Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Code-switching in Internetforen am Beispiel von "Polen im Pott" close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Code-switching in Internetforen am Beispiel von "Polen im Pott"

Untertitel: (www.polenimpott.de)

Magisterarbeit, 2007, 87 Seiten
Autor: M.A. Beata Bönisch
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)

Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 87
Note: 2,5
Literaturverzeichnis: ~ 35  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V113173
ISBN (E-Book): 978-3-640-13725-1
ISBN (Buch): 978-3-640-13734-3
Dateigröße: 2119 KB

Zusammenfassung / Abstract

1. Einleitung Überall dort, wo identisch zwei- oder mehrsprachige Personen miteinander kommunizieren, werden besondere Interaktionsstrategien und -formen gebildet - unabhängig davon, in welchem Medium die Kommunikation stattfindet. Sprachkontaktphänomene treten auf der ganzen Welt unter unterschiedlichsten Sprachen sowie Sprachvarietäten auf. Eines von ihnen, das weltweit überall dort vorkommt, wo mehrsprachige Personen miteinander in Kontakt treten, ist Code-switching. Die Vielfalt des Phänomens Code-switching hat dazu geführt, dass die Forschung zu diesem Thema im Laufe der Zeit interdisziplinär geworden ist und machte aus ihm eines der heutzutage wahrscheinlich am meisten untersuchten Sprachkontaktphänomenen überhaupt. Trotzdem hat sich an einer Tendenz immer noch kaum etwas geändert – Code-switching wird meistens als ein für die gesprochene Sprache typisches Phänomen dargestellt. Code-switching in der geschriebenen Sprache bleibt dagegen oft unerwähnt (mit Ausnahme weniger Aufsätze und Pilotstudien). Um einen neuen Beitrag zu der Forschung auf dem Gebiet des Code-switchings zu leisten, hat die vorliegende Arbeit zum Ziel, die „geschriebene“ Seite von Code-switching zu untersuchen und dies im Bereich der Internetkommunikation, die über die Zeit- und Raumgrenzen hinweg Menschen verbindet und sich durch Mehrsprachigkeit auszeichnet. Dieser Mehrsprachigkeit begegnet man im Cyberspace in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Eine davon bilden die sog. Ethno-Portale, die sich an verschiedene ethnische Gruppen richten und längst zum beliebten Ort der internen Kommunikation unter meist jungen Migranten geworden sind. Besonders gefragt sind die interaktiven Angebote der Ethno-Portale – d.h. seiteneigene Chats und Diskussionsforen, in denen die durch ihre Abstammung vereinten Menschen ihre Kultur- und Sprachvielfalt ausleben können. Am Beispiel des Forums des Ethno-Portals „Polen im Pott“ wird in dieser Arbeit folgenden Fragen nachgegangen: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zu Code-switching in der aktuellen Forschung? (Kapitel 2.1). [...]


Textauszug (computergeneriert)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften

Germanistisches Institut

MAGISTERARBEIT

Code-switching in Internetforen am
Beispiel von ,,Polen im Pott"
(www.polenimpott.de)

Vorgelegt von:
Beata Bönisch

Halle, den 12.04.2007

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 4
2. Theoretische Grundlagen 6
2.1. Code-switching ­ ein weltweites Phänomen 6
2.1.1. Sprachkontaktphänomene 6
2.1.2. Code-switching 9
2.1.2.1. Kurze historische Skizze 9
2.1.2.2. Definitionen 10
2.1.2.3. Code-switching vs. Transferenz 10
2.1.2.4. Forschungslinien und Vertreter 11
2.1.2.5. Voraussetzungen für das Anwenden und Verstehen von Code-switching13
2.1.2.6. Der Code 13
2.1.2.7. Arten von Code-switching 14
2.1.2.8. Kontextualisierung 16
2.1.2.9. Die Basis- bzw. Matrixsprache 19
2.1.2.10. Code-switching und die Neuen Medien 19
2.2. Internetforum als Platz der grenzlosen Kommunikation 20
2.2.1. Computervermittelte Kommunikation 20
2.2.2. Ethno-Portale 22
2.2.3. Internetsprache 22
2.2.4. Internetforen 24
2.2.4.1. Definition 24
2.2.4.2. Organisation 24
2.2.4.3. Aufbau 25
2.2.4.4. Forum - eine Form im Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit 31
3. Code-switching im Polen-Forum ­ empirische Analyse 36
3.1. Methodisches Vorgehen 36
3.2. Polen in Deutschland ­ soziolinguistischer Hintergrund 37
3.2.1. Die Migration seit 1870 37
3.2.2. Die Ruhrpolen 38
3.3. www.polenimpott.de 38
3.3.1. Der redaktionelle Teil 38
3.3.2. Das Polen-Forum 39
3.3.2.1. User-Profil 40

