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Introduction to dystopian literature: "The Giver"

Subtitle: How can we convince Jonas to stay?

Lesson Plan, 2008, 19 Pages
Author: Katrin Zielina
Subject: English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Lesson Plan
Year: 2008
Pages: 19
Language: German
Archive No.: V128284
ISBN (E-book): 978-3-640-37301-7
ISBN (Book): 978-3-640-37297-3
Notes :
Unterrichtsentwurf zur Examenslehrprobe


Abstract

Grundlage dieser Stunde bildet eine Dilemmadiskussion, die sich aus der Lektüre "The Giver" ergibt. Durchgeführt mit einer 10. Klasse, Gymnasium.


Excerpt (computer-generated)

Katrin Zielina

Studienreferendarin

Studienseminar Wiesbaden

Unterrichtsentwurf zur zweiten Staatsprüfung für das Lehramt

an Gymnasien

gemäß §47 HLbG-UVO

Zweite unterrichtspraktische Prüfung im Fach Englisch

Thema der Lehrprobe:

How can we convince Jonas to stay? ­ A Roleplay

Thema der Unterrichtsreihe:

Introduction to dystopian literature: ,,The Giver"

Klasse: 10c

Datum: 06. Mai 2008

Stunde: 4. Stunde (10:40-11:25)


1. Lerngruppe

1.1 Beschreibung der Lerngruppe

Seit Februar 2007 unterrichte ich die Klasse 10c eigenverantwortlich mit drei

Wochenstunden im Fach Englisch. Die Klasse besteht aus 17 Schülerinnen und

8 Schülern1, wobei die Schülerinnen die Schüler allerdings nicht dominieren. Im

Moment versuchen die Jungen, meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ihre

Beiträge in Unterrichtsgesprächen sind entweder äußerst angepasst oder sehr

provokativ. Dennoch herrscht in der Klasse ein angenehmes Arbeitsklima, da

die SuS trotz Verhaltensunterschieden gut miteinander interagieren können.

Insgesamt ist die Gruppe sehr leistungsstark, insbesondere im schriftlichen Be-

reich, jedoch haben sich nahezu alle SuS im Verlauf des Schuljahres auch

mündlich quantitativ und qualitativ verbessert.

Es lassen sich drei unterschiedlich leistungsstarke Gruppen feststellen. Zur leis-

tungsstärksten Gruppe zählen neun SuS. Insgesamt schätze ich diese SuS im

guten bis sehr guten Bereich ein, wobei sich nicht alle SuS gleich aktiv beteili-

gen. S6, S11 und S25 hingegen bewegen sich sprachlich weit über dem Niveau

der Klasse und ihrer Altersgruppe. Sie schreiben idiomatisch nahezu korrekt

und abwechslungsreich und verfügen über ein sehr umfangreiches Vokabular.

Diese drei SuS können sich zu den meisten Themen spontan und ausführlich

äußern und beim Hörverstehen auch komplexeren Sachverhalten folgen. Die

übrigen SuS aus dieser Gruppe liegen in allen Fertigkeiten nur minimal unter

dem Niveau dieser drei SuS. Vor allem vier SuS beteiligen sich an nahezu allen

Unterrichtsgesprächen: sie können weitestgehend flüssig und fehlerfrei spre-

chen. Drei SuS sind eher schwach. Sie haben große Lexikdefizite, ihre schriftli-

che Ausdrucksweise zeigt Interferenzen mit dem Deutschen und im Bereich der

Grammatik bereiten ihnen Zeiten und Satzbau Schwierigkeiten. Die übrigen

SuS bewegen sich in allen Fertigkeiten auf durchschnittlichem bis guten Ni-

veau.

Der Lerngegenstand ­ die Lektüre ,,The Giver" von Lois Lowry ­ wurde von den

SuS selbst ausgewählt und die Themen für die Besprechung der Lektüre ge-

meinsam zusammengetragen. Die SuS geben sich die Struktur der Reihe dem-

nach selbst vor.

1 im Folgenden: SuS

1


Die Klasse ist mit allen Sozialformen vertraut, allerdings entwickeln die SuS in

Gruppenarbeitsphasen besonders herausragende Ergebnisse, weswegen dies

meine bevorzugte Sozialform ist.

Rollenspiele wurden bisher nicht mit der ganzen Klasse eingeübt, allerdings ist

die Klasse mit Talkshows vertraut, so dass ich keine größeren Schwierigkeiten

bei der Durchführung des Rollenspiels erwarte. Weiterhin bringt ein Großteil der

Klasse großes Empathievermögen mit. Dies ist wichtig, um sich in andere Posi-

tionen hineinzudenken. Auch die neue viereckige Sitzform soll bei gemeinsa-

men Diskussionen helfen, da die SuS einander anschauen und somit besser

kommunizieren können.

