiet zu erhalten, werden in Kapitel vier
die Sensornetze vorgestellt, die mittels drahtloser Netzwerktechnik Messdaten
erfassen, auswerten und weiterleiten können.
Kontexterweiternd wird in Kapitel fünf der Einsatz von Sensornetzen in der
Fahrzeugindustrie vorgestellt und wie diese für Sicherheitsapplikationen und
Fahrassistenzfunktionen nützlich sind.
Des Weiteren gilt der Ad-Hoc Ansatz in fahrzeugbasierten Netzwerken als ein
neues Technologiegebiet, welches auch in Kapitel fünf anhand des
Beispielprojektes ,,FleetNet" vorgestellt wird.
Kapitel sechs stellt weiter Einsatzmöglichkeiten der Ad-Hoc Kommunikation vor.
Im darauf folgenden Kapitel sieben werden Zukunftsaussichten dargestellt.
- 3 -
2 Ad-Hoc Kommunikation
Mit Ad-Hoc verbindet man eine einfache, flexible Kommunikation die
unabhängig von der Infrastruktur und der Lokalität ist. Somit ist ein hohes Maß an
Flexibilität gegeben, welche bei sich ständig bewegenden
Kommunikationspartnern sehr von Vorteil ist.
Durch die plug´n´play Fähigkeit solcher Netzte, wie z.B. WirelessLAN,
Bluetooth, UMTS oder HyperLAN ist das Eintreten und Verlassen der
Teilnehmer in solchen Netzten sehr einfach.
Sie sind an keinerlei Infrastruktur gebunden, denn die Kommunikationsteilnehmer
bilden diese selber. Allerdings kann eine Netzinfrastruktur nur zwischen
Teilnehmern aufgebaut werden, die sich in der Funkreichweite anderer
Teilnehmer befinden, da es keine Basisstationen gibt.
Somit ist ein Einsatz selbst in unzugänglichen und unwegsamen Terrains möglich,
wie z.B. in Krisengebieten, bei Katastropheneinsätzen oder beim Militär. Durch
eine drahtlose Verbindung sind die Kommunikationspartner nicht ortsgebunden
und sind weiterhin flexibel.
Durch den Wegfall der aufwendigen Verkabelung der einzelnen Teilnehmer bei
stationären Netzen, oder der Wegfall von Basisstationen bei zellularen Netzen,
kommt es hierbei zu einer Kostenersparnis.
Eine Redundanz im Hinblick auf die Ausfallsicherheit in mobilen Ad-Hoc Netzen
oder in Sensornetzen ist durch das Routing gegeben. Jeder Teilnehmer kennt die
Netzinfrastruktur seiner Umgebung und speichert diese in Routingtabellen ab.
Durch ständige Aktualisierungen bringt er sie auf den neusten Stand. So können
die Daten des jeweiligen Teilnehmers auf dem direktesten Weg an seinen
Kommunikationspartner weitergeleitet werden. Fällt eine Station aus, so werden
die Daten über alternative Knoten zu dem jeweiligen Ziel übermittelt.
1. Weg
2. Weg bei Ausfall
Abbildung 1: alternative Wege
- 4 -
3 Topologien
Bei mobiler Kommunikation sind Aspekte der Reichweite und der Sendeleistung
der eingesetzten Technologie im erheblichen Masse von Relevanz. Da es mehrere
Wege gibt mobil zu kommunizieren, kommt es auch auf die Einsatzmöglichkeit
unter erschwerten Bedingungen, wie der relativen Geschwindigkeit der
Teilnehmer oder einiger Störeinflüsse wie zum Beispiel durch Sichtkontaktverlust
an, die beispielweise den Einsatz von Infrarot ausschließen.
In diesem Kapitel werden funkbasierte Netzwerke vorgestellt, die durch ihre
Reichweite und Datenrate überzeugen und eine stabilere Verbindung der
Teilnehmer gewährleisten.
