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Subtitle: Eine empirische Studie
Diploma Thesis, 2008, 142 Pages
Authors: André Steiner, Matthias Strobel
Subject: Economics / Business: Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Details
Institution/College: University of Augsburg (Marketing Lehrstuhl)
Tags: Werbewirkung, Nachhaltigkeitsmarketing, Sustainability-Zertifikaten, Diplomarbeit
Year: 2008
Pages: 142
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 100 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19459-9
ISBN (Book): 978-3-640-19467-4
File size: 3869 KB
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Abstract
In den letzten Jahren hat sich die Wahrnehmung von Umweltthemen verändert. Nach dem Abebben einer Welle von ökologisch geprägter Werbung, die Anfang der 1990er Jahre den Markt nahezu überschwemmte, entwickelt sich seit einiger Zeit ein neues Motiv auch für die werbetreibenden Unternehmen – ‚Nachhaltigkeit‘. Nahezu kein Thema würde besser in unsere Zeit passen in der die Begriffe ‚Ressourcenverknappung‘, ‚Klimawandel‘ oder auch ‚Nord-Süd-Gefälle‘ in jedermanns Munde sind. Nachhaltigkeit hat sich, wenn auch (noch) nicht als Begriff, sondern eher in seinen Teilgebieten zu einem dominanten Thema unserer Zeit entwickelt. Da verwundert es auch nicht, dass Unternehmen aus nahezu allen Branchen mittlerweile versuchen in einem der Themenfelder ‚zu punkten‘. Über Werbung für Produkte aus der Region, die mit kurzen Transportwegen Käufer gewinnen sollen, oder biologisch abbaubare Verpackungen, über Fair-Trade Produkte, bis hin zum Betriebssystem (Windows Vista), das helfen soll Energie zu sparen, sind der Phantasie der Anbieter scheinbar keine Grenzen gesetzt. Auch die Verbraucher können sich mit dem Leitbild der Nachhaltigkeit identifizieren. Die Zustimmung zu nachhaltigen Prinzipien, wie schonender Ressourcenverbrauch, Generationengerechtigkeit oder fairer Handel, hat sich in den Jahren 2002 bis 2004 um sechs Prozentpunkte auf 88% Zustimmungsgrad erhöht (vgl. Internetquelle 1). Der Begriff der Nachhaltigkeit hat es indes noch schwer den Durchbruch in der Werbung zu schaffen. Zu oft wird er in unterschiedlichstem Kontext verwendet. So werben sogar Versicherungsunternehmen mit ‚nachhaltiger Vorsorge‘ und meinen damit natürlich keine der oben angeführten Prinzipien. Unternehmen, die sich tatsächlich dem kompletten Leitbild der Nachhaltigkeit verschrieben haben, stehen auch deshalb vor einer schweren Aufgabe: Wie können sie ihr unternehmerisches Engagement für Gesellschaft und Umwelt den Verbrauchern vermitteln und dadurch zu monetären Vorteilen gelangen?
Excerpt (computer-generated)
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis VI
Formelverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VIII
1
Einleitung 1
2
Zielsetzung 2
3
Theoretische Überlegungen 3
3.1
Nachhaltigkeit 3
3.2
Das Normaktivierungsmodell von Schwartz 6
3.2.1
Übertragung des Normaktivierungsmodells auf die vorliegende Studie 8
3.3
Zielgröße 11
3.3.1
Verhaltensmotivation - Zahlungsbereitschaft (Willingness To Pay) 11
3.4
Einflussgrößen 13
3.4.1
Moralische Normen 13
3.4.1.1 Soziale Normen 13
3.4.1.2 Persönliche Normen 15
3.4.2
Wahrgenommene Konsequenzen 16
3.4.3
Zugeschriebene Verantwortung 17
3.4.4
Werte 17
3.4.5
Produktkategorie 18
3.4.6
