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US-amerikanische Politik im Fokus von Hollywood-Filmen – die Wirkung von Wahlkam... close

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US-amerikanische Politik im Fokus von Hollywood-Filmen – die Wirkung von Wahlkampffilmen auf Amerikas Politik am Beispiel von Mike Nichols Verfilmung "Primary Colors"

Termpaper, 2006, 22 Pages
Author: Claudia Effenberger
Subject: Film Science

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V118192
ISBN (E-book): 978-3-640-20804-3
ISBN (Book): 978-3-640-20815-9
File size: 172 KB

Abstract

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Frage, welchen Einfluss Hollywood auf amerikanische Politik, aber auch Politiker hatte und vice versa. Im Fokus liegt besonders das Teilgebiet der Election oder Electoral Films. Um die theoretischen Erkenntnisse teilweise zu überprüfen, werden die Ausführungen auf vier Ausschnitte aus dem Film ´Primary Colors` von Mike Nichols angewandt. Es soll untersucht werden, wie der US-amerikanische Präsident Bill Clinton im Film charakterisiert wird und in wieweit Clintons eigene Interessen mit der Verfilmung verfolgt werden. Das abschließende Fazit soll die gewonnen Erkenntnisse noch einmal zu einem Minimum bündeln und den Einfluss Hollywoods auf US-Politik bewerten.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln

Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft

Proseminar II

Aufbaukurs Film

SS 2006

US-amerikanische Politik im Fokus von Hollywood-Filmen ­ die Wirkung

von Wahlkampffilmen auf Amerikas Politik am Beispiel von

Mike Nichols Verfilmung Primary Colors

Vorgelegt von:

Claudia Effenberger

Martinsfeld 20/22, 50676 Köln

effi0905@web.de

Abgabetermin:

11.10.2006


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1. Politische Filme und Wahrheit 3

2. Hollywood und Politik 4

2.1

Hollywoods politische Geschichte 4

2.2

Hollywoods Einfluss auf die US-amerikanische Politik 5

3. Election Films als Teilbereich politischer Filme in Hollywood 7

3.1. Geschichte

der

Wahlkampffilme 7

3.2.

Image und Persönlichkeit 8

3.3.

Primary Colors

- Mit aller Macht 9

3.3.1.

Primary Colors

, Bill Clinton und die Realität 9

3.3.2.

Hollywoods politische Ideale im Film 11

3.3.3.

Bill Clinton und Hollywood 13

4. Fazit 15

Anhang 16

I Anmerkungen 17

II Bibliography 21

2


1.

Politische Filme und Wahrheit

Politik ist ein vieldiskutiertes Feld. In der Öffentlichkeit werden vor allem Politiker immer

häufiger für unglaubwürdig gehalten und das Misstrauen in den Wahrheitsgehalt ihrer

Aussagen steigt unaufhörlich. Mehr und mehr entsteht der Eindruck, dass nicht mehr der

Mensch an sich mit seinen Interessen zählt, sondern nur noch der Mensch als Wähler und

seine potenzielle Stimme. Dieser Trend wurde durch das Hollywood-Kino weiter an die

Öffentlichkeit getragen. Immer mehr drängen Filme auf die Kinoleinwände, die detaillierte

Einblicke hinter die Kulissen der Machtzentralen dieser Welt bieten. Damit schwinden

zunehmend die Illusionen von unfehlbaren Übermenschen, die für den wichtigsten Job im

Land bestimmt sind. Vor allem Filme über den mächtigsten Mann der Welt gewinnen an

Beliebtheit.