3.1 WirelessLan
Als Ad-Hoc Netze geeignete Funktechnologien gelten insbesondere Netze, die auf
dem IEEE Standard 802.11 basieren, wie zum Beispiel WirelessLAN 802.11
a/b/g/p Standards, die sich durch ihren Frequenzbereich und ihre Datenrate
unterscheiden
(siehe Tabelle 1)
.
IEEE 802.11 b IEEE 802.11 a IEEE 802.11 p
Bluetooth UTRA-TDD
Funkreichweite
mehrere 100m
mehrere 100m
mehrere 100m
< 100m
Ca 1km
Datenrate
bis 11 Mbit/s
bis 54 Mbit/s
bis 27 Mbit/s
bis 1 Mbit/s
Bis 2 Mbit/s
Frequenzbereich
2,4 GHz
5 GHz
5,9 GHz
2,4 GHz
2,1 GHz
Tabelle 1 Vergleich der drahtlosen lokalen Funktechnologien
Die Funkreichweite beträgt bei allen WLAN Netzen mehrere 100 Meter. Der
IEEE 802.11 p Standard ist speziell auf die Fahrzeug-zu-Fahrzeug
Kommunikation abgestimmt und soll mit einem Frequenzbereich von 5,85 -5,9
GHz zum Einsatz kommen. Dieser ist der höchste Frequenzbereich der mobilen
Netze eingesetzt wird, da aufgrund der hohen Beweglichkeit der Teilnehmer eine
derartige Sendeleistung wichtig ist. Dieses Frequenzband ist bereits in den USA
für den Einsatz im Verkehrsbereich reserviert worden.
[nach Korsch]
- 5 -
3.2 Bluetooth
Blootooth hingegen ist auch ein Netzwerk zur mobilen Kommunikation, welches
aber aufgrund seiner geringen Reichweite und hohen Verbindungsaufbauzeiten
den Einsatz in hoch flexiblen Netzen wie der Fahrzeug-zu-Fahrzeug
Kommunikation nicht finden wird. Als weiteres ist bei Blootooth die Bildung von
Kommunikationsgruppen zu je 7 Teilnehmern, gerade im Bereich Fahrzeug-zu-
Fahrzeug Kommunikation aufgrund der hohen Teilnehmerzahl, ein erheblicher
Nachteil. So müsste ein Client der einen Gruppe auch Client einer anderen
Gruppe sein, damit die Kommunikationspartner in den verschiedenen Gruppen
über ihn miteinander kommunizieren könnten.
Bluetooth findet seinen Einsatz ehr im stationären Bereich wie z.B. zur
Verständigung der festinstallierten Sensoren eines Autos. Ein weiterer innovativer
Einsatz währe in öffentlichen Gebäuden oder Kinos denkbar, in denen zum
Beispiel das eigene Handy dann automatisch ein leises Profil einstellt, aktuelle
Filmtipps anzeigt oder ähnliches.
3.3 UMTS und UTRA-TDD
Als Konkurrent zu den vorgestellten drahtlosen Netzen steht das ,,Universal
Mobile Telecommunications System" (UMTS). Bei der Versteigerung der UMTS
Lizenzvergaben dieser Frequenzbänder wurden hohe Preise erzielt, die sich auch
in den Betriebskosten dieser UMTS-Netze niederschlagen werden. So wird ein
kostengünstiger Einsatz dieser Technologie nur schwer zu erfüllen sein. UMTS
soll durch eine Erhöhung der Bandbreite auf 2 Mbit/s die Übertragung von
digitalisierten Multimediadaten möglich machen. Ein Wechsel vom
Leitungsvermittlungsverfahren hin zu Paketvermittlungstechniken, wie sie in
Netzwerken zur Datenübertragung schon seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich
eingesetzt werden, soll die Datenübertragung beschleunigen und effizienter
machen. Als Infrastruktur des geplanten UMTS-Netzes dienen die Sendemasten
der bisherigen Mobilfunknetze und sorgen somit für ein flächendeckendes
weitläufiges Netz und erreichen somit eine höhere Reichweite als beispielsweise
WLAN Systeme. Darüber hinaus können UMTS-Netze auch infrastrukturlos, d.h.
ohne Basisstationen, als Ad-hoc-Netze betrieben werden.