Claims 20
3.4.7
Zertifikate 21
3.4.8
Einstellung zum Produkt 24
3.4.8.1 Kognitive Komponente 26
I
Inhaltsverzeichnis
3.4.8.2 Affektive Komponente 27
3.5
Funktionale Beziehungen 30
3.5.1
Soziale Normen 30
3.5.2
Persönliche Normen 31
3.5.3
Wahrgenommene Konsequenzen und zugeschriebene Verantwortung 32
3.5.4
Werte 33
3.5.5
Produktkategorie 34
3.5.6
Claims 35
3.5.7
Zertifikate 36
3.5.8
Einstellung zum Produkt 37
4
Messtheoretische Überlegungen 40
4.1
Erhebungstechnik 40
4.2
Skalierung 41
4.3
Gütekriterien der Messung 42
4.3.1
Reliabilität 42
4.3.2
Validität 42
4.3.3
Objektivität 43
4.4
Zahlungsbereitschaft 44
4.4.1
Reliabilität 46
4.4.2
Validität 47
4.4.2.1 Hypothetische
Bias 47
4.4.2.2 Strategische Bias 48
4.5
Persönliche Normen 49
4.6
Soziale Normen 49
4.7
Wahrgenommene Konsequenzen und zugeschriebene Verantwortung 50
4.8
Werte 51
4.9
Einstellung zum Produkt 52
II
Inhaltsverzeichnis
4.9.1
Kognitive Komponente 52
4.9.2
Affektive Komponente 53
5
Stand der empirischen Forschung 56
5.1
Pro-Social Consumer Influence Strategies: When and how do they work 56
5.2
Do people care about ethics? Willingness to pay for fair-trade coffee 60
5.3
Altruism and market-like behavior: an analysis of willingness to pay for recycled
paper products 63
6
Hypothesen 65
6.1
Hypothese 1 65
6.2
Hypothese 2 65
6.3
Hypothese 3 65
6.4
Hypothese 4 66
6.5
Hypothese 5 66
6.6
Hypothese 6 66
6.7
Hypothese 7 67
6.8
Hypothese 8 67
6.9
Hypothese 9 67
6.10
Hypothese 10 68
7
Empirische Studie 69
7.1
Pretest 69
7.2
Operationalisierung 70
7.2.1
Aufbau des Fragebogens 71
7.3
Beschreibung der Stichprobe 72
7.4
Dimensionsreduktion und Reliabilitätsanalysen 73
7.4.1
Wahrgenommene Konsequenzen 74
7.4.2
Zugeschriebene Verantwortung 74
7.4.3
Einstellung zum Produkt 75
III
Inhaltsverzeichnis
7.4.3.1 Affektive Komponente 75
7.4.3.2 Kognitive Komponente 76
7.4.4
Information 77
7.4.5
Werte 77
7.4.5.1 Universalistische Werte 77
7.4.5.2 Humanistische Werte 78
7.4.6
Persönliche Normen 78
7.4.7
Soziale Normen 79
7.4.8
Nachhaltigkeitsbewusstsein 79
7.4.9
Wissen 80
7.4.10 Involvement 80
7.5
Prüfung auf Strukturgleichheit 81
7.5.1
Geschlecht 81
7.5.2
Alter 81
7.5.3
Schulbildung 82
7.5.4
Beruf 82
7.5.5
Involvement 82
7.5.6
Nachhaltigkeitsbewusstsein 83
7.5.7
Zusammenfassung der Ergebnisse zur Strukturgleichheit 83
7.6
Deskriptive Überlegungen 84
7.6.1
Beschreibung des allgemeinen Nachhaltigkeitsbewusstseins 84
7.6.2
Beschreibung des Informationsgefühls 86
7.7
Überprüfung der Hypothesen 87
7.7.1
Hypothese 1 87
7.7.2
Hypothese 2 89
7.7.3
Hypothese 3 90
7.7.4
Hypothese 4 90
IV
Inhaltsverzeichnis
7.7.5
Hypothese 5 91
7.7.6
Hypothese 6 93
7.7.7
Hypothese 7 95
7.7.8
Hypothese 8 96
7.7.9
Hypothese 9 97
7.7.10 Hypothese 10 98
8
Fazit 101
Anhang A
Eidesstattliche Erklärung A
Werbeanzeigen C
Fragebogen E
Pretest M
Literaturverzeichnis R
Verzeichnis der Internetquellen EE
V
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Grundmodell 6
Abbildung 2: Studienmodell 39
Abbildung 3: SAM-Self Assessment Manikin 54
Abbildung 4: Kreuztabelle Nachhaltigkeitsbewusstsein in Abhängigkeit vom Alter 84
Abbildung 5: Kreuztabelle Nachhaltigkeitsbewusstsein in Abhängigkeit vom Geschlecht 85
Abbildung 6: Kreuztabelle Informationsgefühl in Abhängigkeit von der Schulbildung 86
Formelverzeichnis
Formel 1: Regressionsanalyse Hypothese 1 88
