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Vordiplomarbeit, 2004, 114 Seiten
Autor: Dipl. Wirt.-Ing. Andreas Dittmar Weise
Fach: Bauingenieurwesen
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Stiftungsprofessur für Technisches und Infrastrukturelles Management baulicher Anlagen)
Jahr: 2004
Seiten: 114
Note: 2,7
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-32507-8
ISBN (Buch): 978-3-640-32572-6
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Zusammenfassung / Abstract
Um den gestiegenen Erhaltungs- und Wiederherstellungsbedarf von Immobilien gerecht zu werden und die finanziellen Ressourcen, die während der Wiederherstellung und Nutzung entstehen, zu schonen, stellt die Optimierung von Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen, ein notwendiges Mittel dar. Die modernen betriebswirtschaftlichen Konzepte wie die Bundling-, Partnering- und Pooling-Konzepte sind Lösungen, um die Kosten sinnvoll zu senken. Aber auch die zentrale Schadens- und Versicherungsschadensannahme können zu Kostensenkungen führen. Diese verschiedenen Ansätze erreichen ihre größte Wirkung in Kombination. Damit sind Einsparpotenziale von ca. 30% durchaus realistisch und wurden teilweise schon realisiert. Daneben kann es zu einer deutlichen Verkürzung der Bauzeit kommen, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Immobilie auswirken würde.
Textauszug (computergeneriert)
UNIVERSITÄT LEIPZIG
WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLICHE FAKULTÄT
Stiftungsprofessur für Technisches und Infrastrukturelles Management
baulicher Anlagen
Die Optimierung von Modernisierungs- und
Sanierungsmöglichkeiten bei Wohnimmobilien
Großer Übungsbeleg
vorgelegt von
Andreas D. Weise
Abgabe
30.9.2004
I
Vorwort
Der Wohnungsneubau ist in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Im
gleichen Zeitraum sind die Investitionen in die Modernisierung und Sanierung deutlich
gestiegen. Gleichzeitig herrscht an vielen Immobilienteilmärkten großer Leerstand;
einhergehend mit einem Angebotsüberhang. Diese Drucksituation für die Eigentümer
kann nur durch eine nachfragegerechte Modernisierung entschärft werden.
Die Wohnungsbestände in den alten und neuen Bundesländern weisen auch nach dem
,,Dritten Bericht über Schäden an Gebäuden" einen hohen Sanierungs- und
Modernisierungsbedarf auf. Weiterhin zeichnen sich die Bestände durch einen sehr
hohen Wärmeenergiebedarf aus. Die gesellschaftlichen, ökologischen und politischen
Zielsetzungen bauen jedoch auf eine Reduzierung des Wärmeenergiebedarfes. Dieser
Fakt kommt den Mietern zu Gute.
Mit der Arbeit wird versucht, dem geneigten Leser Ideen und Anregungen zur
Optimierung von Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen zu geben. Die
Randbedingungen und Varianten einer Optimierung sind so vielfältig, dass eine Reihe
von Konzepten aus der Managementlehre zu neuen Möglichkeiten der
Kostenreduzierung führen könnten. Dabei werden die Erfahrungen von
Forschungsinstituten und Unternehmen dargestellt und ein Ausblick über weitere
Einsparpotenziale bei der Optimierung gegeben.
Ich danke an dieser Stelle für die vielen informativen Gespräche mit einer Reihe von
Unternehmensvertretern, allen voran Herr Bonarius von der agemis GmbH.
Andreas D. Weise
Leipzig, September 2004
Einleitung
II
Inhaltsverzeichnis
Vorwort I
Inhaltsverzeichnis II
1.
Einleitung 1
1.1.
Problemstellung 1
1.2.
Zielsetzung 1
1.3.
Vorgehensweise 2
2.
Grundlagen 3
2.1.
Definitionen 3
2.1.1.
Instandhaltung 3
2.1.1.1. Inspektion 4
2.1.1.2. Wartung 4
2.1.2.
Maßnahmen zur Erneuerung 4
2.1.2.1. Modernisierung 4
a. Bautechnische Verbesserung 5
b. Funktionale Verbesserung 5
c. Gebäudetechnische Verbesserung 5
d. Adaptierung 5
2.1.2.2. Sanierung 6
a. Instandsetzung 6
b. Rekonstruktion 6
2.2.
Gesamtbestand der Immobilien 6
2.2.1.
Historische Entwicklung 8
2.2.2.
Marktumfeld 10
2.2.3.
Demographische Faktoren 14
2.2.4.
Ökologische Faktoren 17
2.2.5.
Ökonomischen Faktoren 23
2.2.5.1. Alte Bundesländer 25
2.2.5.2. Neue Bundesländer 25
a. Konventionelle Bauweise 26
b. Fertigteilbauweise 27
2.2.5.3. Standortfrage 27
Einleitung
III
2.2.5.4. Leerstand 29
2.2.5.5. Abriss leerstehender Wohnungen 31
2.3.
Optimierung des Bestandes hinsichtlich der zu erwartenden
Rendite 32
2.3.1.
Planung 33
2.3.2.
