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Subtitle: Eine empirische Untersuchung anhand ausgewählter Beispiele der 10 Merkmale guten Unterrichts von Hilbert Meyer
Termpaper, 2008, 74 Pages
Author: Marco Kienlein
Subject: Pedagogy - School Pedagogics
Details
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie)
Tags: Unterricht, Vergleich, Erwartungen, Unterricht, Schülern, Deutschland, Schweiz, Schulpraktische, Studien
Year: 2008
Pages: 74
Grade: 2,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19981-5
ISBN (Book): 978-3-640-20562-2
File size: 1079 KB
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Abstract
Aufgrund meiner Chance die Schulpraktischen Studien I in Bern zu absolvieren, ist es mir möglich, einen Vergleich der Kriterien für guten Unterricht aus Schülersicht zwischen Schülern aus Deutschland und der Schweiz durchzuführen. Im Detail untersuche ich dabei die Erwartungen an guten Unterricht von Schülerinnen der 5. und 6. Klasse der P.-G.-Gemeinschaftschule in G., Deutschland sowie von Schülerinnen der 7. und 8. Sekundarklassen der Volksschule des Pädagogischen Ausbildungszentrums NMS in B., Schweiz. Die nähere Zusammensetzung der Stichproben erläutere ich in den Abschnitten III.1 und III.2. Infolge dessen, dass es sich bei der Schweiz und bei Deutschland um Länder mit gleich hohem Lebensstandard, ähnlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie in etwa gleichen Entwicklungsvoraussetzungen und Bedingungen für Jugendliche handelt, lautet meine Hypothese: „Die Schülerinnen der 5. und 6. Klasse der P.-G.-Gemeinschaftschule in G., Deutschland, sowie die Schülerinnen der 7. und 8. Sekundarklasse der Volksschule des Pädagogischen Ausbildungszentrums NMS in B., Schweiz, haben die gleichen Vorstellungen von gutem Unterricht.“ Ausgehend von dieser Hypothese gliedert sich meine Arbeit in drei inhaltliche Abschnitte. Im ersten Teil lege ich die theoretischen Vorüberlegungen dar, welche nötig waren, um die Befragung durchzuführen. Um von einem gemeinsamen theoretischen Verständnis von gutem Unterricht auszugehen, skizziere ich zunächst das Modell „Guten Unterrichts“ nach Hilbert Meyer. Diese Theorie liegt meiner Arbeit und somit der Interpretation der Befragungsergebnisse zugrunde und ist demzufolge unerlässlich für das Verständnis. Dazu werden das Forschungsdesign, der Forschungsplan sowie die Forschungsmethode und das Forschungsinstrument näher beschrieben. Die Präsentation und Erläuterung der empirischen Daten stellen den Hauptteil meiner Arbeit dar. Darin werde ich zunächst die Resultate der Schulen gesondert vorstellen, um sie anschließend zum Vergleich heranzuziehen. In meiner Zusammenfassung werde ich die Ergebnisse der Gegenüberstellung, im Hinblick auf meine Hypothese, darstellen sowie Vor- und Nachteile der Forschung ansprechen.
Excerpt (computer-generated)
Was ist guter Unterricht?
