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Zur Notwendigkeit von Demokratisierung und einer „Politik für Entwicklung“ in ... close

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Zur Notwendigkeit von Demokratisierung und einer „Politik für Entwicklung“ in Simbabwe

Termpaper, 2009, 20 Pages
Author: Andreas Mittag
Subject: Geography / Earth Science - Miscellaneous

Details

Event: Politische Geographie Afrika
Institution/College: University of Potsdam (Institut für Geographie)
Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 20
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V129183
ISBN (E-book): 978-3-640-36131-1
ISBN (Book): 978-3-640-36148-9

Abstract

Zur Krise in Simbabwe wird zum aktuellen Zeitpunkt viel und immer wieder etwas Neues berichtet, sodass ein Zeitungsleser oder Nachrichtenzuschauer leicht den Überblick verlieren kann. Man hört von politischer Unterdrückung, Arbeitslosigkeit, Inflation und einer unkontrollierbaren Choleraepidemie. Bis zu einem gewissen Grad wird der Eindruck vermittelt, dass die Welt nicht so recht weiß, was mit diesem ver-lorenen afrikanischen Staat zu machen ist. Vor allem die „stille Demokratie“ Südafrikas findet in der Berichtserstattung häufig Erwähnung und stößt ebenso häufig auf Kritik, weil von der Regenbogennation be-deutend mehr Engagement und Verantwortungsbewusstsein erwartet wird. Zur glei-chen Zeit fragen sich Südafrikaner und andere Nachbarn, warum die internationale Gemeinschaft nicht zusätzlichen Druck auf Simbabwes Regierung ausübt. Schließlich sind die afrikanischen Nachbarstaaten nun von Flüchtlingen und der übergeschwappten Choleraepidemie betroffen und müssen erst selbst mit dieser hinzugekommen Last zurechtkommen. In dieser Hausarbeit werde ich mich zunächst mit gewissen theoretischen Grundla-gen der Entwicklung und Demokratisierung befassen und mich vor allem auf den Zusammenhang zwischen diesen beiden Prozessen konzentrieren. Anschließend soll anhand des Fallbeispiels Simbabwe die Problematik von Entwicklung und Demokra-tie beleuchtet werden. Nachdem der Hintergrund der simbabwischen Krise kurz ge-schildert worden ist, wird auf die Reaktionen der internationalen (auch afrikani-schen) Gemeinschaft eingegangen. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Reaktion und Diplomatie Südafrikas gerichtet. Im Anschluss folgen ein kurzer Aus-blick und ein Fazit, welches die anfangs beschriebene Theorie mit dem simbabwi-schen Fallbeispiel zusammenbringt.


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam

MathematischNaturwissenschaftliche Fakultät

Institut für Geographie



Zur Notwendigkeit von

Demokratisierung und einer

,,Politik für Entwicklung" in Simbabwe

Seminar: Politische Geographie Afrika (Modul AGG)

Wintersemester 2008/2009

Andreas Mittag

Master ­ Lehramt an Gymnasien

Geographie, Französisch

1. Fachsemester


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

3

2. Entwicklung und Demokratisierung

4

2.1 Definitionen

4

2.2 Zum Zusammenhang zwischen Entwicklung und Demokratie

6

3. Simbabwe ­ eine gescheiterte Demokratie?

8

3.1 Hintergrund der Krise

8

3.2 Einstellung zu Demokratie in Simbabwe

11

3.3 Internationale Reaktionen

12

3.4 Südafrikas ,,Quiet Diplomacy"

14

3.5 Ausblick

17

4. Fazit

18

5. Literatur und Quellenverzeichnis

19

2

2


1. Einleitung

Zur Krise in Simbabwe wird zum aktuellen Zeitpunkt viel und immer wieder etwas

Neues berichtet, sodass ein Zeitungsleser oder Nachrichtenzuschauer leicht den Ü

berblick verlieren kann. Man hört von politischer Unterdrückung, Arbeitslosigkeit,

Inflation und einer unkontrollierbaren Choleraepidemie. Bis zu einem gewissen Grad

wird der Eindruck vermittelt, dass die Welt nicht so recht weiß, was mit diesem ver

lorenen afrikanischen Staat zu machen ist.

Vor allem die ,,stille Demokratie" Südafrikas findet in der Berichtserstattung häufig

Erwähnung und stößt ebenso häufig auf Kritik, weil von der Regenbogennation be

deutend mehr Engagement und Verantwortungsbewusstsein erwartet wird. Zur glei

chen Zeit fragen sich Südafrikaner und andere Nachbarn, warum die internationale

Gemeinschaft nicht zusätzlichen Druck auf Simbabwes Regierung ausübt. Schließlich

sind die afrikanischen Nachbarstaaten nun von Flüchtlingen und der übergeschwapp

ten Choleraepidemie betroffen und müssen erst selbst mit dieser hinzugekommen

Last zurechtkommen.