- 6 -
Das UMTS- Übertragungsverfahren UTRA-TDD
[TS25.221]
beispielsweise
unterstützt in einer für den Einsatz in FleetNet modifizierten Version im Ad-hoc-
Betrieb eine Sendereichweite von ca. 1 km und Datenraten zwischen 384 kbit/s
und 2 Mbit/s. Die getätigten bzw. geplanten Veränderungen erweitern das
ursprüngliche UTRA-TDD-Verfahren unter anderem um die Fähigkeit zur Ad-
hoc-Kommunikation und um die Unterstützung von Reservierungsmechanismen.
Letztere werden z.B. für den Einsatz von sicherheitsbezogenen Anwendungen in
Fahrzeugnetzen benötigt. Damit ist ein Einsatz UMTS-basierter
Kommunikationstechnologie in fahrzeugbasierten Netzen durchaus denkbar.
[Storz]
4 Sensornetze
Ein Sensornetzwerk ist eine Ansammlung von vielen Sensorknoten, die
miteinander über Funk kommunizieren und sich organisieren. Meist ist das
Sensornetzwerk an eine Basisstation gebunden, die Daten von den Knoten im
Netzwerk anfordert. Die Basisstation selbst kann wiederum an ein weiteres Netz
angebunden sein.
Der Inhalt der Nachrichten in einem solchen Netzwerk ist meist vom gleichen Typ
oder ähneln sich stark, da jeder Sensorknoten die gesammelten Daten seinem
Sensor entnimmt, und ein Sensornetzwerk meist aus vielen baugleichen
Sensorknoten besteht.
Sensoren
Sensoren
drahtlose
Sensorknoten
Kommunikation
Sensorknoten
Rechner
Abbildung 2: Sensornetzwerk
- 7 -
Um Energie zu sparen und damit die Lebensdauer der Knoten zu erhöhen, werden
die Daten der Nachrichten an einigen Punkten im Netzwerk gesammelt und
fusioniert. Der TAG (Tiny AGgregations Ansatz) soll als Ansatz zur Sammlung
und Zusammenfassung von Sensordaten in Aggregationspunkten in einem Ad-
Hoc Sensornetzen dienen
.[Schweg]
Solche Aggregationspunkte sind normale Sensorknoten, die auf die Nachrichten
ihrer Nachbarknoten warten und einen aus dem Inhalt der Nachrichten und den
Daten ihres eigenen Sensors berechneten Wert weitersenden
.[Tiebler]
Durch die gemeinsame Nutzung mehrerer Sensoren durch verschiedene
Applikationen kommt es zu einer ökonomischen effizienteren Nutzung. Dies
erhöht die Sicherheit und die Präzision der Sensordaten.
Bei mobilen Systemen besteht die Möglichkeit physikalische Messdaten aus
Sensoren in der Umgebung des Fahrzeugs zu erfassen und zur Verarbeitung
weiterzuleiten. Durch die Sensordatenfusion kommt es zu einer konsistente, für
alle Fahrassistenzapplikationen relevanten, Fahrzeugumfeldbeschreibung.
Den Sensoren können somit Positionsdaten von Personen, Gegenständen und
Geräten als Quelle dienen.
5 Fahrassistenz
Das Thema Fahrassistenz wurde aufgegriffen, da dieser Bereich das Einsatzfeld
von mobiler Ad-Hoc Kommunikation in Verbindung mit Sensornetzwerken sehr
gut darstellt. Es existieren bereits viele Forschungsansätze in diesem Bereich,
besonderes von den Automobilherstellern wie BMW, Daimler-Chrysler und VW.
