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„Hausfrauisierte“ Arbeit im Kontext des Kapitalismus

Scholary Paper (Seminar), 2004, 14 Pages
Author: Britta Vogl
Subject: Women Studies / Gender Studies

Details

Event: Seminar Patriarchale Geschlechterordnung
Institution/College: University of Vienna (Soziologie)
Tags: Hausfrauisierung, Frauen, Kapitalismus, Hausarbeit
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 14
Grade: 2,00
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V122392
ISBN (E-book): 978-3-640-27597-7
ISBN (Book): 978-3-640-27811-4

Abstract

Hausfrauenarbeit wird weder in der kapitalistischen noch in der marxistischen Theorie als produktive, wertvolle Arbeit angesehen. Marx folgt dabei derselben Argumentation wie die bürgerlichen Nationalökonomen, vor allem Adam Smith, der Produktion als Herstellung von Waren oder Tauschwerten mit dem Ziel der Mehrwertgewinnung definiert. Da die Arbeit von Hausfrauen nicht der Mehrwertgewinnung dient, kann sie demzufolge nicht produktiv sein, denn sie erzeugt keinen Wert, also kein Kapital. Die Tätigkeit, die Frauen verrichten wird als Reproduktion (von Arbeitskraft) betrachtet und ist der Kapital generierenden Produktion untergeordnet. Mies bezeichnet diese Abwertung der Frauenarbeit, die damit begründet wird, dass sie ein Naturvorgang und nur eine Wiederholung sei, die im Gegensatz zur Warenproduktion nichts Neues hervorbringe, als „Hausfrauisierung“. ( vgl. Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 162 f) „Hausfrauisierung der Arbeit war und ist der Trick, durch den das Kapital Frauenarbeit generell entwertet, unorganisiert/atomisiert erhält, sie dauernd zur Verfügung hat und jederzeit- ohne Kosten- wieder aufnehmen kann.“ (Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 166) Feministinnen haben bewiesen, dass die Hausarbeit der Frauen, durch die Arbeitskraft der männlichen Lohnarbeiter zur Verfügung gestellt wird, vor allem da diese Arbeit nicht entlohnt wird, Mehrwert produziert. Frauenhausarbeit wird als Ausdruck der weiblichen Natur oder als Liebe bezeichnet und wird im Gegensatz zur „produktiven“ Arbeit nicht in die Berechnung des Bruttosozialprodukts einbezogen, da dieses System nur Arbeit erfasst, die direkt Tauschwerte für den Markt erzeugt. (vgl. Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 166 f)


Excerpt (computer-generated)

SE Patriarchale Geschlechterordnung

SS 2004

,,Hausfrauisierte" Arbeit

im Kontext des Kapitalismus

von

Britta Vogl

SS 2004


Inhaltsverzeichnis

1. Hausfrauisierung der Arbeit 3

2. Bedeutung der unsichtbaren Arbeit für den Kapitalismus 4

3. Hausfrauisierung des männlichen Lohnarbeiters 8

4. Lösungsansätze 10

4.1. Die Bedeutung der feministischen Bewegung in der Mittelklasse 10

4.2. Das Problem der ,,nachholenden Entwicklung" 10

4.3. Subsistenzperspektive 11

Literaturverzeichnis 13

2


1. Hausfrauisierung der Arbeit

Hausfrauenarbeit wird weder in der kapitalistischen noch in der marxistischen Theorie als

produktive, wertvolle Arbeit angesehen. Marx folgt dabei derselben Argumentation wie die

bürgerlichen Nationalökonomen, vor allem Adam Smith, der Produktion als Herstellung von

Waren oder Tauschwerten mit dem Ziel der Mehrwertgewinnung definiert. Da die Arbeit von

Hausfrauen nicht der Mehrwertgewinnung dient, kann sie demzufolge nicht produktiv sein,

denn sie erzeugt keinen Wert, also kein Kapital. Die Tätigkeit, die Frauen verrichten wird als

Reproduktion (von Arbeitskraft) betrachtet und ist der Kapital generierenden Produktion

untergeordnet.

Mies bezeichnet diese Abwertung der Frauenarbeit, die damit begründet wird, dass sie ein

Naturvorgang und nur eine Wiederholung sei, die im Gegensatz zur Warenproduktion nichts

Neues hervorbringe, als ,,Hausfrauisierung". ( vgl. Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 162 f)

,,Hausfrauisierung der Arbeit war und ist der Trick, durch den das Kapital Frauenarbeit

generell entwertet, unorganisiert/atomisiert erhält, sie dauernd zur Verfügung hat und

jederzeit- ohne Kosten- wieder aufnehmen kann." (Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 166)

Feministinnen haben bewiesen, dass die Hausarbeit der Frauen, durch die Arbeitskraft der

männlichen Lohnarbeiter zur Verfügung gestellt wird, vor allem da diese Arbeit nicht entlohnt

wird, Mehrwert produziert. Frauenhausarbeit wird als Ausdruck der weiblichen Natur oder als

Liebe bezeichnet und wird im Gegensatz zur ,,produktiven" Arbeit nicht in die Berechnung

des Bruttosozialprodukts einbezogen, da dieses System nur Arbeit erfasst, die direkt

Tauschwerte für den Markt erzeugt. (vgl. Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 166 f)

Während der Mann als ,,Mensch" angesehen wird, wird die Frau über die ,,Natur" definiert.

Grund für diese Einteilung ist das natürliche Monopol der Frau, ihre Gebärfähigkeit. Kein

Produktionssystem erachtet die Gebärfähigkeit als so bedeutend wie der Kapitalismus, da

sein zentraler Zweck die Produktion von Mehrwert ist, und dieser nur vom lebendigen

Menschen geschaffen werden kann. Dieses Gesetz der kapitalistischen Akkumulation,

wonach desto mehr Mehrwert erzeugt werden kann, je mehr Menschen es gibt, ist für die

Reduzierung der Frauen auf Gebärmaschinen verantwortlich. (vgl. Werlhof, in:

Werlhof/Mies/Bennholdt-Thomsen, 1988, S. 127 f)

Maria Mies beschreibt die Arbeit, die Frauen bei der Erziehung neuer Arbeitskräfte

verrichten, folgendermaßen:

3



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