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Diplomarbeit, 2008, 106 Seiten
Autor: Christoph Eiser
Fach: Wirtschaft - Controlling
Details
Tags: Entwicklung, Diskussion, Supply, Chain, Controlling
Jahr: 2008
Seiten: 106
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 182 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-19320-2
ISBN (Buch): 978-3-640-19333-2
Dateigröße: 454 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Das Supply Chain Management wird in der Literatur als vorerst letzte Stufe in der Entwicklung der Logistik bezeichnet.1 Es folgt meist strategischen Gesichtspunkten und lässt die Diskussion über Gewinn- und Kostengrößen häufig außer Acht. Dies resultiert aus der unangepassten Übernahme klassischer Controlling-Ansätze, die unternehmensübergreifende Aktivitäten ignorieren. Entsprechende Defizite sollen im Rahmen eines expliziten Supply Chain Controlling aufgegriffen werden, welches interorganisationale Größen und Prozesse erfassen kann und final für eine gerechte Verteilung der Vorteile einer unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette sorgt.2 Es zeigt sich, dass das Supply Chain Controlling in der Theorie und vor allem in der Praxis noch am Anfang der Entwicklung steht.3 Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die bisherigen Entwicklungen darzustellen und kritisch zu diskutieren. Neben den Grundlagen, Aufgaben und Instrumenten des Supply Chain Controlling sollen vor allem sog. weiche Faktoren im Zusammenhang von Vertrauen und Kooperation zwischen den Supply Chain Partnern erörtert werden. Nach der Übersicht und Zielsetzung folgen in Kapitel 2, als Grundlage dieser Diplomarbeit, die Definitionen der Begriffe Supply Chain Management und Controlling. Diese werden anhand mehrer Autoren dargestellt und kritisch diskutiert. Außerdem wird das Supply Chain Management in den logistischen Kontext eingeordnet.
Textauszug (computergeneriert)
Leuphana Universität Lüneburg
Fakultät II Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften
Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades
Diplom-Kaufmann (FH)
Entwicklung und Diskussion des Supply Chain Controlling
Christoph Eiser
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... VI
Abkürzungsverzeichnis ... VII
1 Übersicht und Zielsetzung ... 1
2 Grundlagen ... 2
2.1 Supply Chain Management ... 2
2.1.1 Supply Chain ... 3
2.1.2 SCM-Definition ... 4
2.1.3 Logistik und SCM ... 7
2.2 Controlling ... 9
3 Supply Chain Controlling ... 11
3.1 SCC Ansätze ... 12
3.2 Abgrenzung von dem Logistik-Controlling ... 13
3.3 Aufgaben ... 14
3.3.1 Vertrauen ... 16
3.3.1.1 Begriffsbestimmung ... 16
3.3.1.2 Arten von Vertrauen ... 18
3.3.1.3 Vertrauen in der Supply Chain ... 19
3.3.1.4 Messen von Vertrauen ... 20
3.3.2 Kooperationsaufgabe ... 23
3.3.2.1 Begriffsbestimmung ... 23
3.3.2.2 Kooperation in der Supply Chain ... 25
3.3.2.3 Messen von Kooperation ... 26
3.3.3 Gemeinsames Prozessverständnis ... 28
3.3.3.1 Prozessbegriff ... 28
3.3.3.2 Prozessverständnis in der Supply Chain ... 28
3.3.4 Gemeinsame Fachsprache ... 30
3.3.5 Informationsversorgung ... 31
3.3.6 Erfolgsteilung ... 32
3.3.6.1 Erfolgsteilung in der Supply Chain ... 32
3.3.6.2 Erfolgsteilung realisieren ... 33
4 Instrumente des SCC ... 35
4.1 Strukturanalyse ... 36
4.1.1 Supply Chain Map ... 36
4.1.2 Beanspruchungs- und Belastbarkeitsportfolio ... 38
4.1.3 SCOR-Modell ... 39
4.1.4 Erweiterte Wertschöpfungskettenanalyse ... 41
4.1.5 Kritische Auseinandersetzung ... 43
4.2 Kennzahlen ... 45
4.2.1 Begriff ... 45
4.2.2 Kennzahlensysteme ... 46
4.2.3 Kennzahlen für das SCC ... 47
4.2.4 Selektive Kennzahlen ... 48
4.3 Beziehungscontrolling ... 50
4.4 Supply Chain Benchmarking ... 53
4.4.1 Benchmarking-Definition ... 53
4.4.2 Benchmarking in der Supply Chain ... 54
4.5 Kostenmanagement in Supply Chains ... 56
4.5.1 Target Costing ... 57
4.5.2 Target Costing in Supply Chains ... 59
4.5.3 Supply Chain Costing ... 61