In diesem Abschnitt werden einige Möglichkeiten vorgestellt, die durch die Ad-
Hoc Vernetzung realisierbar sind. So können zum Beispiel die Fahrzeuge
untereinander kommunizieren oder auch Sensordaten aus der
Fahrzeugumfelderfassung austauschen. Der Einsatz solcher Sensoren und
Fahrzeugsensornetzen ermöglicht es, neue Gebiete der Fahrsicherheit und
Fahrassistenzapplikationen zu erschließen. Diese kooperativen Fahrassistenz-
systeme unterstützen den Fahrer in seiner visuellen Wahrnehmung. Sie sollen
Sensordaten zwischen Fahrzeugen übermitteln, und z.B. Fahrdaten wie Brems-
oder ESP-Daten oder Informationen über den Fahrbahnzustand anderen
Fahrzeugen bereitstellen. Die Sensordaten zur Fahrzeugumgebung könnten für
- 8 -
eine Fahrspurverlassenswarnung, automatische Notbremsung und zur
Fußgängererkennung dienen. Des Weiteren können Stauassistenzsysteme durch
das Erfassen des Fahrzeugumfelds, Stop&Go Wellen vermeiden und PreCrash
Maßnahmen einleiten. Zum Beispiel kann im Falle eines Unfalls oder einer
Notbremsung eine Warnmeldung an nachfolgende Fahrzeuge gesandt werden.
Eine solche Meldung kann sogar mit Hilfe des Gegenverkehrs entgegen der
ursprünglichen Fahrtrichtung transportiert werden, um sich dem Störfall nähernde
Fahrzeuge frühzeitig zu warnen
(siehe Abbildung 2) [Briesem.]
Der Bandbreitenbedarf für diese Anwendungen ist hoch, und die
Kommunikationsreichweite hängt von der Position des Kommunikationspartners
ab. Daher ist eine Anpassung der Sendereichweite notwendig, um einen optimalen
Datendurchsatz auch bei unterschiedlicher Fahrzeugdichte zu erzielen.
[C-2-C-Komm]
Abbildung 3: Übermittlung der Informationen an andere Fahrzeuge [Korsch]
- 9 -
Abbildung 4: Anzeige der Gefahrenstelle im Navigationssystem [Korsch]
- 10 -
5.1 Fleetnet
FleetNet wurde von einem Konsortium aus folgenden Partnern initiiert:
DaimlerChrysler AG, FhI FOKUS, NEC Europe Ltd., Robert Bosch GmbH,
Siemens AG und TEMIC Spracherkennung GmbH. Weiterhin sind in das Projekt
die (Technischen) Universitäten Hannover, Braunschweig, Mannheim und
Hamburg-Harburg eingebunden.
[nach C-2-C-Komm]
Das Projekt ,,FleetNet Internet on the Road" befasst sich mit der Entwicklung
einer Kommunikationsplattform zum Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen
oder zwischen Fahrzeugen und stationären FleetNet-Systemen mit dem Ziel, die
visuelle Wahrnehmung durch die Übermittlung von elektronischen Informationen
aus dem unmittelbaren Fahrzeugumfeld zu ergänzen. Hier spielt der Einsatz eines
Ad-hoc-Funknetzes zur Inter-Fahrzeugkommunikation eine große Rolle
.[Fleetnet]
FleetNet bietet unter anderem auch die Möglichkeit mit den Passagieren anderer
Fahrzeuge chatten oder online spielen zu können. Weitere Anwendungen lassen
sich dem Bereich des Marketings und der Werbung zuordnen. Denn durch das
Konzept der stationären FleetNet-Gateways am Straßenrand, bietet FleetNet die
Möglichkeit des Marketings entlang der Straße. Firmen können stationäre
FleetNet Gateways installieren um Marketinginformationen an potentielle Kunden
zu senden, die mit Ihren Fahrzeugen das Gateway passieren. Einkaufszentren oder
Schnellrestaurants können ihre Kunden bei der Einfahrt auf das Gelände über ihre
aktuellen Angebote informieren oder sogar direkt Bestellungen aufnehmen
[Rosen].