In dieser Hausarbeit werde ich mich zunächst mit gewissen theoretischen Grundla

gen der Entwicklung und Demokratisierung befassen und mich vor allem auf den Zu

sammenhang zwischen diesen beiden Prozessen konzentrieren. Anschließend soll

anhand des Fallbeispiels Simbabwe die Problematik von Entwicklung und Demokra

tie beleuchtet werden. Nachdem der Hintergrund der simbabwischen Krise kurz ge

schildert worden ist, wird auf die Reaktionen der internationalen (auch afrikani

schen) Gemeinschaft eingegangen. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die

Reaktion und Diplomatie Südafrikas gerichtet. Im Anschluss folgen ein kurzer Aus

blick und ein Fazit, welches die anfangs beschriebene Theorie mit dem simbabwi

schen Fallbeispiel zusammenbringt.

3

3


2. Entwicklung und Demokratisierung

2.1 Definitionen

Um sich einen theoretischen Überblick zum Thema Entwicklung und Demokratisie

rung zu verschaffen, bedarf es vorerst einiger Definitionen. Im Weltentwicklungsbe

richt 1991, auf den Wollnik 1997 in seinen empirischen Untersuchungen zur Demo

kratisierung und Wirtschaftslage in Afrika Bezug nimmt, wird der Begriff

Entwicklung

folgendermaßen definiert:

,,Entwicklung in einem umfassenderen Sinn schließt andere (als nur die öko

nomische Komponente) wichtige und verwandte Aspekte ebenfalls ein, na

mentlich größere Chancengleichheit sowie politische und bürgerliche Frei

heitsrechte. Das Gesamtziel von Entwicklung besteht deshalb darin, die wirt

schaftlichen, politischen und bürgerlichen Rechte aller Menschen zu stärken,

und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Ethnie, Religion, Rasse, Re

gion und Nation."

(Weltentwicklungsbericht 1991; zit. nach Wollnik 1997, S. 15 )

In dieser holistischen Begriffserklärung wird außer der traditionell untersuchten

wirtschaftlichen Dimension auch sozialen und demokratischen Komponenten Bedeu

tung geschenkt.

Entwicklung

nach dieser Definition geht neben einem positiven Wirt

schaftswachstum auch mit Chancengleichheit, der Beachtung von Menschenrechten

und demokratischen Grundlagen einher. Ziel dieser Entwicklung ist folglich nicht nur

die Herstellung einer günstigen Wirtschaftslage und stabiler politischer Strukturen,

sondern ebenso die Umsetzung von Demokratie und der Abbau jeglicher Diskriminie

rung und Benachteiligung.

Diese Auffassung deutet bereits darauf hin, dass das Vorhandensein demokratischer

Strukturen sowohl Voraussetzung als auch Ergebnis von Entwicklung ist. Umgekehrt

bedeutet das Fehlen demokratischer Grundzüge ein Hindernis für jede Art von Ent

wicklung und den weiteren Ausbau von Demokratie.

4

4


Das Indikatorenmodell für das Lebensniveau von Kaiser/Wagner 1988 untersucht,

ähnlich wie der Ansatz des Weltentwicklungsberichts, Entwicklung anhand verschie

dener Komponenten. Entwicklung setzt sich demnach aus Wachstum, Arbeit, Gleich

heit, Wirtschaftliche Unabhängigkeit und Partizipation zusammen. Jede dieser Kom

ponenten ist an gewissen Indikatoren messbar, so kann bspw. die wirtschaftliche Un

abhängigkeit am Anteil der Rohstoffe am Export oder die Partizipation der Bevölke

rung an der Alphabetisierungsrate ermittelt werden (s. Tab. 1).

Tab. 1: Indikatorenmodell für das Lebensniveau

Komponenten

Indikatoren

BSP pro Kopf

1. Wachstum

Wachstumsrate des BIP

Energieverbrauch pro Kopf

Anteil der Bevölkerung im

erwerbsfähigen Alter

2. Arbeit

Erwerbspersonen in der

Landwirtschaft

ENTWICKLUNG

Erwerbspersonen in der Industrie

GINIKoeffizient

3. Gleichheit

Verteilung des Grundbesitzes

Exportquote

4. Wirtschaftliche

Importquote

Unabhängigkeit

Anteil der Rohstoffe am Export

5. Partizipation

Alphabetisierungsrate

Quelle: nach Kaiser/Wagner 1988, S. 67

Neben den drei ökonomisch basierten Komponenten

Wachstum

,

Arbeit

und

Wirt
schaftliche Unabhängigkeit

spielen in diesem Indikatorenmodell auch wieder demo

kratische Aspekte wie

Gleichheit

und

Partizipation

eine wesentliche Rolle. Hierbei

5

5



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