Vergabeart und Maßnahmenpakete 34
2.3.2.1. Teilsanierungspakete 36
2.3.2.2. Vollsanierungspakete 37
2.3.3.
Optimum der Sanierung 39
3.
Spezifikationen und Vorgehen von Modernisierungs- und
Sanierungsmaßnahmen 41
3.1.
AIBau (Aachener Institut für Bauschäden und angewandte
Bauphysik gGmbH) 41
3.1.1.
Ansatz 41
3.1.2.
Vorgehensweise 42
3.1.2.1. Bestands- und Zustandserfassung 42
3.1.2.2. Instandsetzung 43
3.1.3.
Ergebnisse und Nachteile 43
3.2.
Institut für Bauforschung e.V. 45
3.2.1.
Ansatz 45
3.2.2.
Vorgehensweise 45
3.2.3.
Ergebnisse 47
3.3.
agemis Ansatz 48
3.3.1.
Grundgedanke 48
3.3.2.
Vorgehensweise 50
3.3.3.
Ergebnisse 51
3.4.
Deutsche Annington Immobilien GmbH 52
3.4.1.
Pooling 53
3.4.2.
Partnering 53
3.4.3.
Bundling 54
3.4.4.
Einsparungen 55
3.5.
Unterschiede zwischen den einzelnen Ansätzen 56
3.5.1.
Herangehensweise 57
3.5.2.
Vorteile 58
Einleitung
IV
3.5.3.
Nachteile 58
4.
Optimierte Vorgehensstrategien 60
4.1.
Einflussgrößen der Sanierungsstrategie 60
4.1.1.
Bestands- und Zustandsanalyse 60
4.1.2.
Lebenszykluskosten 60
4.1.3.
Prozessoptimierung 61
4.1.4.
Unternehmensgröße 61
4.1.5.
Finanzielle Ausstattung 61
4.2.
Möglichkeiten der weiteren Optimierung 62
4.2.1.
Bundling-Konzept 62
4.2.2.
Energieeinspar-Contracting 64
4.2.2.1. Ablaufplan 65
4.2.2.2. Win-Win-Situation 67
4.2.3.
Partnering-Konzept 70
4.2.3.1. Vorteile des Partnerings 73
4.2.3.2. Nachteile des Partnerings 74
4.2.4.
Pooling-Konzept 74
4.2.5.
Zentrale Schadensannahme 75
4.2.6.
Zentrale Versicherungsanlaufstelle 76
4.3.
Einsparpotenziale 77
4.4.
Abhängigkeiten bei der Optimierung 80
5.
Schlussbemerkung 82
Anhang IV
Abbildungsverzeichnis XII
Tabellenverzeichnis XIII
Formelverzeichnis XIV
Abkürzungsverzeichnis XV
Literaturverzeichnis XVI
Einleitung
V
Quellenverzeichnis XXI
Index XXV
Kurzfassung XXVII
Einleitung
1
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Eine ehemals als ,,Vermietermarkt" bezeichnete Marktsituation hat sich in den
vergangenen Jahren in vielen Regionen zum ,,Mietermarkt" gewandelt. Damit
einhergehend sind die Leerstände gewachsen und die Mieten teilweise
zurückgegangen; somit leidet die Wirtschaftlichkeit der Wohnungsunternehmen.
Gleichfalls ist ein deutliches Bewusstsein hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und
sozialer Belange entstanden. Diese drei Themengebiete wurden unter dem Begriff der
Nachhaltigkeit zusammengefasst und in der Agenda 21, auf der Weltkonferenz der
Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro,
festgeschrieben.1, 2 Der Wunsch, die Modernisierungs- und Sanierungskosten zu
optimieren, ist somit kein neuer Ansatz, um einen effizienten Mitteleinsatz zu
gewährleisten. Es darf dabei nicht nur auf die Modernisierungskosten geachtet werden,
sondern auch die Nutzungskosten, welche sich zum Teil im Rahmen des energetischen
Ansatzes befinden, müssen berücksichtigt werden. Aber auch Pooling-, Partnering- und
Bundling-Konzepte dürfen nicht vernachlässigt werden, da gerade diese neuen
Konzepte viele Erfolge vorweisen.
In der vorliegenden Arbeit werden die derzeitig eingesetzten Möglichkeiten zur
Optimierung der Modernisierungs- und Sanierungskosten von Wohnimmobilien
analysiert und ausgewertet.
1.2. Zielsetzung
Mit der nachstehenden Untersuchung sind die folgenden Zielsetzungen verbunden:
- Ausgehend davon, dass immer mehr Kapital in die Modernisierung und
Sanierung investiert wird, stellt sich die Frage nach einer Optimierung dieser
Maßnahmen. Dazu werden die bisher bekannten Verfahren sowie deren Erfolge
und Schwächen näher betrachtet.
- Des Weiteren soll ein neuer Ansatz für die Optimierung von Modernisierungs-
und Sanierungsmaßnahmen entwickelt werden. An Hand von Alter und Typ der
1 Vgl. UNCED, Weltkonferenz, 1992
2 Vgl. BMU, Agenda 21, 2002
Einleitung
2
Immobilie sowie der verwendeten Maßnahmen wird versucht, die
Einsparpotenziale zu ermitteln.
