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Termpaper, 2003, 40 Pages
Author: Dipl. Sozialarbeiter / Solzialpädagoge Marcel Kolb
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Therapie, Sexualstraftätern, Maßregelvollzug
Year: 2003
Pages: 40
Grade: 1
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-17848-8
ISBN (Book): 978-3-638-64206-4
File size: 284 KB
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Abstract
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit Sexualstraftätern, die zum Schutz der Allgemeinheit und zur Besserung im Maßregelvollzug untergebracht sind. Sie ist auf männliche Patienten ausgerichtet, da nur ca. 5% der Untergebrachten weiblich sind und sexuelle Delinquenz unter Frauen eher die Ausnahme bildet. Es wird die Vielschichtigkeit der Problematik von Sexualstraftätern beschrieben und soll eventuelle Vorurteile abbauen oder zumindest relativieren. Diese Arbeit soll über mögliche Ursachen, die zu solchen Delikten führen und über die Behandlungsformen, die bei dieser Tätergruppe angedacht sind, informieren. Die Unterbringungsform des Maßregelvollzugs wurde ausgewählt, um die Tätergruppe einzugrenzen. Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der öffentlichen Debatte über Sexualstraftäter, mit statistischen Zahlen von sexual delinquenten Verhalten und den Sanktions- sowie Besserungsmöglichkeiten auf solch ein Verhalten. Das dritte Kapitel stellt die Institution des Maßregelvollzugs, die Unterbringungsgründe sowie die untergebrachten Sexualstraftäter dar. Im darauf folgenden Kapitel sollen die Ursachen von sexueller Devianz am Beispiel der Perversion beschrieben werden. Kapitel fünf erklärt unter welchen Bedingungen, für Patient und Therapeut, eine Therapie im Maßregelvollzug stattfindet und welches die Ziele sind. Die therapeutischen Verfahren, die unmittelbar mit einem Therapeuten zusammen hängen werden unter Punkt sechs erläutert. Anschließend wird über die medizinischen Verfahren in Bezug auf sexuell abweichendes Verhalten in Form von Medikamenten und dem chirurgischen Eingriff berichtet. Die institutionellen therapeutischen Rahmenbedingungen, in denen eine effiziente Therapie an psychisch Kranken durchgeführt werden soll, stellt das Kapitel acht dar. Welche Bedeutung die Behandlung von Sexualstraftätern im Maßregelvollzug, in Bezug auf die Rückfallquote hat, erläutert der neunte Punkt. Der Schlussteil bietet einen Rückblick über die Arbeit und stellt den Standpunkt des Autors dar.
Excerpt (computer-generated)
„Therapie von Sexualstraftätern im Maßregelvollzug“
Verfasser: Marcel Kolb
Inhalt
1. Einleitung 5
2. sexualstraftaten 6
2.1 öffentliche diskussion 6
2.2 zahlen über sexualdelikte 7
2.3 sanktionsmöglichkeiten
auf delinquentes sexualverhalten 7
2.4 Bester schutz
der allgemeinheit durch behandlung 9
3. Maßregelvollzug 10
3.1 institution 10
3.2 UnterbringungsGründe 10
3.2.1 krankhafte seelische störung 12
3.2.2 tiefgreifende bewußtseinsstörung 12
3.2.3 schwachsinn 13
3.2.4 schwere andere seelische abartigkeit 13
3.3 Sexualstraftäter im Maßregelvollzug 13
4. delinquentes sexualverhalten 14
4.1 sexuelle perversion 14
4.1.1 Verhaltenstheoretische Erklärung 15
4.1.2 Tiefenpsychologische Erklärung 16
4.1.3 Biologische Erklärung 17
5. Therapie im maßregelvollzug 17
5.1 therapie unter geschlossenen bedingungen 17
5.2 therapiemotivation 18
5.3 Therapie – kontrakt 19
5.4 der therapeut 20
5.5 ziele der therapie 20
6. therapeutische Verfahren 21
6.1 Psychotherapien 21
6.1.1 Psychoanalyse 22
6.1.2 gruppentherapie 22
6.1.3 verhaltenstherapie 23
6.1.4 psychodrama 25
7. medizinische Therapie 25
7.1 medikamentöse therapie 25
7.1.1 Serotonin – Reuptake - Hemmer 25
7.1.2 Antiandrogene 26
7.1.3 LHRH- bzw. GnRH - Agonisten 26
7.2 chirurgische kastration 27
8. sozialtherapie 27
8.1 milieutherapie 27
8.2 Rehabilitative maßnahmen 29
8.3 arbeits- & beschäftigungstherapie 29
9. Rückfallquoten 30
10. Schluss 31
1. EINLEITUNG
