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Bilingualismus: Sprachbedingte Sozialisation bei Migrantenkindern

Scholary Paper (Seminar), 2002, 15 Pages
Author: Murat Kütük
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 15
Grade: 2.3
Language: German
Archive No.: V12296
ISBN (E-book): 978-3-638-18218-8

File size: 74 KB


Excerpt (computer-generated)

Seminar: Soziolinguistik
SS 2001
Universität Essen

„Bilingualismus: Sprachbedingte Sozialisation bei Migrantenkindern“

Murat Kütük

 

Inhaltsverzeichnis

1 Eine Einleitung
1.1 Darstellung des Themenbereiches S. 2
1.2 Zum Aufbau dieser Hausarbeit S. 2

2 Die muttersprachliche Ebene des Spracherwerbs
2.1 Die Wichtigkeit des frühkindlichen Spracherwerbs S. 3
2.2 Die Bedeutung der Muttersprache für Migrantenkinder S. 5

3 Die Mehrsprachigkeit bei Migrantenkindern
3.1 Bilingualismus: Zweitspracherwerb bei Migrantenkindern S. 6
3.2 Bilingualismus bei Migranten und deren Kindern? S. 9

4 Die soziale und gesellschaftliche Situation von Migranten und deren Kinder im historischen Kontext von Integrationspolitik Ein Beispiel: Türkische Migranten und deren Kinder S. 10

5 Eine Perspektive: Eigene Sichtweise S. 11

6 Literaturverzeichnis S. 14

 

1 Eine Einleitung

1.1 Darstellung des Themenbereiches

Das Thema dieser Hausarbeit, „Bilingualismus: Sprachbedingte Sozialisation bei Migrantenkindern“, ist weitgehend als eine fächerübergreifende Problematik zu verstehen und dementsprechend auch so darzustellen. Als Untersuchungsgegenstand der Soziolinguistik haben hier zwar linguistische und soziologische Theorien, Aspekte und Erkenntnisse einen primär prägenden Charakter, doch auch Fakten und Untersuchungsergebnisse aus den Wissenschaften der Philosophie, Psychologie und Anthropologie haben bei der Darstellung dieser Thematik einen wichtigen Stellenwert. Gerade die Reichweite an vielschichtigen und komplexen Fragestellungen macht dieses Thema interessant.

Die Gegebenheiten und Bedingungen zu einer zweisprachigen Erziehung können sehr variabel sein. Die Sprachsituation von Migrantenkindern, mit zum Beispiel zwei Elternteilen die einen Migrationsintergrund haben und die deutsche Sprache minimal beherrschen, ist jedoch das Ergebnis eines seit mindestens drei Generationen andauernden „Integrationsprozesses“.

1.2 Zum Aufbau dieser Hausarbeit

Damit eine Perspektive über die genannte Problematik möglich ist, wird das Thema weitgehend informativ und differenziert dargestellt. Die ausgesuchte Literatur (siehe Literaturverzeichnis) bietet dementsprechend eine mögliche Auswahl an relevanten Texten, Definitionen und Quellen. Die Hausarbeit ist so aufgebaut, dass wichtiges Fachvokabular und Begriffe im Kontext zum Thema erläutert werden, damit die Fragestellung und Darstellungsweise verständlich bleibt. Eine Zweiteilung der Thematik ist beobachtbar, weil eine Trennung in eine linguistische Ebene und in eine soziologische Ebene die Situation der Bilingualität bei Migrantenkindern differenzierter darstellt, obwohl diese voneinander abhängig sind und in Wechselbeziehung stehen. Bei der Erstellung dieser Hausarbeit haben mich persönlich folgende Leitfragen interessiert:

  • Welche familiären und kulturellen Aspekte prägen den Spracherwerb eines Migrantenkindes?
  • Welchen Stellenwert hat die Bildungspolitik im Prozess der mehrsprachigen Kindererziehung?
  • Inwieweit beeinflusst die Mehrsprachigkeit die Zukunftsorientierungen der Migrantenkinder im Kontext Identität und Kultur?
  • Kann man sich im zukünftigen deutschen Bildungssystem, in Bezug auf die gegenwärtigen Deutschkenntnisse der Migrantenkinder in Deutschland, so etwas wie eine „institutionelle Diskriminierung“ vorstellen?

Die mich interessierenden Fragen haben mehr einen soziologischen Akzent, weil eben diese die jahrelang ausgeübte Integrationspolitik der Regierung beschreiben. Der Abschnitt, indem die soziale und gesellschaftliche Situation von türkischen Migranten dargestellt wird, soll daher als eine Historienbeschreibung des Sozialisationsprozesses von türkischen Migranten in Deutschland verstanden werden. Der Stellenwert des bilingualen Spracherwerbs in diesem Prozess wird dabei deutlich. Da die zu diesem Thema in der Vorlesung geführten Diskussionen berücksichtigt wurden, sind manche Aussagen inhaltlich wiederzuerkennen.

2 Die muttersprachliche Ebene des Spracherwerbs

2.1 Die Wichtigkeit des frühkindlichen Spracherwerbs

In seinem Werk „Linguistisches Wörterbuch“ definiert der Linguist Theodor Lewandowski die Muttersprache folgend:


„[...] Die Erst- oder Primärsprache, die von der frühen Kindheit an erworbene Sprache (die nicht die der Mutter zu sein braucht und die nicht die am meisten geläufige Verkehrssprache bleiben muß). [...]“1

Jeder Mensch, ohne eine ernsthafte und somit prägende körperliche oder psychologische Einschränkung bzw. Behinderung, erlernt im Laufe kognitiver Entwicklungsstadien eine erste Sprache. Hierbei wird das Erlernen der Sprachfähigkeit in der frühen Kindheit Erstspracherwerb genannt und die zu erlernende Sprache als die Muttersprache bezeichnet.

 

[....]


1 Lewandowski, Theodor: Linguistisches Wörterbuch 3; S.736.


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