2

 


3.4. Code-switching im Polen-Forum 40

3.4.1. Die Matrixsprache 40

3.4.2. Auslöser für Code-switching im Polen-Forum 41

3.4.2.1. Die ,,Weder-Noch-Generation" 41

3.4.2.2. Charakter des Forums 43

3.4.2.3. Themen 43

3.4.2.4. Neigungen und Möglichkeiten der User 44

3.4.3. Formen von Code-switching im Polen-Forum 45

3.4.3.1. Satzinternes vs. satzexternes Code-switching im Polen-Forum 45

3.4.3.2. Forumeigene Formen von Code-switching 47

3.4.4. Funktionen von Code-switching im Polen-Forum 53

3.4.4.1. Identifikationsfunktion 53

3.4.4.2. Diskursfunktionen 54

3.4.4.3. Soziale Funktion 62

3.4.4.4. Betonung der Emotionen 63

3.4.4.5. Referentielle Funktion 64

3.4.5. Kontextualisierungshinweise im Polen-Forum 65

3.5. Switchen im Polen-Forum und Switchen in der Face-to-face-Kommunikation ­ ein Vergleich 68

3.5.1. Die Ausgangssituation 68

3.5.2. Die konzeptionelle Mündlichkeit des Forums 68

3.5.3. Die Formenvielfalt 70

3.5.4. Funktionen 71

3.5.5. Häufigkeit 71

4. Zusammenfassung und Ausblick 73

5. Literaturverzeichnis 75

6. Anhang 78

3

 


1. Einleitung

Überall dort, wo identisch zwei- oder mehrsprachige Personen miteinander kommunizieren, werden besondere Interaktionsstrategien und -formen gebildet - unabhängig davon, in welchem Medium die Kommunikation stattfindet. Sprachkontaktphänomene treten auf der ganzen Welt unter unterschiedlichsten Sprachen sowie Sprachvarietäten auf. Eines von ihnen, das weltweit überall dort vorkommt, wo mehrsprachige Personen miteinander in Kontakt treten, ist Code-switching.

Die Vielfalt des Phänomens Code-switching hat dazu geführt, dass die Forschung zu diesem Thema im Laufe der Zeit interdisziplinär geworden ist und machte aus ihm eines der heutzutage wahrscheinlich am meisten untersuchten Sprachkontaktphänomenen überhaupt. Trotzdem hat sich an einer Tendenz immer noch kaum etwas geändert ­ Code-switching wird meistens als ein für die gesprochene Sprache typisches Phänomen dargestellt. Code-switching in der geschriebenen Sprache bleibt dagegen oft unerwähnt (mit Ausnahme weniger Aufsätze und Pilotstudien).

Um einen neuen Beitrag zu der Forschung auf dem Gebiet des Code-switchings zu leisten, hat die vorliegende Arbeit zum Ziel, die ,,geschriebene" Seite von Code-switching zu untersuchen und dies im Bereich der Internetkommunikation, die über die Zeit- und Raumgrenzen hinweg Menschen verbindet und sich durch Mehrsprachigkeit auszeichnet. Dieser Mehrsprachigkeit begegnet man im Cyberspace in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Eine davon bilden die sog. Ethno-Portale, die sich an verschiedene ethnische Gruppen richten und längst zum beliebten Ort der internen Kommunikation unter meist jungen Migranten geworden sind. Besonders gefragt sind die interaktiven Angebote der Ethno-Portale ­ d.h. seiteneigene Chats und Diskussionsforen, in denen die durch ihre Abstammung vereinten Menschen ihre Kultur- und Sprachvielfalt ausleben können.

