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Hauptseminararbeit, 2004, 23 Seiten
Autor: Dipl. Übersetzerin Alessandra Gusatto
Fach: Kulturwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft in Germersheim )
Tags: Analyse, Träume, Erzählung, Landschaften, Mutter, SAID, Literaturwissenschaftliches, Hauptseminar, Gastarbeiterliteratur, Migrantenliteratur, Interkulturelle, Literatur
Jahr: 2004
Seiten: 23
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-16291-8
Dateigröße: 124 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Menschheit hat sich seit jeher mit Träumen beschäftigt. Die Träume sind ein fester Bestandteil unserer Kultur geworden. Dadurch sind Träume in der Literatur kein unbekanntes Phänomen. Dennoch bleibt dieses Feld noch kaum erforscht und deswegen eine Herausforderung. Bereits der Begriff Traum wird auf verschiedene Weise interpretiert und verstanden. Wenn man dann beide zusammenfügt, also Literatur und Traum, verwandelt sich das ganze in eine "exemplarische Untersuchungsfläche“ [1], eine Interdisziplinäre Analyse. Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch die Träume in der Erzählung Landschaften einer fernen Mutter zu analysieren und ihre Einbettung in der ganzen Erzählung zu rechtfertigen. Das Buch dient somit als Primärliteratur. Als Sekundärliteratur wurden vorwiegend die Werke von S. Freud Die Traumdeutung, C. G. Jung Der Mensch und seine Symbole und der Essay von Waldemar Fromm und Christina Scherer Der Traum, die Künste und die Wissenschaften herangezogen. Im ersten Kapitel werden ein genereller Überblick über Träume und ein ausführlicher Punkt des Traums in der Literatur behandelt. Der zweite Abschnitt bildet den eigentlichen Teil der Arbeit mit der Analyse der Erzählung. Hier werden u. A. die Träume dargestellt und der Versuch der Traumanalyse im literarischen Kontext vorgenommen. 1 von Jagow, Bettina: Der Held, der Traum und der Tod. Wilhelm Richard Bergers Untersuchungen zum Traum in der Literatur. 4.04.2004. Online: <http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=7002-&ausgabe=200404>. 12.07.2004. S.1.
Textauszug (computergeneriert)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
in Germersheim
Analyse der Träume in der Erzählung Landschaften einer fernen
Mutter von SAID
im Rahmen des literaturwissenschaftlichen Hauptseminars:
Gastarbeiterliteratur, Migrantenliteratur, Interkulturelle Literatur
Vorgelegt von: Alessandra Gusatto
Sommersemester 2004
2
Inhaltverzeichnis
Einleitung 3
1. Träume: ein Überblick
4
1.1 Träume in der Literatur
6
2. Träume in Landschaften einer fernen Mutter
9
2.1 Erster Traum
12
2.2 Zweiter Traum
14
2.3 Die Erinnerung
16
2.4 Dritter Traum
17
Schlusswort 20
Bibliographie
21
3
Einleitung
Die Menschheit hat sich seit jeher mit Träumen beschäftigt. Die Träume sind
ein fester Bestandteil unserer Kultur geworden. Dadurch sind Träume in der
Literatur kein unbekanntes Phänomen. Dennoch bleibt dieses Feld noch kaum
erforscht und deswegen eine Herausforderung. Bereits der Begriff Traum wird
auf verschiedene Weise interpretiert und verstanden. Wenn man dann beide
zusammenfügt, also Literatur und Traum, verwandelt sich das ganze in eine
"exemplarische Untersuchungsfläche" 1, eine Interdisziplinäre Analyse.
Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch die Träume in der Erzählung
Landschaften einer fernen Mutter zu analysieren und ihre Einbettung in der
ganzen Erzählung zu rechtfertigen. Das Buch dient somit als Primärliteratur. Als
Sekundärliteratur wurden vorwiegend die Werke von S. Freud Die
Traumdeutung, C. G. Jung Der Mensch und seine Symbole und der Essay von
Waldemar Fromm und Christina Scherer Der Traum, die Künste und die
Wissenschaften herangezogen. Im ersten Kapitel werden ein genereller
Überblick über Träume und ein ausführlicher Punkt des Traums in der Literatur
behandelt. Der zweite Abschnitt bildet den eigentlichen Teil der Arbeit mit der
Analyse der Erzählung. Hier werden u. A. die Träume dargestellt und der
Versuch der Traumanalyse im literarischen Kontext vorgenommen.
1 von Jagow, Bettina: Der Held, der Traum und der Tod. Wilhelm Richard Bergers Untersuchungen zum Traum in der Literatur. 4.04.2004. Online: <http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=7002-&ausgabe=200404>. 12.07.2004. S.1.
