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Diploma Thesis, 2007, 91 Pages
Author: Karin Sandmaier
Subject: Biomedical technic
Details
Tags: Untersuchung, Arzneistoffen, Aktivität, Ionenkanäle
Year: 2007
Pages: 91
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 49 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-14399-3
ISBN (Book): 978-3-640-14729-8
File size: 1243 KB
Diese Arbeit wurde mit einem Preis (beste Bachelor-Thesis Biotechnologie) ausgezeichnet.
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Abstract
Das lange QT-Syndrom (LQTS) ist eine lebensgefährliche Krankheit, die bei sonst völlig herzgesunden Menschen plötzlich zum Herztod führen kann. In der westlichen Welt stellt der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen dar. In Deutschland sterben daran jährlich über 100 000 Menschen, in den USA geht man sogar von einer Inzidenz von über 1/1000 Einwohner pro Jahr aus (Priori S.G., 2001). Das lange QT-Syndrom kann unter anderem durch pharmakologische Nebenwirkungen auf kardiale Ionenkanäle ausgelöst werden. Besonders häufig ist dabei der hERG-Kanal (human-ether-a-go-go-Related Gene) betroffen. Dieser ist für die schnelle Repolarisation des ventrikulären Aktionspotenzials verantwortlich. Es bestehen Auflagen von den internationalen Zulassungsbehörden, Wirkstoffe grundsätzlich auf ihren Einfluss am hERG-Kanal zu testen. Die verschärften Anforderungen der Sicherheitspharmakologie erfordern schnelle und effiziente Testsysteme (Guenther E., BioPro, 2006). Die klassische Patch-Clamp-Technik, mit der Ionenkanäle auf ihre Funktion untersucht werden können, kann diesen Ansprüchen nicht mehr standhalten. Die sog. Patch-Automaten hingegen versprechen schnelle und kostengünstige Wirkstofftests. In dieser Arbeit sollte eine Präparationsmethode für adhärent wachsende Zellen erarbeitet werden, mit der es möglich ist, diese bei gleich bleibenden passiven Membraneigenschaften für die Verwendung am Patch-Automaten in Suspension zu bringen.
Excerpt (computer-generated)
Bachelor-Thesis
Die funktionelle Untersuchung von
Arzneistoffen auf die Aktivität von
kardialen Ionenkanälen
Karin Sandmaier
Naturwissenschaftliches und Medizinisches
Institut an der Universität Tübingen
Reutlingen, den 30.03.2007
Danksagung
Die vorliegende Arbeit entstand in der Zeit vom 01. September 2006 bis 31. März
2007 in der Abteilung Elektrophysiologie des Naturwissenschaftlichen und
Medizinischen Instituts an der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr.
Elke Guenther in Reutlingen.
An erster Stelle möchte ich mich bei Prof. Dr. Elke Guenther bedanken, für die
Aufnahme in ihr Team und für die Übertragung des sehr interessanten Themas.
Bedanken möchte ich mich besonders für ihr Vertrauen und die stetige Unterstützung,
die es mir ermöglichte, einen breiten Einblick in die Elektrophysiologie zu erlangen.
Mein besonderer Dank gilt Dr. Timm Danker, der die Betreuung dieser Arbeit
übernommen hat. Timm hat sich besonders beim Erlernen der Patch-Clamp-Methode
intensiv mit mir befasst und stand mir jederzeit mit fachlichem Rat zur Seite. Ohne ihn
wäre ein erfolgreicher Abschluss dieser Thesis nicht möglich gewesen.
Ein herzliches Dankeschön für die sehr gute Betreuung seitens der Fachhochschule
geht an Herrn Prof. Dr.-Ing. Franz Bigge. Er hat sich trotz des für ihn unbekannten
Fachgebiets dazu bereit erklärt, mich während meiner Thesis zu begleiten und gab mir
exzellenten und zuverlässigen Rückhalt seitens der Fachhochschule.
Dr. Udo Kraushaar, der mir mit Korrekturmaßnahmen und Verbesserungsvorschlägen
für die Thesis tatkräftig zur Seite stand und sich sehr bemüht hat. Vielen Dank!
Bei Doris Gasse möchte ich mich herzlich für die Vermittlung der Grundlagen in der
Zellkultur bedanken. Sie hat mich hervorragend in die Kultivierung von CHO-Zellen
eingelernt und hatte stets ein offenes Ohr für Fragen und Probleme.
Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei allen Mitarbeitern des Instituts, für die immer
freundliche und hilfsbereite Unterstützung und die nette Arbeitsatmosphäre.
Thoralf Hermann möchte ich für jegliche Unterstützung am Computer und die
Installation diverser Software danken.
Zum Schluss möchte ich mich natürlich noch besonders bei meiner Familie und
meinen Freunden bedanken, die mir tatkräftig zur Seite standen und uneingeschränkt
an mich geglaubt haben. Meine Eltern haben mir durch ihre Unterstützung mein
Studium erst ermöglicht und während dieser Zeit viel Halt gegeben! Herzlichen Dank!