Am Beispiel des Forums des Ethno-Portals ,,Polen im Pott" wird in dieser Arbeit folgenden Fragen nachgegangen: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zu Code-switching in der aktuellen Forschung? (Kapitel 2.1). Was ist das Besondere an der Internetkommunikation und vor allem kann ein Internetforum als ein Platz der mehrsprachigen Kommunikation, die der Face-to-face-Kommunikation ähnelt, klassifiziert werden? (Kapitel 2.2) Welche Formen und Funktionen von Code-switching sind in einem Forum zu finden und kann man unter ihnen Unterschiede/Ähnlichkeiten zu den in der Forschungsliteratur dargestellten Code-switches der direkten Interaktion feststellen? (Kapitel 3).

4

 


Die in der vorliegenden Arbeit gewonnenen Erkenntnisse sollen auch die bisherigen Untersuchungen zur Mehrsprachigkeit im deutschen Internet erweitern sowie zukünftigen Studien als Vergleichsgröße dienen und so bei der Bestätigung bzw. Revidierung der Ergebnisse eine Hilfe leisten. Des Weiteren soll diese Studie ein neues Licht auf das Phänomen des Code-switchings werfen und dadurch neue Anregungen zur Erweiterung der Forschung auf dem Gebiet des Code-switchings geben.

5

 


2. Theoretische Grundlagen
2.1 Code-switching ­ ein weltweites Phänomen
2.1.1 Sprachkontaktphänomene

Als Sprachkontakt wird definiert: ,,Aufeinandertreffen zweier oder mehreren Sprachen meist durch geographische Nachbarschaft ihrer Sprecher. Voraussetzung ist, dass Kommunikation über die Grenzen der jeweiligen einzelnen Sprachgemeinschaft hinweg erfolgt." (Glück 2005: 620).

Wo zwei Kulturen auf engem Raum tagtäglich und über längere Zeit hinweg aufeinander treffen, kann man oft verschiedene (mehr oder weniger nennenswerte) linguistische Auswirkungen dieses ,,Miteinanderlebens" ­ in der Fachliteratur unter dem Begriff Sprachkontaktphänomene zusammengefasst - beobachten. Dazu gehören: Bilingualismus bzw. Multilingualismus, Sprachmischung, Sprachbund und Code-switching sowie verschiedene Interferenzen, die kurz hier charakterisiert werden.

- Bi-/Multilingualismus

In der Forschungsliteratur sind diese Begriffe nicht unumstritten. Für manche Wissenschaftler (wie z.B. Bloomfield/Braun) beschränkt sich die Zweisprachigkeit auf die Beherrschung zweier Sprachen auf einem muttersprachlichen Niveau. Die Sprache steht also im Mittelpunkt. Anders sieht es z.B. Blocher, der betont, dass die Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft (und dies zu solchem Grade, dass schwer feststellbar ist, welche der beiden Sprachen als Muttersprache zu bezeichnen ist) eine enorme Rolle spielt. Er vertritt die These einer ,,ausgeglichenen Zweisprachigkeit" (vgl. Földes 2005:10)

Diese große Breite an Definitionen ergibt sich aus der Tatsache, dass in ihnen verschiedene Stufen der Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit betrachten werden. Die Zweisprachigkeit im weiteren Sinne kann durchaus dort beginnen, wo eine ,,passive Verstehenskompetenz" vorhanden ist, während die Zweisprachigkeit im engeren Sinne den Voraussetzungen von Blocher gerecht werden muss. Zweisprachigkeit ist also meiner Meinung nach als eine Art des Kontinuums mit mehreren Abstufungen1 anzusehen.

