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Scholary Paper (Seminar), 2007, 35 Pages
Author: Nadine Kannwischer
Subject: Economics / Business: Law
Details
Institution/College: Kiel University of Applied Sciences
Tags: Marken-, Produktpiraterie, Ausland, Beispiel, China, Wettbewerbsrecht
Year: 2007
Pages: 35
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-18673-0
ISBN (Book): 978-3-640-19188-8
File size: 244 KB
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Abstract
„Produktpiraterie ist das Verbrechen des 21. Jahrhunderts.“ So prophezeit es schon jetzt Manfred Gentz, Präsident der internationalen Handelskammer in Deutschland. Als in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erstmals in größeren Mengen so genannte „Piratenware“ auf den Markt gelang, handelte es sich vorwiegend um Nachbildungen von Luxusartikeln (wie z.B. Rolex-Uhren, Gucci-Anzüge oder Prada-Accessoires) und Marken renommierter internationaler Unternehmen (wie z.B. Adidas oder Nike). Heute gilt Marken- und Produktpiraterie als eines der größten Probleme der Weltwirtschaft. Zu den gefälschten Waren zählen nicht mehr nur Luxusartikel. Gefälscht wird mittlerweile alles – vom Haarschneidegerät über Sportschuhe bis zum Zapfventil für Tankstellen. Dabei machen die Fälscher selbst vor sensiblen Produkten wie Arzneimitteln, Lebensmitteln oder elektronischen Ersatzteilen nicht Halt, was oft unkalkulierbare Folgen für den Verwender nach sich zieht. Und längst haben die Fälscher auch ihre Hinterhöfe verlassen und wirken in der globalen Industrie mit. Besondere Beachtung in dieser Thematik findet die Volksrepublik China. Gehandelt als aufstrebende Supermacht und neue Nummer Eins der Weltwirtschaft, wird oft vergessen, dass China bereits eines der führenden Länder der Welt geworden ist: China gilt als Weltmarktführer in der Herstellung von Produkt- und Markenimitationen. Ganze Regionen der Volksrepublik sind vollkommen auf die Produktion von gefälschten Waren ausgerichtet. Nach Experten-Schätzungen stammen rund 80 Prozent aller verkauften Fälschungen aus dem Reich der Mitte.
Excerpt (computer-generated)
Marken- und Produktpiraterie im Ausland
am Beispiel der VR China
Hausarbeit im Seminar Wettbewerbsrecht an der FH Kiel
Wintersemester 2007/2008
Vorgelegt von: Nadine Kannwischer
Gliederung
Abbildungsverzeichnis 0
1. Einleitung 1
2. Begriffsklärung 3
2.1 Der Produktbegriff 3
2.2 Der Markenbegriff 3
2.3. Der Pirateriebegriff 4
3. Wirtschaftliche Bedeutung der Piraterie 6
3.1 Folgen für die Konsumenten 6
3.2 Folgen für die Unternehmen 7
3.3 Folgen für die Volkswirtschaft8
4. Rechtliche Schutzbestimmungen 9
4.1 Nationale Regelungen 9
4.1.1 Das Markenrecht 9
4.1.2 Das Urheberrecht 10
4.1.3 Das Patentrecht 12
4.1.4 Das Wettbewerbsrecht 13
4.2 Internationale Regelungen 14
4.3 Regelungen der Volksrepublik China 15
4.4 Ansprüche aus der Verletzung geistiger Eigentumsrechte 15
5. Rechtliche Maßnahmen zum Schutz gegen Piraterie aus China 19
5.1 Zivilrechtliche Maßnahmen 19
5.2 Strafrechtliche Maßnahmen 21
5.3 Behördliche Maßnahmen 23
6. Außerrechtliche Maßnahmen zur Prävention und Reaktion auf
Piraterie 25
6.1 Betriebswirtschaftliche Maßnahmen 25
6.2 Technische Maßnahmen 26
7. Fazit 28
Literaturverzeichnis 29
0
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ursprung oder Herkunft gefälschter Waren3
Abbildung 2: Zivilrechtliche Ansprüche aus der Verletzung geistiger
Eigentumsrechte16
Abbildung 3: Zivilrechtliche Maßnahmen zum Schutz vor Piraterie19
1
1 Einleitung
,,Produktpiraterie ist das Verbrechen des 21. Jahrhunderts."1 So prophezeit es
schon jetzt Manfred Gentz, Präsident der internationalen Handelskammer in
Deutschland.
Als in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erstmals in größeren
Mengen so genannte ,,Piratenware" auf den Markt gelang, handelte es sich
vorwiegend um Nachbildungen von Luxusartikeln (wie z.B. Rolex-Uhren,
Gucci-Anzüge oder Prada-Accessoires) und Marken renommierter internationaler Unternehmen (wie z.B. Adidas oder Nike).2
Heute gilt Marken- und Produktpiraterie als eines der größten Probleme der
Weltwirtschaft. Zu den gefälschten Waren zählen nicht mehr nur Luxusartikel.
Gefälscht wird mittlerweile alles vom Haarschneidegerät über Sportschuhe
bis zum Zapfventil für Tankstellen. Dabei machen die Fälscher selbst vor
sensiblen Produkten wie Arzneimitteln, Lebensmitteln oder elektronischen
Ersatzteilen nicht Halt, was oft unkalkulierbare Folgen für den Verwender nach
sich zieht. Und längst haben die Fälscher auch ihre Hinterhöfe verlassen und
wirken in der globalen Industrie mit.
