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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 16 Pages
Author: Nadine Richters
Subject: Romance Languages - French Didactics
Details
Institution/College: University of Hamburg (Erziehungswissenschaften)
Tags: Interkulturelles, Lernen, Hilfe, Literatur, Französischunterricht, Didaktik), Proseminar, Interkulturelles, Lernen, Französischunterricht, Interkulturelles Lernen, Französischdidaktik
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-14001-5
ISBN (Book): 978-3-640-14014-5
File size: 111 KB
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Abstract
Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein bevorzugtes Einwanderungsland diverser Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen geworden. Unser Heimatland hat bei ungefähr 82 Mio. Einwohnern einen Immigrantenanteil von ca. 7,3 Mio. Die Gesellschaft und insbesondere die Schule, die ein Spiegel der Gesellschaft ist, darf sich vor dieser Tatsache und den vielen verschiedenen Kulturen, die in Deutschland zu finden sind, nicht verschließen, denn „Die Schule ist ein Abbild des allgemein-gesellschaftlichen Umgangs mit sprachlichkulturellen Minderheiten.“ Viele Immigranten stammen aus Ländern, in denen Kriege herrschen und somit die Arbeitsmöglichkeiten und auch die sozialen Bedingungen sehr schlecht sind. Gerade da der Immigrantenanteil an der Gesamtbevölkerung bei uns in Deutschland ca. 1/10 ausmacht, sollte den Einwanderern die Möglichkeit gegeben werden, sich angemessen zu integrieren und am Arbeits- und Gesellschaftsleben teilzunehmen. Der erste Teil der Hausarbeit wird sich mit der Bedeutung des interkulturellen Lehrens und Lernens mit Hinblick auf das Gesellschaftsleben und den Fremdsprachenunterricht beschäftigen. Im weiteren Verlauf werde ich die Methode des „interkulturellen Lernens durch Literatur“ vorstellen und diskutieren. Außerdem werde ich „Anne ici – Sélima là-bas“ als gutes interkulturelles Lektürebeispiel vorschlagen und pre- und post-reading activities für die Lektüre nennen und diese näher ausführen. Wenngleich Interkulturalität, Globalisierung, das vereinigte Europa, der Abbau von generellen Stereotypen, Anti-Rassismus sowie Erziehung zur Völkerverständigung gängige Schlagwörter sind, merkt man kaum, dass der hohe Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund an vielen Schulen wirklich ein brisantes Thema ist. Das Bildungssystem ist immer noch weitestgehend auf die Homogenisierung der Klassen ausgelegt, obwohl der Anteil derjenigen Schüler mit ausländischer Herkunft in der Klassenzusammensetzung oft höher ist als derjenigen ohne. Man geht derzeit davon aus, dass der Anteil der Kinder, die mehrsprachig bzw. mit Migrationshintergrund aufwachsen, an der Gesamtzahl der Hamburger Schulen ca. 1/3 ausmachen.
Excerpt (computer-generated)
Proseminar Fachdidaktik
Interkulturelles Lernen im Französisch-Unterricht
Semester: SS07
Interkulturelles Lernen im Französischunterricht mit Hilfe von
Literatur,
Lektürebeispiel: ,,Anne ici Sélima là-bas" (Marie Féraud)
Nadine Richters
4. Semester, Lehramt Primar- und Sekundarstufe 1
Englisch und Französisch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Bedeutung des interkulturellen Lehrens und Lernens für die Gesellschaft und den FSU
3
2.1 Ziel des interkulturellen Fremdsprachenunterrichts 5
3. Literatur als eine Methode des interkulturellen Lernens 6
3.1 Welche Möglichkeiten literarische Texte mit Hinblick auf das interkulturelle Lernen
eröffnen 6
3.2 Pre- and post-reading activities als Lösungsstrategien 7
4. Lektürebeispiel: ,,Anne ici Selima là-bas" Marie Féraud 10
4.1 Inhalt 10
4.2 Inwiefern sich die Lektüre ,,Anne ici Sélima là-bas" für den interkulturellen FSU
eignet 10
4.3 Methodenvorschläge zur Behandlung der Lektüre 11
4.3.1 Pre-reading-activities 11
4.3.2 Die traditionellen Herangehensweisen (post-reading-activities) 11
4.3.3 Kreative Verfahren (postreading activities) 13
5. Resümee 14
Literaturverzeichnis 15
2
1. Einleitung
Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein bevorzugtes Einwanderungsland diverser Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen geworden. Unser Heimatland hat bei ungefähr 82 Mio. Einwohnern einen Immigrantenanteil von ca. 7,3 Mio. 1 Die Gesellschaft und insbesondere die Schule, die ein Spiegel der Gesellschaft ist, darf sich vor dieser Tatsache und den vielen verschiedenen Kulturen, die in Deutschland zu finden sind, nicht verschließen, denn ,,Die Schule ist ein Abbild des allgemein-gesellschaftlichen Umgangs mit sprachlichkulturellen Minderheiten." 2
Viele Immigranten stammen aus Ländern, in denen Kriege herrschen und somit die Arbeitsmöglichkeiten und auch die sozialen Bedingungen sehr schlecht sind. Gerade da der Immigrantenanteil an der Gesamtbevölkerung bei uns in Deutschland ca. 1/10 ausmacht, sollte den Einwanderern die Möglichkeit gegeben werden, sich angemessen zu integrieren und am Arbeits- und Gesellschaftsleben teilzunehmen.