Filme über US-Präsidenten handeln von mächtigen Männern. Sie erzählen von persönlichen

Schicksalen (

Nixon

), basteln am Mythos des Übermenschen (

Der junge Mr. Lincoln

), decken

Korruption und Betrug auf (

Die Unbestechlichen

), entwickeln Verschwörungstheorien (

JFK -
Tatort Dallas

), machen sich über diese Spielarten des Hollywood-Kinos lustig (

Dave

) und

nutzen den Glamour des hohen Amtes für menschelnd-sentimentale Liebesgeschichten (

Hallo,
Mr. President

). In der Ära Clinton durfte der zum Actionhelden mutierte erste Mann im Staate

höchstpersönlich die Welt (

Independence Day

), seine Familie und sich selbst (

Air Force One

)

retten und wurde zugleich immer wieder mit Skandalen, Sex-Affären und Mord in Verbindung

gebracht (

Wag the Dog, Absolute Power, Mord im Weißen Haus

). Es geriet aber immer wieder

auch das politische System selbst ins Zentrum des Blicks, (

Amistad, Der Kandidat, Bob
Roberts

), doch selten handeln diese Filme von einem Dilemma, in dem der richtige Weg nicht

nur steinig, verbaut oder verboten ist, sondern schlichtweg niemals existiert hat. Und noch

seltener erzählt ein Hollywood-Film nicht nur von diesem Dilemma, sondern wird selbst zu ihm

und trägt selbst die Konsequenzen seines Themas.1

Dies tat 1998 zum ersten Mal der Film

Mit aller Macht

(englischer Originaltitel:

Primary

Colors

). Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Journalist Joe Klein führt der Film

den Zuschauer auf den Weg hinter die strahlenden Fassaden des Wahlkampfs der

amerikanischen Primaries, der Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl. Diese Arbeit soll in

Ansätzen das Verhältnis zwischen der Filmschmiede Hollywood und der US-amerikanischen

Politik untersuchen. Dabei stützen sich die Ausführungen größtenteils auf das Buch

´

American Politics in Hollywood Film

` von Ian Scott. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf

der Frage, welchen Einfluss Hollywood auf amerikanische Politik, aber auch Politiker hatte

und vice versa. Im Fokus liegt besonders das Teilgebiet der Election oder Electoral Films. Um

die theoretischen Erkenntnisse teilweise zu überprüfen, werden die Ausführungen auf vier

Ausschnitte aus dem Film ´

Primary Colors

` von Mike Nichols angewandt. Es soll untersucht

werden, wie der US-amerikanische Präsident Bill Clinton im Film charakterisiert wird und in

wieweit Clintons eigene Interessen mit der Verfilmung verfolgt werden. Das abschließende

3


Fazit soll die gewonnen Erkenntnisse noch einmal zu einem Minimum bündeln und den

Einfluss Hollywoods auf US-Politik bewerten.

2.

Hollywood und Politik

2.1 Hollywoods

politische

Geschichte

Seit den Vor-Kriegsjahren bis heute hat Hollywood versucht, auf das demokratische Gebilde

der amerikanischen Konstitution aufzubauen. Richtig beginnt die Diskussion über politische

Filme in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit kämpften die Vereinigten

Staaten einen Kampf um die Herzen und Köpfe der Menschen, die begannen daran zu

zweifeln, dass Amerikas großes demokratisches Experiment im Angesicht der großen

Depression eine Zukunft habe.2 Das Hollywoodkino während der Zeit der Depression schrie

auf. Schäbige Geschäftsmänner, gebrochene Politiker und missverstandene Patrioten wurden

in Filmen gezeigt, die sie als Vorboten des Amerikanischen wirtschaftlichen Elends

darstellten; und nicht als Vertreter der Konstitution.3 Dies ist der Grund für das Auftauchen

von Abraham Lincoln, oder zumindest seiner Worte in fast jedem politischen Film der

damaligen Zeit. Er war es auch, der eine Brücke zu den 60er Jahren schlug, weil er mit

Triumph in Zeiten von Elend und Not, und mit Opferung und Erhaltung der Republik in

Zeiten großer Probleme verbunden wird. Doch Hollywood beschäftigte sich nicht nur mit

amerikanischer Politik. Vor dem zweiten Weltkrieg wurden viele Filme über das

kommunistische Russland gedreht. Mitte der 30er Jahre wurden diese Filme aber weniger,

weil die USA den Sowjetischen Staat anerkannt hatten. Um 1940 nahm die Zahl jedoch

wieder zu, als die Nachricht des Stalinterrors die USA erreichten. Diese Filme bestanden

jedoch nur aus gutmütigen Komödien.4

In jeder folgenden Dekade von 1930 an, verwendete Hollywood fast exakt die gleiche

