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Ein Leitfaden und Attraktivitätsbarometer für Direktinvestitionen in Tschechien aus der Sicht österreichischer Unternehmen

Seminararbeit, 2005, 28 Seiten
Autor: Mag. (FH) Vera Roth
Fach: Wirtschaft - Investition und Finanzierung

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 28
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 32  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V113985
ISBN (E-Book): 978-3-640-14297-2
ISBN (Buch): 978-3-640-21847-9
Dateigröße: 365 KB

Zusammenfassung / Abstract

Im Zeitalter der Globalisierung wird es für Unternehmen immer wichtiger international präsent zu sein. Dafür gilt es verschiedenste Gründe zu vermerken. Der heimische Markt reicht beispielsweise nicht mehr aus, um die gestiegene Produktion abzusetzen. Oft ergeben sich allerdings auch komparative Kostenvorteile durch niedrigere Arbeitskosten, interessante Steuersysteme oder günstige Grundstückspreise. […] Nach der Ostöffnung 1989 standen ausländischen Investoren aus Westeuropa alle Türen und Tore offen um in Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Polen oder Kroatien als Vorreiter Geschäftstätigkeiten aufzunehmen. Dies war anfänglich nicht so einfach möglich, da die verkrusteten Strukturen der ehemals kommunistischen Länder nicht so ohne weiteres an westliche Standards zu adaptieren waren. Diese galt es aufzubrechen und ein kontinuierlicher Reformationsprozess startete der bis heute noch andauert. […] Schließlich ist noch hinzuzufügen, dass ausländische Direktinvestitionen in Reformländern erhebliche Wirtschaftsantreiber darstellen. Durch die Kapitalströme wird es möglich funktionierende Kapitalmärkte aufzubauen und der Know-how Zufluss erhöht die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Arbeitsplätze werden geschaffen und dadurch langfristig der Wohlstand im Land erhöht. Ziel und Aufbau der Arbeit Für einen ausländischen Investor stellt sich vor allem eine Frage, wenn er in einem Land Investitionstätigkeiten aufnehmen will: Welche Potentiale kann ich in diesem Land in Zukunft ausnützen? Um dies einschätzen zu können, ist es vor allem wichtig sich einen guten Überblick über das Land zu verschaffen. Das Ziel dieser Arbeit daher einen Leitfaden durch den Direktinvestitionsdschungel in Tschechien zu legen. Am Ende soll eine klare Einschätzung über die Attraktivität Tschechiens für Direktinvestitionen aus der Sicht österreichischer Investoren erfolgen. Diese Seminararbeit ist dazu in folgende Abschnitte gegliedert: Zuerst findet eine Begriffsabgrenzung von Direktinvestitionen statt und es werden Einblicke in die Marktstrukturen Tschechiens gegeben. Dann erfolgt eine Darstellung des Einflusses des EU Beitritts Tschechiens auf die DI Ströme und es werden Angaben über das Investitionsklima gemacht. Zusätzlich werden die Agentur CzechInvest und Förderungsmöglichkeiten vorgestellt. Am Ende der Arbeit erfolgt eine Bewertung des Landes bezüglich der Attraktivität für DI in den einzelnen Branchen.


Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschulstudiengänge Burgenland Ges.m.b.H.

Studiengang: Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Seminararbeit Internationales Controlling

Ein Leitfaden und Attraktivitätsbarometer
für Direktinvestitionen in Tschechien
aus der Sicht österreichischer Unternehmen

Verfasser: Vera Roth

Abgabetermin:
8. Juni 2005

 


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG 3
1.1. Ziel und Aufbau der Arbeit 3
1.2. Begriffsdefinition 4
1.3. Betrachtungsebenen und Arten von DI 4
1.4. Vor und Nachteile von DI 5
2. LÄNDERANALYSE TSCHECHIEN 6
2.1. Makroökonomische Schlüsselgrößen 6
2.2. Arbeitsmarkt 8
2.2.1. Aktuelle Situation 8
2.2.2. Lohnkosten 8
2.2.3. Arbeitsrecht 9
2.3. Steuerliche Aspekte 9
2.3.1. Einkommenssteuer 9
2.3.2. Körperschaftssteuer und Abschreibungen 10
2.3.3. Umsatzsteuer 10
2.3.4. Zollsystem und Grunderwerb 10
2.4. Infrastruktur 10
2.4.1. Transportinfrastruktur 10
2.4.2. Telekommunikation 11
2.4.3. Immobilienmarkt 12
2.4.4. Energieversorgung 12
3. INVESTITIONSKLIMA 13
3.1. Investitionsanreize 14
3.1.1. Chancen 15
3.1.2. Förderungen 15
3.2. Investitionskiller 16
3.2.1. Risiken 16
3.2.2. Einfluss des EU-Beitritts auf DI-Zuflüsse 18
4. BASISINFORMATIONEN ZUR DI IN TSCHECHIEN: 19
4.1. Dienstleistungen von CzechInvest 19
4.2. Unternehmensformen in Tschechien 20
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN 20
5.1. Branchenanalyse und Attraktivitätsbarometer 20
5.2. Abschließende Betrachtungen 24
LITERATURVERZEICHNIS: 25