Durch den Zugang zum Internet können Passagiere
Marketinginformationen erhalten, während sie über das Gateway online sind.
[FleetNet]
Abbildung 5: FleetNet Kommunikationsszenario [Fleetnet]
- 11 -
6 Anwendungsgebiete
6.1 Katastrophenschutz
Mit Hilfe der Sensortechnik können seismische Aktivitäten in einem
Erdbebengefährdeten Gebiet von Sensoren aufgezeichnet werden die zuvor über
diesem Gebiet abgeworfen wurden. Die gemessenen Daten werden dann durch die
Netzstruktur des Sensornetzes über eine Basisstation zur Auswertung an Institut
weitergeleitet.
Dieses Einsatzprinzip ist auch in verschiedensten anderen Bereichen wie der
Waldbrandbekämpfung oder dem Flutkatastrophenschutz denkbar.
6.2 Militäreinsätze und Krisengebiete
Bei einer so unbekannten und nicht vorhersehbaren Situation auf fremdem Terrain
oder zerstörtem Gelände müssen eine Kommunikation und ein Datenaustausch
zwischen den im hohen Grad mobilen Nutzern (Helfer oder Soldaten)
gewährleistet sein.
So könnte zum Beispiel jeder Nutzer mit einem Ad-Hoc fähigem Gerät
ausgestattet sein, und hat somit die Möglichkeit, mit allen anderen zu
kommunizieren oder Daten aus Sensoren zu empfangen, die vorher über dem
Terrain abgeworfen wurden.
Das US Projekt Smart Dust setzt auf diese Methode der Aufklärung. So werden
große Mengen von Dust Motes, das sind kleine autonome Sensoren, über dem
aufzuklärenden Gebiet abgeworfen. Diese leiten dann die entsprechenden
Messdaten an die installierten Basisstationen wieter [Völkel&Kutschke]. Das
Erstellen einer festen Netzinfrastruktur ist meist in solchen Gebieten nicht zu
realisieren und es kann nicht von vorhandener Infrastruktur ausgegangen werden.
Dadurch ist der Nutzer immer auf dem aktuellsten Informationsstand und steht im
ständigen Kontakt mit seinen Kollegen oder dem Basislager. So ist er in
lebensgefährlichen Situationen bestens über sein Umfeld informiert.
Als weiteres Beispiel steht auch ,,ActComm" (ActiveCommunikations), ein
Projekt mehrerer amerikanische Universitäten die dieses seit 1997 in Kooperation
für AirForce durchführen.
- 12 -
7 Zukunft
Der Einsatz von mobilen Ad-Hoc Netzen bringt trotz seiner optimalen
Lösungsansätze noch einige zu lösende Aufgaben mit sich. So sollte die Hardware
Energiesparender, leichter bedienbar und ergonomisch sein. Des Weiteren dürfen
im Bereich der benötigten Software, Aspekte der Sicherheit, der Wahrung des
Datenschutzes und der Verschlüsselungsmechanismen nicht außer Acht gelassen
werden.
Die Frage nach einheitlichen standardisierten Schnittstellen und weiteren
Dienstangeboten ist noch nicht geklärt und so gibt es immer eine Vielzahl
verschiedener Ansätze der Protokollierung und der Datenaustauschmechanismen.
Es darf kein Unterschied machen, von welcher Marke das Auto vor dem eigenen
ist , wenn es um die Übermittlung von Gefahrenmeldungen oder Bremsdaten oder
ähnliches geht.
[Völkel&Kutschke]
8 Fazit
Diese Seminararbeit hat einen Überblick über die Ad-Hoc Kommunikation und
ihre verschiedenen Einsatzmöglichkeiten gegeben.
