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Bachelor Thesis, 2007, 40 Pages
Author: Bachelor Martin Koenig
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Tags: Sonderwirtschaftszonen, Instrument, Entwicklung
Year: 2007
Pages: 40
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 30 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-18914-4
ISBN (Book): 978-3-640-18921-2
File size: 294 KB
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Abstract
Sonderwirtschaftszonen sind räumlich abgegrenzte Gebiete innerhalb einer Volkswirtschaft, in denen zur Förderung der Wirtschaft bestimmte Anreize geschaffen werden, die in den übrigen Landesteilen nicht gelten. Sie können als Instrument regionaler Entwicklungspolitik verstanden werden. Gerade für Entwicklungsländer bietet sich die Möglichkeit über solche Zonen wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. In dieser Arbeit wird der Begriff allgemein erklärt und untersucht, anhand welcher Theorien die Wirkungsweise beschrieben werden kann. In diesem Zusammenhang werden einige Fallstudien näher betrachtet. Zum Ende soll deutlich werden, warum Sonderwirtschaftszonen als Instrument für wirtschaftliche Entwicklung verstanden werden können.
Excerpt (computer-generated)
Bachelorarbeit
Wintersemester 2006/2007
Sonderwirtschaftszonen als Instrument für
wirtschaftliche Entwicklung
Thema Nr.1
Martin König
eingereicht beim
Lehrstuhl für Makrotheorie und internationale Wachstums-/Konjunkturtheorie
2
Zusammenfassung:
Sonderwirtschaftszonen sind räumlich abgegrenzte Gebiete innerhalb einer Volkswirtschaft, in denen zur Förderung der Wirtschaft bestimmte Anreize geschaffen werden, die in den übrigen Landesteilen nicht gelten. Sie können als Instrument regionaler Entwicklungspolitik verstanden werden. Gerade für Entwicklungsländer bietet sich die Möglichkeit über solche Zonen wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. In dieser Arbeit wird der Begriff allgemein erklärt und untersucht, anhand welcher Theorien die Wirkungsweise beschrieben werden kann. In diesem Zusammenhang werden einige Fallstudien näher betrachtet. Zum Ende soll deutlich werden, warum Sonderwirtschaftszonen als Instrument für wirtschaftliche Entwicklung verstanden werden können.
Studienprogramm: Bachelor, International Business Studies
3
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 4
1.1 Stilisierte Fakten 4
II. Modelle als theoretische Grundlagen für Sonderwirtschaftszonen 10
2.1 Ein Überblick über verschiedene Theorieansätze 10
2.2 Die ,,Neue Wachstumstheorie" 14
2.2.1 Das AK-Modell 14
2.2.2 Das Romer-Modell 16
2.3 Die ,,New Economic Geography" 19
III. Empirische Forschungen 22
3.1 Die Sonderwirtschaftszonen Chinas 23
3.2. Sonderwirtschaftszonen am Beispiel Großbritanniens 31
IV. Zusammenfassung 34
V. Literaturverzeichnis 36
4
I. Einleitung
Betrachtet man die Entwicklung des Welthandels, erkennt man, dass immer mehr Länder
daran beteiligt sind. Dies lässt sicht auf die Globalisierung zurückführen. Volkswirtschaften
der ganzen Welt werden durch Handel und Finanzströme integriert. Durch die zunehmende
Spezialisierung bezogen auf Wettbewerb und Arbeitsteilung1 werden einheimische Märkte
insgesamt effizienter und Marktkräfte über nationale Grenzen hinaus ausgeweitet.
Entwicklungsländer haben somit eine Chance sich mit Hilfe von einer nach außen gerichteten
Politik erfolgreich am Welthandel zu beteiligen und somit ihr Wirtschaftswachstum zu
erhöhen (Kraus, 2002, S. 10). Durch ihre exportorientierte Ausrichtung bieten vor allem
Sonderwirtschaftszonen dafür eine gute Möglichkeit. Durch das Schaffen besonderer
Bedingungen innerhalb dieser Zonen wird versucht, ausländische Kapitalgeber zur Investition
in das eigene Land zu bewegen (Röhl, 2004, S. 4). Ziel ist es, auf diese Weise regionales
Wachstum anzustoßen.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, in wieweit Sonderwirtschaftszonen als Instrument
wirtschaftlicher Entwicklung zu verstehen sind.
1.1 Stilisierte Fakten
Ein Blick in die Daten zur Entwicklung der Zuflüsse an Auslandsdirektinvestitionen
(Inward FDI), lässt erkennen, dass ein zunehmend größerer Teil in Entwicklungsländer
investiert wird. Auch wenn 2002 gut 65% der gesamten Auslandsinvestitionen (7,1 Billionen
US$) in entwickelte Länder geflossen sind, haben Entwicklungsländer im Vergleich zu 1990
beachtlich aufgeholt. Erhöhte sich die Quote der USA bzw. Deutschland innerhalb von 12
Jahren um das 3,4- bzw. 3,7-fache, waren die Werte einiger Entwicklungsländer fast doppelt
so hoch (Mexiko: 7-fache Steigerung im Vergleich zu 1990, Brasilien: 6,4-fache Erhöhung).
