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Untertitel: Analyse eines Konfliktgesprächs im Kontext einer Kindertagesstätte
Seminararbeit, 2009, 22 Seiten
Autor: Antje Haim
Fach: Soziologie - Kommunikation
Details
Jahr: 2009
Seiten: 22
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-32321-0
ISBN (Buch): 978-3-640-32124-7
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Zusammenfassung / Abstract
Jeder Mensch teilt sich mit, ob er das bewusst möchte oder nicht. Das heißt, er kommuniziert und interagiert mit anderen. Häufig wird seine Nachricht nicht so von seinen Mitmenschen verstanden, wie er es sich gewünscht hätte. Im täglichen Kontakt kommt es häufig zu einer gestörten Kommunikation, aus der nicht selten ein Konflikt entstehen kann. Der Begriff „Konflikt“ wird im Rahmen der Hausarbeit verstanden als Situation, in der ein Individuum zwischen mindestens zwei Verhaltensweisen wählen muss und diese Entscheidung zur Unsicherheit führt, inwieweit die Verhaltenswahl das Individuum selbst und seine Mitmenschen beeinflussen kann (Feger, 1999, S.363). Gründe für die gestörte Kommunikation sucht der Betroffene oft bei seinem Gegenüber, der versucht die Nachricht zu entschlüsseln. Da eine Nachricht in der zwischenmenschlichen Kommunikation ein ganzes Bündel an Botschaften enthält, läuft der Empfänger der Nachricht Gefahr, die Botschaften nur unvollständig oder fehlerhaft zu dechiffrieren. Als Antwort auf die Nachricht wird der Empfänger selbst zum Sender einer Nachricht, wodurch sich ein sogenannter „Ping-Pong-Effekt“ ergeben kann, der in der Kommunikationspsychologie als Teufelskreis beschrieben wird. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, was Kommunikation ausmacht und möchte Möglichkeiten aufzeigen, wie eine störungsfreie Kommunikation erreicht werden kann. Zunächst (Kapitel 2) soll definiert werden, wie der Begriff „Kommunikation“ sowie weitere Begriffe der hier beschriebenen Kommunikationstheorien verstanden werden. In Kapitel 3 und Kapitel 4 werden theoretische Grundlagen der beschriebenen Kommunikationstheorien näher betrachtet und die theoretischen Ansätze, mit Bezug auf den aktuellen Forschungsstand, reflektiert. Im Anschluss (Kapitel 5) folgt ein praktisches Anwendungsbeispiel, welches anhand der zuvor beschriebenen Kommunikationstheorien analysiert werden soll. Abschließend (Kapitel 6) soll dargelegt werden, ob sich der pragmatische Ansatz des Philosophen und Psychotherapeuten Watzlawick und seinem interdisziplinär zusammengesetzten Forscherteam, unter besonderer Berücksichtigung des Teufelskreismodells des Psychologen Schulz von Thun, bewährt hat.
Textauszug (computergeneriert)
Der pragmatische Ansatz von Watzlawick unter
Einbeziehung des Teufelskreismodells nach
Schulz von Thun:
Analyse eines Konfliktgesprächs im Kontext
einer Kindertagesstätte
Hausarbeit
zum Modul 2C
Kommunikation und Beratung
angefertigt im BA Bildungswissenschaft
an der FernUniversität in Hagen
von
Antje Haim
Themenstellung am 06.02.2009
Vorgelegt am 19.03.2009
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
1
2. Begriffsdefinition
2
2.1 Kommunikation und Interaktion
2
2.1.1 Kommunikationsverständnis nach Watzlawick, Beavin und
Jackson
3
2.1.2 Kommunikationsverständnis nach Schulz von Thun
3
2.2 Metakommunikation
4
3. Die fünf pragmatischen Axiome nach Watzlawick, Beavin und
Jackson
5
3.1 Erstes Axiom: ,,Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren"
5
3.2 Zweites Axiom:
,,Die Inhalts- und Beziehungsaspekte der
Kommunikation"
5
3.3 Drittes Axiom: ,,Die Interpunktion von Ereignisfolgen"
6
3.4 Viertes Axiom: ,,Digitale und analoge Kommunikation"
7
3.5 Fünftes Axiom: ,,Symmetrische und komplementäre Interaktionen" 7
3.6 Einordnung des theoretischen Ansatzes von Watzlawick, Beavin und
Jackson
8
4. Das Teufelskreismodell nach Schulz von Thun
8
4.1 Einordnung des theoretischen Ansatzes von Schulz von Thun
10
5. Anwendungsbeispiel: Analyse eines Konfliktgesprächs im Kontext
einer Kindertagesstätte
10
5.1 Darstellung der Ausgangssituation
10
5.2 Analyse des Konfliktes nach den Axiomen unter Einbeziehung des
Teufelskreismodells
12
5.2.1 Erstes Axiom: ,,Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren"
12
5.2.2 Zweites Axiom:
,,Die Inhalts- und Beziehungsaspekte der
Kommunikation"
13
5.2.3 Drittes Axiom: ,,Die Interpunktion von Ereignisfolgen"
13
5.2.4 Viertes Axiom: ,,Digitale und analoge Kommunikation"
14
5.2.5 Fünftes Axiom: ,,Symmetrische und komplementäre
Interaktionen"
14
5.2.6 Teufelskreismodell
14
5.3 Durchführung und Ergebnis des Gespräches
15
5.4 Interpretation des Gespräches
16
6. Zusammenfassende Beurteilung und Ausblick
17
Literaturverzeichnis
18
Quellenverzeichnis der Abbildungen
19
1.