Grundlegend ist zu sagen, dass der Einsatz mobiler Netzwerktechnologien wie
den Ad-Hoc Netzen eine erhebliche Verbesserung der Kommunikation und
Informationsbeschaffung sein wird. Denn die Ad-Hoc Netzwerktechnologie ist
eine gute Lösung, da die Infrastrukturunabhängigkeit und die Mobilität in
unserem Zeitalter eine immer größer werdende Rolle spielt.
- 13 -
9 Literatur
[802.11 b]
IEEE Std 802.11b-1999 (Supplement to ANSI/IEEE Std 802.11, 1999
Edition) Part 11:
Wireless LAN Medium Access Control (MAC) and
Physica Layer (PHY) specifications: Higher-Speed Physical Layer
Extension in the 2.4 GHz Band
[Briesem.]
Briesemeister, L., Hommel, G.,
Role-Based Multicast in Highly Mobile
but Sparsely Connected Ad-Hoc Networks,
Proc. MobiHOC 2000,
Boston, 11. August 2000
[HiperLAN]
ETSI-BRAN,
High Performance Radio Access Local Area Network-
Type 2 (System Overview)
, ETSI, DTR/BRAN-00230002, Sophia
Antipolis, 1999
[TS25.221]
3GPP TS 25.221:
Physical channels and mapping of transport channels
onto physical channels (TDD)
, V4.0.0, 2001
[FleetNet]
Christian Cseh, Reinhold Eberhardt, Walter Franz,
Mobile Ad-Hoc
Funknetze für die Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikation,
DaimlerChrysler AG Forschung Information und Kommunikation,
Kommunikationssysteme RIC/TC Postfach 2360 89081 Ulm
(www.fleetnet.de)
[Völkel&Kutschke]
Christian Kutschke, David Völkel,
Einsatzbeispiele für Ad-Hoc Netze,
11.11.2002, Technische Uni Ulm
[Korsch] Timo
Korsch,
Den Horizont der Fahrassistenz erweitern:
Vorrausschauende Systeme durch Ad-Hoc Vernetzung
,
BMW Group
Forschung und Technik
(www.ftm.mw.tum.de/zubehoer/pdf/Tagung_AS/18_kosch.pdf)
[C-2-C-Komm]
- Michael Bleyer und Stefan Waldenmaier, Funkschau-Artikel 04/2002
(www.funkschau-handel.de/heftarchiv/pdf/2002/fs0402/fs0204016.pdf)
- Definiens White Papers 25
(www.definiens.com/amaccs/pdf/amaccs_d.pdf)
- Robert Morris et al., CarNet : A Scalable Ad-Hoc Wireless Network
System
(www.pdos.lcs.mit.edu/~decouto/my-papers/carnet.ps)
- Hannes Hartenstein, Martin Mauve, FleetNet Internet on the road
(www.ibr.cs.tu-bs.de/events/SummerSchool2002/kss-mauve.pdf)
- BMW-Homepage
(www.bmw.de)
- FleetNet-Hoempage
(www.fleetnet.de)
[Storz] Oliver
Dirk
Storz,
Entwurf und Implementierung eines optimierten
Service-Discovery-Protokolls für fahrzeugbasierte Netze, 30.09.2002
Universität Karlsruhe
(www.et2.tu-harburg.de/fleetnet/pdf/DRIVE_TU-BS.pdf)
[Schweg] Christian
Schwegmann
, TAG ein Aggregations-Dienst in ad-Hoc
Sensornetzwerken, 3. Juni 2004
[Tiebler] Daniel
Tiebler,
Hauptseminar Sensornetzwerke Sicherheit in
Sensornetzwerken, 10. Semester 2004-06-17
[Fahrass]
Tagung Aktive Sicherheit durch Fahrerassistenz,
Lehrstuhl für
Fahrzeugtechnik der TU-München
(www.ftm.mw.tum.de/deutsch/download/tagung_as.htm)
- 14 -
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