Ein Vergleich der Erwartungen an guten Unterricht zwischen Schülern aus
Deutschland und der Schweiz
Eine empirische Untersuchung anhand ausgewählter Beispiele der 10 Merkmale
guten Unterrichts von Hilbert Meyer
Belegarbeit im Rahmen der Schulpraktischen Studien I
(Bildungswissenschaften, Modul 3)
vorgelegt von:
Marco Kienlein
Matrikelnummer:
Studiengang:
Polyvalenter Bachelor Lehramt Gemeinschaftskunde/ Sport
Email:
Seminar: F13
Seminarleiter/in:
vorgelegt am:
26.09.08
1
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Theoretische Vorüberlegungen 4
II.1 Literatur 4
II.2 Forschung 6
III. Ergebnisse 7
III.1 P.-G.-Gemeinschaftsschule G 8
III.2 Volksschule Pädagogisches Ausbildungszentrum NMS B. 10
III.3 Vergleich zwischen der Gesamtschule G. und der Volksschule Pädagogisches
Ausbildungszentrum B. 14
IV. Zusammenfassung und Methodenkritik 17
V. Literaturverzeichnis 18
VI. Anlagen 19
2
I. Einleitung
Im Rahmen meines Lehramtsstudiums beschäftigte ich mich im Modul ,,Lehren und Lernen"
eingehend mit Formen, Bedingungen, Prozessen sowie Konsequenzen schulischen Lernens
und Lehrens. Die theoretische Vermittlung der Inhalte von Lernstrategien, Lehrmethoden,
sowie die Reflexion von pädagogisch-psychologischen Lehr-Lernmodellen und den daraus
möglichen Ableitungen für das eigene Unterrichtskonzept standen dabei im Mittelpunkt der
Veranstaltungen. Um die daraus theoretisch gewonnen Erkenntnisse empirisch überprüfen zu
können, wählte ich bewusst das Seminar mit dem Titel ,,Was stellen sich Schülerinnen und
Schüler unter gutem Unterricht vor?". Neben der praktischen Anwendung meiner
theoretischen Kenntnisse, begründet der außerordentlich hohe Stellenwert des guten
Unterrichts im Schulalltag, meine Motivation zur eingehenderen Beschäftigung mit diesem
Thema. Das theoretische Modell guten Unterrichts liegt, im Rahmen externer
Schulevaluationen, dem Qualitätsmerkmal
Lehr- und Lernprozesse
zugrunde1. Auf diesem
Modell basierend, wurden im Weitern Kriterien entwickelt, welche der Erfassung der
Unterrichtsqualität dienen. Infolgedessen ist guter Unterricht, ein Baustein im Rahmen der
schulischen Qualitätssicherung in Sachsen und somit für mich als zukünftigen Lehrer, nahezu
unverzichtbar um gute Arbeit zu leisten. Die Erwartungen der Schüler
innen
an guten
Unterricht sind dabei, neben den wissenschaftlichen Theorien sowie dem Wissen der Lehrer,
der dritte Baustein um auch guten Unterricht zu praktizieren.
Aufgrund meiner Chance die Schulpraktischen Studien I in B. zu absolvieren, ist es mir
möglich, einen Vergleich der Kriterien für guten Unterricht aus Schülersicht zwischen
Schülern aus Deutschland und der Schweiz durchzuführen. Im Detail untersuche ich dabei die
Erwartungen an guten Unterricht von Schüler
innen
der 5. und 6. Klasse der P.-G.-
Gemeinschaftschule in G., Deutschland sowie von Schüler
innen
der 7. und 8.
Sekundarklassen der Volksschule des Pädagogischen Ausbildungszentrums NMS in B.,
Schweiz. Die nähere Zusammensetzung der Stichproben erläutere ich in den Abschnitten III.1
und III.2. Infolge dessen, dass es sich bei der Schweiz und bei Deutschland um Länder mit
gleich hohem Lebensstandard, ähnlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie in
etwa gleichen Entwicklungsvoraussetzungen und Bedingungen für Jugendliche handelt, lautet
meine Hypothese:
,,Die Schüler
innen
der 5. und 6. Klasse der P.-G.-Gemeinschaftschule in G., Deutschland,
sowie die Schüler
innen
der 7. und 8. Sekundarklasse der Volksschule des Pädagogischen
1 Vgl. Sächsisches Bildungsinstitut 2008, S.16.
3
Ausbildungszentrums NMS in B., Schweiz, haben die gleichen Vorstellungen von gutem
Unterricht."
Ausgehend von dieser Hypothese gliedert sich meine Arbeit in drei inhaltliche Abschnitte. Im
ersten Teil lege ich die theoretischen Vorüberlegungen dar, welche nötig waren, um die
Befragung durchzuführen. Um von einem gemeinsamen theoretischen Verständnis von gutem
Unterricht auszugehen, skizziere ich zunächst das Modell ,,Guten Unterrichts" nach Hilbert
Meyer. Diese Theorie liegt meiner Arbeit und somit der Interpretation der
Befragungsergebnisse zugrunde und ist demzufolge unerlässlich für das Verständnis. Dazu
werden das Forschungsdesign, der Forschungsplan sowie die Forschungsmethode und das
Forschungsinstrument näher beschrieben. Die Präsentation und Erläuterung der empirischen
Daten stellen den Hauptteil meiner Arbeit dar. Darin werde ich zunächst die Resultate der
Schulen gesondert vorstellen, um sie anschließend zum Vergleich heranzuziehen. In meiner
Zusammenfassung werde ich die Ergebnisse der Gegenüberstellung, im Hinblick auf meine
Hypothese, darstellen sowie Vor- und Nachteile der Forschung ansprechen.