Einleitung
Jeder Mensch teilt sich mit, ob er das bewusst möchte oder nicht. Das heißt, er
kommuniziert und interagiert mit anderen. Häufig wird seine Nachricht nicht so
von seinen Mitmenschen verstanden, wie er es sich gewünscht hätte. Im täglichen
Kontakt kommt es häufig zu einer gestörten Kommunikation, aus der nicht selten
ein Konflikt entstehen kann.
Der Begriff ,,Konflikt" wird im Rahmen der Hausarbeit verstanden als Situation,
in der ein Individuum zwischen mindestens zwei Verhaltensweisen wählen muss
und diese Entscheidung zur Unsicherheit führt, inwieweit die Verhaltenswahl das
Individuum selbst und seine Mitmenschen beeinflussen kann (Feger, 1999,
S.363). Gründe für die gestörte Kommunikation sucht der Betroffene oft bei
seinem Gegenüber, der versucht die Nachricht zu entschlüsseln. Da eine
Nachricht in der zwischenmenschlichen Kommunikation ein ganzes Bündel an
Botschaften enthält, läuft der Empfänger der Nachricht Gefahr, die Botschaften
nur unvollständig oder fehlerhaft zu dechiffrieren.
Als Antwort auf die Nachricht wird der Empfänger selbst zum Sender einer
Nachricht, wodurch sich ein sogenannter ,,Ping-Pong-Effekt" ergeben kann, der in
der Kommunikationspsychologie als Teufelskreis beschrieben wird.
Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, was Kommunikation ausmacht und
möchte Möglichkeiten aufzeigen, wie eine störungsfreie Kommunikation erreicht
werden kann.
Zunächst (Kapitel 2) soll definiert werden, wie der Begriff ,,Kommunikation"
sowie weitere Begriffe der hier beschriebenen Kommunikationstheorien
verstanden werden. In Kapitel 3 und Kapitel 4 werden theoretische Grundlagen
der
beschriebenen
Kommunikationstheorien
näher
betrachtet
und
die
theoretischen Ansätze, mit Bezug auf den aktuellen Forschungsstand, reflektiert.
Im Anschluss (Kapitel 5) folgt ein praktisches Anwendungsbeispiel, welches
anhand der zuvor beschriebenen Kommunikationstheorien analysiert werden soll.
Abschließend (Kapitel 6) soll dargelegt werden, ob sich der pragmatische Ansatz
des Philosophen und Psychotherapeuten Watzlawick und seinem interdisziplinär
zusammengesetzten Forscherteam, unter besonderer Berücksichtigung des
Teufelskreismodells des Psychologen Schulz von Thun, bewährt hat.
Die hier beschriebene Person wurde über die Hausarbeit informiert und ist mit der
Bearbeitung des Konfliktgespräches im Rahmen dieser Hausarbeit einverstanden.
1
2.
Begriffsdefinition
Nachfolgend werden Begriffe erläutert, die für die Hausarbeit ein wichtiges
Fundament darstellen.
2.1
Kommunikation und Interaktion
In der Sozialpsychologie werden diese Begriffe oft gleichbedeutend verwendet.
Für einen spezifischeren Einblick ist es sinnvoll, sie zunächst getrennt zu
betrachten.
Der Begriff Kommunikation
,
aus dem lateinischen ,,communicatio", heißt
Mitteilung oder Unterredung (Duden, 2000, S.726). Diese etymologische
Definition sagt nichts über die Anzahl und Stellung der Person(en) aus, die sich
mitteilen. Die tätigkeitsbezogene Definition von ,,kommunizieren", lat.
