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Energiemanagement in der Hotellerie

Scholary Paper (Seminar), 2006, 27 Pages
Author: Diplom-Betriebswirtin (FH) Meike Lehmann
Subject: Tourism

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 27
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V122191
ISBN (E-book): 978-3-640-27830-5
ISBN (Book): 978-3-640-28236-4

Abstract

Das Thema Energiemanagement hat vor allem in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Dabei handelt es sich um die Überwachung der Verbräuche der Energieträger bzw. „um die effiziente Nutzung dieser Energien“ . Die rasant steigende Klimaerwärmung und deren Folgen zeigen, dass es notwendig geworden ist, sich mit diesem Thema verstärkt auseinander zu setzen. Vor allem der sehr hohe Lebensstandard der westlichen Welt, der eine große Menge Energie vor allem aus fossilen Energieträgern erfordert, trägt zu dieser Entwicklung bei. Da die Ressourcen der fossilen Energieträger jedoch begrenzt sind, wird der Einsatz erneuerbarer Energien aus Erde, Wind und Wasser immer wichtiger. Insbesondere für den Tourismus und damit auch für die Hotellerie bildet eine intakte Umwelt die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft. Aufgrund dessen sind Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauches sowie zur Erhaltung der Umwelt von besonderem Interesse für diesen Wirtschaftszweig. Auch stellen die Kosten einen nicht zu vernachlässigenden Faktor dar, insbesondere im Angesicht ständig steigender Energie-preise. In der Hotellerie wirkt sich der Energieaufwand besonders stark auf das Betriebsergebnis aus, da die Kosten für Energie bei durchschnittlich 6 % des Umsatzes liegen. Die Energieagentur Mittelfranken hat zudem den mittleren Strombedarf eines Hotelbetriebes, bezogen auf ein Doppelzimmer, ermittelt. Dieser beträgt ca. 3.700 kWh pro Jahr, was dem Stromverbrauch einer 4- bis 5-köpfigen Familie in einem Einfamilienhaus entspricht. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass bei den Energiekosten in der Hotellerie ein erhebliches Ein-sparungspotential besteht, das durch gezielte Maßnahmen umgesetzt werden kann. So hat die Berliner Energieagentur ein Einsparpotential zwischen 8 % und 40 % für Hotelbetriebe ermittelt. Im Folgenden soll nun ein Überblick über die verschiedenen Maßnahmen gegeben werden. Zunächst wird eine Einfüh-rung in wichtige Begrifflichkeiten des Energiemanagements gegeben. Anschließend werden die Sofort- und Standardmaßnahmen sowie sonstige Management-Maßnahmen näher erläutert. [...]


Excerpt (computer-generated)