Diese Arbeit entstand als Teil eines Projekts im Rahmen des Schulversuchs der P.-G.-
Gemeinschaftschule G.. Stellvertretend für alle teilnehmenden Schüler, danke ich dem
Direktor der Gemeinschaftsschule G., Herrn Gunther Neuhaus, sowie dem Rektor der
Volksschule des Pädagogischen Ausbildungszentrums, Herrn Dominik Baumgartner, für die
hilfreiche Mitarbeit und Unterstützung.
II. Theoretische Vorüberlegungen
II.1 Literatur
,,Meiner Meinung nach gibt es nur eine wirkliche Möglichkeit schlechte Bildungsergebnisse
zu korrigieren, und das ist eine Verbesserung der Qualität des Lernens und Lehrens"2
Ausgehend von den schlechten Ergebnissen der PISA Studie 2000, rückte der Unterricht als
zentraler Faktor der Schule sowie dessen Qualität zunehmend in den Focus der nationalen
Bildungspolitik, der interessierten Öffentlichkeit und nicht zuletzt der Lehrkräfte. Die Folge
war eine Schwemme von Einschlägigen Handreichungen, Broschüren, Gebrauchs-
anweisungen etc. welche zur Verfügung gestellt wurden. So gibt es einige Kultus- und
Bildungsministerien, viele Schullandesinstitute, pädagogische Aus- und
Weiterbildungszentren und nicht zuletzt eine Vielzahl an Universitäten, welche sich die
Entwicklung und die Sicherung von ,,Gutem Unterricht" auf Ihre Fahnen schrieben und
2 Zitat: Weinert, F.E. 2000, S.4.
4
entsprechende Publikationen veröffentlichten. Zwei Autoren, auf welche sich in diesem
Zusammenhang sehr häufig bezogen wird, sind Andreas Helmke und sein Werk:
,,Unterrichtsqualität. Erfassen. Bewerten. Verbessern."3 , sowie Hilbert Meyer mit seinem
Buch: ,,Was ist ein guter Unterricht?"4.
Im Rahmen der Projektarbeit entschied sich die Seminargruppe, das theoretische Modell von
Hilbert Meyer und deren 10 Merkmale für guten Unterricht als Grundlage für die
Forschungsfrage zu nutzen. Aus diesem Grund stellt sein Buch ,,Was ist guter Unterricht?"
das Grundlagenwerk für meine Ausführungen dar. Die Zielstellung des Buches von Hilbert
Meyer besteht darin ,,...anhand von zehn empirisch abgesicherten... Gütekriterien realistische
Ansprüche an guten Unterricht auszuformulieren..."5. Dabei hebt Meyer hervor, dass seine 10
Kriterien für verschiedene Unterrichtskonzeptionen gültig sind, sowie durch die empirische
Unterrichtsforschung, hier im Schwerpunkt die von Andreas Helmke, untermauert werden.
Die explizite Lektüreempfehlung6 sowie weitere 25 Verweise Meyers in der Erläuterung
seiner 10 Kriterien7 belegen, dass die Forschungsergebnisse von Andreas Helmke im
Mittelpunkt von Meyers Buch stehen. Somit verbindet Meyers Werk die Ergebnisse
empirischer Lehr-Lern-Forschung, mit denen allgemeiner Didaktik zu einem Kriterienmix,
welcher 10 Merkmale guten Unterrichts benennt.
Die 10 Merkmale guten Unterrichts gemäß Hilbert Meyer sind:
1. Klare Strukturierung des guten Unterrichts
2. Hoher Anteil echter Lernzeit
3. Lernförderliches Klima
4. Inhaltliche Klarheit
5. Sinnstiftendes Kommunizieren
6. Individuelles Fördern
7. Transparente Leistungserwartungen
8. Methodenvielfalt
9. Intelligentes Üben
10. Vorbereitete Umgebung8
Aus verschiedenen Gründen habe ich die Kriterien
Methodenvielfalt, Intelligentes Üben
und
vorbereitete Umgebung
in meinen Auswertungen nicht berücksichtigt. Meine Argumente für
3 Helmke, Andreas 2003
4 Meyer, Hilbert 2004
5 Ebd. S.7.
6 Ebd. S.16.
7 Vgl. Ebd. S.23 126.
8 Ebd. S.17
5
das außen vor lassen dieser Kriterien finden Sie in den Kapiteln III. 2 und IV. Um jedoch
einen vollständigen Überblick über alle 10 Merkmale zu geben, werden sie ebenfalls erörtert.