1 Beardsmore spricht z.B. von einem ,,funktionalen Bilingualismus", wenn sich die Kenntnisse einer Sprache nur auf die Erfüllung einer bestimmten Funktion begrenzen (z.B. um sich bei einem Amt zu verständigen); Apeltaver unterscheidet zwischen ,,normalen" (die Sprecher verfügen über eine dominante Sprache) und ,,balancierten" Zweisprachigkeit (keine dominante Sprache)

6

 


Eine relativ allgemeine Definition kann man im Metzler Lexikon Sprache nachlesen. Dort werden Bilingualismus (auch Bilinguismus oder Zweitsprachigkeit genannt) und Multilingualismus (anders Mehrsprachigkeit) definiert als ,,der Zustand einzelner Personen oder einer sozialen Gemeinschaft, die sich bei der täglichen Kommunikation zweier [oder mehrerer (im Fall des Multilingualismus)] unterschiedlicher Sprachen bedienen. Ein bilingualer Zustand tritt gewöhnlich unter der Bedingung auf, dass Angehörige zweier verschiedener Ethnien in engem Kontakt miteinander leben und kommunizieren." (Glück 2005: 102).

In Bezug auf meine Arbeit möchte ich an der Stelle erwähnen, dass Bilingualismus hier sowohl im engeren als auch im weiteren Sinne verstanden werden kann. Bilingualismus im engeren Sinne bezieht sich auf Personen, die zwei-(oder mehr-)sprachig aufgewachsen sind und im weiteren Sinne trifft es auch auf Personen zu, die anfangs nur ihre Muttersprache und erst im späteren Stadium ihres Lebens eine zweite Sprache gelernt haben und meistens das Niveau eines Muttersprachlers erreichten (so z.B. Bloomfield/Braun). Dabei stimme ich auch Blocher zu, der sagt: ,,Unter Zweisprachigkeit ist zu verstehen die Zugehörigkeit eines Menschen zu zwei Sprachgemeinschaften in dem Grade, daß Zweifel darüber bestehen können zu welcher der beiden Sprachen das Verhältnis enger ist, oder welche mit größerer Leichtigkeit gehandhabt wird, oder in welcher man denkt." (Blocher (1982:17) in: Földes 2005:10). Ohne kulturelles Verständnis ist, meiner Meinung nach, ein sinnvolles und gezieltes ,,Jonglieren" mit Sprachen nicht möglich.

- Sprachbund

Ein Sprachbund bezeichnet ,,Gruppen geographisch benachbarter Sprachen, die sich, auch ohne dass zwischen ihnen eine genetische Verwandtschaft zu bestehen braucht, durch auffällige Übereinstimmungen im grammatischen Bau auszeichnen von im weiteren Umkreis gesprochener Sprachen abheben." (Glück 2005:610)

- Sprachmischung

Sprachmischung ist ein Ergebnis langjährigen Sprachkontakts und bezeichnet Veränderungen einer Sprache, die sich durch Aufnahme von Elementen einer anderen Sprache vollziehen. Von Sprachmischung spricht man erst dann, wenn es infolge der oben genannten Veränderungen zur Abänderung des gesamten sprachlichen Systems gekommen ist. Es ist also ein langwieriger Prozess, der erst auf historischen Stufen nachgewiesen werden kann.2

2 Der Unterschied zwischen Code-switching und Sprachmischung ist in der Literatur viel diskutiert (mit widersprüchlichen Ergebnissen und keiner einheitlichen Definition). Manchmal wird der Begriff der Sprachenmischung als ein Oberbegriff für Transferenzen und Code-switching verwendet.

7

 


- Interferenzen

Interferenzen gehören zu den gängigsten und unvermeidbaren Begleiterscheinungen von Sprachkontakten und der daraus resultierenden Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit. Infolge der Einwirkung einer Sprache auf die andere, kommt es zu Veränderungen im Sprachsystem einer (einseitige Interferenz) oder beiden (wechselseitige Interferenz) Sprachen. Im Unterscheid zu Sprachmischung können diese Veränderungen recht schnell nachgewiesen werden. Zu den gängigsten Interferenzen gehören Transferenzen (also Entlehnungen).

- Code-switching3

Als Sprachwechsel bezeichnet man einerseits ,,Übergang einer Sprachgemeinschaft bzw. eines Individuums von einer Sprache A zu einer Sprache B, i.d.R. im Ergebnis von anhaltendem Sprachkontakt und (transitorischem) Bilingualismus dieser Sprachgemeinschaft bzw. dieses Individuums" (Glück 2005:633) (Sprachverlust) und andererseits das Phänomen, das in meiner Arbeit unter dem Begriff Code-switching auftritt und im weiteren Teil der Arbeit ausführlich besprochen wird.