1.3. Vorgehensweise
Die Ausführungen beginnen im
zweiten Kapitel
mit einer kurzen Einführung in den
Immobilienmarkt allg., die aktuelle Marktlage und den Modernisierungs- und
Sanierungsbedarf. Weiterhin wird auf die Situation der Wohnungsunternehmen
eingegangen. Abschließend wird das Optimum der Sanierung dargestellt.
Das
dritte Kapitel
der vorliegenden Arbeit stellt die aktuellen Möglichkeiten für die
Optimierung von Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen dar.
Im
vierten Kapitel
wird eine optimierte Lösung entwickelt. Dabei werden zum einen die
benötigten Voraussetzungen dargestellt, sowie die Abhängigkeiten geprüft.
Grundlagen
3
2. Grundlagen
Da in der Fachwelt teilweise unterschiedliche Definitionen der Begriffe erfolgen, werden
die, für diese Arbeit, relevanten Fachbegriffe zu Beginn erläutert. Um über die
Voraussetzungen für Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen sprechen zu
können, ist es notwendig, den gesamten Immobilienbestand zunächst zu definieren und
zu unterteilen, um das Potenzial zu eruieren. Darüber hinaus sind die aktuelle Lage und
die demographischen, ökologischen und ökonomischen Faktoren von Bedeutung,
welche die Wirtschaftlichkeit nachhaltig beeinflussen. Abschließend wird das Optimum
der Maßnahmen dargestellt.
2.1. Definitionen
Die baulichen Maßnahmen bei Bestandsimmobilien können sehr vielfältig sein. Zum
Teil erfolgt in der Fachliteratur ein unterschiedlicher Gebrauch der Fachbegriffe
Instandsetzung, Modernisierung und Sanierung. Zum besseren Verständnis und zu
Gunsten einer größeren Klarheit sind die wichtigsten Begriffe in Abb. 1
zusammengefasst und werden anschließend näher erläutert.
Abbildung 1: Übersicht über bauliche Maßnahmen im Bestand3
2.1.1. Instandhaltung
Maßnahmen zur Erhaltung von Immobilienbeständen werden gewöhnlicherweise als
Instandhaltung bezeichnet. In der HOAI §3 Abs. 11 heißt es ,,Instandhaltungen sind
Maßnahmen zur Erhaltung des Soll-Zustandes eines Objektes".4 Die DIN 31051 hat
den Begriff der Instandhaltung noch etwas erweitert, d.h. dort werden alle Maßnahmen
zur Wahrung und Wiederherstellung des Soll-Zustandes sowie zur Beurteilung des Ist-
3 Streck, Entwicklung eines Bewertungssystems, DVP-Verlag, 2004, S. 13
4 Vgl. Werner, HOAI, 19. Auflage, Deutscher Taschenbuchverlag, 1999, S. 163
Grundlagen
4
Zustandes von technischen Mitteln eines Systems darunter verstanden. Lißner (2000)
schrieb daher, dass die Identität des Gebäudes in jedem Falle gewahrt werden sollte,
d.h. das wiederhergestellte sollte identisch mit dem ursprünglichen Gebäude sein.5 Die
Instandhaltung wird unterteilt in Inspektion und Wartung.
2.1.1.1. Inspektion
Unter einer Inspektion werden nach der DIN 31051 ,,Maßnahmen zur Feststellung und
Beurteilung des Ist-Zustandes von technischen Mitteln eines Systems" verstanden.
Dem gegenüber steht die Wartung.6
2.1.1.2. Wartung
Die Wartung beschreibt alle ,,Maßnahmen zur Bewahrung des Soll-Zustandes von
technischen Mitteln eines Systems".7
2.1.2. Maßnahmen zur Erneuerung
Die Maßnahmen zur Erneuerung sind zu unterteilen in die Modernisierung und
Sanierung. Erstere dienen zur Erhöhung des Gebrauchswertes, letztere zur Beseitigung
von Missständen.
2.1.2.1. Modernisierung
Bei den Modernisierungsmaßnahmen erfolgt eine bautechnische, funktionale oder
gebäudetechnische Verbesserung des Gebäudes. Ebenfalls unter die Modernisierung
zählen adaptive Maßnahmen, wenn diese eine funktionale Verbesserung darstellen
und/ oder den Gebrauchswert erhöhen. Unter einer Modernisierung versteht man
demnach alle ,,bauliche(n) Maßnahmen, die den Gebrauchswert des Wohnraumes
nachhaltig erhöhen, die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern oder
nachhaltig Einsparungen von Heizenergie oder Wasser bewirken; Instandsetzungen,
die durch Maßnahmen der Modernisierung verursacht werden, fallen unter die
Modernisierung" 8. Durch die Modernisierungsmaßnahmen wird eine signifikant höhere
Qualität des Gebäudes erreicht, welche vorher nicht vorhanden gewesen war. Im
5 Vgl. Lißner, Holzbausanierung, Springer Verlag, 2000, S. 2
6 Vgl. DIN 31051, 1985
7 DIN 31051, 1985
8 II. WoBauG, 1996, § 17a
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