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Die Bedeutung der Natur für die Figuren bei Max Frisch, mit Bezug auf die Werke „Homo Faber“, Stiller“ und „Der Mensch erscheint im Holozän“

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1999, 23 Pages
Author: Hanno Frey
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1999
Pages: 23
Grade: 1-
Language: German
Archive No.: V11807
ISBN (E-book): 978-3-638-17862-4
ISBN (Book): 978-3-638-64208-8
File size: 303 KB

Abstract

Neben anderen großen Themenkomplexen, wie z.B. der Bildnisproblematik, findet sich in den drei im Rahmen dieser Hausarbeit untersuchten Werken Max Frischs „Der Mensch erscheint im Holozän“, „Homo Faber“ und „Stiller“ auch eine weitere und für das jeweilige Werk wichtige Thematik, in der es um die Rolle der Natur und ihre Auswirkungen auf die einzelnen Charaktere geht. Die Natur kann dabei nicht isoliert betrachtet werden, sondern erhält ihre besondere Bedeutung vor allem durch die Gegenüberstellung mit ihrem Gegenpol: der Technik. Anhand ausgewählter Sekundärliteratur soll im Rahmen dieser Hausarbeit nachgewiesen werden, daß nicht nur die Art und Weise, in der die Oppositionierung von Natur und Technik erfolgt, in allen drei Werken große Ähnlichkeiten aufweist, sondern daß auch die Auswirkungen einer derart gestalteten Gegenüberstellung sich in gewissen Punkten ähnelt. Dadurch ist diese Thematik für die Entwicklung der Charaktere von nicht zu unterschätzender Bedeutung und führt das Leben der Protagonisten gewissermaßen auf den Prüfstand. In diesem Zusammenhang sollen die Reaktionen der jeweiligen Protagonisten auf die Konfrontation mit der Natur untersucht werden und es wird sich dabei zeigen, daß die Reaktionen bestimmte Gemeinsamkeiten besitzen. Dennoch wird eine gewisse Individualität der einzelnen Personen zu erkennen bleiben, bzw. durch die spezifischen Reaktions- und Verhaltensmuster besonders erkennbar.


Excerpt (computer-generated)

Die Bedeutung der Natur für die Figuren bei
Max Frisch“, mit Bezug auf die Werke „Homo Faber“, Stiller“ und
„Der Mensch erscheint im Holozän“

vorgelegt von: Hanno Frey

 

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung 4

2. Hauptteil  5

2.1. Zeitgeschichtlicher Hintergrund  5

2.2. Welt- und Selbstbilder der Protagonisten  9

2.3. Kreativität vs. Tod  11

2.4. Funktion der Natur 
– die Natur als (möglicher) Wendepunkt 14

2.5. Ursachen der Entfremdung und Konsequenzen  18

3. Abschließende Betrachtungen  21

4. Literaturverzeichnis 23

 


1. Einleitung

Neben anderen großen Themenkomplexen, wie z.B. der Bildnisproblematik, findet sich in den drei im Rahmen dieser Hausarbeit untersuchten Werken Max Frischs „Der Mensch erscheint im Holozän“, „Homo Faber“ und „Stiller“ auch eine weitere und für das jeweilige Werk wichtige Thematik, in der es um die Rolle der Natur und ihre Auswirkungen auf die einzelnen Charaktere geht. Die Natur kann dabei nicht isoliert betrachtet werden, sondern erhält ihre besondere Bedeutung vor allem durch die Gegenüberstellung mit ihrem Gegenpol: der Technik. Anhand ausgewählter Sekundärliteratur soll im Rahmen dieser Hausarbeit nachgewiesen werden, daß nicht nur die Art und Weise, in der die Oppositionierung von Natur und Technik erfolgt, in allen drei Werken große Ähnlichkeiten aufweist, sondern daß auch die Auswirkungen einer derart gestalteten Gegenüberstellung sich in gewissen Punkten ähnelt. Dadurch ist diese Thematik für die Entwicklung der Charaktere von nicht zu unterschätzender Bedeutung und führt das Leben der Protagonisten gewissermaßen auf den Prüfstand. In diesem Zusammenhang sollen die Reaktionen der jeweiligen Protagonisten auf die Konfrontation mit der Natur untersucht werden und es wird sich dabei zeigen, daß die Reaktionen bestimmte Gemeinsamkeiten besitzen. Dennoch wird eine gewisse Individualität der einzelnen Personen zu erkennen bleiben, bzw. durch die spezifischen Reaktions- und Verhaltensmuster besonders erkennbar.