HOCHSCHULE HEILBRONN

Hochschule für Technik und Wirtschaft

Studiengang Tourismusbetriebswirtschaft

Seminar im Schwerpunkt Hotelbetriebswirtschaft

Energiemanagement in der Hotellerie

von

Meike Lehmann

im

Wintersemester 2006/2007



Inhaltsverzeichnis

1

Einführung 1

Energiemanagement in der Hotellerie 2

1.1 Energieträger 2

1.2 Alternative

Energieformen 2

1.3 Kennzahlen

zum

Energieverbrauch 4

1.4 Verbrauchsanalysen 5

2

Maßnahmen des Energiemanagements 6

2.1 Sofortmaßnahmen 6

2.1.1 Organisatorische Maßnahmen 6

2.1.2 Technische

Sofortmaßnahmen 7

2.2 Standardmaßnahmen 7

2.2.1 Gebäudehülle 8

2.2.2 Küche 9

2.2.3 Wäscherei 10

2.2.4 Hallenbad/Wellness 10

2.2.5 Heizung 11

2.2.6 Warmwasser 12

2.2.7 Lüftung 14

2.2.8 Beleuchtung 14

2.2.9 Kühlgeräte 15

2.3 Sonstige

Management-Maßnahmen 15

2.3.1 Mitarbeiterführung 15

2.3.2 Umweltkommunikation 17

2.3.3 Energie-Contracting 18

2.3.4 Energie-Monitoring 20

3

Schlussbemerkung 21

4

Literaturverzeichnis 22


Energiemanagement in der Hotellerie

1

1 Einführung

Das Thema Energiemanagement hat vor allem in den letzten Jahren stark an Bedeu-

tung gewonnen. Dabei handelt es sich um die Überwachung der Verbräuche der E-

nergieträger bzw. ,,um die effiziente Nutzung dieser Energien"1. Die rasant steigende

Klimaerwärmung und deren Folgen zeigen, dass es notwendig geworden ist, sich mit

diesem Thema verstärkt auseinander zu setzen. Vor allem der sehr hohe Lebens-

standard der westlichen Welt, der eine große Menge Energie vor allem aus fossilen

Energieträgern erfordert, trägt zu dieser Entwicklung bei. Da die Ressourcen der fos-

silen Energieträger jedoch begrenzt sind, wird der Einsatz erneuerbarer Energien

aus Erde, Wind und Wasser immer wichtiger. Insbesondere für den Tourismus und

damit auch für die Hotellerie bildet eine intakte Umwelt die Voraussetzung für eine

erfolgreiche Zukunft. Aufgrund dessen sind Maßnahmen zur Reduktion des Energie-

verbrauches sowie zur Erhaltung der Umwelt von besonderem Interesse für diesen

Wirtschaftszweig. Auch stellen die Kosten einen nicht zu vernachlässigenden Faktor

dar, insbesondere im Angesicht ständig steigender Energiepreise. In der Hotellerie

wirkt sich der Energieaufwand besonders stark auf das Betriebsergebnis aus, da die

Kosten für Energie bei durchschnittlich 6 % des Umsatzes liegen.2 Die Energieagen-

tur Mittelfranken hat zudem den mittleren Strombedarf eines Hotelbetriebes, bezogen

auf ein Doppelzimmer, ermittelt. Dieser beträgt ca. 3.700 kWh pro Jahr, was dem

Stromverbrauch einer 4- bis 5-köpfigen Familie in einem Einfamilienhaus entspricht.

Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass bei den Energiekosten in der Hotellerie ein

erhebliches Einsparungspotential besteht, das durch gezielte Maßnahmen umgesetzt

werden kann. So hat die Berliner Energieagentur ein Einsparpotential zwischen 8 %

und 40 % für Hotelbetriebe ermittelt.3 Im Folgenden soll nun ein Überblick über die

verschiedenen Maßnahmen gegeben werden. Zunächst wird eine Einführung in

wichtige Begrifflichkeiten des Energiemanagements gegeben. Anschließend werden

die Sofort- und Standardmaßnahmen sowie sonstige Management-Maßnahmen nä-

her erläutert.

1 Seitz, Georg: Hotelmanagement, Berlin, Heidelberg, New York, Springer-Verlag, 1997,

S. 173

2 Vgl. eigene Berechnung, in Anlehnung an: BBG-Consulting Kanig GmbH und Treugast Institute of

Applied Hospitality Sciences: Hotellerie & Gastronomie, Betriebsvergleich 2004, 2004

3 Vgl. http://energiekampagne-gastgewerbe.de/index.php?option=com_content&task=view&id=32,

Energiekampagne Gastgewerbe, 18.09.2006


Energiemanagement in der Hotellerie

2

Energiemanagement in der Hotellerie

Im Folgenden werden wichtige Grundlagen des Energiemanagements näher

erläutert.

