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Sprachenpolitik in Afrika – Was unternimmt die African Union? close

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Sprachenpolitik in Afrika – Was unternimmt die African Union?

Termpaper, 2009, 19 Pages
Author: Andrea Bou-Said
Subject: African Studies

Details

Event: Sprache und Kommunikation – Einführung in die Afrikanistik
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Philosophische Fakultät III, Asien-/Afrikawissenschaften)
Tags: Afrikanische, Union, Sprachen, Politik, Hausarbeit, Strategic Plan, Seminar
Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 19
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V126330
ISBN (E-book): 978-3-640-40645-6
ISBN (Book): 978-3-640-40674-6

Abstract

Die Anzahl der Sprachen, die in Afrika gesprochen werden, wird von der UNESCO auf etwa 1.400 geschätzt, 124 werden als bedrohte Sprachen, 48 als ausgestorbene Sprachen angesehen. "Mehrsprachigkeit in Afrika ist [...] eine jahrhundertalte Erscheinung.“ (Heine, Schadenberg, Wolff, 1981: Die Sprachen Afrikas, S. 515). Während die einen Sprachen fast nur als Erstsprache gesprochen werden, werden die anderen gewohnheitsmäßig von Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen als „Verkehrssprachen“ benutzt. Ausbreitung und Verwendung von Verkehrssprachen hängen von ihrem Prestige und ihrer Zugänglichkeit ab. Diese Hausarbeit untersucht, ob und welche Schritte die African Union (AU) unternimmt, um afrikanische Sprachen zu fördern und ihr Prestige zu verbessern. Als Grundlage für die Untersuchung dient der für den Zeitraum 2004-2007 aufgestellte "Strategic Plan of the African Union Commission", der dahingehend überprüft wird, in welchen Bereichen die AU ihre Prioritäten setzt und wie sie deren Umsetzung beabsichtigt.


Excerpt (computer-generated)

Humboldt Universität zu Berlin

Philosophische Fakultät III

Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Afrika-Institut

Sommersemester 2007

Seminar ,,Sprache und Kommunikation ­ Einführung in die Afrikanistik"

Hausarbeit zum Thema

,,Sprachenpolitik in Afrika ­

Was unternimmt die African Union?"

Andrea Bou-Said

3. Fachsemester im SS 2007

Magisterstudiengang Afrikawissenschaften

Berlin, 16. März 2009

1. Nebenfach: Politikwissenschaft

2. Nebenfach: Geschlechterstudien


1

Inhaltsverzeichnis


Abkürzungsverzeichnis 2

Abbildungsverzeichnis 2

1

Einleitung 3

2

Allgemeine Daten zum afrikanischen Kontinent 6

3

Allgemeine Informationen zur Afrikanischen Union 6

4

Die Sprachenpolitik im Rahmen des strategischen Plans 2004-2007 der AU-Kommission

8

4.1

Das

Priority Programme 19

,,Priority Education" 10

4.2

Das

Priority Programme 23

,,Cultural Renaissance" 11

5

Die African Academy of Languages (ACALAN) 12

6

Zusammenfassung 15

7

Literaturverzeichnis 16


2

Abkürzungsverzeichnis

ACALAN

African Academy of Languages

AU

African Union

CELHTO

Centre d′études linguistiques et historiques par tradition orale

CERDOTOLA

Centre régional de recherche et de documentation sur les traditions orales

et pour le développement des langues africaines

DSW

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

ILPAA

Implementation of the Language Plan of Action for Africa

OAU

Organization of African Unity

UNESCO

United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization

VN

Vereinte Nationen

YOAL

Year of African Languages


Abbildungsverzeichnis

Abb. 1

Die Mitgliedstaaten der AU


3

1 Einleitung

,,Mehrsprachigkeit in Afrika ist [...] eine jahrhundertalte Erscheinung.", schreiben Heine,

Schadenberg und Wolff in ihrem Buch ,,Die Sprachen Afrikas" (Heine, Schadenberg, Wolff

1981, S. 515). Sie führen an, dass Sprachkenntnisse unterschiedlich verwendet wurden: im

Zusammenhang mit Handel wurden Zweitsprachen erlernt, im Zusammenhang mit Herr-

schaftsbildungen nachbarliche Sprachen und Dialekte. Als Beispiel führen sie die Yoruba-

Stadt Ilorin in Westnigeria an, wo Anfang des 19. Jahrhunderts bei Hofe Ful, in der Verwal-

tung Hausa, unter der Stadtbevölkerung Yoruba und von den Bauern verschiedene andere

Sprachen gesprochen worden seien. Arabisch sei die Sprache der Religion und teilweise der

Gesetzgebung gewesen.1 Grad und Art der Mehrsprachigkeit hänge von Faktoren ab, deren

wichtigste Wohngebiet, Geschlecht, Mobilität, Schulbildung und Alter seien.2 Während die

einen Sprachen fast nur als Erstsprache gesprochen werden, werden die anderen gewohn-

heitsmäßig von Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen als ,,Verkehrssprachen" be-

nutzt. Die Anzahl der Verkehrssprachen in Afrika ist nicht genau bekannt3, aber alle afrikani-

schen Verkehrssprachen beruhen auf einer ,,natürlichen", als Muttersprache gesprochenen

Basisform, Ausbreitung und Verwendung von Verkehrssprachen hängen von ihrem Prestige

und ihrer Zugänglichkeit ab.4 Dass europäische Sprachen, die in afrikanischen Ländern den

Status einer Amtssprache erhalten haben, das höchste Prestige besitzen, ist nicht verwunder-

lich,

,,...denn ihre Kenntnis ermöglicht den Zugang zu sozial höher bewerteten Stellen in der

Verwaltung, im überregionalen Handel und in der Politik. Daneben werden europäische

Sprachen meist mit Modernität, technischem Fortschritt und ökonomischer Entwicklung

in Verbindung gebracht."5

Das Prestige afrikanischer Sprachen variiere von Sprache zu Sprache, je nachdem, ob sie als

offizielle oder nationale Sprache anerkannt sei (wie z. B. Swahili in Tansania, Kenia und

Uganda, Hausa in Nordnigeria, Somali in Somalia), auf eine bedeutende kulturelle Tradition

zurückblicken könne (z. B. Hausa, Akan, Yoruba), in den Verkehrs- und Handelszentren des

Staates verbreitet und somit als ,,modern" angesehen sei oder von der Elite als Erstsprache

gesprochen werde.6 In einer Nation könne Sprache insbesondere zwei Funktionen haben: ei-

nerseits könne sie als Mittel zur Sicherstellung der Kommunikation innerhalb des Staates die-

1 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 515-16.

2 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 521.

3 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 517.

4 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 519.

5 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 519-20.

6 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 520.



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