Um die oben aufgezählten Phänomene in der kommunikativen Alltagspraxis der bilingualen Sprecher zu veranschaulichen, bediene ich mich an dieser Stelle der Grafik von Földes (2005:67).

3 Dieses sprachliche Phänomenklasse existiert in der Forschungsliteratur auch unter folgenden Termini: Kode-switching, Kode-Umschaltung, Kodewechsel (bzw. Codewechsel), , Codesprung, Sprachwechsel, Sprachumstellung oder Alternanz

8

 


Der Ausgangspunkt ist hier ein psycholinguistisches interaktives Modell. Da der Gegenstand von Földes Untersuchungen die Kontaktphänomene zwischen dem Deutschen und dem Ungarischen untersucht, werden auch die zwei Sprachen für die Grafik verwendet. Trotzdem ist diese Grafik universell und kann durch jeweilige Sprachenpaar ergänzt werden. Das linke und rechte Ende des Kontinuums stellen Situationen dar, in denen die bilingualen Personen nur eine von ihnen beherrschte Sprache verwenden. Dies passiert z.B., wenn sie sich mit einsprachigen Personen oder auch mit Personen, die streng die Sprachnormen beachten (z.B. Lehrer) unterhalten oder auch in formellen Situationen (z.B. bei Behörden o. Ä). Die Mitte der Grafik umfasst alle Situationen, in denen es zu Interaktion zwischen zwei- bzw. mehrsprachigen Personen mit (beinahe) demselben sprachlichen Repertoire kommt. In dem Teil der Grafik sind Interferenzen sowie Code-switching anzusiedeln. In diesem Bereich ist die dominierende Sprache die Basissprache4 (diese kann allerdings je nach situationsbestimmenden Faktoren abwechselnd einmal die eine und einmal die andere sein). Die übrigen Abschnitte auf dem Kontinuum stehen für Kommunikationssituationen, deren Modus je nach dem Kommunikationspartner, Thema, Umgebung o. Ä. variiert (die farblichen Abstufungen der Ellipsen sind als Grad der Aktivität der jeweiligen Sprache zu deuten).

2.1.2 Code-switching
2.1.2.1 Kurze historische Skizze

Die ersten Anstöße zur Entdeckung von Code-switching als eigenständiges Forschungsobjekt hängen mit der Bilingualismusforschung und den Untersuchungen rund um den Zweitsprachenerwerb zusammen. Auf diesen zwei Gebieten hat man sich mit steigender Neugier mit Interferenzen beschäftigt. Vor diesem Hintergrund wuchs relativ langsam das Interesse für das Phänomen Code-switching. Erst in den 50er und 60er Jahren erscheinen die ersten Publikationen zu diesem Thema. 1953 wird Weinreichs Buch Languages in Contact veröffentlicht, in dem er sich mit der Problematik des Transfers zwischen zwei Sprachen beschäftigt und Phänomene, die damit zusammenhängen, nicht als absichtlich angewendet, sondern als Ergebnis der Unachtsamkeit der Redner (affektive Rede) bewertet. Bemerkungen ähnlicher Art kann man auch bei Haugen The Analysis of Linguistic Borrowing (1950) lesen. Code-switching hat vor allem in den 80er und 90er Jahren eine große Zahl an Publikationen hervorgerufen.

4 zu Basissprache siehe Kapitel 2.1.2.9

9

 



Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:

Code-switching in Chicano-Internetforen

Autor: Katrin Lohmeier
Romanistik - Lateinamerik. Sprache, Literatur, Landeskunde, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 59,90 EUR

Emotional Labor: Bedeutung, Einflußfaktoren und Folgen

Autor: Jenni Egenolf
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft, 2007 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR

Angst im Alltag und Beruf

Autor: Christin Wolf
Psychologie - Allgemeine Psychologie, 2008 Als PDF-Datei downloaden für 9,99 EUR

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/113173/code-switching-in-internetforen-am-beispiel-von-polen-im-pott
please wait Bitte warten