1.1 Energieträger

Wie bereits in der Einführung erwähnt, betragen die Energiekosten einen nicht zu

vernachlässigenden Anteil am Umsatz eines Hotelbetriebes. Die wichtigsten Energie-

träger sind dabei Heizöl, Erdgas, Fernwärme, Elektrizität, Holz sowie erneuerbare

Energien.4 Um den Energieverbrauch in der Hotellerie zu erfassen, führte die Ecole

hôtelière de Lausanne EHL im Jahre 2003 eine Erhebung in der Schweiz durch. Laut

dieser Studie beträgt der Verbrauch eines Schweizer Durchschnittshotels an Elektri-

zität ca. ein Drittel am gesamten Energieverbrauch, wohingegen Erdölprodukte und

Erdgas fast zwei Drittel des Gesamtverbrauches ausmachen. Der Energieverbrauch

eines Hotels hängt jedoch sehr stark von Hoteltyp (Stadthotel, Saisonhotel usw.) und

Hotelkategorie ab.5 Um dennoch den Energieverbrauch vergleichen zu können, wur-

den unterschiedliche Kennzahlen entwickelt, die in Punkt 2.3 dargestellt werden.

1.2 Alternative Energieformen

Um Energiekosten zu sparen und Energie umweltfreundlich zu nutzen, wurden alter-

native Energieformen entwickelt. Die drei bekanntesten Formen sind Wasserkraft,

Solarenergie und Kraft-Wärme-Kopplung.6

Die Energiegewinnung durch Wasserkraft ist jedoch sehr standortabhängig und so-

mit nicht generell einsetzbar.7

Die Gewinnung von Energie durch die Sonne kann auf zwei verschiedene Arten ge-

schehen. Zum einen gibt es die sogenannte Photovoltaik-Technik, wobei die Solar-

zellen des Solargenerators Strom erzeugen. Jedoch liegt der Nutzungsgrad dieser

Anlagen bei gerade 10 %. Bei der Kollektortechnik wird die Strahlungsenergie der

Sonne absorbiert und die dabei entstehende Wärme an einen Wärmeträger abgege-

ben. Hierbei liegt der Nutzungsgrad um einiges höher, der Warmwasserbedarf kann

4 Vgl. Amstutz, Marc, Schegg, Roland: Hotel-Power. Energieeffizienz und CO2-Emissionen in der

Schweizer Hotellerie. Schlussbericht der Phase I, BfE-Projekt ,,Energieeffizienz und CO2-Emissionen

der Schweizer Hotellerie", Lausanne/Luzern 2003, S. 25

5 Vgl. ebenda, S. 27 f.

6 Vgl. Adloff, Kerstin, Frings-Neß, Cornelia, Georg, Patricia, Schäl, Sabine: Strom ­ mal alternativ.

Alternative Energieformen und deren Wirtschaftlichkeit für Hotellerie und Gastronomie, Bethge,

Hans-Joachim, Groos, Werner H., Wolf, Kurt (Hrsg.), Heidelberger Handbuch für Hotellerie und

Gastronomie, 2000, W5-1, S. 1

7 Vgl. ebenda, S. 19


Energiemanagement in der Hotellerie

3

bis zu 60 % gedeckt werden. Diese Solaranlagen sind jedoch sehr kapitalintensiv,

weswegen sie meist nur mit Hilfe eines Finanzierungsmodells realisierbar sind.8

Für die Gastronomie bzw. Hotellerie lässt sich am effizientesten die Kraft-Wärme-

Kopplung nutzen. Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird in sogenannten

Blockheizkraftwerken umgesetzt. Sie werden zur Erzeugung von Wärme und Strom

eingesetzt und arbeiten mit Verbrennungsmotoren, die einen Generator zur Stromer-

zeugung antreiben. Die dabei anfallende Wärme wird zu ca. 90 % direkt in die Hei-

zung und Warmwasserbereitung des Gebäudes geleitet. Diese Form der Energiege-

winnung reduziert die CO2-Emissionen erheblich und auch Stromkosten können sig-

nifikant gesenkt werden.9 Das Vier-Sterne-Superior-Hotel ,,Thalfried" in Thüringen

zeigt, dass dieses Prinzip in der Praxis erfolgreich angewandt werden kann. Die Hei-

zungsanlage des Hotels wurde um zwei gasbetriebene Mini-Blockheizkraftwerke er-

weitert. Da diese effiziente Energieerzeugung im Rahmen der ökologischen Steuer-

reform gefördert wird, wurde das Hotel von der Stromsteuer befreit und die Mineral-