4
1. Träume: Ein Überblick
Laut Wahrig 2 sind Träume " [...] Vorstellungen, die während des Schlafes
auftreten [...]". Etymologisch lässt sich das Wort Traum aus dem germanischen
Wortschatz ableiten 3. Die wahre Bedeutung und Herkunft des Wortes lässt sich
jedoch schwer im Wörterbuch nachvollziehen. Seit Jahren beschäftigt sich die
Menschheit mit diesem Thema. In einigen Kulturkreisen wird das Thema immer
noch auf einer symbolischen Ebene behandelt und findet eine bedeutende
Position in der respektiven Gesellschaft. Die westlichen Nationen haben aber
meistens ihre Symbole und Mythen zumindest während des Wachzustands
zurück gelassen und sie haben sich dem Verstand geopfert. Hans Dieckmann
hat Träume wie folgt definiert und erläutert:
Der Traum ist die Sprache des Unbewussten, eine Bildersprache, in der das Unbewußte sich unserem bewußten Ich mitteilt. Von Anbeginn der Überlieferungen unserer Kultur hat sich der Mensch bemüht, diese Sprache zu verstehen und zu übersetzen. 4
Träume wurden, mit Ausnahme der Aufklärung, wo sie als nicht logisch und
deswegen als wertlos galten, immer wieder aus verschiedenen
Gesichtspunkten gesehen. Früher hatten die Träume ,,Orakel-Funktion", wie z.
B. in der Bibel, im Talmud und im Koran. Im Talmud z. B. kann man folgendes
finden: ,,Träume, die nicht gedeutet werden, sind wie Briefe, die nicht geöffnet
wurden."5
2 Wahrig, Gerhard (2002): Deutsches Wörterbuch. 7. vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. München: Berstelsmann. S.1264.
3 Kluge, Friedrich (2002): Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchges. und erw. Aufl. Berlin/ New York: de Gruyter. S. 927.
4 Dieckmann, Hans (1978): Träume als Sprache der Seele: Einführung in der Traumdeutung der analytischen Psychologie C. G. Jungs. Waiblingen-Hohenacker: Bonz. (Psychologisch gesehen; Bd. 34). S. 9.
5 zit. nach Zitate über die Kunst der Traumdeutung: < http://www.traumfernschule.ch/zitkutd.htm. > 12.07.2004
5
Seit Sigmund Freuds wissenschaftlichen Analysen der Träume und seiner ,,Traumdeutung"6 schlägt die Traumdeutung einen anderen Weg ein. Die Träume werden zur Tür zum Unbewussten und zur Begründung des Ichs. Nach Meinung Freuds haben die Träume den Zweck der Wunscherfüllung. In fast al en seinen Analysen haben die Träume ihre Herkunft in sexuellen Wünschen, die meist aus in der Kindheit nicht ausgearbeiteten Komplexen stammen.7 Für ihn schützen die Träume den Träumer "die Wahrheit über sich selbst zu erfahren".8 Neben Freud ist Carl Gustav Jung einer der wichtigsten Forscher in der psychologischen Traumforschung. Jung hat eine andere Methodik zur Traumdeutung entwickelt. Für ihn waren die freien Assoziationen von Freud undenkbar. Man musste die Zusammenhänge des Traums im Leben des Träumers sehen und dadurch näher am Traum selbst bleiben.9 Jung hat auch sehr viel Wert auf die Symbole in seiner Traumtheorie gelegt. Die Symbole sind für ihn in erster Linie ein Teil der unbewussten Welt al er Menschen, die mit der Zeit in der westlichen Gesellschaft an Bedeutung verloren haben. Die Archetypen sind zudem ein wichtiger Bestandteil seiner Theorie. Darauf hat Jung seine Theorie des Kollektiv Unbewussten 10 aufgebaut. Die Träume haben für Jung eine aufklärerische und eine al gemeine Funktion: die Wiederherstel ung der "psychische[n] Balance".11 Zusammenfassend ist "der Traum [einer] der grundlegenden Selbstverständigungsfelder des Menschen".12
6 Freud, Sigmund (2002): Die Traumdeutung. Nachwort von Herman Beland. 2. Aufl. Frankfurt am Main: Fischer. (Sigmund Freud Werke im Taschenbuch). Nachfolgend zitiert als Die Traumdeutung und Seitenangabe.
7 vgl. Die Traumdeutung.
8 Vedfelt, Ole (1997): Dimensionen der Träume: Ein Grundlagenwerk zu Wesen, Funktion und Interpretation. Dt. Übersetzung aus dem Englischen von Sieglinde Denzel und Susanne Naumann. Zürich/ Düsseldorf: Walter. [ Originaltitel: Drommenes dimensioner. Drommenes vaesen, funktion og fortolkning. Copenhagen: Nordisk Forlag.]. S. 20.
9 vgl. Jung, C. G u. a. (1999): Der Mensch und seine Symbole. 15. Aufl. Dt. Übersetzung aus dem Englischen von Klaus Thiele-Dohrmann. Zürich/ Düsseldorf: Walter Verlag. [Originaltitel: Man and his Symbols. London: Aldus Books Limited.]. S. 27-28. Nachfolgend zitiert als: Der Mensch und seine Symbole und Seitenangabe.
10 vgl. Der Mensch und seine Symbole. S. 67-83.
11 Ebd. S.50.
12 Fromm, Waldemar und Scherer, Christina: Der Traum, die Künste und die Wissenschaften.
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