Einige Grundlageninformationen bezüglich der Merkmale finden Sie in der Anlage 1a. Ich
konzentriere mich bei der Beschreibung der einzelnen Merkmale auf wenige Bemerkungen,
welche lediglich zum Verständnis beitragen sollen. Einer umfassenderen und damit
vollständigen Erörterung, kann aufgrund der begrenzten Kapazität dieser Arbeit nicht genüge
geleistet werden.
II.2 Forschung
Aufgrund des Seminarthemas ,,Was stellen sich Schüler und Schülerinnen unter einem guten
Unterricht vor?" war das Forschungsproblem von vornherein schon umrissen. Unter
Anwendung der Projektmethode waren, im Weiteren Verlauf, die Schritte der Planung und
Vorbereitung der Erhebung zu absolvieren. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen,
konzentriere ich mich im Folgenden auf die Begründung und Beschreibung folgender
wesentlicher Punkte:
- Präzisierung des Fragestellung
- Festlegung Forschungsdesign, Forschungsmethode, Forschungsinstrument.
Aufgrund der Chance, im Rahmen eines Schulversuchs, eine Datenerhebung in den 5. und 6.
Klassen der P.-G.-Gemeinschaftsschule G. durchzuführen, wurde die detaillierte
Forschungsfrage: ,,Was stellen sich Schüler der 5. und 6. Klasse der Gemeinschaftsschule G.
unter gutem Unterricht vor?" erarbeitet. Im Rahmen meiner Abhandlung, welche auf einen
Vergleich zwischen zwei Schulen hinausläuft, erweiterte ich diese Forschungsfrage. Meiner
Arbeit liegt damit folgende Frage zugrunde: ,,Was stellen sich die Schüler der 5. und 6.
Klasse der P.-G.-Gemeinschaftsschule G. und die Schüler der 7. und 8. Sekundarklasse der
Volksschule des Pädagogischen Ausbildungszentrums B., unter gutem Unterricht vor und
welche Unterschiede beziehungsweise Gemeinsamkeiten gibt es zwischen ihnen?"
Bei dieser Studie handelt es sich um eine Querschnittsstudie. Da diese Untersuchung uns
bereits theoretisch bekannte Merkmale guten Unterrichts bei Schülern messen und
beschreiben sollte und darüber hinaus die Forschungsfrage hinreichend präzisiert war,
entschieden wir uns für ein quantitatives deskriptives Forschungsdesign. Im Rahmen dieses
Untersuchungsdesigns ist die standardisierte Befragung eine geeignete Methode, um
numerische Daten zu erheben. Das Forschungsinstrument welches uns dabei die
Vergleichbarkeit der Items guten Unterrichts, sowohl zwischen den Schülern als auch
untereinander möglich machen würde, ist der standardisierte Fragebogen. Die Fragen welche
6
unter Zuhilfenahme von Meyers Indikatoren 9 formuliert wurden, um die 10 theoretischen
Merkmale messbar zu machen, finden Sie im Anhang 1b. Damit die Möglichkeit besteht
innerhalb der Merkmale unterscheiden zu können, habe ich jeder Frage eine Kurzüberschrift
zugeordnet, welche, kursiv geschrieben, ebenfalls im Anhang 1b nachzulesen ist.
Viele der 10 Merkmale guten Unterrichts gehen fließend ineinander über, verschmelzen
beziehungsweise beeinflussen einander so, das viele Fragen ebenfalls Indikatoren für ein
anderes Merkmal sein können. Es wäre beispielsweise möglich die Aussage ,,Abgesprochene
Regeln sollen eingehalten werden" sowohl dem Merkmal
klare Strukturierung,
als auch dem
Merkmal
lernförderliches Klima
zuzuordnen. Um jedoch die Ergebnisse übersichtlich zu
gestalten sowie die Auswertung nicht unnötig zu verkomplizieren, wurden, wie im Anhang
1b, bewusst bestimmten Aussagen bestimmte Merkmale zugeordnet.
Da ich nach der ersten Befragung in G. bereits einige kritische Punkte im Fragebogen
identifizierte, änderte ich den Fragebogen für die Volksschule in B. geringfügig. Die
Änderungen sowie die Begründungen dafür, lege ich im Abschnitt III.2 dar. Die Versionen
der Fragebögen welche bei meinen Befragungen zum Einsatz kamen, finden Sie in den
Anhängen 1c und 1d.