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Betrachtungsebenen von DI 5
Abb. 2: Ausgewählte Indikatoren 6
Abb. 3. Nebenlohnberechnung in Mitteleuropäischen Ländern 8
Abb. 4: Bemessungsgrundlage ESt Tschechien 9
Abb. 5: Ausbau des Straßen- und Autobahnnetzes 11
Abb. 6: Mietpreise Produktionsflächen und Büroräume 12
Abb. 7: Strompreise in ausgewählten Ländern 13
Abb. 8: FDI Zustrom Tschechien 1993 ­ 2002 13
Abb. 9: Motive österreichischer DIs in Tschechien 14
Abb.10: Länderrating Tschechien 17
Abb.11: Branchenattraktivitätsbarometer 21
Abb.12: Branchenattraktivität gewichtet 22

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1. Einleitung

Im Zeitalter der Globalisierung wird es für Unternehmen immer wichtiger international präsent zu sein. Dafür gilt es verschiedenste Gründe zu vermerken. Der heimische Markt reicht beispielsweise nicht mehr aus, um die gestiegene Produktion abzusetzen. Oft ergeben sich allerdings auch komparative Kostenvorteile durch niedrigere Arbeitskosten, interessante Steuersysteme oder günstige Grundstückspreise. Weitere Anreize für Geschäftstätigkeiten im Ausland entstehen durch das Fehlen von Konkurrenz. Unerschlossene Märkte bieten daher Pionieren große Chancen, bergen jedoch auch viele Risken.

Nach der Ostöffnung 1989 standen ausländischen Investoren aus Westeuropa alle Türen und Tore offen um in Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Polen oder Kroatien als Vorreiter Geschäftstätigkeiten aufzunehmen. Dies war anfänglich

nicht so einfach möglich, da die verkrusteten Strukturen der ehemals kommunistischen Länder nicht so ohne weiteres an westliche Standards zu adaptieren waren.

Diese galt es aufzubrechen und ein kontinuierlicher Reformationsprozess startete der bis heute noch andauert. In den meisten der ehemals kommunistischen Länder wurde bereits Pionierarbeit geleistet und so vor allem durch Direktinvestitionen (DI) in Richtung stabile und langfristige Beziehungen hingearbeitet.

Schließlich ist noch hinzuzufügen, dass ausländische Direktinvestitionen in Reformländern erhebliche Wirtschaftsantreiber darstellen. Durch die Kapitalströme wird es möglich funktionierende Kapitalmärkte aufzubauen und der Know-how Zufluss erhöht die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Arbeitsplätze werden geschaffen und dadurch langfristig der Wohlstand im Land erhöht.

1.1. Ziel und Aufbau der Arbeit

Für einen ausländischen Investor stellt sich vor allem eine Frage, wenn er in einem Land Investitionstätigkeiten aufnehmen will:

Welche Potentiale kann ich in diesem Land in Zukunft ausnützen?

Um dies einschätzen zu können, ist es vor allem wichtig sich einen guten Überblick über das Land zu verschaffen. Das Ziel dieser Arbeit daher einen Leitfaden durch den Direktinvestitionsdschungel in Tschechien zu legen. Am Ende soll eine klare Einschätzung über die Attraktivität Tschechiens für Direktinvestitionen aus der Sicht österreichischer Investoren erfolgen. Diese Seminararbeit ist dazu in folgende Abschnitte gegliedert:

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Zuerst findet eine Begriffsabgrenzung von Direktinvestitionen statt und es werden Einblicke in die Marktstrukturen Tschechiens gegeben. Dann erfolgt eine Darstellung des Einflusses des EU Beitritts Tschechiens auf die DI Ströme und es werden Angaben über das Investitionsklima gemacht. Zusätzlich werden die Agentur CzechInvest und Förderungsmöglichkeiten vorgestellt.

Am Ende der Arbeit erfolgt eine Bewertung des Landes bezüglich der Attraktivität für DI in den einzelnen Branchen.

1.2. Begriffsdefinition

Es ist schwierig in der Literatur eine einheitliche Definition von ausländischen Direktinvestitionen (ADI) zu finden. Zurzeit bestehen mehrere Ansätze diese zu erläutern, wobei Internationale Organisationen wie die OECD an einem einheitlichen Konzept arbeiten. In der dritten Ausgabe des Berichtes der OECD über eine Benchmark Definition hinsichtlich ADI von 1999 in Paris wird folgendes festgelegt:

Ausländische Direktinvestitionen reflektieren das Ziel eines Investors eine langfristige Beteiligung an einem Unternehmen in einem anderen Land zu erhalten. Dies impliziert eine dauerhafte Geschäftsbeziehung zwischen dem Investor und dem Unternehmen und ein signifikantes Ausmaß an Einfluss auf das Management des Zielunternehmens. DI umfassen einerseits den anfänglichen Kaufabschluss, aber auch alle folgenden Kapitalbewegungen zwischen den Unternehmen.

