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Kommunikations- und Distributionsstrategien von 'Punk' und 'Electro'

Untertitel: Medienwissenschaftliche Studien zu aktuellen Entwicklungstendenzen zweier musikalischer Teilkulturen
Autor: M.A. Josephine Mahler
Fach: Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

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Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2008
Seiten: 91
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 85  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 992 KB
Archivnummer: V113419
ISBN (E-Book): 978-3-640-13622-3
ISBN (Buch): 978-3-640-13640-7

Zusammenfassung / Abstract

Mit der Weiterentwicklung der Internettechnologie in den letzten zehn Jahren geht die vermehrte Verbreitung von Musik in digitaler Form einher, was nicht zuletzt an der Zunahme von Bandbreiten und damit schnelleren Übertragungsmöglichkeiten der Daten liegt. Mit dem Terminus ‚Musik im Internet‟ assoziieren viele Menschen vorrangig illegale Downloads, Tauschbörsen und Urheberrechtsverletzungen. Doch tatsächlich tritt Musik im Internet in vielen verschiedenen Facetten auf - von Hintergrundmusik auf Webseiten über den elektronischen Versand von Noten und sich präsentierenden Verlagen hin zu Musikportalen in Form von eZines und Webseiten, die Videoclips zur Verfügung stellen. Jedes musikalische Genre weist hierbei spezifische Merkmale auf, die auch die jeweiligen Erscheinungsformen der Angebote im Internet beeinflussen. Das Gros der Liebhaber von klassischer Musik, Weltmusik, Blues und Jazz verfügt in der Mehrzahl über einen überdurchschnittlichen Bildungsstand und sozialen Status, ist meist jenseits der 45 Jahre und oft nicht mit den neuen Medien vertraut, weshalb dieses Hörerklientel dazu geneigt ist, Tonträger und Zeitschriften im Handel zu erwerben. Infolgedessen stellen einerseits die Internetauftritte der Zeitschriften meist nur Inhaltsverzeichnisse der aktuellen Ausgabe bereit, andererseits weisen die Verkaufszahlen im Jazz- und Klassikbereich weniger Einbrüche durch illegale Downloads auf, wie sie beispielsweise im Popbereich festzustellen sind, bei dem ‚kurzlebige Hits„ immer mehr illegal beschafft werden - die Maxi-CD hat die stärksten Einbrüche der gesamten Musikbranche zu verzeichnen und verkam in den letzten Jahren mehr und mehr zum reinen Promotioninstrument. Volksmusik und Schlager sprechen wie auch der Jazz größtenteils ein älteres, konservativeres Publikum an, das die Tonträger im Handel erwirbt anstatt sie herunterzuladen - nicht zuletzt aus der Angst der unkontrollierten Datenpreisgabe beim Kauf im Internet heraus. Reggae, Hip Hop und R&B bleiben in ihrer Reinform in Deutschland eher Nischenerscheinungen, die durch nur wenige Fanzines im Internet und spezialisierte Magazine im Handel vertreten sind.

Textauszug (computergeneriert)

Kommunikations- und Distributionsstrategien von ′Punk′ und ′Electro′

- Medienwissenschaftliche Studien zu

aktuellen Entwicklungstendenzen zweier

musikalischer Teilkulturen

Magisterarbeit

zur Erlangung des Grades eines

Magister Artium M.A.