III. Ergebnisse
Im Vergleich der Ergebnisse der Befragungen handelt es sich um Daten aus zwei
unabhängigen Stichproben. Da die Rekrutierung der teilnehmenden Probanden sowie der
Ablauf der Befragung unterschiedlich verliefen, erläutere ich vor der Ergebnispräsentation der
einzelnen Schulen die Zusammensetzung der Stichproben, die Rahmenbedingungen sowie die
Durchführung der Befragung und weiterhin die, im Falle der Volksschule B.,
vorgenommenen Änderungen im Fragebogen. Im letzten Teil dieses Kapitels werde ich die
Ergebnisse der Schulen miteinander vergleichen. In den Anlagen 2k, 3k finden Sie darüber
hinaus eine Erläuterung bezüglich des Zustandekommens, für die von mir in den Anlagen 2l -
n und 3l - n repräsentierten Ergebnissen. Sollte ich in meinen Auswertungen nicht explizit in
die vier Kategorien
sehr wichtig, wichtig, weniger wichtig
und
gar nicht wichtig
unterscheiden, so sind
sehr wichtig
und
wichtig
zur Kategorie
wichtig
und die anderen beiden
zur Kategorie
weniger wichtig
verschmolzen.
9 Meyer nennt zu jedem Merkmal Indikatoren, anhand derer die Theorie jedes Merkmals in der Praxis
festgemacht werden kann.
7
III.1 P.-G.-Gemeinschaftsschule G.
Die Gemeinschaftsschule G. ist eine Schule mit Ganztagsangebot und vereint verschiedene
Bildungswege der Sekundarstufe I unter einem Dach. Befragt wurden 35 Schüler und
Schülerinnen aus den 6 Klassen der Klassenstufen 5 und 6. Um ein ausgewogenes
Leistungsniveau innerhalb der Befragungsgruppe zu erreichen, wurden durch die
Klassenlehrer je ein Leistungsstarker, ein Leistungsschwächerer sowie ein Schüler aus der
Leistungsmitte ausgewählt. Es nahmen 18 Jungen und 17 Mädchen teil. Die durchgeführte
Selbsteinschätzung ihrer Noten erbrachte einen Durchschnitt von 2,26 (Anlage 2a). Die Frage
ob sie gern zur Schule gehen beantworteten 8 Schüler mit
ja, sehr gern
, 15 Schüler mit
im
Allgemeinen ja
, 10 mit
nicht immer
und 2 mit
überhaupt nicht gern
(Anlage 2b). Während der
Befragung war jedem Schüler ein Student zugeordnet und erfolgte, indem der Student die
Fragen und Antwortmöglichkeiten vorlas und der Schüler seine Antwort ankreuzte. In meiner
Auswertung erläutere ich zunächst die Ergebnisse der sieben einzelnen Merkmale. Den
Abschluss bildet ein Ranking dieser Merkmale guten Unterrichts.
Klare Strukturierung des Unterrichts
(Anlage 2c)
Insgesamt ist zu sagen, dass der Mehrzahl der Schüler, über 70%, alle vier erfragten
Indikatoren für einen gut strukturierten Unterricht wichtig sind. Wie zu erkennen ist, hat bei
den Schülern die Einhaltung von Regeln oberste Priorität. 94% waren der Meinung, dass dies
sehr wichtig bzw. wichtig ist. Meyer begründet dies mit der Schaffung von Verlässlichkeit der
Arbeitsbeziehungen10. Die Zusammenfassung des Unterrichtsstoffs am Ende der Stunde ist
den Schülern wichtiger als eine Wiederholung des Stoffes am Anfang der Stunde. Im
Vergleich aller vier ist der informierende Unterrichtseinstieg am wenigsten wichtig.
Hoher Anteil echter Lernzeit
(Anlage 2d)
,,Wer intensiver arbeitet, lernt mehr"11. Um dies zu erreichen ist konzentriertes Arbeiten
unerlässlich. 80% der Schüler halten dies für sehr wichtig und weitere 20% für wichtig. Das
der Unterricht störungsfrei, entspannt und interessant abläuft ist weiterhin für 90% von
Wichtigkeit. Zusammenfassend ist aus diesen Gründen zu sagen, dass ein hoher Anteil an
echter Lernzeit eine große Bedeutung bei den Schülern einnimmt.
Lernförderliches Klima
(Anlage 2e)
Alles in allem ist über 85% ein lernförderliches Klima wichtig. Innerhalb dieses Merkmals
besitzt die gerechte Behandlung durch den Lehrer die höchste Priorität. Betrachtet man die
sehr wichtig und wichtig Antworten ergibt sich innerhalb der vier Indikatoren ein
10 Ebd. S.29.
11 Zitat: Ebd. S.29.
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