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Die Tragödie Ödipus

Scholarly Research Paper, 2002, 21 Pages
Author: Iris Gorke
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V11590
ISBN (E-book): 978-3-638-17707-8

File size: 556 KB


Excerpt (computer-generated)

Die Tragödie Ödipus

Fachhochschule München
Fachbereich Sozialwesen

Iris Gorke
11. 01. 2002

 

Gliederung

1. Einleitung  S. 1

2. Die Tragödie
2.1 Was ist die Tragödie? Ursprung und Entstehung  S. 2
2.2 Was will die Tragödie  S. 3

3. Ödipus und die Psychoanalyse
3.1 Handlungsablauf des König Ödipus  S. 6
3.2 Der Ödipuskomplex  S. 8
3.3 Freuds Analogie von Ödipuskomplex und Totemismus  S. 10
3.4 Inzest und Tabu  S. 12
3.5 Inzest heute  S. 13

4. Wissen und Nichtwissen in der Ödipusgeschichte  S. 16

5. Schlussgedanken  S. 18

Verwendete Literatur

1. Einleitung

Horoskope erfreuen sich in vielen Tageszeitungen nach wie vor großer Beliebtheit. Sicher, die meisten überfliegen ihr Horoskop, andere nehmen es aber ernster. Die Aussagekraft der Astrologie ist sehr umstritten. Es lässt sich jedoch ein aus diesem Verhalten resultierendes Interesse an der eigenen Zukunft nicht bestreiten. Der Mensch, ob in der Antike oder der Gegenwart, möchte seine Zukunft wissen. Die alten Fragen:“Ist unsere Zukunft vorherbestimmt?“; “Gibt es ein Schicksal?“ sind heute noch so aktuell wie damals bei den Philosophen im alten Griechenland. Es stellt sich uns wiederum die Frage, wenn unsere Zukunft vorherbestimmt ist, wie gehen wir dann mit Schicksalsschlägen und unserer Eigenverantwortung für unser Leben um? Aber selbst wenn je ein Horoskop uns unsere Zukunft sagen könnte, welche Bedeutung hätte dieses Wissen, wenn wir uns davon abhängig machten? Wäre es nicht eher ein Nichtwissen über uns selbst? Sind es nicht wir selbst, die unser Schicksal steuern? In „König Ödipus“ findet Ödipus zu sich selbst. Nähert man sich dem Werk, fallen einem die verschiedensten Gesichtspunkte auf, zu denen man jeweils eine eigene Studienarbeit schreiben könnte. Das Drama „König Ödipus“ von Sophokles ( um 496 v. Chr. ) gilt als die Urform der Schicksalstragödie, daher möchte ich zuerst auf die Tragödie im allgemeinen eingehen, um dann die Handlung des „Ödipus“ und dessen Schicksalhaftigkeit zu erörtern. Nicht vorbei kommt man ebenso an der Assoziation, die die meisten haben werden, von Ödipus und Ödipuskomplex, wie dessen Begründer S. Freud. Er hat sich auch der Inzestproblematik gewidmet. Im dritten Abschnitt werde ich auch auf seinen Vergleich von Strukturen des Ödipuskomplexes mit denen des Totemismus eingehen. Ein wesentlicher Teil, sowohl bei Ödipus, als auch dem Ödipuskomplex, ist der Inzest. Durch die gesamte Arbeit zieht sich ein Strang von Wissen und Nichtwissen, den ich im letzten Abschnitt genauer ausführen werde. Gerade in der Sozialen Arbeit ist man mit „tragischen Einzelschicksalen“ ,wie ausgesetzte Kinder, Inzest in Familien, oder Suizid konfrontiert. Dies sind Themen, die sich nicht nur in unserer Kultur abspielen, sondern auch in der Ödipusgeschichte. Was zeigt die klassische Tragödie Ödipus? Welche Strukturen von Wissen und Nichtwissen verbergen sich in der Ödipusgeschichte?

2. Die Tragödie

Die geschichtlich älteste Form des Dramas im Abendland ist die Tragödie. Unter dem Begriff Tragödie ist im Lexikon folgende Erklärung zu finden: „gr.), Trauerspiel (wörtl. = Bocksgesang, Teil des Dionysos-Kultes als Gesang bei der Opferung eines Bocks), früheste Art des Dramas, schildert den Widerstreit des einzelnen gegen das Allgemeine (z.B. Schicksal, sittl. Weltordnung), wobei der Held innerlich oder äußerlich zugrunde geht., Die Tragödie wurde als Kunstform von den Griechen entwickelt und ist in dieser Urform seit Jahrtausenden erhalten. Nach Aristoteles bewirkt die Tragödie eine Katharsis (Reinigung), indem sie durch die Erregung von Mitleid und Furcht die erleichternde Entladung dieser mitleidigen und furchtsamen Gemütsbewegungen hervorruft.“1

2.1 Was ist die Tragödie? Ursprung und Entstehung

„Die griechischen Tragödien sind in der Regel aus den Heroenmythen entstanden. Mythen waren im griechischen Alltag umlaufende Erzählungen. Sie handelten von menschenähnlich gestalteten (anthropomorphen) Göttern und götternahen Menschen (Heroen), manchmal auch von urtümlichen Ungeheuern und seltsamen Mischwesen. Ein wesentlicher Unterschied der Tragödie (ab ca. 534 v. Chr.) zu den Mythen besteht darin, dass zwar einerseits die selben Themen (Schicksal, Existenz, Initiation) wiedergegeben werden, aber nun der Mensch und sein irdisches Schicksal die Hauptrolle spielt. Es sind nicht mehr die Siege über Ungeheuer, die hier entscheidend sind, sondern die alten Geschichten werden benutzt, um menschliche Probleme darzustellen. Bei Ödipus tritt zwar die Sphinx, ein mythisches Ungeheuer, auf, hat aber eher eine Nebenrolle, und Ödipus besiegt es unspektakulär mit der Lösung eines Rätsels. Vielmehr geht es hier um den unwissentlichen Mord an seinem Vater und der ahnungslosen Heirat seiner Mutter.“2

 

[....]


1:  Stichwort Tragödie, Data Becker GmbH &Co KG, Das große Lexikon 1999, CD-Rom
2:  Vgl. Seeck, Gustav Adolf: Die griechische Tragödie, Reclam Verlag, Stuttgart 2000, S. 165 ff.


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