vorgelegt

der

Philosophischen Fakultät

der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität

zu Bonn

von

Josephine Mahler


Inhaltsverzeichnis

I

Einleitung

1

II

Das Ãneueµ Medium Internet

2.1

Vom

ARPANet

zum www

3

2.2

Besonderheiten des Internet im Vergleich zu bisherigen

(Massen-)medien

2.2.1 Definition von Massenmedien

4

2.2.2 Das Internet: Zwischen Massen- und

5

Individualitätskommunikation

III

Urheberrecht und verwandte Leistungsschutzrechte

3.1

Urheberrecht und verwandte Schutzrechte

6

3.2

Weltweite Bestimmungen und deren Umsetzung

7

3.3

GEMA und GVL

8

3.4

Creative Commons License

9

IV

Subkulturen - Teilkulturen - Gegenkulturen - Jugendkulturen

10


V

Die Punkbewegung


5.1

Entstehung der Punkbewegung

5.1.1 Begriffsdefinition

12

5.1.2 Vorläufer und Einflüsse

13

5.2

Entwicklungstendenzen

5.2.1 USA

13

5.2.2 England

15

5.2.3 Deutschland

16

5.3

Aufsplittung in Subgenres

18

5.3.1 Hardcore

19

5.3.2 Grunge und Riot Grrrl-Bewegung

20

5.3.3 Antifolk

21

5.3.4 Weitere Subgenres

21


VI

Die Entwicklung der Elektronischen Musik

6.1

Von der

Musique concrete

zum HipHop

22

6.2

Von Chicago und Detroit nach Europa

24

6.3

Frankfurt und Berlin

25

6.4

Ausdifferenzierung der elektronischen Musik

26

VII

Kommunikations- und Distributionsformen von Punk und
Elektro im Vergleich


7.1

Tonträger

7.1.1 Entwicklung: Vom Phonographen zur mp3

28

7.1.2 Tonträger in Punk und Elektro

30

7.2

Musikmagazine und Fanzines

7.2.1 Magazine

32


7.2.2 Fanzines

33

7.2.2 Printmedien des Punks

34

7.2.3 Von

Groove

bis

De:Bug

40

7.3

Online-Fanzines

44

7.4

Künstler-Webseiten und deren myspace-Auftritte

7.4.1 Homepages

46

7.4.2

myspace.com

47

7.4.3 Punkbands

47

7.4.4 DJs

49

7.4.5 Das Gesamtkonzept

Cocoon

49

7.5

Radios und Webradios

7.5.1 Webradio vs. Radio im Web

50

7.5.2 Radionutzung von Punk und Elektro

51

7.6

physische und non-physische Distributionsformen

7.6.1 P2P-Filesharing-Netzwerke

52

7.6.2 Music-On-Demand

53

7.6.3 Kostenlose, legale Angebote

54

7.6.4 Versandhandel

55

7.6.5 Vertriebe

57

7.7

Label und Netlabel

7.7.1 Label

58

7.7.2 Netlabel

60

7.7.3 Punk-Label

61

7.7.4 elektronische Label

62

7.8

Podcasts

64

7.9

Videoclips und Konzertübertragungen

64

7.10

Flyer

66

7.11

Liveauftritte

69

7.12

Newsletter und Foren

71

7.13

Plattenläden als Szenetreffpunkt

72

XIII

Punk vs. Elektro - Gemeinsamkeiten und Differenzen


8.1

Gesellschaftliche Vergleichsaspekte

72

8.2

Kleidung

74

8.3

Do It Yourself (DIY)

75


IX

Zusammenfassender Vergleich der Kommunikations- und

Distributionsformen beider Teilkulturen

76

X

Ausblick

80

XI

Literaturverzeichnis

82


XII

Interviewpartner

87


I

Einleitung

Mit der Weiterentwicklung der Internettechnologie in den letzten zehn Jahren geht die

vermehrte Verbreitung von Musik in digitaler Form einher, was nicht zuletzt an der Zu-

nahme von Bandbreiten1 und damit schnelleren Übertragungsmöglichkeiten der Daten

liegt. Mit dem Terminus Ã0XVLNLP,QWHUQHW¶ assoziieren viele Menschen vorrangig illega-

le Downloads, Tauschbörsen und Urheberrechtsverletzungen. Doch tatsächlich tritt Musik

im Internet in vielen verschiedenen Facetten auf - von Hintergrundmusik auf Webseiten

über den elektronischen Versand von Noten und sich präsentierenden Verlagen hin zu

Musikportalen in Form von eZines und Webseiten, die Videoclips zur Verfügung stellen.

