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- Replikation und Extension der klassischen Untersuchung von Camille B. Wortman (1975)

Autor: Dipl. Psychologe Anke Paulini
Fach: Psychologie - Kognitive Psychologie

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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 105
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 54  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 9137 KB
Archivnummer: V116502
ISBN (E-Book): 978-3-640-18227-5
Anmerkungen :
Schlüsselwörter: Illusionäre Kontrollwahrnehmung, irrationale Überzeugungen, Kontrollmotivation, DepressionSchlüsselwörter: Illusionäre Kontrollwahrnehmung, irrationale Überzeugungen, Kontrollmotivation, Depression

Zusammenfassung / Abstract

Illusionäre Kontrollwahrnehmung ist ein Phänomen, das in vielen alltäglichen Situationen auftritt. Eine subjektive Wahrnehmung der Kontrollierbarkeit von Situationen, auch wenn diese reell nicht gegeben ist, geht häufig mit psychischem Wohlbefinden einher. Negative Implikationen finden sich hingegen vor allem im Glücksspielbereich, indem illusionäre Kontrollwahrnehmung zu exzessiverem Spielverhalten beiträgt. Um das Phänomen der illusionären Kontrollwahrnehmung für praktische Interventionen – wie beispielsweise der Therapie der Spielsucht – nutzen zu können, soll diese Untersuchung zum besseren Verständnis der Entstehungsmechanismen illusionärer Kontrollwahrnehmung und deren Korrelate beitragen. Die vorliegende Arbeit basiert auf der von Wortman 1975 veröffentlichten Untersuchung “Some determinantes of perceived control”. Auf diesem klassischen Experiment aufbauend soll der Einfluss der beiden unabhängigen Variablen Verursachung und Vorauswissen auf die erlebte illusionäre Kontrollwahrnehmung untersucht werden. Das Experiment entspricht einem Glücksspiel, bei dem aus einem Beutel eine von zwei farblich verschiedenen Murmeln gezogen wird. Laut Wortman nimmt eine Person mehr Kontrolle über das erzielte Ergebnis wahr, wenn sie die Murmel selbst zieht und vorher weiß, welche Murmel gewinnt. In der vorliegenden Untersuchung werden alle drei experimentellen Bedingungen von Wortman repliziert: a) „Verursachung - Vorauswissen “, b) „Verursachung - kein Vorauswissen“, c) „keine Verursachung - Vorauswissen“ und zusätzlich um die aus einer vollständigen experimentellen Kreuzung resultierenden vierten Bedingung, d) „keine Verursachung - kein Vorauswissen“, ergänzt. Zur Erfassung der illusionären Kontrollwahrnehmung wurde im Rahmen dieser Untersuchung ein Fragebogeninstrument entwickelt. Entgegen der Hypothese und den Befunden von Wortman zeigte sich in der vorliegenden Studie, dass Vorauswissen keinen Einfluss auf die Entstehung illusionärer Kontrollwahrnehmung hat. Verursachung allein führt hier zu einer verstärkten Wahrnehmung von Kontrolle und nicht wie bei Wortman die Interaktion aus Verursachung und Vorauswissen. Zusätzlich wird der Zusammenhang von illusionärer Kontrollwahrnehmung mit irrationalen Überzeugungen, mit Kontrollmotivation sowie mit Depression untersucht.

Textauszug (computergeneriert)

"Some determinants of perceived control"

Replikation und Extension der klassischen

Untersuchung von Camille B. Wortman (1975)

Diplomarbeit am Department Psychologie

der Ludwig-Maximilians-Universität München

Von Anke Paulini

Studentin der Psychologie 11. Fachsemester


Danksagung

Hiermit möchte ich mich bei allen bedanken, die mir während der Entstehung dieser

Diplomarbeit zur Seite standen.

In erster Linie möchte ich mich bei Herrn Dipl.-Psych. Matthias Spörrle bedanken, der durch

seine kompetente und freundschaftliche Betreuung einen großen Beitrag zur Entstehung

dieser Arbeit geleistet hat. Von Anbeginn der Themenfindung bis zur Abgabe der Arbeit

konnte ich mich stets auf seine Unterstützung verlassen.

Des Weiteren möchte ich mich bei Kerstin Jacobsen für die abschließende Durchsicht meiner

Arbeit bedanken.

Ein besonderer Dank kommt auch Hannes Jacobsen zu, der während dieser ganzen Zeit

besonders verständnisvoll und rücksichtsvoll mir stets zur Seite stand.

Herzlich bedanken möchte ich mich auch bei Cindy Bönhardt, die mir nicht nur während der

Entstehung der Diplomarbeit hilfreiche Anregungen gab, sondern mir auch während des

gesamten Studiums immer eine große Stütze war.