ölsteuer für Erdgas und Flüssiggas wurden erstattet. Folgende Kosten-

/Nutzenaufstellung verdeutlicht die Rentabilität dieser Investition:10

Energiebedarf des Hotels pro Jahr

Gesamtwärmebedarf

(Heizung,

Warmwasser)

404.300

kWh/a

Strombedarf

210.000

kWh/a

Energieproduktion der Mini-BHKWs

Wärmeerzeugung

Mini-BHKWs

192.000

kWh

(Deckungsanteil Wärme 47,5 %)

Stromerzeugung

Mini-BHKWs

72.200

kWh

(Deckungsanteil Strom 34,4 %)

8 Vgl. Adloff, Kerstin, Frings-Neß, Cornelia, Georg, Patricia, Schäl, Sabine, a. a. O, S. 13 ff.

9 Vgl. ebenda, S. 7 ff.

10 Vgl. o. V., Blockheizkraftwerk kontra Stromspitzen, in: Hotel & Technik, 15. Jahrgang 6/2005,

S. 50 ff.


Energiemanagement in der Hotellerie

4

Kostenaufstellung

Investition: Zwei Ecopower-Mini-BHKWs inkl. Installation

38.000 Euro

Kapitalkosten 2.852

Euro/a

Betriebskosten

1.313

Euro/a

Brennstoffkosten

14.930

Euro/a

Gesamtkosten

Mini-BHKWs

pro

Jahr

19.095

Euro/a

Einnahmen

Vermiedene

Stromkosten

9.468

Euro/a

Vermiedene

Brennstoffkosten

Heizkessel

13.634

Euro/a

Erlös

aus

Stromeinspeisung

39

Euro/a

Eingesparte

Stromsteuer

723

Euro/a

Rückerstattung

Mineralölsteuer

1.769

Euro/a

Gesamterlös

Mini-BHKWs

pro

Jahr

25.633

Euro/a

Überschuss

mit

Kapitalkosten

6.538

Euro/a

Überschuss

ohne

Kapitalkosten

9.145

Euro/a

Amortisationszeit

(ohne

Kapitalkosten)

3,7

Jahre

Erwirtschafteter Gewinn nach zehn Jahren

(bei max. Tilgung, ohne Kapitalkosten)

53.450

Euro

CO2-Einsparungen gegenüber getrennter Erzeugung

von

Strom

und

Wärme

22,2

t/a

Abb. 1: Kosten-/Nutzenaufstellung Mini-BHKWs

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: o. V., Blockheizkraftwerk kontra Stromspitzen, in: Hotel &

Technik, 15. Jahrgang 6/2005, S. 53.

1.3 Kennzahlen zum Energieverbrauch

Kennzahlen sind Messgrößen, die die Fülle an Informationen in einem Unternehmen

konzentriert darstellen. Mit Hilfe von Kennzahlen werden diese Informationen struktu-

riert und in Zusammenhänge gebracht.11 Die Kennzahlen im Energiemanagement

vergleichen die energetische Qualität der Hotelbetriebe.

Die Energiekennzahl stellt den Energieverbrauch in einem Gebäude innerhalb eines

Jahres dividiert durch die Energiebezugsfläche des Gebäudes dar. Die Einheiten

11 Vgl. Jacobs, Otto H. (Hrsg.), Oestreicher, Andreas: Bilanzanalyse - EDV-gestützte Jahres-

abschlußanalyse als Planungs- und Entscheidungsrechnung, 2. neubeabeitete und erweiterte Auf-

lage, München, Verlag Franz Vahlen GmbH, 1994, S. 78 f.



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