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit Sexualstraftätern, die zum Schutz der Allgemeinheit und zur Besserung im Maßregelvollzug untergebracht sind. Sie ist auf männliche Patienten ausgerichtet, da nur ca. 5% der Untergebrachten weiblich sind und sexuelle Delinquenz unter Frauen eher die Ausnahme bildet. Es wird die Vielschichtigkeit der Problematik von Sexualstraftäter beschrieben und soll eventuelle Vorurteile abbauen oder zumindest relativieren. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da ich durch meinen Zivildienst, welchen ich in einer forensische Psychiatrie abgeleistet habe, einige Sexualstraftäter kennen lernte und das Bild vieler Menschen über diese Tätergruppe nicht teile. Außerdem wollte ich mehr über die Ursachen, die zu solchen Delikten führen und über die Behandlungsformen, die bei dieser Tätergruppe angedacht sind, wissen. Des weiteren interessierte mich dafür, in wieweit Sexualstraftäter therapierbar sind. Für die Unterbringungsform des Maßregelvollzugs habe ich mich entschieden, um die Tätergruppe einzugrenzen.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der öffentlichen Debatte über Sexualstraftäter, mit statistischen Zahlen von sexual delinquenten Verhalten und die Sanktions- sowie Besserungsmöglichkeiten auf solch ein Verhalten. Das dritte Kapitel stellt die Institution des Maßregelvollzugs, die Unterbringungsgründe sowie die untergebrachten Sexualstraftäter dar. Im folgenden Kapitel sollen die Ursachen von sexueller Devianz am Beispiel der Perversion beschrieben werden. Kapitel fünf erklärt unter welchen Bedingungen, für Patient und Therapeut, eine Therapie im Maßregelvollzug stattfindet und welches die Ziele sind. Die therapeutischen Verfahren, die unmittelbar mit einem Therapeuten zusammen hängen werden unter Punkt sechs erläutert. Anschließend berichte ich über die medizinischen Verfahren in Bezug auf sexuell abweichendes Verhalten in Form von Medikamenten und dem chirurgischen Eingriff. Die institutionellen therapeutischen Rahmenbedingungen, in denen eine effiziente Therapie an psychisch Kranken durchgeführt werden soll, stellt das Kapitel acht dar. Welche Bedeutung die Behandlung von Sexualstraftätern im Maßregelvollzug, in Bezug auf die Rückfallquote hat, erläutert der neunte Punkt. Der Schlussteil bietet einen Rückblick über die Arbeit und stellt meinen Standpunkt zu dem Thema dar.
2. SEXUALSTRAFTATEN
2.1 ÖFFENTLICHE DISKUSSION
In der Gesellschaft entsteht, durch die Überhäufung der medialen Berichterstattung der Eindruck, dass die Zahl der Sexualdelikte stetig zunimmt und wir von Kindesmördern und brutalen Vergewaltigern umgeben sind. Bedingt durch Konkurrenzkampf und öffentliches Interesse stieg die Zahl der Pressebericht -erstattungen über Sexualmorde in den letzten 30 Jahren um das zehnfache, während die Zahl der tatsächlichen Sexualmorde auf etwa ein Drittel zurückging.1 Anfang der 1970ér Jahre wurden noch ca. 8 Sexualmorde an Kindern pro Jahr registriert. Ende der 1990ér Jahre waren es ca. 2 Sexualmorde pro Jahr.2 Zwar wird inzwischen wieder ein leichter Anstieg von Fällen des sexuellen Missbrauchs beobachtet, der aber bei weiten nicht das Niveau der 1970ér Jahre erreicht und auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurück zuführen ist.3 Der Ruf nach härteren Strafen, nach lebenslanger Verwahrung oder nach der Todesstrafe wird immer wieder laut, wenn es zu einem grausamen Sexualdelikt gekommen ist. Auch entsteht oft der Eindruck, dass die Täter durch Gutachter zu oft als schuldunfähig oder vermindert schuldfähig erklärt werden und sie in forensische Psychiatrien einweisen. Dieser Eindruck entsteht durch die große Aufmerksamkeit, die auf Gerichtsverhandlungen mit spektakulären Fällen wie z.B. Brandstiftungen, Morde und Sexualdelikte gerichtet ist. Dies sind auch häufig Delikte in denen eine Begutachtung der Schuldfähigkeit durchgeführt wird. Doch es werden nur ca. 0,1% der Täter als schuldunfähig und ca. 2,5% als vermindert schuldfähig eingestuft.4
Die Schreie nach der Todesstrafe erledigen sich schon allein durch den Artikel 102 des Grundgesetzes : „Die Todesstrafe ist abgeschafft.“
Die breite öffentliche Meinung wird durch die Kriminalitätsberichterstattung der Medien und nicht durch belegbare Zahlen, wie z.B. die polizeiliche Kriminalstatistik, gebildet. So wird das Bild der Realität extrem verformt. Einblicke in die Kriminalstatistik und andere belegbare Zahlen werden dieses verdeutlichen.
2.2 ZAHLEN ÜBER SEXUALDELIKTE
Im Jahre 2001 wurden in Deutschland 6.363.865 Straftaten polizeilich erfasst und in der Polizeikriminalstatistik veröffentlicht. Davon waren 52.902 (0,83%) Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die sich wie folgt verteilten:
[...]
1 Wischka, Bernd: Neue Perspektiven für die Behandlung von Sexualstraftätern, in: Report Psychologie Heft 9 (2001), S. 528
2 Walter, Michael et al.: Behandlung gefährlicher Straftäter, Herbolzheim (Centaurus Verlag) 2001, S. 12
3 Wischka, Bernd: Neue Perspektiven für die Behandlung von Sexualstraftätern, in: Report Psychologie Heft 9 (2001), S. 528
4 Marneros, Andreas: Sexualmörder, Bonn (Psychiatrie Verlag) 1997, S. 61
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