II
Thema der Bachelor-Thesis:
Die funktionelle Untersuchung von Arzneimitteln auf die Aktivität von
kardialen Ionenströmen
Verfasser:
Karin Sandmaier
Semester:
BT 7
Kurzfassung:
Das lange QT-Syndrom ist eine lebensgefährliche Krankheit, die bei sonst
völlig herzgesunden Patienten zum plötzlichen Herztod führen kann. Diese
Krankheit wird u. a. durch unerwünschte Arzneimittelwirkung ausgelöst. Der
hERG-Kaliumkanal, welcher für die schnelle Repolarisation im ventrikulären
Aktionspotenzial verantwortlich ist, ist bekannt dafür, dass viele Wirkstoffe
unspezifisch an ihn binden und damit seine Funktion stören. Es gibt
Auflagen von den internationalen Zulassungsbehörden, Wirkstoffe
grundsätzlich auf ihren Einfluss am hERG-Kanal zu testen.
Solche Wirkstofftests werden bevorzugt mit der so genannten Patch-Clamp-
Technik durchgeführt. Sie ermöglicht elektrophysiologische Untersuchungen
an Ionenkanälen in Zellmembranen. Ein effizientes, schnelles und
kostengünstigeres Verfahren ist jedoch das automatisierte Patch-Clamping.
Ziel dieser Arbeit war, ein geeignetes Dissoziationsmedium zu finden, um
CHOhERG-Zellen für den Patch-Automaten möglichst schonend in Suspension
zu bringen.
Schlüsselwörter: langes QT-Syndrom, hERG-Kaliumkanal, Pharmaka, Patch-
Clamp-Technik, automatisiertes Patch-Clamping, suspendierte CHOhERG-Zellen
III
Title of Bachelor-Thesis:
Functional analysis of pharmaceuticals on the activity of cardiac ion channels
Author:
Karin Sandmaier
Semester: BT 7
Abstract:
The long-QT syndrome is a lifethreatening disease that can lead to sudden
cardiac death. In otherwise healthy patients one of the reasons for this
disease are negative side effects of medications. The hERG potassium
channel is responsible for the rapid repolarisation of the ventricular action
potential, and many active substances bind to it in a non-specific manner,
thus interfering with its function. International approval authorities require
active substances to be tested regarding their effects on the hERG channel.
Preferably such tests are performed using the so called patch clamp
technique which makes electrophysiological examination of ion channels in
the cell membranes. However, automated patch clamping provides an
efficient, rapid and cost-effective procedure.
The goal of this study was to find an appropriate dissociation medium for
bringing CHO cells into suspension as gently as possible for patch-
automation.
Keywords: long-QT syndrome, hERG potassium channel, pharmaceuticals,
patch clamp technique, automated Patch-Clamping, suspended CHOhERG cells
IV
1
Einleitung 1
1.1
Aufbau und Funktion des Herzens 2
1.2
Das ventrikuläre Aktionspotenzial 4
1.3
Angeborenes und erworbenes langes QT-Sydrom 5
1.3.1 Das kongenitale (angeborene) QT-Syndrom 7
1.3.2 Das erworbene QT-Syndrom 7
1.4
Der hERG-Kanal (human
Ether-a-go-go
-Related Gene) 8
1.5
Pharmakologie 10
1.5.1 Drug-Development-Pipeline 10
1.5.2 Sicherheitspharmakologie in Verbindung mit dem LQTS 12
1.5.3 Cisaprid 13
1.6
Effiziente Testsysteme 14
1.6.1 Konventionelle Patch-Clamp-Technik 14
1.6.2 Patch-Automat 16
1.7
Ziel der Arbeit 17
2
Material und Methoden 18
2.1
Zellkultur 18
2.1.1 Zellkultivierung 18
2.1.2 Auftauen der Zellen 19
2.1.3 Passagieren der Zellen 20
2.1.4 Zellpräparation 21
2.1.5 Viability-Test 22
2.2
Elektrophysiologie 23
2.2.1 Chemikalien und Geräte 23
2.2.2 Patch-Clamp-Messstand (
Setup
) 24
2.2.3 Durchführung der Patch-Clamp-Untersuchungen 27
2.2.4 Auswertung für die Untersuchungen für den Patch-Clamp-Automaten 32
V
2.2.5 Substanzapplikation 33
2.2.6 Statistische Auswertung hERG-Ströme 34
2.2.7 Statistische Auswertung der Messergebnisse des Wirkstofftests 35
3
Ergebnisse 36
3.1
Ergebnisse der Zellkultur 36
3.1.1 Zellwachstum 36
3.1.2 Viability-Test 37
3.2
Ergebnisse aus der Elektrophysiologie 38
3.2.1 Auswertung für adhärente Zellen 39
