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Russische Privatisierung und Corporate Governance

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 18 Pages
Author: Hans-Werner Scherer
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 18
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V11953
ISBN (E-book): 978-3-638-17982-9

File size: 79 KB
Notes :
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem angegebenen Literaturverweis. Ergänzende Literatuangaben in den Fußnoten, daher kein Literaturverzeichnis.



Excerpt (computer-generated)

Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg

Seminararbeit
WS 2002/03

„Die Privatisierung in Russland und Corporate Governance“

Hans-Werner Scherer

Literaturhinweis:
Russian Privatization and Corporate Governance: What Went Wrong?
Bernard Black
Stanford Law School
Reinier Kraakman
Harvard Law School
Anna Tarassova
IRIS (Institutional Reform and the Informal Sector)
University of Maryland, College Park
as published in 52 Stanford Law Review 1731-1808 (2000)

 

Inhaltsverzeichnis:

I. Einführung  3

II. Die russische Privatisierungsgeschichte  4
1. Massenprivatisierung 1992-1994  ..4
2. Darlehen für Anteile und andere Auktionen: 1995 bis 2000   ..5
3. Das Resultat: Kleptomanie  7

III. Corporate Governance  7
1. Corporate Governance in Russland  9

IV. Verbesserungsvorschläge  15
1. Allgemeine Verbesserungsvorschläge  15
2. Selektive Verstaatlichung und Wiederprivatisierung  15

V. Russlands wirtschaftliche Zukunft  17

VI. Zusammenfassung  18

 

I. Einführung

Die Anhänger der schnellen Massenprivatisierung der staatseigenen Betriebe hofften Anfang der neunziger Jahre, dass der Profitansporn der neuen Inhaber die Wirtschaft der osteuropäischen Länder nach der politischen und ökonomischen Wende stabilisieren würde und sich bald in eine leistungsfähige Gesellschaft etablieren würde. Ihre Erwartungen wurden nur teilweise bestätigt. Besonders in Russland brachten die Privatisierungsbemühungen nicht die erwarteten Erfolge.

Diese Arbeit analysiert, wie sich im Wege der Privatisierung die Corporate Governance entwickelt haben. Russland verkaufte die meisten staatseigenen Unternehmen in Gutscheinauktionen, die selten ehrlich abgelaufen sind. Durch die Trennung von Eigentum und Kontrolle war es für die Manager ein Leichtes die Unternehmen auszuplündern, was als Insichgeschäfte definiert wird (Verhandlungen zwischen Insidern und der Firma, in denen die Eingeweihten an den Unternehmensunkosten profitieren). In späteren Privatisierungsauktionen wurden die erfolgreichsten russischen Großunternehmen zu Vorzugspreisen an eine Gruppe von Unternehmern verschenkt, die in der russischen Presse als Kleptomanen tituliert werden. Die aktuelle russische Wirtschaftssituation ist desolat. Der Rubel ist entwertet, die meisten Banken sind bankrott, die Korruption bestimmt das schlechte Geschäftsklima, Kapitalflucht ist dominierend und Neuinvestitionen rar. Diese Arbeit soll anhand der Corporate Governance erklären, was bei den russischen Privatisierungsbemühungen falsch gelaufen ist. Zunächst wird die Geschichte der russischen Privatisierung dargestellt. Als zweiter Schritt werden die Grundkonzepte des Corporate Governance erklärt. Danach folgt die Hauptaufgabe der Arbeit, die Entwicklung der Corporate Governance in Russland und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Diese Arbeit basiert auf dem publizierten Artikel in 52 Stanford Law Review 2000 „Russian Privatization and Corporate Governance: What Went Wrong?“ von Bernard Blank, Reinier Kraakman und Anna Tarassova.

II. Die russische Privatisierungsgeschichte

Dieser Teil bietet einen Überblick über Russlands Privatisierungsgeschichte. Russlands Wirtschaftprobleme wurden nicht durch die Privatisierung verursacht. Die Ukraine hat viel größere wirtschaftliche Schwierigkeiten, obwohl sie große Unternehmen nicht privatisiert hat. Die Wirtschaftsgüter der Unternehmen werden gestohlen, egal ob privatisiert oder nicht.

Die westlichen Berater unterstützten den Zar der russischen Privatisierung Anatoli Chubais, da er Privatisierung mit allen vorhandenen Mitteln ausübte. Dieses Vorgehen hat sich im Nachhinein als falsch herausgestellt. Schon in der frühen Phase der Privatisierung stellte sich eine massive Schieflage ein. Die Anhänger der schnellen Massenprivatisierung argumentierten damit, dass jedes privatisierte Unternehmen besser als ein staatliches sei, egal wie verdorben die Durchführung vorangetragen würde.

1. Massenprivatisierung 1992-1994

Die westlichen Berater verlangten von Russland eine Schocktherapie: rapide Aufhebung der Preiskontrolle, Freigabe der Märkte und Privatisierung der Industrie. Dabei war die Geschwindigkeit, in der diese Schritte durchgeführt wurden, ausschlaggebend für den Erfolg, damit die Toleranz der Bevölkerung ausgeschöpft werden konnte, bevor die Schocktherapie zu einer Verschiebung in den sozialen Zuständen führen hätte können.

Russland musste in kurzer Zeit Tausende von Unternehmen privatisieren. Sie folgten dem Weg der Tschechischen Republik, die durch Gutscheinauktionen bereits 1992 frühe Erfolge registrierte. In der Tschechischen Republik wurden die meisten Unternehmensanteile in Gutscheinauktionen verkauft. Lediglich ein geringer Teil wurde für die Manager und für die Belegschaft zurückbehalten. Diese Vorgehensweise sicherte eine starke Diversifikation und viele ausländische Inhaber. Das war der erfolgreiche Schritt, welchen Russland leider nicht ging. In Russland hat die Arbeitergesellschaft eine starke Position. Die Politiker versuchten diesen Anforderungen gerecht zu werden und verteilte einen großen Teil der Gutscheine unter den Belegschaften und Managern aus.

 

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