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Subtitle: Martin Mersennes erster Bemerkung in den zweiten Einwänden und Descartes Erwiderungen
Essay, 2008, 5 Pages
Author: Christine Natterer
Subject: Philosophy - Early Modern Philosophy (approx. 1350 - 1600)
Details
Institution/College: University of Göttingen (Philosophische Fakultät)
Tags: Descartes, Deutung, Ichs, Substanz, Meditationen, Geschichte, Philosphie, Substanz, Kausalität, Philosophie, Neuzeit
Year: 2008
Pages: 5
Grade: gut
Bibliography: ~ 1 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-24039-5
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Abstract
In diesem Essay werde ich auf Martin Mersennes erste Bemerkung in den zweiten Einwänden zu Descartes Meditationen eingehen, in denen die Deutung des Ich als denkende Substanz in Frage gestellt wird. Zunächst werde ich vorstellen, welche Argumente Mersenne für seine Behauptung nennt, und was Descartes darauf erwidert. Anschließend werde ich die Stichhaltigkeit dieser Argumente prüfen. Schließlich werde ich mich mit der Frage auseinandersetzen, ob es Descartes in seiner Antwort gelingt, Mersenne überzeugend zu entkräften.
Excerpt (computer-generated)
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät
Philosophisches Seminar
1.FS. 2-Fächer-Bachelor
PS: Substanz und Kausalität in der Philosophie der frühen Neuzeit
(Philosophie/Rechtswissenschaften)
Essay-Aufgabe (zur Abgabe am 03.12.2008)
In diesem Essay werde ich auf Martin Mersennes erste Bemerkung in den zweiten
Einwänden zu Descartes Meditationen eingehen, in denen die Deutung des Ich als
denkende Substanz in Frage gestellt wird. Zunächst werde ich vorstellen, welche
Argumente Mersenne für seine Behauptung nennt, und was Descartes darauf
erwidert. Anschließend werde ich die Stichhaltigkeit dieser Argumente prüfen.
Schließlich werde ich mich mit der Frage auseinandersetzen, ob es Descartes in
seiner Antwort gelingt, Mersenne überzeugend zu entkräften.
Zunächst fordert Mersenne Descartes auf, er solle sich ,,erinnern, dass er nicht etwa
aktuell und in Wirklichkeit, sondern nur durch eine Fiktion Seiner Seele alle
Körpervorstellungen nach Kräften verbannt" habe, um zu schließen, er sei nur ,,ein
denkendes Ding". Daraus würde aber für Mersenne nicht automatisch der Schluss
folgen, Descartes selbst sei nur Geist, Bewusstsein oder ein denkendes Ding. -
Hierauf erwidert Descartes, es sei an der von Mersenne in den Meditationen
genannten Stelle noch gar nicht sein Ziel gewesen, zu untersuchen, ob der Geist vom
Körper verschieden ist, sondern nur die Eigenschaften des Geistes zu prüfen (von
denen er eine gewisse und evidente Erkenntnis habe).
Als nächstes kommt Mersenne auf Descartes Aussage zu sprechen ,,Ich bin, der ich
denke". Descartes würde zwar anerkennen, dass er ein denkendes Ding ist, aber was
dieses denkende Ding ist, würde er nicht wissen. Es könne sich hierbei um einen
Körper handeln, der durch verschiedene Bewegungen und Veränderungen das uns
bekannte ,,Bewusstsein" hervorruft. - Descartes gibt zu, zu diesem Zeitpunkt noch
nicht gewusst zu haben, ob dieses ,,denkende Ding" mit dem Körper identisch oder
verschieden ist. Jedoch erklärt er auch, dies würde für ihn nicht bedeuten, dass er
dieses ,,denkende Ding" nicht
kennen
würde. Er fragt, wer schon eine Sache jemals
so erkannt habe, dass er wüsste, dass nichts anderes mehr in ihr ist, als er erkannt
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habe und fügt hinzu, dass je mehr von einer Sache wahrgenommen wird, desto besser
würde man sie kennen. Dies gilt laut Descartes als Beweis dafür, dass ein Geist, ohne
alles dem Körper Zugeschriebene ,,bekannter" ist, als ein Körper, ohne alles dem
Geist Zugeschriebene.
Anschließend spricht Mersenne an, dass der Glaube, alles Körperliche entfernt zu
haben, einen Irrtum beherbergen könnte und wirft die Frage auf, ob der Einzelne, der
ein Körper ist, diesen Körper auch (zumindest gedanklich) ,,ausschalten" kann.
Mersenne wirft die Frage nach einem Beweis auf, in dem Descartes verdeutlichen
soll, dass der Körper nicht denken kann bzw. die Bewegungen des Körpers nicht
Bewusstsein selbst sind. Der Aufbau des Körpers, oder Teile wie das Gehirn,
könnten laut Mersenne zur Bildung von Vorstellungen zusammenwirken, wobei er
Vorstellungen als Bewegungen definiert. - Descartes geht hierauf ein und erklärt, die
Möglichkeit, ein Ding ohne ein anderes klar und deutlich denken zu können, würde
für die Gewissheit, dass sie voneinander verschieden sind, ausreichen. Weiterhin
führt er an, er habe ein klare und deutliche Idee seiner selbst, sofern er ein denkendes
(nicht ausgedehntes) Ding ist und gleichzeitig eine klare und deutliche Idee vom
Körper, wenn er nur ein ausgedehntes (nicht denkendes) Ding ist. Dies würde
bedeuten, dass der Geist vom Körper verschieden ist und getrennt von ihm existieren
kann. Er fügt hinzu: ,,Alles was denken kann, ist oder heißt Geist, da aber Geist und
Körper real voneinander verschieden sind, so ist kein Körper Geist, also kann kein
Körper denken". Descartes stellt weiterhin die Frage, wie sonst zu erkennen sei, das
zwei Dinge real voneinander verscheiden sind, als das eine ohne das andere zu
erkennen. Zwar könne erwidert werden, das sei voneinander real verschieden, was
getrennt ohne das andere existiere, jedoch würde hier das Problem auftauchen, wie
denn dies existierende wahrgenommen werden könnte. Um verschieden zu sein,
muss etwas selbst erkannt werden. Die Sinne seien hierfür, Descartes zur Folge, eher
unzuverlässig, daher würde ein Ding ohne ein anderes sinnlich wahrzunehmen nichts
anderes bedeuten, als ,,die Idee eines Dinges haben und denken, dass diese Idee nicht
dieselbe ist, wie die eines anderen Dinges". Daher behauptet Descartes, das jedes
sichere Merkmal, um zwei Dinge voneinander zu separieren, auf seine These
zurückgeführt werden kann. Abschließend hierzu stellt Descartes fest, dass, falls
immer noch jemand leugnen sollte, dass er distinkte Ideen vom Geiste und vom
Körper habe, dies daran liegen würde, dass er niemals erfahren habe, dass er des
Körpers ,,ermangelt" habe und dass er nicht selten von diesem in seinem Tun
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