Besonders möchte ich auch Marina und Peter, meinen Eltern, für ihre vielfältige Hilfe und

Unterstützung danken, sowie Markus Paulini, der bei der fotografischen Dokumentation

behilflich war.

2


Inhaltsverzeichnis

Tabellen 6

Abbildungen 6

Zusammenfassung und Schlüsselwörter 7

Abstract and keywords 9

Einführung 11

Illusionäre Kontrollwahrnehmung

11

Illusionäre Kontrollwahrnehmung nach Langer 12

Weitere illusionäre Kontrolle bedingende Faktoren 14

Realitätsintrusion 16

Kritik an der bisherigen Forschung 18

Die Studie von Wortman (1975) "Some determinantes of perceived control"

20

Versuchsaufbau und Methode 20

Ergebnisse 22

Gründe für die Replikation und Kritik 22

Irrationale Überzeugungen nach Ellis

24

Definition 24

Der Zusammenhang zwischen irrationalen Überzeugungen und illusionärer

Kontrollwahrnehmung 25

Kontrollmotivation nach Burger

27

Definiton 27

Der Zusammenhang zwischen Kontrollmotivation und illusionärer

Kontrollwahrnehmung 27

Depression

28

Der Zusammenhang zwischen Depression und illusionärer Kontrollwahrnehmung 28

Depression als Kontrollvariable 29

Ableitung der Hypothesen

30

Methode 31

Stichprobe

31

Versuchsdesign

32

Versuchsablauf

32

Versuchsmaterial

34

Erfassung der Abhängigen Variable

34

3


Erfassung der irrationalen Überzeugungen

37

Erfassung der Kontrollmotivation.

40

Erfassung der Depression

40

Reihenfolgeversionen

41

Imputation fehlender Werte

42

Ergebnisse 43

Geschlechtsunterschiede

43

Hypothese 1

43

Depression als Mediator des Zusammenhangs von Irrationalität und genereller

illusionärer Kontrollwahrnehmung

50

Hypothese 2

51

Hypothese 3

54

Hypothese 4

55

Überprüfung der Auswirkung der Kontrollvariable ,,Gewonnen vs. Verloren" auf die

Beantwortung des Fragebogens zur Erfassung illusionärer Kontrollwahrnehmung

58

Einschätzung der ´subjektiven Gewinnwahrscheinlichkeit´ und Irrationalität

58

Diskussion 61

Zusammenfassung der Ergebnisse

61

Verursachung als alleinige Determinante von illusionärer Kontrollwahrnehmung 61

Depression als Mediator des positiven Zusammenhangs von Irrationalität mit

illusionärer Kontrollwahrnehmung 62

Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit illusionärer Kontrollwahrnehmung 62

Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit irrationalen Überzeugungen 63

Zusammenhang von ´Einschätzung der subjektiven Gewinnwahrscheinlichkeit´ mit

Irrationalität 63

Interpretation der Ergebnisse und Alternativerklärungen

64

Mögliche Gründe für Verursachung als alleinige Determinante von illusionärer

Kontrollwahrnehmung 64

Mögliche Gründe für den positiven Zusammenhang von Depression mit illusionärer

Kontrollwahrnehmung 65

Mögliche Gründe für die Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit illusionärer

Kontrollwahrnehmung 67

Mögliche Gründe für die Zusammenhänge von Kontrollmotivation mit irrationalen

Überzeugungen 68

4


Mögliche Gründe für den Zusammenhang von ´Einschätzung der subjektiven

Gewinnwahrscheinlichkeit´ mit Irrationalität 69

Grenzen der vorliegenden Untersuchung

71

Einschränkungen aufgrund des Gewinnspiels 71

Einschränkungen aufgrund der untersuchten Stichprobe 72

Einschränkungen aufgrund der verwendeten Fragebogeninstrumente 73

Einschränkungen aufgrund der verwendeten statistischen Verfahren 73

Implikationen für künftige Forschung

74

Erfassung illusionärer Kontrollwahrnehmung 74

Erfassung irrationaler Überzeugungen 75

Erforschung des Zusammenhangs zwischen ´Einschätzung der subjektiven

Wahrscheinlichkeit´ und Irrationalität 75

Erfassung der auf Verhaltensebene bestehenden Korrelate der illusionären

Kontrollwahrnehmung 76

Literaturverzeichnis 78

Internetquelle 82

Anhänge 83

Anhang A:

Deckblatt des gesamten Fragebogens

83

Anhang B:

Skala zur Erfassung der illusionären Kontrollwahrnehmung (SIK)