,,communicare", verdeutlicht schon eher das ,,gemeinschaftlich tun, mitteilen"
(Duden, 2000, S.726). Daraus wird deutlich, dass Kommunikation in der Regel
zwischen mindestens zwei Personen stattfindet, jedoch nicht inwieweit und wie
die beteiligten Personen sich mitteilen. Stark vereinfacht ausgedrückt gibt es einen
Sender der eine Nachricht sendet und einen Empfänger der diese Nachricht
aufnimmt (in Anlehnung an Shannon & Weaver, 1949; Abb.1).
Abb.1:
Kommunikationsmodell nach Shannon & Weaver
Dieses Grundgerüst wurde von vielen Kommunikationswissenschaftlern,
Psychologen, Psychiatern etc. aufgegriffen und weiterentwickelt.
Die Verwendung des Kommunikationsbegriffes hat viele unterschiedliche
Definitionen erfahren und ist zu komplex, als dass ihm eine allgemeingültige
Definition gerecht werden könnte (Maletzke, 1998, S.40). Entscheidend ist der
Rahmen, in dem Kommunikation stattfindet. Um Kommunikation kompetent
anwenden zu können, bedarf es des Wissens,
,,in welchem sozialen Kontext, in
welcher Form und mit welchen Erwartungen welchem Gesprächspartner etwas zu
sagen oder auch zu verschweigen ist"
(Schmidtmann, 2006, S.12).
Während bei der Kommunikation die Mitteilung im Vordergrund steht, betont die
Interaktion die beeinflussende Wechselwirkung und Steuerung, also ein
aufeinander bezogenes Handeln von mindestens zwei Personen.
2
Auch die Interaktion ist vom Kontext abhängig. Sie kann aus drei Perspektiven
betrachtet werden. Zunächst im gesellschaftlichem Kontext, der durch Rollen und
Normen geprägt ist. Dann im Kontext, der sich auf die Individuen bezieht, indem
das Verhalten der Kommunikationsteilnehmer zueinander betrachtet wird. Sowie
im interaktionistischen Kontext, der die Wechselwirkung und Auswirkung
betrachtet (Graumann, 1999, S.323f.).
2.1.1 Kommunikationsverständnis nach Watzlawick, Beavin und Jackson
In ihrem 1969, in deutscher Erstausgabe, erschienenen Buch ,,Menschliche
Kommunikation" beschreiben Paul Watzlawick, Jeanet H. Beavin und Don D.
Jackson Kommunikation gleichzeitig als Verhalten. Dieser Ansicht legen sie das
Studium der Semiotik nach Charles Morris (1938) zugrunde.
Er unterteilt die Semiotik in Semantik, Syntaktik und Pragmatik. Ohne eine
wechselseitige Abhängigkeit dieser Dreiteilung abzusprechen, liegt der
Schwerpunkt für Watzlawick et al. bei der Pragmatik.
Pragmatik betrachtet die Wirkung von Kommunikation, der immer ein Verhalten
zugrunde liegt. Dieses Verhalten kann, auch nonverbal, mittels Körpersprache
erfolgen. Demnach beeinflusst jede Kommunikation, sprachlich wie auch
nichtsprachlich das Verhalten. (Watzlawick, Beavin & Jackson, 2007, S. 22f.).
Eine profundere Definition des Kommunikationsbegriffes erfolgt bei den
Axiomen im dritten Absatz.
2.1.2 Kommunikationsverständnis nach Schulz von Thun
Angeregt durch die Sprachtheorie von Karl Bühler (1934) und den Axiomen von
Watzlawick et al. (1969) entwickelt Friedemann Schulz von Thun daraus sein
Modell der zwischenmenschlichen Kommunikation und veröffentlicht es in
seinem ersten Band ,,Miteinander reden - Störungen und Klärungen" (1981).
In diesem Modell geht Schulz von Thun von einem Kommunikationsquadrat mit
den vier Seiten Sachinhalt, Appell, Beziehung und Selbstoffenbarung aus.
In seinem zweiten
Band ,,Miteinander reden - Stile, Werte und
Persönlichkeitsentwicklung" (1989) verwendet Schulz von Thun anstatt
Selbstoffenbarung den neutraleren Begriff der Selbstkundgabe (2008, Bd.2, S.19).
Während Watzlawick et al. zwischen einem Inhalts- und Beziehungsaspekt von
Nachrichten unterscheiden, erweitert Schulz von Thun den Beziehungsaspekt um
die drei Seiten Appell, Beziehung und Selbstoffenbarung. Den Inhaltsaspekt setzt
er mit der Seite des Sachinhaltes gleich (Schulz von Thun, 2008, Bd.1, S.30).
3
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