1.2 Lernvoraussetzungen

LERNSTAND. Inhaltlich haben sich die SuS auf die Erarbeitung der Lektüre allein

vorbereitet, da sie zunächst den Roman lesen sollten, bevor die Besprechung

begann.2 Da die Gruppe sehr leistungsstark ist, erschien mir dieser Weg sinn-

voll, da die Gruppe so auf die häufig sehr analytische Arbeit mit Ganzschriften

in der Sekundarstufe II vorbereitet wird. Die gemeinsame, kleinschrittige Erar-

beitung und Erschließung einer Lektüre hat zwar den Vorteil, dass die SuS an

verschiedenen Stellen antizipieren können, wie es weitergeht, allerdings be-

steht auf diesem Wege auch die Gefahr, dass man den Spannungsbogen des

Romanes zerstört.3

Der Zugang zur Reihe erfolgte affektiv mit der ,,Zitatenteppich"-Methode, wobei

alle SuS sich einmal zu dem Roman äußern konnten. So wurde auch die The-

menfindung erleichtert. Gemeinsam wurde festgelegt, über welche Themen des

Romans die SuS gern sprechen wollen. Weiterhin wurden Charakterisierungen

der Hauptpersonen und eine Beziehungsanalyse derselben vorgenommen.

Diese Charakterisierungen sind wichtig für die heutige Stunde. Die SuS benöti-

gen Vorwissen zu den einzelnen Charakteren, um im Rollenspiel überzeugend

argumentieren zu können. Die Beschreibung der Prinzipien der

Community

im

Roman erfolgte als Gruppenpuzzle. Auch diese Prinzipien dienen als Grundla-

ge für das Rollenspiel. Nachdem heute erarbeitet wurde, warum Jonas flieht

und welche Gründe es für das Bleiben geben könnte, sollen die SuS in der

2 Zum genauen Überblick über die Reihe siehe Anhang.

3 vgl. Haß, F.: Fachdidaktik Englisch, 2006, S. 150

2


Hausaufgabe das System rechtfertigen, so dass in den nächsten Stunden As-

pekte der Kontrolle besprochen werden können. Ziel hiervon ist nicht, dass die

SuS dies von vornherein verurteilen, sondern den Sinn hinter der Kontrolle er-

kennen.

Sprachlich erarbeiteten sich die SuS das Kernvokabular der Lektüre mithilfe von

diversen Semantisierungstechniken, so dass diese Vokabeln für die Erarbei-

tung der Lektüre bereit stehen sollten. Weiterhin erarbeiteten die SuS einen

Redemittelkatalog4, um zukünftig in Diskussionen besser aufeinander eingehen

zu können. Diese Redemittel kamen bisher nur am Rande zum Einsatz, was

sich heute ändern soll.

Als Hausaufgabe für die heutige 5. Stunde in der Reihe sollten die SuS eine

Textstelle aus dem Roman noch einmal intensiv lesen und diese Textstelle in

den Kontext des Romans bringen, sowie Jonas′ Gewissenskonflikt herausarbei-

ten. Da die SuS den Roman bereits gelesen haben, ist ihnen womöglich schon

bei der Bearbeitung der Hausaufgabe bewusst, worum es in dieser Stunde ge-

hen wird.

LERNAUSGANGSLAGE. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die SuS Vorwissen

zum Genre

dystopian literature

an sich mitbringen, da diese Art von Literatur

meist erst in der Sekundarstufe II gelesen wird. Den SuS ist sicherlich nicht be-

wusst, dass die Intention eines solchen Romans in der Regel Gesellschaftskritik

ist, was wahrscheinlich einer der Gründe ist, warum die SuS den Roman ein

wenig seltsam finden. Häufig werden in dystopischen Romanen totalitäre

Staats- oder Gesellschaftssysteme dargestellt, welche zwar auf den ersten

Blick sehr genau durchdacht scheinen, jedoch häufig Lücken haben, welche

letztendlich die Stabilität des Systems bedrohen - so auch in ,,The Giver". Auf-

grund der Unkenntnis des Genres sollte den SuS die Problematik von totalitä-

ren Systemen daher nicht bewusst sein. Da sich außerdem das System in der

Lektüre nur sehr langsam erschließt, haben evtl. noch nicht alle SuS die Prob-

lematik erkannt.

Während die SuS den Roman in den letzten Wochen selbstständig lasen, traten

immer wieder einige von ihnen auf mich zu, um mir ihre ersten Eindrücke zu

berichten. Die meisten finden den Roman aufgrund der Fremdartigkeit der Ge-

sellschaft ein wenig seltsam. Allerdings empfinden sie den Roman als sehr

spannend, da erst nach und nach alle Regeln und Prinzipien der

Community

4 vgl. ,,Fünf-Satz-Technik" in: Brenner, Gerd: Fundgrube Methoden II, 2007, S.44

3



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