Methode um demokratischen Patriotismus in gewohnte Symbole zu verpacken. Dabei kam es

nicht auf die Situation im richtigen Leben an. Ob Krise oder Einigkeit, diese Methode fand

eine kulturelle Aufnahmebereitschaft, die keine andere Kunstform im 20. Jahrhundert fand.5

Bis zum Jahre 1992, in dem die Buchvorlage für den Film

Primary

Colors entstand, war

Hollywood so gut auf den aufgeblasenen Bombasten eingestellt, der die Amerikanische

Politik geworden war, dass es sein eigenes Übermaß der 1980er Jahre abschütteln und sich an

die ungehaltene Satire gewöhnen konnte.6

4


2.2

Hollywoods Einfluss auf die US-amerikanische Politik

Hollywood hat einen enormen Einfluss auf die kulturelle und historische Entwicklung

Amerikas. Als Konsequenz daraus folgt, dass, vor allem im Laufe des 20. Jahrhunderts, Filme

die demokratische und institutionelle Agenda der Vereinigten Staaten stark geformt haben.

Besser gesagt, Hollywood ,, turn[ed] out films consciously designed to change public attitudes

towards matters of social and political importance".7 Alle Hollywood-Filme mit politischem

Motiv haben eine politische Agenda. Sie sollen eine Art Amerikanischen Mythos entwickeln.

Deutlicher gesagt besitzt Hollywood Werte, die die Konformitäten der amerikanischen

Demokratie widerspiegeln.8

Auch in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit wird die Filmschmiede häufiger als Sieger der

Demokratie gesehen. Hollywood hat es auf zwei Wegen geschafft, die Amerikanische Politik

als einen aktiven Teil des kulturellen Diskurses darzustellen: Zum einen durch die aktuell

beherrschende Stellung demokratischer Ideologie im Film. Dies umfasst die Themen,

Glaubensrichtungen und Werte, welche Teil des amerikanischen Glaubensbekenntnisses sind

und zurück in die nationale Geschichte gehen. Sie durchziehen Filme über Politik mit einer

weitaus größeren Kraft, als je wirklich bemerkt worden ist.9 Das zweite Element ist die

bestimmende Rolle, die Politik und politische Kultur bei der Erschaffung einer ,,

idea

of

America"10 spielen. Politik hat schon immer eine wesentliche Rolle gespielt. Hollywood kam

lediglich dazu um daraus ein spektakuläres und idealisiertes Spiel zu machen.

Demokratie ist im Film eine Form von kultureller Identifikation für Politik. Amerikas eigene

demokratische Symbole sind genauso eng durch ihre politischen Strukturen aneinander

gebunden sind, wie alle anderen Formen des Amerikanismus auch. Amerika definiert sich

durch einige Schlüsseldokumente, wie die Constitution oder durch besonders starke politische

Figuren, wie Franklin Roosevelt oder John F. Kennedy.11 Politik ist also auch aus dem Alltag

nicht wegzudenken. Aber es geht den Filmemachern nicht nur um symbolische Formen der

Identifikation mit dem eigenen Land, auch wenn Szenen, in denen das Weiße Haus, oder das

Washington Monument vorkommen meist als Repräsentation amerikanischer Politik genutzt

werden. Metaphorische und wörtliche Dimensionen des ideologischen Diskurses liegen

deshalb nah beieinander.12

Die postmoderne kulturelle Umwelt konnte verfolgen, wie der Film nicht eine separate,

sondern eine integrierte Diskursquelle für eine pluralistische Gemeinschaft wurde. Die Ideale

des Liberalismus, der Demokratie, der Gleichheit, der Pluralität und des Populismus sind

Themen, die auf soziale Gerechtigkeit, die Werte des Wirtschaftsmarktes und die

eingeschränkte Rolle der Regierung hinweisen und den kollektiven Kern bilden, der

5



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