China stellt mit einer 17,9-fachen Erhöhung der Auslandsdirektinvestitionen den absoluten
Höchstwert dar.2
1 Siehe Ricardo- Modell und Heckscher-Ohlin-Theorem
2 UNCTAD, World Investment Report 2003
5
Demzufolge kann man feststellen, dass über die besonderen Bedingungen innerhalb der
Zonen verstärkt ausländisches Kapital angelockt werden kann.
Weiterhin ist zu erkennen, dass Länder, welche zum Anstoß wirtschaftlicher Entwicklung das
wirtschaftspolitische Instrument der Sonderwirtschaftszone angewandt haben, ein höheres
Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufweisen, als Länder ohne solche Zonen. Wuchs
das amerikanische Bruttoinlandsprodukt 2005 um 4%, war das indische Wirtschaftswachstum
mit 9% mehr als doppelt so hoch.
Dieses geht aus folgender Abbildung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts hervor:
Abb. 1: Jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ausgewählter Staaten (2000-2005)
Quelle: Worldbank
Vergleicht man die Entwicklung der jährlichen Veränderung der ,,Terms of Trade of Goods" zwischen den G7-Staaten (-0,2%) und den ASEAN-4 Staaten3 (0,5%) im Jahre 2007, erkennt man ebenfalls, dass das Wachstum der ,,Terms of Trade of Goods" der geringer entwickelten Länder über dem der führenden Industriestaaten liegt4. Dies deutet daraufhin, dass der Außenhandel in den ASEAN-4 Staaten stärker gewachsen ist.
3 Malaysia, Philippinen, Indonesien, Thailand
4 IMF, World Economic Outlook Database, September 2006
6
Definition des Begriffs ,,Sonderwirtschaftszone" und Ausprägungsarten
Busch beschreibt Sonderwirtschaftszonen als ,,räumlich oder sachlich abgegrenzte Bereiche
innerhalb einer Volkswirtschaft, in denen für die Produktion von Gütern oder die Herstellung
von Leistungen andere Regeln gelten als in den übrigen Landesteilen" und deren
,,wirtschaftliche Aktivitäten in einem begrenzten Bereich besonders gefördert werden sollen"
(Busch, 1992, S. 8).
Sonderwirtschaftszonen sollen einen bestimmten Raum begünstigen und können somit als
Instrument regionaler Entwicklungspolitik betrachtet werden (Röhl, 2004, S. 6).
Prinzipiell lassen sich dabei zwei verschiedene Grundtypen unterscheiden, die in der Realität
aber oftmals miteinander verknüpft auftreten (Röhl, 2004, S.7):
- Mit Hilfe von finanziellen Anreizen wie Steuererleichterungen, Befreiung von
Einfuhrbeschränkungen, günstiger Bereitstellung guter Infrastrukturausstattung sowie
Immobilien und Krediten soll versucht werden, Unternehmen zur Geschäftsaufnahme
in den Sonderwirtschaftszonen zu veranlassen.
- Des Weiteren gibt es die Möglichkeit der Deregulierung wirtschaftlicher Aktivität,
indem Ausnahmen vom nationalen Rechtsrahmen eingeräumt werden, um auf diese
Weise mehr Freiräume für unternehmerische Entscheidungen zu schaffen und
bürokratische Hemmnisse abzubauen. Dies kann beispielsweise in Form von
Erleichterungen für Zulassungen und Genehmigungsverfahren erfolgen.
Die Träger einer Sonderwirtschaftszone sind demzufolge darum bemüht, die Attraktivität der
betreffenden Zone durch besondere zusätzliche Maßnahmen zu erhöhen.
Die inhaltlich-organisatorische Ausgestaltung von Sonderwirtschaftszonen kann in sehr
vielfältiger Art und Weise geschehen. Mehr als 20 verschiedene Umschreibungen existieren,
welche in etwa alle den gleichen Sachverhalt wiedergeben (Kraus, 2002, S. 3).
7
Spricht man von Zollfreigebieten, meint man ,,räumlich abgegrenzte Enklaven innerhalb eines
Landes, in die Importe zoll- und verbrauchssteuerfrei sowie ohne mengenmäßige
Beschränkungen eingeführt werden können" (Busch, 1992, Seite 5).
Zonen freier Exportaktivität sollen der Integration des Landes in die internationale
Arbeitsteilung dienen und den Technologietransfer, der Triebfeder wirtschaftlicher
Entwicklung, erleichtern. Gleichzeitig soll über Exporte eine positive Handelsbilanz erzielt
werden, um die Deviseneinnahmen zu erhöhen (Schatz/Spianger, 1984, S. 4)
Beide Zonen haben das Ziel, außenhandelsorientierte wirtschaftliche Aktivitäten zu fördern.
Im Gegensatz dazu soll in Zonen freier Wirtschaftsaktivität über Fertigung und Absatz sowie
Forschung und Entwicklung die Entwicklung innerhalb der Zone vorangetrieben werden.
Dies kann beispielsweise durch Lockerung bürokratischer Vorschriften geschehen. Hier geht
es darum, vielfältige wirtschaftliche Aktivitäten zu fördern (Schatz/Spinanger, 1984, Seite 4).
Die folgende Abbildung soll einen Überblick über mögliche Ausprägungen der
Sonderwirtschaftszonen geben:
Abb. 2: Typologie der Sonderwirtschaftszonen; Quelle: Röhl, 2004, S. 9
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