4.5.4 Unternehmensübergreifende Prozesskostenrechnung ... 63
4.5.4.1 Prozesskostenrechnung ... 63
4.5.4.2 Prozesskostenrechnung in der Supply Chain ... 66
4.6 Unternehmensübergreifende Balanced Scorecard ... 69
4.6.1 Die Balanced Scorecard ... 69
4.6.2 Balanced Scorecard in der Supply Chain ... 72
5 Die Anwendung des SCC in der Praxis ... 78
5.1 Studie von Göpfert und Neher ... 78
5.2 Studie der IDS Scheer AG ... 79
5.3 Studie von Goerke und Hildebrandt ... 80
6 Zukünftige Herausforderungen an das SCC ... 81
Literatur- und Quellenverzeichnis ... 85
1 Übersicht und Zielsetzung
Das Supply Chain Management wird in der Literatur als vorerst letzte Stufe in der Entwicklung der Logistik bezeichnet.1 Es folgt meist strategischen Gesichtspunkten und lässt die Diskussion über Gewinn- und Kostengrößen häufig außer Acht. Dies resultiert aus der unangepassten Übernahme klassischer Controlling-Ansätze, die unternehmensübergreifende Aktivitäten ignorieren. Entsprechende Defizite sollen im Rahmen eines expliziten Supply Chain Controlling aufgegriffen werden, welches interorganisationale Größen und Prozesse erfassen kann und final für eine gerechte Verteilung der Vorteile einer unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette sorgt.2 Es zeigt sich, dass das Supply Chain Controlling in der Theorie und vor allem in der Praxis noch am Anfang der Entwicklung steht.3
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die bisherigen Entwicklungen darzustellen und kritisch zu diskutieren. Neben den Grundlagen, Aufgaben und Instrumenten des Supply Chain Controlling sollen vor allem sog. weiche Faktoren im Zusammenhang von Vertrauen und Kooperation zwischen den Supply Chain Partnern erörtert werden.
Nach der Übersicht und Zielsetzung folgen in Kapitel 2, als Grundlage dieser Diplomarbeit, die Definitionen der Begriffe Supply Chain Management und Controlling. Diese werden anhand mehrer Autoren dargestellt und kritisch diskutiert. Außerdem wird das Supply Chain Management in den logistischen Kontext eingeordnet.
Die Definition des Begriffes Supply Chain Controlling ist Thema des dritten Kapitels. Hier werden verschiedene Ansätze dargestellt und es erfolgt eine Abgrenzung zu dem verwandten Logistik-Controlling. Des Weiteren beleuchtet dieses Kapitel die konkreten Aufgaben und Inhalte des Supply Chain Controlling genauer.
Das vierte Kapitel geht auf die wesentlichen Instrumente des Supply Chain Controlling anhand aktueller Literatur ein. Zunächst werden bekannte, traditionelle Controlling-Instrumente vorgestellt und kritisch diskutiert, um dann deren Anwendungen im Supply Chain Controlling zu überprüfen.
Der Implementierungsgrad und die Anwendung in der Praxis ist Thema des fünften Kapitels und wird durch drei ausgewählte Studien verdeutlicht.
Abschließend wird in dem sechsten Kapitel ein Ausblick über die zukünftigen Herausforderungen an das Supply Chain Controlling gegeben und zentrale Aussagen dieser Diplomarbeit aufgegriffen.
2 Grundlagen
2.1 Supply Chain Management
Seit geraumer Zeit wird der Begriff Supply Chain Management (SCM) in Theorie und Praxis behandelt. Immer mehr Unternehmen versuchen dieses Konzept, wegen der hohen Rationalisierungspotentiale einzuführen.4 Jedoch ist die Diskussion um den Gegenstandsbereich des SCM durch eine hohe Heterogenität geprägt.5 Dass sich ein einheitliches Verständnis für den SCMBegriff noch nicht durchgesetzt hat, liegt gemäß Werner daran, „dass der Ansatz seine Wurzeln in der Unternehmenspraxis hat.“6 Dies findet Bestätigung durch Cooper, Lambert und Pagh, die hierzu bemerken: „[…] generally, academia is following rather than leading business practice regarding SCM.“7 Eine Begriffsbestimmung und Abgrenzung von benachbarten Begriffen aufgrund ausgewählter Definitionen verschiedener Autoren aus unterschiedlichen Fachbereichen erscheinen sinnvoll, um der Diplomarbeit eine entsprechende Basis in Bezug auf den Begriff des SCM zu geben.