Unter Direktinvestitionsunternehmen versteht man ein Unternehmen das nicht notwendigerweise an der Börse zu notieren hat und an dem mindestens ein ausländischer Investor zu 10% oder mehr beteiligt ist. Dadurch wird impliziert, dass der Investor zumindest fähig ist das Management zu beeinflussen. Absolute Kontrolle durch den ausländischen Investor ist nicht notwendig.

Nicht zu verwechseln sind DI mit Portfolioinvestitionen. Diese sind reine Finanzinvestitionen im Ausland und werden rendite- bzw. spekulationsorientiert eingesetzt, wobei sie mit einem kurz- bis mittelfristigen Interesse getätigt werden. Das Motiv der Ertrags- und Risikodiversifikation steht im Vordergrund (Kutschker 2004, S. 81).

1.3. Betrachtungsebenen und Arten von DI

Direktinvestitionen können einerseits nach der Richtung, andererseits nach der Art der Größen unterschieden werden. Dies lässt sich in Form einer Matrix anschaulich verdeutlichen (Kutschker, 2004, S.87, 88).

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Abb. 1: Betrachtungsebenen von DI
Quelle: Kutschker 2004, S. 88

Die Attraktivität eines Standortes wird häufig an den DI-Beständen oder DI-Zuflüssen gemessen. DI-Zuflüsse schauen in die Zukunft, daher wird sich diese Arbeit auf die Darstellung dieser Größen richten, welche aus der Sicht des österreichischen Investors aktive DI, für das tschechische Unternehmen passive DI darstellen. Die Arten von Direktinvestitionen können sehr unterschiedlich sein. Man unterscheidet Erst- und Folgeinvestitionen, sowie Eigenkapital und Fremdkapitalbeteiligungen (Kutschker, 2004, S. 89 ­ 91).
Erstinvestitionen umfassen Neugründungen (Greenfield-Investments) oder Unternehmensakquisitionen (Brownfield-Investments, Mergers and Acquisitions), die sowohl im Alleingang, als auch in Form eines Joint Ventures erfolgen können. Unter Folgeinvestitionen versteht man die Aufstockung von Beteiligungen oder den Ausbau von Portfolioinvestitionen, sodass eine Beteiligung von über 10 % entsteht.
Direktinvestitionen können sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalanteile umfassen, wobei Fremdkapitalbestandteile langfristige Kredite, kurzfristige Finanzkredite und kurzfristige Handelskredite beinhalten.
1.4. Vor und Nachteile von DI
Ausländische Direktinvestitionen bringen zahlreiche Effekte mit sich. Manche davon sind als positiv, manche sind allerdings auch als negativ zu vermerken. Laut Kutschker 2004 S. 85 ­ 86 ergeben sich unter anderem folgende positive Konsequenzen aus der Sicht des Empfängerlandes:
- Know-how wird transferiert (z.B. Technologien, Managementtechniken)
- Verbesserung lokaler Strukturen (Produktivitätssteigerungen,...)

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- Schaffung von Arbeitsplätzen und Erhöhung des Lebensstandards

- Integrationsförderung wirtschaftlicher, soziokultureller und politischer Natur

Als problematisch erweist sich allerdings:

- große Marktmacht von Multis, die Politik und Recht im Gastland in hohem Ausmaß beeinflussen können

- Gewinne werden in das Stammland zurücktransferiert

- Nur einfachste Tätigkeiten werden in das Gastland verlagert, kein Beitrag zur Weiterentwicklung (Forschung und Entwicklung im Stammland durchgeführt)

- Gefahr des negativen Einflusses auf das politische und soziokulturelle Umfeld, fehlende Verbundenheit der ausländischen Investoren mit dem Gastland (plötzlicher Abzug der Unternehmen)

Weiters kann, was für das Gastland positiv ist, für das kapitalgebende Land negativ sein. Ein Know-how Zuwachs in Tschechien könnte beispielsweise einen Know-how Abfluss für Österreich darstellen und dadurch langfristig zu Wettbewerbsnachteilen führen. Aber vor allem negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden in der Literatur kritisch diskutiert. Befürchtet wird, dass Direktinvestitionen im Ausland einen Verlust von Arbeitsplätzen im Inland verursachen (Kutschker, 2004, S. 86 ­ 87).

2. Länderanalyse Tschechien

2.1. Makroökonomische

Schlüsselgrößen

Die Fläche der Tschechischen Republik beträgt 78.866 km² und das Land besteht aus 10,2 Mio. Einwohnern. Der aktuelle Präsident ist Vaclav Klaus und der Ministerpräsident Jiri Paroubek (Weidmann 1 u. 2/2005, S. 1).

Abb. 2: Ausgewählte Indikatoren
Quelle: in Anlehnung an CEE-Report Weidmann 1-2005 BA-CA

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