Jedes musikalische Genre weist hierbei spezifische Merkmale auf, die auch die jeweiligen

Erscheinungsformen der Angebote im Internet beeinflussen. Das Gros der Liebhaber von

klassischer Musik, Weltmusik, Blues und Jazz verfügt in der Mehrzahl über einen über-

durchschnittlichen Bildungsstand und sozialen Status, ist meist jenseits der 45 Jahre und

oft nicht mit den neuen Medien vertraut, weshalb dieses Hörerklientel dazu geneigt ist,

Tonträger und Zeitschriften im Handel zu erwerben. Infolgedessen stellen einerseits die

Internetauftritte der Zeitschriften meist nur Inhaltsverzeichnisse der aktuellen Ausgabe

bereit, andererseits weisen die Verkaufszahlen im Jazz- und Klassikbereich weniger Ein-

brüche durch illegale Downloads auf2, wie sie beispielsweise im Popbereich festzustellen

sind, bei dem Ãkurzlebige HitsµLPPHU mehr illegal beschafft werden - die Maxi-CD hat

die stärksten Einbrüche der gesamten Musikbranche zu verzeichnen und verkam in den

letzten Jahren mehr und mehr zum reinen Promotioninstrument.3 Volksmusik und Schla-

ger sprechen wie auch der Jazz größtenteils ein älteres, konservativeres Publikum an, das

die Tonträger im Handel erwirbt anstatt sie herunterzuladen - nicht zuletzt aus der Angst

der unkontrollierten Datenpreisgabe beim Kauf im Internet heraus. Reggae, Hip Hop und

R&B bleiben in ihrer Reinform in Deutschland eher Nischenerscheinungen, die durch nur

wenige Fanzines im Internet und spezialisierte Magazine im Handel vertreten sind. Metal,

1 War 1997 noch ein Übertragungsstandard von 56 kBit/sec (mittels Modem) in den meisten Haushalten üblich,

so sind heute DSL-Anschlüsse mit Übertragungsraten 2.000 MBit/sec keine Seltenheit, in einigen Netzen sind

bereits 16.000 MBit/sec und mehr möglich.

2 Der gesamte Branchenumsatz ging 2006 um 2,4 % zurück, während die Klassikbranche eine Verkaufssteige-

rung von 6% verbuchen konnte, bei Bildtonträgern wuchs der Klassikmarkt sogar um ein Drittel. (Mühlbauer

2007)

3 Während die Zahl verkaufter Alben von 147.6 im Jahr 2005 auf 149.5 Millionen 2006 stieg und auch mit 14.2

Millionen DVDs 10.1% mehr DVDs als im Vorjahr verkauft wurden, sank die Anzahl der Singleverkäufe um

11% auf 15.9 Millionen. Die Zahl der heruntergeladenen einzelnen Song-Downloads stieg hingegen um 28%

auf 25.2 Millionen, während sich die Albumdownloads sogar um 36% steigerten (auf 1.9 Millionen). (IFPI

2007)

1


Gothic und Indie4 bieten sowohl im Handel zahlreiche Magazine als auch viele Fanzines

im Internet an. Vor allem die Internetauftritte von Indie-Magazinen sind dabei oftmals

ausführliche, synergetische Ergänzungen zum Printmedium. Aufgrund des breiten musi-

kalischen Spektrums der Indie-Sparte, die nahtlos an weitere Genres anknüpft, ist die An-

zahl der Labels, Webradios und sonstigen Angebote weitaus größer als in anderen musi-

kalischen Teilstrukturen.

In der vorliegenden Arbeit wird der Fokus auf die Kommunikations- und Distributions-

formen zwei weiterer Genres gelegt, die auf den ersten Blick sowohl in ihrer kulturellen

Entwicklung als auch in der Technikaffinität ihrer Szeneanhänger sehr unterschiedlich

sind: Punk und elektronische Musik (im Folgenden kurz als Elektro bezeichnet). Nach der

Hochzeit der elektronischen Musik Mitte bis Ende der neunziger Jahre wurden kaum

noch aktuelle Entwicklungstendenzen untersucht und auch zum Punk erschien nach Tho-

mas Laus

Die Heiligen Narren

aus dem Jahre 1992 kaum aktuelle Literatur. Zudem blieb

die Nutzung des Internets beider Teilkulturen in der bisherigen Forschung nahezu unbe-

rücksichtigt. Deshalb wird der Fokus auf aktuelle Entwicklungstendenzen gelegt, die an-

hand von Ähnlichkeiten und Unterschieden der beiden Teilkulturen verglichen werden.