Im ersten Teil der Hausarbeit soll zunächst einmal auf den zeitgeschichtlichen Hintergrund des Begriffes der „Natur“ eingegangen werden und somit eine kurze und ausschnitthafte Beschreibung des extratextuellen Kontextes vorgenommen werden. Nach dieser kurzen Andeutung größerer Zusammenhänge, soll es dann vor allem um den Zeitraum gehen, in den die Veröffentlichung der drei betrachteten Werke fällt. Dabei sei von vornherein erwähnt, daß ein Verständnis des im Rahmen der Werke stattfindenden Konfliktes zwischen Natur und Technik zwar auch ohne Bezug zum damaligen Zeitgeschehen verstanden werden kann, durch eben diesen aber unverhältnismäßig reicher wird: Das Verständnis von Literatur als „Kommunikation zwischen Autor und Leser“1 mag hierzu erklärend beitragen, denn gerade Max Frisch beschäftigt sich auch persönlich in seinen „Tagebüchern“ mit den im folgenden dargestellten Oppositionen. Dennoch sollen die von Frisch aufgegriffenen Fragestellungen und Probleme nicht vorwiegend in seinem „lebensgeschichtlichen Kontext“2 untersucht werden, sondern es soll eher auf den sozialgeschichtlichen Kontext verwiesen werden, der das literarische Werk auf die „Bedeutungs – und Kommunikationszusammenhänge... in seiner Entstehungszeit“3 untersucht. Frisch selbst äußerte sich über den intertextuellen Kontext seiner Werke folgendermaßen:

„Wenn man die Namen von früheren oder zeitgenössischen Schriftstellern und bestimmte Werke nennt, deren Einfluß auf mich evident sei, bin ich manchmal erstaunt; nämlich ich weiß, daß ich zur Zeit, als mein Stück oder Roman entstanden ist, das genannte Werk nicht gekannt habe. Damit bestreite ich natürlich den literarischen Einfluß keineswegs. Es gibt nicht nur die direkte Literaturkenntnis, sondern auch das Gerücht (und die literarische Mode); viele Motive kennt man vom Hörensagen, und wenn sie in der eigenen Arbeit auftauchen, so könnte ich keine Quelle angeben.“4

Anhand dieses Bezuges mag folgende These haltbarer werden: „Der literarische Text ist nicht (nur) eine Exposition der ihm vorausliegenden historischen Erfahrung, sondern er konstruiert diese als eine problematische“5. – Der literarische Text ist somit Reaktion eines Autors auf die Konfrontation mit ausgewählten Problemen seiner Zeit.

Dieser erste Teil der Hausarbeit ist bewußt kurz gehalten, weil die in den Büchern gemachten Beobachtungen gleichzeitig Spiegel der Zeit sind und die auf den ersten Teil folgenden Abschnitte diesen somit ergänzen und vervollständigen.

Im Anschluß an den ersten Teil soll auf die prägnanten Eigenschaften der Natur eingegangen werden, die sie in den Darstellungen Max Frischs besitzt. Es wird dabei vor allem um die Funktion und Bedeutung gehen, die der Natur zukommt.

2. Hauptteil

[...]


1 Jürgen Schutte, Einführung in die Literaturinterpretation, S.44 ff.

2 Begriff übernommen aus: ebd., S.78.

3 ebd., S.80.

4 Max Frisch zitiert bei: Walter Schmitz, Max Frisch: Homo Faber, S.31.

5 ebd., S.47.


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