Der erste Teil der Hausarbeit wird sich mit der Bedeutung des interkulturellen Lehrens und Lernens mit Hinblick auf das Gesellschaftsleben und den Fremdsprachenunterricht beschäftigen.
Im weiteren Verlauf werde ich die Methode des ,,interkulturellen Lernens durch Literatur" vorstellen und diskutieren. Außerdem werde ich ,,Anne ici Sélima là-bas" als gutes interkulturelles Lektürebeispiel vorschlagen und pre- und post-reading activities für die Lektüre nennen und diese näher ausführen.
2. Die Bedeutung des interkulturellen Lehrens und Lernens für die Gesellschaft und den FSU
Wenngleich Interkulturalität, Globalisierung, das vereinigte Europa, der Abbau von generellen Stereotypen, Anti-Rassismus sowie Erziehung zur Völkerverständigung gängige Schlagwörter sind, merkt man kaum, dass der hohe Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund an vielen Schulen wirklich ein brisantes Thema ist. Das Bildungssystem ist immer noch weitestgehend auf die Homogenisierung der Klassen ausgelegt, obwohl der Anteil derjenigen Schüler mit ausländischer Herkunft in der Klassenzusammensetzung oft höher ist als derjenigen ohne.
1 Vgl: http://www.zuwanderung.de/
2 Vgl : Hu, Adelheid (2003), Schulischer Fremdsprachenunterricht mit migrationsbedingter Mehrsprachigkeit,
Tübingen, Gunter Narr Verlag, 14-24, 285-303
3
Man geht derzeit davon aus, dass der Anteil der Kinder, die mehrsprachig bzw. mit Migrationshintergrund aufwachsen, an der Gesamtzahl der Hamburger Schulen ca. 1/3 ausmachen.3 Wenn man die Schüler mit ausländischer Herkunft demzufolge nicht besser in den Unterricht, besonders im Fach Deutsch und in den FSU, in denen hauptsächlich über die eigenen und die anderen Kulturen kommuniziert wird einbezieht, wird das Problem der Desintegration und zum anderen der schlechten schulischen Leistungen der Schüler mit Migrationshintergrund weiterhin bestehen bleiben. Es ist jedoch ebenso ratsam, die interkulturelle Erziehung in allen Klassen und Unterrichtsfächern anzuwenden, und nicht in erster Linie dort, wo es SchülerInnen mit ausländischer Herkunft gibt!
In der Regel zieht sich ein Individuum, das sich in einer Gruppe nicht in seiner Individualität integrieren kann, zurück, seine psychische Stabilität wird angegriffen und es weist weniger Wille und Motivation zum Lernen auf. Dies hat wiederum negative Auswirkungen auf sein generelles schulisches Leistungsbild Lange Zeit galt das bikulturelle Paradigma (die Deutsche Kultur, die Französische Kultur), ohne dass dabei berücksichtigt worden ist, dass man in einem Französischkurs Lerner antrifft, die mit der ,,typisch deutschen Kultur" im eigentlichen Sinne nicht aufgewachsen sind. Ihre Eltern entstammen meist aus einer anderen Kultur. Aus diesem Grunde ist es heutzutage nicht mehr angemessen, von einer monokulturellen und monolingualen bzw. homogenen Lerngruppe auszugehen. ,,Die Fremdsprachen lehrerinnen und lehrer hingegen setzen in ihrem Unterricht Sprache und Kultur selten miteinander in Bezug. Interkulturelles Lernen ist für viele ein Fremdwort." 4
Die Sprache determiniere das Denken bzw. das Weltbild und somit auch das (kommunikative) Handeln.5 Wenn der FS-Lehrer seine Lerngruppe als homogen, d.h. monolingual und monokulturell, betrachtet, lässt er dabei außen vor, dass viele Mitglieder der Lerngruppe eine bedingt durch das Elternhaus - andere Mentalität haben und infolgedessen anders (kommunikativ) handeln. Deshalb ist ein interkulturelles/multikulturelles Paradigma gefragt!6
3 vgl: http://www.hamburger-bildungsserver.de/interkulturell/hamburg/einfuehrung.pdf
4 vgl : Hu, Adelheid (2003)
5 vgl : Sapir-Whorf-Hypothesis
6 Thürmann, Eike (1994), Fremdsprachunterricht, Landeskunde und interkulturelle Erziehung, die Neueren Sprachen, (DNS), 93(4), Seite 317-321
4
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