85

Anhang C:

Skala zur Erfassung der irrationalen Überzeugungen

87

Anhang D:

Skala zur Erfassung der demographischen Daten

92

Anhang E:

Die Items der 12 IRBs mit Faktorenstruktur

94

Anhang F:

Dokumentation des Versuchsablaufs anhand von Fotos

95

Bedingung ,,Verursachung - Vorauswissen" 96

Bedingung ,,Verursachung - kein Vorauswissen" 97

Bedingung ,,keine Verursachung - Vorauswissen" 99

Bedingung ,,keine Verursachung - kein Vorauswissen" 101

Versuchsperson wählt jeweils eine weiße und eine grüne Murmel für die Durchführung

des Gewinnspiels aus 103

Versuchspersonen beim Ausfüllen der Fragebögen 104

5


Tabellen

Tabelle 1: Die drei Bedingungen der Untersuchung von Wortman (1975) 21

Tabelle 2: Zusammenfassung der hierarchischen Regressionsanalyse zur Vorhersage des

Konstrukts ,,generelle illusionäre Kontrollwahrnehmung" anhand der Prädiktoren

Verursachung und Vorauswissen, Kontrollmotivation, Irrationalität, Depression. 47

Tabelle 3: Zusammenfassung der hierarchischen Regressionsanalyse zur Vorhersage des

Konstrukts ,,generelle illusionäre Kontrollwahrnehmung" anhand der Prädiktoren

Verursachung und Vorauswissen, Kontrollmotivation, Irrationalität, Depression mit

rangtransformierten Daten 49

Tabelle 4: Darstellung der Korrelationen zwischen genereller illusionärer

Kontrollwahrnehmung und Irrationalität (12 IRBs und Six IRBs). 53

Tabelle 5: Darstellung der Korrelationen zwischen den Irrationalitäts- und den

Kontrollmotivationskennwerten 57

Abbildungen

Abbildung 1. Veranschaulichung der Modellierung der 3-Faktorenlösung mit einem Faktor 36

Abbildung 2. Veranschaulichung der Modellierung der 3-Faktorenlösung mit einem Faktor 39

Abbildung 3. Ausprägung der ,,generellen illusionären Kontrollwahrnehmung" in

Abhängigkeit von Verursachung vs. keine Verursachung und Vorauswissen vs. kein

Vorauswissen. 44

Abbildung 4. Mediator-Effekt der Depression auf den Zusammenhang zwischen Irrationalität

und illusionärer Kontrollwahrnehmung. 51

Abbildung 5. Graphische Darstellung des jeweiligen Mittelwerts der drei Gruppen für die Six

IRBs 60

Abbildung 6. Graphische Darstellung des jeweiligen Mittelwerts der drei Gruppen für den

Faktor "Demandingness" 60

6


Zusammenfassung und Schlüsselwörter

Illusionäre Kontrollwahrnehmung ist ein Phänomen, das in vielen alltäglichen Situationen

auftritt. Eine subjektive Wahrnehmung der Kontrollierbarkeit von Situationen, auch wenn

diese reell nicht gegeben ist, geht häufig mit psychischem Wohlbefinden einher. Negative

Implikationen finden sich hingegen vor allem im Glücksspielbereich, indem illusionäre

Kontrollwahrnehmung zu exzessiverem Spielverhalten beiträgt. Um das Phänomen der

illusionären Kontrollwahrnehmung für praktische Interventionen ­ wie beispielsweise der

Therapie der Spielsucht ­ nutzen zu können, soll diese Untersuchung zum besseren

Verständnis der Entstehungsmechanismen illusionärer Kontrollwahrnehmung und deren

Korrelate beitragen.

Die vorliegende Arbeit basiert auf der von Wortman 1975 veröffentlichten Untersuchung

"Some determinantes of perceived control". Auf diesem klassischen Experiment aufbauend

soll der Einfluss der beiden unabhängigen Variablen Verursachung und Vorauswissen auf die

erlebte illusionäre Kontrollwahrnehmung untersucht werden. Das Experiment entspricht

einem Glücksspiel, bei dem aus einem Beutel eine von zwei farblich verschiedenen Murmeln

gezogen wird. Laut Wortman nimmt eine Person mehr Kontrolle über das erzielte Ergebnis

wahr, wenn sie die Murmel selbst zieht und vorher weiß, welche Murmel gewinnt. In der

vorliegenden Untersuchung werden alle drei experimentellen Bedingungen von Wortman

repliziert: a) ,,Verursachung - Vorauswissen ", b) ,,Verursachung - kein Vorauswissen", c)