Besondere Beachtung in dieser Thematik findet die Volksrepublik China.
Gehandelt als aufstrebende Supermacht und neue Nummer Eins der
Weltwirtschaft, wird oft vergessen, dass China bereits eines der führenden
Länder der Welt geworden ist: China gilt als Weltmarktführer in der
Herstellung von Produkt- und Markenimitationen. Ganze Regionen der
Volksrepublik sind vollkommen auf die Produktion von gefälschten Waren
1 Vgl. http://www.sueddeutsche.de
2 Vgl. Müller, Kornmeier (2001: 177)
2
ausgerichtet. Nach Experten-Schätzungen stammen rund 80 Prozent aller verkauften Fälschungen aus dem Reich der Mitte.3
Abb. 1: Ursprung oder Herkunft gefälschter Waren
Quelle: Eigene Darstellung4
Der volkswirtschaftliche Schaden, der jährlich durch die Verletzung der
geistigen Eigentumsrechte entsteht, wird weltweit auf 200 bis 300 Mrd. Euro
geschätzt. Dies entspricht etwa 10 Prozent des Welthandels und macht somit
die Produktpiraterie zum Wirtschaftsverbrechen Nummer Eins.5
In den folgenden Kapiteln soll nach Klärung der wichtigsten Begrifflichkeiten
auf die wirtschaftliche Bedeutung sowie nationale und internationale Schutzbestimmungen zum Thema Produktpiraterie eingegangen werden, um daraus
schließlich rechtliche und außerrechtliche Maßnahmen zum Schutz und zur
Prävention gegen Produkt- und Markenpiraterie aus China abzuleiten.
3 Vgl. Deckstein (Der Spiegel, 20.02.2006: 70)
4 In Anlehnung an: http://ec.europa.eu (A)
5 Vgl.
http://www.plagiarius.com
3
2 Begriffsklärung
2.1 Der Produktbegriff
Nach Kotler und Armstrong wird jede Unternehmensleistung, die seinen
Nachfragern in einem Markt zu Bedürfnisbefriedigung angeboten werden
kann, als ,,Produkt" bezeichnet. Zu unterscheiden sind drei Produktbegriffe:
der substantielle, der erweiterte sowie der generische Produktbegriff.6
Der substantielle Produktbegriff beschreibt selbiges als ein Bündel verschiedener Nutzen bringender Eigenschaften. Der erweiterte Produktbegriff beinhaltet
darüber hinaus Dienstleistungen. Der generische Produktbegriff stellt ferner
den Zusatznutzen, den ein Produkt dem Kunden bringt (z.B. Prestige und
Annerkennung) heraus.
2.2 Der Markenbegriff
Der Begriff ,,Marke" charakterisiert ein besonderes, rechtlich geschütztes
Zeichen, das dazu dient, Dienstleistungen oder Waren eines Unternehmens von
denen anderer Unternehmen zu differenzieren. Als Summe aller Vorstellungen,
Erwartungen, Bilder und Gefühle, die beim Sehen und Hören eines bestimmten
Produktkennzeichens im Kopf des Kunden entstehen, soll sie neben dem
Hinweis auf die Herkunft des Produktes ein bestimmtes Image gegenüber dem
Kunden kommunizieren.7 ,,Die Vorstellungen werden durch Namen, Begriffe,
Zeichen, Logos, Symbole oder Kombinationen dieser zur Identifikation und
Orientierungshilfe bei der Auswahl von Produkten und Dienstleistungen
geschaffen."8
6 Vgl. Bruhn, Homburg (2004: 588)
7 Vgl. http://www.scotchprint.de/bbbrandpowerwasist.html
8 Bruhn, Homburg (2004:.392)
4
Schon in dieser allgemeinen Definition nach Bruhn/Homburg ist eine stark
zeichenorientierte Auffassung des Wortes erkennbar, die im juristischen
Verständnis noch verstärkt wird.
Das Markengesetz (MarkenG) bestimmt: ,,Als Marke können alle Zeichen,
insbesondere Wörter einschließlich Personennamen, Abbildungen, Buchstaben,
Zahlen, Hörzeichen, dreidimensionale Gestaltungen einschließlich der Form
einer Ware oder ihrer Verpackung sowie sonstige Aufmachungen einschließlich Farben und Farbzusammenstellungen geschützt werden, die geeignet sind,
Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer
Unternehmen zu unterscheiden."9
2.3. Der Pirateriebegriff
Weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene ist im Hinblick auf
Marken- und Produktpiraterie eine einheitliche Terminologie gegeben. Im
Allgemeinen versteht man unter Markenpiraterie das illegale Kopieren und
Verwenden von Zeichen, Logos, Namen und geschäftlichen Bezeichnungen,
die von den jeweiligen Herstellern zur Kennzeichnung ihrer Marken eingesetzt
werden.
Produktpiraterie bezeichnet die unerlaubte Nachahmung und Vervielfältigung
von Waren, für die der rechtmäßige Hersteller Erfindungs-, Verfahrens- und
Designrechte innehat.10 Dennoch werden die Begriffe im täglichen Sprach-gebrauch häufig als Synonyme verwendet.
Piraterieware kann in unterschiedlichen Formen auf den Markt gebracht
werden. Sie lässt sich danach unterscheiden, welche Rechte betroffen sind.
Manche Fälschungen verletzten Urheberrechte, Patente, Geschmacks- oder
9 §3 Abs. 1 MarkenG
10 Vgl. http://www.zoll.de
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