Formel 2: Regressionsanalyse Hypothese 7 95
Formel 3: Berechnung der relativen Zahlungsbereitschaft 97
Formel 4: Regressionsanalyse Hypothese 9 98
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Gruppenaufteilung in den Fragebögen ,Audi` und ,Coca Cola` 71
Tabelle 2: Gruppenaufteilung in den Fragebögen ,Siemens` und ,Adidas` 71
Tabelle 3: Dimensionsreduktion ,Wahrgenommene Konsequenzen` 74
Tabelle 4: Dimensionsreduktion ,Wahrgenommene Verantwortung` 74
Tabelle 5: Dimensionsreduktion ,Einstellung Affektive Komponente` 75
Tabelle 6: Faktoranalyse ,Affektive Komponente: Mustermatrix` 75
Tabelle 7: Dimensionsreduktion ,Affektive Komponente Freude` 76
Tabelle 8: Dimensionsreduktion ,Einstellung Kognitive Komponente` 76
Tabelle 9: Dimensionsreduktion ,Information` 77
Tabelle 10: Dimensionsreduktion ,Universalistische Werte` 77
Tabelle 11: Dimensionsreduktion ,Humanistische Werte` 78
Tabelle 12: Dimensionsreduktion ,Persönliche Normen` 78
Tabelle 13: Dimensionsreduktion ,Soziale Normen` 79
Tabelle 14: Dimensionsreduktion ,Nachhaltigkeitsbewusstsein` 79
VI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 15: Ergebnisse der Prüfung auf Strukturgleichheit für das Involvement 82
Tabelle 16: Mittelwerte universalistische Werte nach Geschlecht 85
Tabelle 17: Mittelwerte humanistische Werte nach Geschlecht 85
Tabelle 18: Ergebnisse T-Test Hypothese 2 89
Tabelle 19: Ergebnisse T-Test Hypothese 3 90
Tabelle 20: Ergebnisse T-Test Hypothese 4 91
Tabelle 21: Median-Split bei AC und AR 92
Tabelle 22: Ergebnisse der Regressionsanalyse Hypothese 5 93
Tabelle 23: Ergebnisse der Regressionsanalyse Hypothese 6 94
Tabelle 24: Prüfung der Voraussetzungen Hypothese 8 96
Tabelle 25: Ergebnisse der Regressionsanalyse Hypothese 8 96
Tabelle 26: Prüfung der Voraussetzungen Hypothese 10 98
Tabelle 27: Ergebnisse der Regressionsanalyse Hypothese 10 99
VII
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
AC wahrgenommene
Konsequenzen (awareness of consequences)
AR zugeschriebene
(wahrgenommene) Verantwortung (ascription
(awareness) of responsibility)
ebd. Ebenda
et al.
Lateinisch: ,und andere`
etc. et
cetera
f. folgende
Seite
ff. folgende
Seiten
S. Seite
vgl. vergleiche
z.B. zum
Beispiel
VIII
Einleitung
1 Einleitung
In den letzten Jahren hat sich die Wahrnehmung von Umweltthemen verändert. Nach dem
Abebben einer Welle von ökologisch geprägter Werbung, die Anfang der 1990er Jahre den
Markt nahezu überschwemmte, entwickelt sich seit einiger Zeit ein neues Motiv auch für die
werbetreibenden Unternehmen ,Nachhaltigkeit`. Nahezu kein Thema würde besser in un-
sere Zeit passen in der die Begriffe ,Ressourcenverknappung`, ,Klimawandel` oder auch
,Nord-Süd-Gefälle` in jedermanns Munde sind. Nachhaltigkeit hat sich, wenn auch (noch)
nicht als Begriff, sondern eher in seinen Teilgebieten zu einem dominanten Thema unserer
Zeit entwickelt. Da verwundert es auch nicht, dass Unternehmen aus nahezu allen Branchen
mittlerweile versuchen in einem der Themenfelder ,zu punkten`. Über Werbung für Produkte
aus der Region, die mit kurzen Transportwegen Käufer gewinnen sollen, oder biologisch ab-
baubare Verpackungen, über Fair-Trade Produkte, bis hin zum Betriebssystem (Windows
Vista), das helfen soll Energie zu sparen, sind der Phantasie der Anbieter scheinbar keine
Grenzen gesetzt.