,,keine Verursachung - Vorauswissen" und zusätzlich um die aus einer vollständigen

experimentellen Kreuzung resultierenden vierten Bedingung, d) ,,keine Verursachung - kein

Vorauswissen", ergänzt. Zur Erfassung der illusionären Kontrollwahrnehmung wurde im

Rahmen dieser Untersuchung ein Fragebogeninstrument entwickelt. Entgegen der Hypothese

und den Befunden von Wortman zeigte sich in der vorliegenden Studie, dass Vorauswissen

keinen Einfluss auf die Entstehung illusionärer Kontrollwahrnehmung hat. Verursachung

allein führt hier zu einer verstärkten Wahrnehmung von Kontrolle und nicht wie bei Wortman

die Interaktion aus Verursachung und Vorauswissen.

Zusätzlich wird der Zusammenhang von illusionärer Kontrollwahrnehmung mit irrationalen

Überzeugungen, mit Kontrollmotivation sowie mit Depression untersucht. Aus den

Ergebnissen wird ersichtlich, dass illusionäre Kontrollwahrnehmung und irrationale

Überzeugungen in Zusammenhang stehen, jedoch wird dieser Zusammenhang durch die

Depressivität mediiert. Zudem geht eine starke Ausprägung von irrationalen Überzeugungen

mit hohen Werten auf der Depressionsskala einher, was wiederum mit einer starken

7


Ausprägung der illusionären Kontrollwahrnehmung verbunden ist. Für Kontrollmotivation

ließ sich weder mit illusionärer Kontrollwahrnehmung noch mit Irrationalität ein positiver,

systematischer Zusammenhang finden. Ein erwarteter positiver Zusammenhang zeigte sich

für Irrationalität nur vereinzelt auf Ebene der Skalensubdimensionen und für illusionäre

Kontrollwahrnehmung allein in Abhängigkeit der beiden experimentellen Bedingungen mit

Vorauswissen. Ansonsten ging eine hohe Kontrollmotivation mit geringer illusionärer

Kontrollwahrnehmung sowie mit geringer Ausprägung der irrationalen Überzeugungen

einher.

Schlüsselwörter:

Illusionäre Kontrollwahrnehmung, irrationale Überzeugungen,

Kontrollmotivation, Depression

8


Abstract and keywords

Illusion of control is a phenomena that appears in many daily situations. A subjective

perception of the controlability of specific situations, although it is in reality not given, is

often accompanied by psycological wellbeing. On the other side negative implications of

illusion of control are often found in connection with gambling, where illusion of control

contributes to more excessive gambling behaviour. In order to enable the phenomena of

illusion of control for a usage of practical intervention, as for example ediction-to-gambling-

therapies, this research aims at deeper understandig of the mechanisims responsible for the

development of illusion of control and its correlates.

The present work is based on a research, published by Wortman in 1975: "Some

determinantes of perceived control". Founded on this classical experiment the influence of the

two independent variables cause and foreknowledge on the experienced illusion of control

shall be investigated. The chance determined experiment is equivalent to a game of chance in

which one out of two marbles, coded with different colors, were picked out of a bag. Due to

this experiment Wortman concluded, that a person experiences more control over the outcome

obtained, if the marble is picked by the person itself and the person knows before picking

which marble wins. This study replicates all three of Wortman′s original experimental

conditions: a) "subject-caused - foreknowledge", b) "subject-caused - no foreknowledge", c)

"experimenter-caused - foreknowledge". In addition though, the experiment was completed

by a fourth condition, as for a complete experimental crossed design necessary: d)

"experimenter-caused - no foreknowledge". In the context of this research a questionnaire was

developped in order to record illusion of control. Against Wortman′s hypothesis and results

this study shows that foreknowledge has no impact on the development of illusion of control.

Only cause is found to lead to an increased perception of control and not like Wortman

resulted the interaction between cause and foreknowledge.

Additionally to the replication the connection of illusion of control to irrational beliefs, to

desire for control as well as to depression has been investigated. It is shown, that illusion of

control and irrational beliefs are connected. Further is shown though, that this connection is

mediated by depression. Thereby a large extend of irrational beliefs corresponds with high

values on the depression scale, which is again connected to a stronger illusion of control. On

the other hand neither to illusion of control nor to irrationality a positive and systematic

connection of desire for control was found. An expected positive relation to irrationality was

9


found only isolated in the subdimensions of the scales and to illusion of control to be

dependent of the experimental conditions with foreknowledge. Otherwise, a high desire for

control goes along with a low illusion of control as well as a low extend of irrational beliefs.

Keywords:

Illusion of control, irrational beliefs, desire for control, depression.

10


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