Der Schwerpunkt wird hierbei auf die Produktion musikalisch relevanter Inhalte gelegt,

wohingegen deren Konsum durch Rezipienten größtenteils unberücksichtigt bleibt - Pro-

duzenten sind meist selbst Angehörige der jeweiligen Subkultur, die aufgrund eigener

Interessen oder einer vorhandenen Nachfrage ein Angebot erstellen. Die vorliegende Ar-

beit beschränkt sich außerdem auf deutsche Anbieter, da sowohl länderspezifische Unter-

schiede in Urheberrechten, Nutzungsgewohnheiten und teilweise vorhandenen staatlich

reglementierten Zugangsbeschränkungen zur Internetnutzung als auch die Vielzahl von

Angeboten nur unzureichend berücksichtigt werden könnten.

Zu Beginn der Arbeit wird zunächst ein kurzer historischer Abriss über die Entwicklung

des Internets gegeben. Da vor allem Tauschbörsen die weltweite Diskussion über Musik

im Internet und damit verbundenen Urheberrechtsverletzungen entfacht haben, wird im

Folgenden auf den aktuellen Stand des Urheberrechtes eingegangen - auch da dieses die

Grundlage jeder Art der Musikverwertung bildet. Der zweite Teil liefert allgemeine Sub-

kulturdefinitionen, bevor die spezifischen Entwicklungen von Punk und Elektro aufge-

zeigt werden. Bei der folgenden Analyse der Kommunikations- und Distributionsformen

der beiden musikalischen Genres ist den einzeln abgehandelten Gattungen einerseits ein

4 Aufgrund einer Definitionsmöglichkeit nach Ullmaier (1997, S. 95f) wird alles Indie jene Musik bezeichnet, die

sich durch rauere Produktionsform, die Vermeidung textlicher und musikalischer Klischees, Abwechslungs-

reichtum, Innovationspotenzial und im Vergleich zu kommerzieller Popmusik erschwerter Konsumierbarkeit

klassifizieren lässt. Darunter fallen demnach zahlreiche Spielarten von Electropop bis hin zu Alternative-Rock.

2


allgemein gehaltener Teil zur besseren Einordnung in den situativen Kontext voranges-

tellt, andererseits wurde zugunsten eines breiteren Spektrums auf detailierte Medienanaly-

sen - wie beispielsweise einer quantitativen Inhaltsanalyse - verzichtet.5 So wurde neben

der Entwicklung von Tonträgerherstellern und ihrem digitalen Pendant in Form von Net-

labels, der Wandel im Verkauf von Trägermedien sowie Künstler-Webseiten und ihre

myspace

-Auftritte berücksichtigt. Die Grundlage bildeten hierbei schriftliche Kurzinter-

views, die mit Labelchefs, Betreibern von Mailordern und Vertrieben sowie Künstlern der

Genres bezüglich ihrer Webauftritte und der Einschätzung allgemeiner Entwicklungsten-

denzen geführt wurden (eine Auflistung befindet sich am Ende der Arbeit), während Aus-

sagen zu Events und Konzerten aus der teilnehmenden Beobachtung heraus entstanden

sind. Im weiteren Verlauf erfolgt nach einem zusammenfassenden Vergleich schließlich

im letzten Teil ein kurzer Ausblick.

Die Auswahl der exemplarisch herangezogenen Internetseiten kann aufgrund der Vielzahl

an Angeboten keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, sondern entspricht vielmehr

der subjektiven Auswahl und Prioritätensetzung des Verfassers - die national erhältlichen

Printmedien wurden hingegen in ihrer Gänze berücksichtigt. Die Interviewpartner wurden

stichprobenartig gewählt und im Falle der Künstler nach dem Zufallsprinzip aus Magazi-

nen und bei

myspace

heraus gegriffen.