Auch die Verbraucher können sich mit dem Leitbild der Nachhaltigkeit identifizieren. Die
Zustimmung zu nachhaltigen Prinzipien, wie schonender Ressourcenverbrauch, Generatio-
nengerechtigkeit oder fairer Handel, hat sich in den Jahren 2002 bis 2004 um sechs Prozent-
punkte auf 88% Zustimmungsgrad erhöht (vgl. Internetquelle 1). Der Begriff der Nachhaltig-
keit hat es indes noch schwer den Durchbruch in der Werbung zu schaffen. Zu oft wird er in
unterschiedlichstem Kontext verwendet. So werben sogar Versicherungsunternehmen mit
,nachhaltiger Vorsorge` und meinen damit natürlich keine der oben angeführten Prinzipien.
Unternehmen, die sich tatsächlich dem kompletten Leitbild der Nachhaltigkeit verschrieben
haben, stehen auch deshalb vor einer schweren Aufgabe: Wie können sie ihr unternehmeri-
sches Engagement für Gesellschaft und Umwelt den Verbrauchern vermitteln und dadurch
zu monetären Vorteilen gelangen?
1
Zielsetzung
2 Zielsetzung
Genau dieses Thema soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Wie sollte eine
Werbeanzeige gestaltet sein, damit das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Verbraucher akti-
viert wird und jene zu einer möglichst hohen Zahlungsbereitschaft animiert werden? Dabei
wird als Grundmodell das Normaktivierungsmodell von Schwartz verwendet, welches in
zahlreichen Studien, auch aus der Wirtschaftstheorie, bereits Anwendung gefunden hat.
Untersucht werden Werbeanzeigen verschiedenen Inhalts. So könnte der Weg zur Förde-
rung der Zahlungsbereitschaft durch Werbung mit Nachhaltigkeitsthemen in Zukunft über
Zertifikate führen, die den Verbrauchern auf den ersten Blick signalisieren, dass bestimmte
Produkte den Grundsätzen der Nachhaltigkeit entsprechen. Aber auch aktivierende Claims
könnten den Werbeerfolg eines Produkts steigern. Schließlich wäre es möglich, dass, gemäß
den Annahmen des Grundmodells, ausschließlich die wahrgenommenen Konsequenzen und
die zugeschriebene Verantwortung einer Handlung ausreichen, gewünschtes Verhalten zu
beeinflussen. All dies soll in nachfolgender Studie anhand verschiedenen manipulierter Wer-
beanzeigen evaluiert und Handlungsempfehlungen zur Gestaltung nachhaltiger Anzeigen
getroffen werden. Ferner sollen Unterschiede von verschiedenen Produktkategorien ausge-
macht werden. Annahmegemäß nehmen bei Verhalten im Nachhaltigkeitskontext, also in
einer teils altruistisch motivierten Handlung, soziale Zwänge, die im Modell als soziale Nor-
men konzeptualisiert sind, eine eher untergeordnete Rolle ein, sofern es sich nicht um pres-
tigeträchtige Produkte handelt. Deshalb werden je zwei prestigeträchtige und zwei ,normale`
Produkte untersucht und die jeweilige Zahlungsbereitschaft als Messgröße für die Eignung
solcher Produkte für nachhaltige Werbung gegenübergestellt.
Neben diesen Erweiterungen des Schwartz′schen Modells soll außerdem ein Modellbaustein
untersucht werden, der in vielen bisherigen Studien meist keine Rolle spielte der Einfluss
der individuellen Werte auf die persönlichen Normen. Von ihnen wird erwartet, dass sie ei-
nen wesentlichen Faktor für die Entstehung der persönlichen Normen darstellen. Dies soll
anhand verschiedener Wertekategorien untersucht werden.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Ziel dieser Studie ist, den Sinn nach-
haltig motivierter Werbung zu evaluieren und konkrete Empfehlungen zur Gestaltung von
Werbeanzeigen und Manipulationsformen zu entwerfen.
2
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