3.2.2 Auswertung accutasebehandelte Zellen 43
3.2.3 Auswertung versenebehandelte Zellen 48
3.2.4 Gegenüberstellung der Ausbeute für die drei Behandlungsmethoden 52
3.2.5 hERG-Ströme 53
3.2.6 Elektrophysiologische Eigenschaften von hERG-Strömen 58
3.2.7 Substanzapplikation (Cisaprid) 61
4
Diskussion 64
4.1
Diskussion der Ergebnisse aus der Zellkultur 64
4.2
Diskussion der Ergebnisse aus der Elektrophysiologie 65
4.2.1 Ausbeute und passive Membraneigenschaften der drei 66
Behandlungsmethoden 66
4.2.2 hERG-Kaliumströme 68
4.2.3 Wirkstofftest 70
5
Zusammenfassung 72
VI
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Aufbau des menschlichen Herzens 2
Abbildung 2 Erregungsbildungs- und -leitungssystem des Herzens 3
Abbildung 3 ventrikuläres Aktionspotenzial 4
Abbildung 4 Arrhythmien der Herzfunktion 6
Abbildung 5 Schematische Darstellung der -Untereinheit des hERG-Kanals 8
Abbildung 6 Die Konformation eines hERG-Kanals 9
Abbildung 7 Drug-Development-Pipeline. 10
Abbildung 8 Erwin Neher und Bert Sakmann 14
Abbildung 9 Patch-Clamp-Konfigurationen 15
Abbildung 10 automatisiertes Patch-Clamping. 16
Abbildung 11 Anordnung über dem Präparat 24
Abbildung 12 Funktionsprinzip eines Vorverstärkers. 25
Abbildung 13 Apparaturaufbau der Patch-Clamp-Technik 26
Abbildung 14 Zelle in der
whole cell-
Konfiguration 28
Abbildung 15 Einzelpuls 30
Abbildung 16 Pulsprotokoll zur zuverlässigen Bestimmung des Leckstroms 30
Abbildung 17 IV-Protokoll 31
Abbildung 18 Voll-aktivierte tail-currents. 31
Abbildung 19 Beispiel für eine hERG-Stromaufzeichnung 32
Abbildung 20 Zellwachstum der CHOhERG-K1 Linie. 36
Abbildung 21 CHOhERG-Zellen nach einem Kultivierungszeitraum von 2 ½ Monaten 37
Abbildung 22 Vitalitätsrate für versene- bzw. accutasebehandelte CHOhERG- Zellen 37
Abbildung 23 Ausbeute erfolgreich abgeleiteter, adhärenter Zellen 39
Abbildung 24 Sealwiderstände adhärenter Zellen für alle Präparationen 40
Abbildung 25 Serienwiderstände adhärenter Zellen für alle Präparationen 41
Abbildung 26 Membranwiderstände adhärenter Zellen für alle Präparationen 42
Abbildung 27 Ausbeute erfolgreich abgeleiteter, mit Accutase suspendierten Zellen 43
Abbildung 28 Sealwiderstände von mit Accutase suspendierten Zellen 44
Abbildung 29 Serienwiderstände von mit Accutase suspendierten Zellen 45
Abbildung 30 Membranwiderstände von mit Accutase suspendierten Zellen 46
Abbildung 31 Ausbeute erfolgreich abgeleiteter, mit Versene suspendierten Zellen 48
Abbildung 32 Sealwiderstände von mit Versene suspendierten Zellen 49
Abbildung 33 Serienwiderstände von mit Versene suspendierten Zellen 50
Abbildung 34 Membranwiderstände von mit Versene suspendierten Zellen 51
Abbildung 35 Ausbeute adhärent gepatchter Zellen 52
VII
Abbildung
36
Ausbeute mit Accutase dissoziierte Zellen 52
Abbildung 37 Ausbeute mit Versene dissoziierte Zellen 52
Abbildung 38 Original hERG-Ströme in CHOhERG-Zellen 55
Abbildung 39 Mittleren hERG- Stromamplituden für die drei Behandlungsmethoden 55
Abbildung 40 Rundown, -up in % für die drei Behandlungsmethoden 57
Abbildung 41 Elektrophysiologische Eigenschaften für hERG-Ströme 59
Abbildung 42 Voll-aktiviertes Strom-Spannungs-Verhältnis bei adhärenten Zellen 60
Abbildung 43 Dosis-Wirkungskurve für adhärent abgeleitete Zellen. 62
Abbildung 44 Dosis-Wirkungskurve für accutasebehandelte Zellen 63
Abbildung 45 Dosis-Wirkungskurve für versenebehandelte Zellen. 63
VIII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 verwendete Medien und Lösungen 19
Tabelle 2 verwendete Chemikalien und Lösungen 21
Tabelle 3 Extra- und Intrazellulärlösung 23
Tabelle 4 Geräte und Materialien 23
Tabelle 5 Auswahlkriterien für die Bewertung der gepatchten Zellen 31
Tabelle 6 Verdünnungsreihe für Cisaprid 33
Tabelle 7 Messergebnisse nach einer Gesamtmesszeit von 3 Stunden 47
Tabelle 8 Mittelwerte der Inhibition 61
IX
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