II

Das Ãneueµ Medium Internet

2.1

Vom

ARPANet

zum www

Nachdem die Sowjetunion 1957 den so genannten ÃSputnikschockµ in den USA auslöste,

wurde im Jahr darauf die

Advanced Research Projects Agency

(ARPA) als Unterabteilung

des

Pentagon

gegründet, deren Aufgabe die Erforschung neuer militärischer Techniken

war. Daraus ging 1969 das

ARPANet

als erstes Ãwide area packet-switching networkµ her-

vor, das als Vorläufer des heutigen Internets bereits ein Jahr nach seiner Entwicklung 40

Großrechner miteinander verband. Nachdem 1971 das erste Email-Programm und 1973

die erste transkontinentale Verbindung zum Datenaustausch zwischen den USA und

Großbritannien geschaffen wurde, erwies sich das bestehende

Network Transfer Protocol

bald als zu leistungsschwach, so dass es Mitte der siebziger Jahre durch das bis heute be-

stehende

Transmission Control Protocol

(TCP) ersetzt wurde, welches nicht nur die feh-

lerfreie Übertragung der Datenpakete ermöglicht, sondern auch bei der Verwendung von

unterschiedlichen Netztechnologien funktioniert. Nachdem die Internettechnologie zu

Beginn der achtziger Jahre verstärkt von Universitäten genutzt wurde, erhielt der Compu-

5 Für den Punkbereich ist eine solche unter anderem nachzulesen bei Nicolaus (1999): Fanzines.

3


ter mit dem

Apple II

sowie der Einführung des

IBM

-PCs und dem

Commodore 64

ab

1981 Einzug in die Privathaushalte, wodurch schnell die ersten Communities der mit

ÃSchwarzen Bretternµ vergleichbaren

Bulletin Board Systems

(BBS) entstanden. (vgl.

Arns 2002, S. 12-20)

Einen weiteren Beitrag zur Entwicklung des Internet leistete Tim Berner-Lee am

Europä-

ischen Kernforschungszentrum

in Genf (CERN), an dem er 1989 mit dem

Hyper Text

Transfer Protocol

(HTTP) die Grundlage für das

World Wide Web

(www) schuf, das un-

ter anderem die Verbindung von Ton-, Text- und Bildformaten ermöglicht. Zu seiner

Darstellung bedient sich das HTTP der

Hyper Text Markup Language

(HTML), die durch

einen Browser6 dargestellt wird, während die kontinuierliche Datenübertragung seit 1969

durch das

File Transfer Protocol

(FTP) vollzogen wird. Die Einführung des

Domain Na-

me System

(DNS) vereinfacht seit 1996 die Suche von Webseiten durch die Ergänzung

der IP7 durch frei wählbare Zieladressen, die bis 1998 von der

Network Solutions Inc.

(NSI) und seitdem von der

International Cooperation For Assigned Names And Numbers

(ICANN) verwaltet werden. (vgl. Brunner 2004, S. 146ff.)

Wenngleich inzwischen der Großteil der Bevölkerung Zugang zum Internet hat und die

Übertragungsmöglichkeiten durch ständig erhöhte Bandbreiten nach wie vor wachsen und

damit schon jetzt fernsehen über das Internet ermöglichen, so kann es aufgrund seiner

vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sowie seiner technischen Voraussetzungen jedoch

nicht als Massenmedium im herkömmlichen Sinne gelten, worauf im Folgenden einge-

gangen wird.

2.2

Besonderheiten des Internet im Vergleich zu bisherigen Massenmedien

2.2.1 Definition von Massenmedien

Zum Terminus der ÃMassenmedienµ gibt es zahlreiche Definitionen verschiedener Me-

dientheoretiker. Ein Grundtheorem, dessen wesentliche Bestandteile bis heute in den

meisten Theorien übernommen werden, erstellte Gerhard Maletzke:

Ä8QWHU 0DVVHQPHGLHQ YHUVWHKHQ ZLU MHQH )RUP GHU .RPPXQLNDWLRQ EHL

der Aussagen öffentlich (also ohne begrenzte und personell definierte

Empfängerschaft) durch technische Verbreitungsmittel (Medium) indirekt

(also bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz zwischen

den Kommunikationspartnern) und einseitig (also ohne Rollenwechsel

zwischen Aussagendem und Aufnehmendem) an ein disperses Publikum

>«@YHUPLWWHOWZHUGHQ³6

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