2.1.1 Supply Chain
Als Grundlage des SCM soll in diesem Abschnitt der Begriff der Supply Chain betrachtet werden. Supply Chain ist wörtlich mit Angebots-, Lieferanten- oder Versorgungskette zu übersetzen.8
Gemäß Bliesener besteht diese Versorgungskette aus mehreren ineinander greifenden Gliedern. Der Fokus ist auf die Zulieferer gerichtet. Jedoch werden heutzutage nicht nur die direkten Zulieferer sondern auch deren Lieferanten bis hin zum Lieferanten der sechsten Ebene betrachtet.9
Ähnlich beschreiben Kortus-Schultes und Ferfer die Supply Chain als „eine Kette von hintereinander geschalteten Lieferanten, die gemeinsam […] abgestimmt arbeiten.“10
Eine umfassende Definition der Supply Chain geben Schlüchtermann und Völkl: „Eine Supply Chain ist ein Netzwerk aus mehreren Unternehmen, die gemeinsam eine Leistung für Endkunden erstellen, und wird deshalb auch als unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette bezeichnet. Bei vollständiger Betrachtung verläuft die Supply Chain von der Rohstoffgewinnung bis zu dem Endkunden. Die dabei vertikal aneinander gereihten Unternehmen werden als Stufen der Supply Chain bezeichnet.“11
Möller fordert die Ausdehnung des Supply Chain Begriffes hin zu Supply Chain Networks, um auch laterale und horizontale Beziehungen zwischen den Partnern zu berücksichtigen. Jedoch weist der Autor darauf hin, dass aus Komplexitätsgründen oftmals die Analyse der einzelnen Supply Chains ausreichend ist.12
Des Weiteren könnte gemäß Lehner und Florenz besonders aus praktischer Sicht gefordert werden, „zur noch stärkeren Betonung der Kundenorientierung die Supply Chain als Demand Chain zu bezeichnen, da der gesamte Fluss durch die Supply Chain „demand driven“ ist.“13
Marbacher vollzieht dagegen die explizite Verschmelzung der Begriffe Supply Chain und Demand Chain, welche im Wesentlichen auf der Idee einer kollaborativ gestaltbaren Nachfrage basiert.14 Busch und Dangelmaier verweisen jedoch darauf, dass sich der Begriff Demand Chain in der Literatur nicht durchsetzen konnte.15
Inhaltlich ist eine Differenzierung zwischen der Interaktion mit den Lieferanten (Supply Chain) und den Kunden (Demand Chain) erforderlich. Da sich der Begriff der Demand Chain in der Literatur jedoch nicht durchsetzen konnte, soll hier Supply Chain als Oberbegriff verwendet werden.
Die Organisation der Supply Chain Partner in einem Netzwerk von verschieden Unternehmen stellt einen wesentlichen Punkt in der Charakterisierung der Supply Chains dar. Jedoch ist dieser aus Komplexitätsgründen bisher in Praxis nicht ausreichend umgesetzt worden. Zusammenfassend ergibt sich für diese Diplomarbeit folgende Definition:
Die Supply Chain ist eine Kette von hintereinander geschalteten Lieferanten, die gemeinsam und abgestimmt in einem Netzwerk aus Unternehmen zusammenarbeiten.
[...]
1 Vgl. Weber, J., Logistikkostenrechnung, 2002, S. 5.
2 Vgl. Kummer, S., Supply Chain Controlling, 2001, S. 82.
3 Vgl. Weber, J./ Bacher, A./Groll, M., Supply Chain Controlling, 2004, S. 167.
4 Vgl. Werner, H., Supply Chain Management, 2008, S. 1.
5 Vgl. Westhaus, M., Supply Chain Controlling, 2007, S. 12.
6 Werner, H., Supply Chain Management, 2008, S. 6.
7 Cooper, M./ Lambert, D./ Pagh, J., New Name, 1997, S. 1.
8 Vgl. Sucky, E., Koordination, 2004, S. 8.
9 Vgl. Bliesener, M.-M., Kollaborationsmöglichkeiten, 2007, S. 60.
10 Kortus-Schultes, D./ Ferfer, U., Marketing, 2005, S. 5.
11 Schlüchtermann, J./ Völkl, S., Rekonfiguration, 2004, S. 285.
12 Vgl. Möller, K., Valuation, 2003, S. 73.
13 Lehner, U./ Florenz, P., Henkel, 2003, S. 142.
14 Vgl. Marbacher, A., Demand, 2001, S. 20f.
15 Vgl. Busch, A./ Dangelmaier, W., Überblick, 2004, S. 4.
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